-
Diehscheibe Die vorliegende Erfindung betrifft eine Drehscheibe, um
darauf stehende Personen um sich selbst drehen zu können, ohne daß die Person von
sich aus ihre Körperhaltung oder -stellung in irgendeiner Weise verändern rcnuß.
-
Bei manchen Arbeitsgängen, die von $chneidern und Schneiderinnen auf
Personen vorgenommen werden, wird die Güte der Arbeit und die Leistung des Arbeitenden
dadurch 'herabgesetzt, daß die Person, auf welcher das zu verarbeitende Kleidungsstück
übergelegt ist, während der Durchführung der einzelnen Arbeitsvorgänge, ihre Stellung
dauernd ändern muß.
-
Dies zeigt sich besonders beim Abfängen der Kleidungsstücke, beim
Stecken der einzelnen Stoffbahnen, beim Schneiden derselben auf der Person usw.
-
In der Praxis hat es sich immer wieder gezeigt, daß es für den Schneider
eine erhebliche Behinderung darstellt, wenn er sich mit seinen Arbeitsutensilien,
meist in veilkrümmter oder verkrampfter Körperhaltung um das Arbeitsobjekt 'herumbewegen
muß. Dabei fällt die Gerzauigkeit und Sicherheit seines Arbeitens, und damit seine
Leistung schnell ab. Bleibt der Schneider dagegen an seiner Arbeitsstelle, zur Vermeidung
der aufgezeigten Behinderung, und läßt die Person, an der gearbeitet wird, sich
drehen, so ändert die jeweilig neue Veränderung der Körperhaltung den Sitz und .die
Lage des Kleidungsstückes, indem je nach der Verlagerung des Körpergewichtes,die
Hüften, Schultern,Rüdken usw. der Person ihre Ste)lung und Lage unter sich selbst
ändern, wobei es sich gezeigt hat, daß die subjektiv vermeintliche Rückkehr in die
u@rsprüngliche Körperhaftung keinesfalls eine Gewähr für die Vermeidung dieses Übelstandes
ist.
-
Diese Nachteile werden gemäß der vorliegenden Erfindung dadurch vermieden,
daß eine Drehscheibe
zur Anwendung kommt, auf die die das Kleidungsstück
tragende Person gestellt wird, dadurch leicht vom Schneider um sich selbst gedreht
werden kann, ohne dabei in der Person ein Gefühl der Unsicherheit oder des Gefährdetseins
aufkommen zu lassen. Eine Drehscheibe soll sich einerseits leicht und mühelos drehen
lassen, und anderseits, insbesondere beim Betreten und Verlassen derselben, keinesfalls
so leicht drehen, daß die auf-oder alltretende Person aus dem Gleichgewicht kommt,
weil sie das Gefühl hat, der Boden würde sich unter ihren Füßen wegdrehen. Besonders
bei Personen -bemerkenswerter Körperfülle oder solchen vorgeschrittenen Alters wäre
-dies derart störend, claß der Schneider nicht mit der Scheibe arbeiten könnte und
gezwungen wäre, in alter, ermüdender und die Leistung und Güte mindernden Weise
zu arbeiten. Dieser Übelstand wird nach der Erfindung dadurch vermieden, daß die
Drehscheibe sich nur darin drehen läßt, wenn das gesamte Körpergewicht der Person
sich auf der Drehscheibe befindet, und zwar ohne daß besondere Hilfseinrichtungen,
die nach einer gewissen Betriebszeit immer v-ersc'lileißen und ihre Funktion nur
noch teilweise ausüben, zur Anwendung gelangen.
-
In derZeichnung sind zweiAusführungsbeispiele dargestellt, die im
nachfolgenden näher erläutert seien.
-
In der Abb. i dreht sich auf denn Unterteil i das Oberteil 2, wobei
in Kugelrinnen -3 Kugeln 4 rollen, die durch eine Distanzscheibe 5 in gleichen Abständen
gehalten werden. Unterteil i, Oberteil 2 und die Distanzscheibe 5 sind durch bekannte
Mittel, wie Schraube oder Niet 6, zusammengehalten, so daß sie sich nicht voneiander
abheben können. Die Oberseite des Oberteiles 2 ist durch eine darauf befestigte
Gummischeibe 7 abgedeckt. Das Mittelteil des Ober- und Unterteiles sind als vertiefte
Naben 8 ausgebildet und nehmen die Distanzscheibe 5 und eine Reibscheibe 9 aus Gummi,
Fiber oder einem anderen Reibungsstoff auf.
-
Der Rand des Unterteiles i ist außen, in der Zeichnung stark übertrieben,
nach unten durchgebogen und bildet, da das Unter- und das Oberteil aus federndem
Stahlblech bestehen, eine federnde Schale. die sich mehr oder weniger durchdrückt,
wenn sie belastet wird. Der innerhalb der Kugellrinne 3 liegende Bodenteil io ist
im gleichen Sinne, wenn auch schwächer, gewölbt und drückt im unbelasteten Zustand
die Reibscheibe gegen den Boden der Nabe 8 und verhindert dadurch ein Drehen des
Oberteiles 2. Erst wenn das im wesentlichen ganze Körpergewicht der Person sich
auf der Drehscheibe befindet, ist das Unterteil i der Drehscheibe so weit durchgebogen,
daß die Reibung des Ober- und Unterteiles gegeneinander aufgehoben ist und der Schneider
die Person in alle Stellungen drehen kann, die erforderlich sind, um eine hohe Arbeitsgüte
und hohe Leistung zu ermöglichen. Sobald das auf die Drehscheibe drückende Körpergewicht
durch Verlagerung der Körperhaltung geändert wird, beginnt der Boden des Unterteiles
i sich wieder durchzubiegen und stellt den Reibschluß zwischen dem Oberteil 2 und
dem Unterteil t wieder her.
-
In der Abb.2 ist ein weiteres Ausführungslreispiel gemäß der Erfindung
dargestellt, wobei der Boden des Unterteiles i plan ausgeführt ist, während das
innerhalb der Kugelrinne 3-liegende Teil des Oberteiles 2 nach oben durchgewölbt
ausgeührt ist. Die Reibscheibe g liegt in diesem Falle :wischen dem oberen Nietkopf
6 und dem Boden der Nabe B. Der Reibschluß wird dadurch hergestellt, daß in der
Ruhelage das nach oben ",ewölbte Teil des Oberteiles 2 die Reibscheibe 9 ,legen
den Nietkopf 6 drückt und damit das Oberteil 2 gegenüber dem Unterteil i verhindert,
sich zu drehen. Tritt die Person auf das nach oben durchgewölbte Teil i i des Oberteiles
2, so biegt sich dasselbe nach unten durch und gibt die Reibscheibe frei. Beim Verlassen
der Drehscheibe durch die Person wölbt sich das Teil i i wieder nach oben und verhindert
über ein Klenmen der Reibscheibe ein Drehen zwischen Ober- und Unterteil.
-
Um durch niedrige Kosten bei wirksamer Herstellungsgüte weitesten
Fachkreisen den Gebrauch der Drehscheibe zu ermöglichen, sind das Oberteil und das
Unterteil zwei im w-esentli£hen gleiche Stücke und bestehen aus Stahlblech, wodurch
sich die Werkzeugkosten fast auf die Hälfte verringern und sich ein niedriger NN'er.kstoffkostenanteil
ergibt.