-
Schaltungsanordnung zur Ubertragung von Sonderschaltmaßnahmen für
hochwertige Verbindungen in Fernmeideanlagen mit Wählerbetrieb I)ie Erfindung bezieht
sich auf Fernmeldeanlagen und betrifft insbesondere die Herstellung hochwertiger
Verbindungen, z. B. Fernverbindungen, die zwecks intensiver Ausnutzung der hochwertigen
Leitungen bevorzugt zu behandeln sind. Um dies zu ermöglichen, müssen bekanntlich
von den solche Verbindungen aufbauenden Stellen bestimmte Sonderschaltmaßnahmen
(Aufschalten auf bestehende minderwertige Verbindungen, Rückschalten, Trennen minderwertiger
Verbindungen zugunsten hochwertiger und Nachrufen) ausgeführt werden. Hierbei bereitet
insbesondere die Umsetzung dieser Sonderschaltvorgänge in den Leitungsübertragungen
Schwierigkeiten.
-
In bekannten Anordnungen dieser Art werden die in den Leitungsübertragungen
aufgenommenen Kennzeichen für die verschiedenen Sonderschaltvorgänge durch Relaisanordnungen
in Abhängigkeit von dem jeweiligen Schaltzustand der nachgeordneten Leitungswähler
umgesetzt, indem bestimmte, die Einleitung des jeweils gewünschten Schaltvorganges
im Leitungswähler bewirkende Stromkreise hergestellt werden. Diese bekannten Schaltungen
erfordern einerseits einen großen Relaisaufwand und sind andererseits an die Verwendung
von Leitungswählern eines bestimmten Systems gebunden. Letzteres macht aber unterschiedliche
Relaisübertragungen für die verschiedenen bekannten Fernsprechsysteme notwendig.
-
Aufgabe der Erfindung ist es, die zur Übertragung von Sonderschaltmaßnahmen
für hochwertige Verbindungen erforderlichen Relaisanordnungen erheblich zu vereinfachen
und sie von der Art des zum Aufbau der Verbindungen benutzten Fernsprechsystems
unabhängig zu machen. Dies wird dadurch erreicht, daß in den Stromstoßübertragungseinrichtungen
an
die eine oder beide weiterführende Sprechadern durch Relaisanordnungen eine mittlere
Batteriespannung oder nacheinander Potentiale entgegengesetzter Richtung angelegt
werden, so daß stets der gewünschte Schaltvorgang in Abhängigkeit von dem jeweiligen
Schaltzustand einer nachgeordneten Verbindungseinrichtung herbeigeführt wird. Die
Anordnung nach der Erfindung ist sowohl in Übertragungseinrichtungen, die ausschließlich
dem Aufbau 'hochwertiger Verbindungen dienen, als auch in für verschiedenwertige
Verbindungen, z. B. Orts- und Fernverbindungen, gemeinsam zu benutzenden Verbindungseinrichtungen
gleich vorteilhaft zu verwenden.
-
Der Hauptvorteil der Erfindung liegt in der durch die Verwendung der
zur Stromstoßgabe für die Wählereinstellung erforderlichen vorhandenen Relais und
Stromkreise auch zur Übertragung der Sonderschaltvorgängie für hochwertige Verbindungen
bedingten erheblichen Vereinfachung der Übertragungsanordnung, die sich in einer
beträchtlichen Relaisersparnis auswirkt.
-
In den Zeichnungen sind zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung für
Anlagen, in denen die gleichen Verbindungseinrichtungen und -leitungen zum Aufbau
von Orts- und Fernverbindungen gemeinsam benutzt werden, dargestellt. Die Fig. i
zeigt eine am abgehenden Ende einer Verbindungsleitung liegende Übertragung, in
der nach Aufnahme des Fernkriteriums zur Übertragung der Sonderschaltvorgänge über
einen Spannungsteiler eine mittlere Batteriespannung an beide weiterführenden Sprechadern
angelegt wird. Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig.2 wird bei Fernverbindungen
durch je zwei Hilfsrelais jede der beiden weiterführenden Sprechadern nacheinander
mit Potentialen entgegengesetzter Richtung .verbunden, mit deren Hilfe der jeweils
erforderliche Sonderschaltvorgang im nachgeordneten Leitungswähler in Abhängigkeit
von dem Schaltzustand dieses Wählers eingeleitet wird. Die Fig. 3 zeigt die Schaltung
eines Leitungswählers, der sowohl durch die Übertragungsanordnung nach Fig. i als
auch durch die der Fig.2 gesteuert werden kann und die zur Ausführung der Sonderschaltvorgänge
erforderlichen Umschaltungen herbeiführt. Als Kennzeichen für die Sonderschaltmaßnahmen
werden seitens der die Verbindung aufbauenden Fernbeamtin über die Verbindungsleitung
gesandte Stromstöße gleicher Art (Gleich- oder Wechselströme), aber verschiedener
Dauer verwendet, die zweckmäßig unmittelbar am Fernplatz erzeugt und in allen Übertragungen
genau wie die Stromstöße zur Wählereinstellung in ihrer Dauer unverändert auf den
folgenden Leitungsabschnitt weitergegeben werden.
-
In der nachfolgenden Beschreibung ist angenommen, daß für das Aufschalten
und Rückschalten ein kurzer Stromstoß (etwa 6o m/s), für das Trennen ein Stromstoß
mittlerer Länge (von etwa 20o m/s Dauer) und für das Nachrufen eine Reihe von.kurzen
Stromstößen gegeben wird. Die Auslösung einer Fernverbindung erfolgt durch einen
langen Stromstoß von ungefähr iooo m/s. Die Fernverbindungen können in derselben
Weise wie Ortsverbindungen, d. h. ohne besonderes Fernkriterium während der Wählereinstellung,
aufgebaut werden. Ist der gewünschte Anschluß besetzt, so sendet die Fernbeamtin
einen Stromstoß mittlerer Länge (.etwa Zoo m/s) aus, der die Umwertung einer Verbindung
als hochwertige und gleichzeitig die Aufschaltung bewirkt. Die Umwertung kann aber
auch durch Verlängerung des ersten oder letzten jeder von der Fernbeamtin zur Einstellung
der Wähler ausgesandten Stromstoßreihe erfolgen.
-
Es sei nun zuerst die Herstellung einer Fernverbindung über die Übertragung
Ue i der Fig. i und den Leitungswähler LW der Fig. 3 beschrieben. Als Stromart
für die Stromstöße zur Wählereinstellung und zur Einleitung der unter Umständen
erforderlichen Sonderschaltvorgänge für den Fernverkehr wird Gleichstrom verwendet.
Beim Freisein der in Fig. i dargestellten Leitungsübertragung Ue i ist der Kontakt
i v geschlossen, so daß ein aufprüfender Wähler über die Ader c das Belegungsrelais
C zum Ansprechen bringt. Es schaltet über den Kontakt 2 c das verzögert abfallende
Relais V ein und schließt mit Kontakt 3 c einen vom Kontakt i v unabhängigen Haltestromkreis
für seine Wicklung. Trifft nun die nächste Stromstoßreih.e ein, so spricht das Relais
A über die ankommenden Sprechadern impulsmäßig an und stellt durch Schließen seiner
Kontakte 4 a und 5 a eine Stromschleife für das Stromstoßempfangsrelais des nachfolgenden
Wählers her..Am Kontakt 6 a wird über den Kontakt 7 f das Relais C kurzgeschlossen,
das jedoch während der kurzen Einstellstromstöße infolge der durch den Kurzschluß
seiner Wicklung hervorgerufenen Abfallverzögerung seinen Anker angezogen hält. Ist
aber der erste oder letzte Stromstoß der ankommenden Reihe verlängert (Fernkriterium),
so fällt das Relais C ab und öffnet mit seinem Kontakt 3 c den für die Wicklung
I des Relais F bestehenden Kurzschluß, so daß dieses über die Kontakte 8 a, 6 a
und 7 f anspricht und den Kurzschluß des Relais C am Kontakt 7 f aufhebt
unter gleichzeitiger Herstellung eines Haltestromkreises für die Wicklung II des
Relais F über den Kontakt 9 f. Durch Schließen des Kontaktes io f wird über die
Widerstände Wi i und Wi 2 des Spannungsteilers eine mittlere Batteriespannung
an beide weiterführenden Sprechadern angelegt, solange die Kontakte 4 a und 5 a
geschlossen sind. Das Relais C spricht nach dem Aufheben des Kurzschlusses für seine
Wicklung am Kontakt 7 f wieder an.
-
Nach Einstellung des Gruppenwählers GW, von dem in Fig. 3 nur die
Schaltarme dargestellt sind, auf einen nachfolgenden freien Leitungswähler, z. B.
den mit LW bezeichneten, kommt über den Prüfschaltarm des Gruppenwählers
GW, Kontakt ii k und Widerstand W i das Relais C i zum Ansprechen, das über seinen
Kontakt 12 c i einen von dem beim ersten Hubschritt des Leitungs-
Wählers
LW geöffneten Kopfkontakt i i k unabhängigen Haltestromkreis für sich selbst
herstellt. Bei jedem Stromstoß der nächsten vom Fernplatz ausgesandten Reihe spricht
das Relais A der Leitungsübertragung Ue i (Fig. i) vorübergehend an, so daß das
Stromstoßempfangsrelais A i des Leitungswählers LW der Fig. 3 über seine
Wicklungen I und II und über die Kontakte 13 e und 87 e
an die über
die Kontakte .4 a bzw. 5 d und den Kontakt io f der Übertragung Ue i (Fig.
i) an die Sprechadern angelegte mittlere Batteriespannung gelegt wird und impulsmäßig
anspricht. Hierbei schließt es jedesmal folgenden Stromkreis für den Hubmagnet
H des Leitungswählers LW:
,Erde, Kontakt 14 a i, Wicklung I des verzögert
abfallenden Relais V i, Kontakte 15 u und 16 wk, Wicklung des Magnets H,
Batterie, Erde. Die Wählerachse wird auf die gewünschte Kontaktreihe gehoben. Das
Verzögerungsrelais V i bleibt während der Stromstoßreihe angesprochen und verhindert
durch Öffnen seines Kontaktes 17 v i die Betätigung des Relais U. Durch den verlängerten
ersten oder letzten Stromstoß der Reihe wird das Relais C i über die Kontakte 18
a i und i9 f i so lange kurzgeschlossen, daß es seinen Anker abfallen
läßt und den am Kontakt 12 C 1 über 20 a i bestehenden Kurzschluß für die Wicklung
I des Relais F i aufhebt, so daß dieses anspricht, am Kontakt i9 f i den Kurzschluß
für das Relais C i auftrennt und über Kontakt 21 f 1 einen Haltestromkreis für seine
Wicklung Il herstellt. Damit ist das Fernkriterium auch im Leitungswähler
LW
aufgenommen worden Ist die Stromstoßreihe beendet, so fällt nach kurzer
Zeit das Relais h i ab und schaltet über die Kontakte 22 k, 23 C 1,
17 v 1
und 16 wk sowie über die Wicklung des Magnets H
das Relais
U ein, welches den Kontakt 15 u öffnet und den Kontakt 24 u
schließt. Der Hubmagnet H
kann über das hochohmige Relais U nicht ansprechen.
Trifft nun die nächste und letzte Stromstoßreihe ein, so werden die vom Relais A
i aufgenommenen Stromstöße mit Kontakt 14 a i, über die Wicklung des Relais V i
und über die Kontakte 24 u und 25 p auf den Drehmagnet D des Leitungswählers
LW übertragen. Das Relais U
bleibt über die Kontakte 26 v i und
27 u sowie über den Widerstand W 2 erregt. Durch den Magnet D erfolgt die
Einstellung des Leitungswählers LW auf die Anschlußkontakte der gewünschten
Leitung. Ist die letzte Stromstoßreihe beendet, so fällt zunächst das Verzögerungsrelais
h i ab und schaltet über seinen Kontakt 29 v i den beim ersten Drehschritt des Wählers
geschlossenen Wellenkontakt 28 wk und über die Wicklung des Hubmagnets H
das Relais E ein. Infolge des hohen Widerstandes der Wicklung des Relais E kann
der niederohmige Magnet H in diesem Stromkreis nicht ansprechen. Das Relais E stellt
mit Kontakt 3o e einen Haltekreis für seine eigene Wicklung 'her und schaltet durch
seine Kontakte 31 e und 32 e die über den Wicklungen I und II an den Sprechadern
liegenden Batteriepotentiale um. Beim Abfall des Relais h i wurde durch Öffnen des
Kontaktes 26 v i der Stromkreis für das ebenfalls verzögert abfallende Relais U
unterbrochen. Bis zum Abfall seines Ankers besteht folgender Prüfstromkreis für
den Wähler LW:
Erde, Kontakte 35 C 1, 33 u, 34 v 1, Wicklungen I und II des
Prüfrelais P, unterer Schaltarm des Leitungswählers LW nach Batterie und
Erde in der nicht dargestellten Teilnehmerschaltung.
-
Ist der gewünschte Anschluß frei, so spricht das, Relais P an, legt
über die Kontakte 35 C i, 6o p, ioi n, 36 p und 37 f 1 zur Fernsperrung
unmittelbar Erde an die Prüfader an und hält seinen Anker durch Herstellung eines
lokalen Haltestromkreises für seine Wicklung III über die Kontakte 38 p, 59 0 und
39 f i unabhängig von dem Prüf- und Sperrstromkreis des Wählers angezogen. Über
die Kontakte 40 p und 41 p werden die Sprechadern zu der belegten Anschlußleitung
durchgeschaltet. Nach dem Abfall des Relais U kommt über die Wicklung des Drehmagnets
D, Kontakte 42 p, 43 y und 44 u
ein Stromkreis für die Wicklung
1I des Relais h i zustande, das Rufstrom aus der Wechselstromquelle WQ über den
Kontakt 45 v i an die obere Sprechader anlegt, der über die Teilnehmerstation und
die untere Sprechader sowie über den Kontakt 62 n der Wicklung 1I des Relais Y und
Kontakt 46 v i nach Erde gelangt. Beim Melden des verlangten Teilnehmers spricht
das Relais Y über die Kontakte 63 n, 48 v 1, 40 p, Teilnehmerschleife und
Kontakte 41 p und 62 n an, unterbricht am Kontakt 43 y den Stromkreis des
Rufanschalterrelais V i und hält sich lokal über seinen Kontakt 47 y und Wicklung
IV erregt.
-
Ist der gewünschte Teilnehmeranschluß beim Aufprüfen des Leitungswählers
LW dagegen besetzt, so kann das Prüfrelais P parallel zu der Sperrwicklung
des Prüfrelais im besetzt haltenden Leitungswähler nicht ansprechen, und die Fernbeamtin
erhält in bekannter, in der Zeichnung nicht dargestellter Weise, ein Besetztzeichen.
Zur Rufschaltung auf den besetzten Anschluß sendet die Fernbeamtin daraufhin einen
kurzen Stromstoß aus, durch den das Relais A in Fig. i für die Dauer von etwa 6o
m/s erregt wird und über seine Kontakte 4 a und 5 a ,sowie über Kontakt io
f die mittlere Batteriespannung an beide Sprechadern anlegt. Im Leitungswähler
spricht über den Kontakt 31 e und Wicklung 1I sowie über Kontakt 32 e und Wicklung
I das Relais A i an, wodurch folgender Stromkreis zustande kommt: Erde, Kontakt
49 wk, der als Wellenkontakt beim ersten Drehschritt des Wählers geschlossen wurde,
Kontakte 50 u, 51 f 1, 52 a 1, 53 n, 54 p, Wicklung
I des Relais M, Batterie, Erde. Das Relais M
spricht an und schaltet
mit seinem Kontakt 65 ;n das Relais O ein, welches seine Kontakte 55 o und 56 o
öffnet. Ist der Aufschaltstromstoß beendet, so fallen die Relais A (Fig.
i) und A i (Fig.3) wieder ab, so daß über die Kontakte 57 a i und 58 m ein
Haltestromkreis für das Relais M geschlossen wird, der über die Wicklung I des Relais
N verläuft. Dieses spricht an und legt die niederohmige Wicklung II des Prüfrelais
P über den Kontakt
61 n an den Prüfkontakt der besetzten Leitung
an. Ist dieser Anschluß fernbesetzt, so liegt, wie vorher beschrieben, an dem Prüfkontakt
unmittelbar Erde, so daß das Relais P nicht ansprechen kann und der Fernbeamtin
in bekannter Weise ein Besetztzeichen übermittelt. Ist die Leitung dagegen durch
ein minderwertiges Gespräch besetzt, so wird das Relais P parallel zur Sperrwicklung
des Prüfrelais im besetzt haltenden Leitungswähler erregt und schließt die Kontakte
40 p und 41 p, so daß ein für die Sprechströme durchlässiger Weg zu dem besetzten
Anschluß hergestellt ist. Über diesen benachrichtigt die Fernbeamtin den beispielsweise
in einem Ortsgespräch befindlichen Teilnehmer und fordert ihn auf, die bestelende
Verbindung auszulösen. Kommt er dieser Aufforderung nach, so wird der Leitungswähler
der Ortsverbindung in bekannter Weise in seine Ruhestellung zurückgebracht. Die
Fernverbindung bleibt über die Kontakte 40 P und 41 p durchgeschaltet.
-
Falls die Aufschaltung aus irgendeinem Grunde aufgehoben werden muß
(Rückschalten), sendet die Fernbeamtin einen weiteren kurzen Stromstoß aus, so,daß
das Relais A i kurzzeitig anspricht und durch öffnen seines Kontaktes 57 a i das
Relais M ausschaltet. Fällt das Relais A i wieder ab, so wird am Kontakt 52 a i
der über 64 n verlaufende Haltestromkreis für die Wicklung I des Relais N unterbrochen,
das abfällt und den über 66n und 67 o verlaufenden Haltestromkreis für dasRelais
0 aufhebt.
-
Beendet der Teilnehmer bei Aufforderung durch die Beamtin das bestehende
Ortsgespräch nicht, so wird zwangsweise eine Trennung vorgenommen. Dies geschieht
durch Anlegen eines # Stromstoßes mittlerer Länge vom Fernplatz aus, wodurch das
Relais A i für die Dauer von ungefähr 200 m/s erregt wird. Es unterbricht jetzt
an seinem Kontakt 57 a i den Haltestromkreis des Relais M, das daraufhin abfällt,
während das Relais N über seine Wicklung I und Kontakte 64 n und 52 a i erregt bleibt.
Außerdem schließt das Relais ,A i über den Kontakt 68 a i das Relais O so lange
kurz, daß es abfällt und über die Korntakte 55 o, 69 yn und 70 n sowie
über die Wicklung 1I des Relais N Erde an die obere Sprechader und über die Kontakte
56 o, 71/72 n an die Prüfader anlegt, wodurch in bekannter Weise die Auslösung des
Leitungs- bzw. Gruppenwählers der den verlangten Teilnehmer besetzt 'haltenden Ortsverbindung
erfolgt. Das Relais N hält sich mit seiner Wicklung 1I bis zur Auslösung der bestehenden
minderwertigen Verbindung unabhängig von dem Stromstoß mittlerer Länge und den Abfall
des Relais A i. Bei der Aberregung des Relais O wurde außerdem folgender Haltestromkreis
für die Wicklung III des Relais P geschlossen: Erde, 38 P, 59 0, 39 f i, P 11I,
Batterie, Erde, so daß die Durchschaltung der Sprechadern über die Kontakte 40 P
und 41 P aufrechterhalten wird. Über die Kontakte 35 c i, 6o p, 101 n, 36 p 1 und
37 f i wird nach dem Abfall des Relais N unmittelbar Erde als Fernsperrung an die
Prüfader des Leitungswählers angelegt.
-
Es sei nun die Wirkungsweise des zweiten Ausführungsbeispiels für
die Leitungsübertragung nach Fig. 2 beschrieben, die mit dem gleichen Leitungswähler
der Fig. 3 zusammenarbeiten kann. Beim Belegen der Übertragung Ue 2 spricht
über den Kontakt 73 v 2 das Relais C 2 an und schaltet mit seinem Kontakt 74 c 2
das verzögert abfallende Relais h 2 ein. Durch Schließen des Kontaktes 75 c 2 hält
sich C 2 unabhängig vom Kontakt 73 v 2.
Die über die ankommende Leitung einlaufenden
Stromstöße werden von dem Relais A 2 aufgenommen, das wieder als Gleichstromrelais
dargestellt ist. Die Weitergabe der Stromstöße erfolgt über die Kontakte
76 f 2 und 77 a 2 sowie über 78 f 2 und 79 a 2. Durch
den verlängerten ersten oder letzten Stromstoß der ersten Reihe wird die Wicklung
des Relais C 2 über die Kontakte 8o a 2 und 81f 2 kurzgeschlossen, und das Relais
fällt ab, so daß durch öffnen seines Kontaktes 75 c 2 der Kurzschluß für die Wicklung
I des Relais F 2 aufgehoben wird und dieses Relais über Kontakt 82 a 2
anspricht.
Es 'hebt durch öffnen des Kontaktes 81f 2 ,den Kurzschluß für das Relais C 2 auf
und schließt einen Haltestromkreis für seine Wicklung II über Kontakt 83 f 2. Außerdem
werden die Kontakte 76 f 2 und 78 f 2 geöffnet und dafür die Kontakte
84 f 2 und 85 f 2 geschlossen, welche die Relaisanordnung I, 1I, 11I,
IV in Tätigkeit setzen. Nunmehr liegt die Wicklung a des Relais I über den Ruhekontakt
86 1I mit Batterie an der unteren Sprechader und wird über Kontakt 87 e und Wicklung
1I des Stromstoßempfangsrelais A i im Leitungswähler LW der Fig. 3 erregt.
Relais I hält sich durch Schließen des Kontaktes 88 I und schaltet über Kontakt
89 a 2 und 9o I die Wicklung a des Relais 1I vorübergehend ein. Gleichzeitig spricht
das Relais III über seine Wicklung a, Kontakte 9i IV, 85 f 2, 77 a 2, obere
Sprechader, Kontakt 13 e 'und Wicklung I des Relais A i im Leitungswähler
LW der Fig. 3 an und hält sich über Kontakt 92 III bei Betätigung des Relais
IV erregt, die über Kontakt 93 a 2 beim Schließen des Kontaktes 94 III erfolgt.
Mit Beendigung des aufgenommenen Stromstoßes fallen die Relais I, 1I, III und IV
wieder ab.
-
Bei den folgenden, vom Relais A 2 aufgenommenen Stromstößen sprechen
die Relais I bis IV wieder an, wobei die Stromstöße in derselben Weise wie vor dem
Ansprechen des Relais F 2 (Kontakte 76 f 2/77 a 2 bzw. 78 f 2/79 a 2)
mit Erde über die Wicklung a des Relais III auf die obere und mit Batterie über
die Wicklung a des Relais I auf die untere Sprechader zum Leitungswähler
LW weitergegeben werden. Die Einstellung dieses Wählers erfolgt genau wie
weiter oben für dessen Zusammenwirken mit der Übertragung Ue i (Fig. i) beschrieben.
-
Ist der verlangte Teilnehmeranschluß besetzt und sendet die Fernbeamtin
zwecks Aufschaltung auf die besetzte Leitung einen kurzen Strofnstoß aus, so bleibt
die Wicklung a des lZelais III infolge des inzwischen im Leitungs-,vähler
LW beim Ansprechen des Relais E vorgenommenen Potentialwechsels an denWicklungen
1 und 11 des Relais A i
stromlos, während die Wicklung
b des Relais III lokal in der Übertragung Ue 2 über die Kontakte 93 a 2 und
95 IV erregt wird. Das Relais III spricht an und schaltet über seinen Kontakt 94
III die Wicklung a des Relais IV ein, das durch Öffnen seines Kontaktes 95 IV den
Lokalstromkreis für die Wicklung b des Relais III unterbricht und über seine Wicklung
b und über die Kontakte 97 11I, 96 IV, 85 f 2 und 77 a 2, Batterie
an die obere Sprechader anlegt und damit das Relais A i des Leitungswählers
LW (Fig. 3) über Wicklung 1I und Kontakt 31 e erregt. Durch das Ansprechen
des lZelais A i für die Dauer von etwa 6o m/s werden die Relais M und O und nach
Beendigung des Aufschaltstromstoßes das Relais N in der oben beschriebenen Weise
eingeschaltet. Beim Ansprechen des Relais N wird die Wicklung 1I' des Prüfrelais
P über den Kontakt 61 n an den Prüfkontakt der besetzten Leitung parallel zur Sperrwicklung
des die Leitung besetzt haltenden Wählers gelegt. Die gleichzeitige Anschaltung
des Batteriepotentials über den Widerstand W4 und Kontakt 72 n hat den Zweck,
das Sperrpotential an der Prüfader unverändert aufrechtzuerhalten. Das Relais P
bewirkt die Durchschaltung der Sprechadern zum besetzten Teilnehmer über die Kontakte
40 P und 41 P.
-
Der unter Umständen zum Trennen der bestehenden Ortsverbindung von
der Fernbeamtin ausgesandte Stromstoß mittlerer Länge bewirkt in der Leitungsübertragung
nach Fig.2 die gleichen Schaltvorgänge wie der Aufschaltestromstoß. Im Leitungswähler
LW spricht das Relais A i für die Dauer von etwa 200 m/s an und führt
den Abfall des Relais M und damit den Kurzschluß für das Relais O herbei, das über
die Kontakte 55 o bzw. 56 o die Trennpotentiale an .die obere Sprechader und die
Prüfader des Leitungswählers LW anlegt. Die übrigen zur Vollendung der Fernverbindung
erforderlichen Vorgänge spielen sich in der oben bereits beschriebenen Weise ab,
so daß von einer nochmaligen Beschreibung derselben Abstand genommen werden kann.
-
Sind für den Leitungswähler eines anderen als des in Fig. 3 dargestellten
Systems für die Sonderschaltvorgänge Potentialanschaltungen an die untere Sprechader
erforderlich, so treten die Relais I und II in Wirkung. Liegt beispielsweise bei
Einleitung eines Sonderschaltvorganges im Leitungswähler ein Batteriepotential an
der unteren Sprechader, so kann das Relais I nicht über seine Wicklung a ansprechen,
wird vielmehr in einen über die Kontakte 89 a 2 und 98 1I verlaufenden Lokalstromkreis
eingeschaltet und erregt über seinen Kontakt 9o I die Wicklung a des Relais II.
Dieses unterbricht am Kontakt 98 11 den Lokalstromkreis für die b-Wicklung des Relais
I und legt nach dessen Abfall Erde über seine Wicklung b und über die Kontakte ioo
I; 99 1I, 84 f 2, 79 a 2 an die untere Sprechader an. In diesem Stromkreis
bleibt das Relais 1I so lange erregt, wie das Relais A 2 angesprochen ist. Liegt
dagegen bei Einleitung eines Sonderschaltvorganges im nachfolgenden Leitungswähler
Erde über das zur Ausführung der gerade erforderlichen Schaltmaßnahme im Leitungswähler
vorgesehene Relais an der unteren Sprechader, so wird in der Leitungsübertragung
der Fig. 2 die Wicklung a des Relais I über die Kontakte 86 1I, 84 f 2 und
79 a 2 erregt, und das Relais I bleibt durch Schließen seines Kontaktes 88
I so lange angesprochen, bis das Relais A 2 bei Beendigung des ankommenden Stromstoßes
wieder abfällt.
-
Sowohl die Übertragung nach F ig. i als auch die der Fig. 2 gibt also
die Möglichkeit, den gerade erforderlichen Schaltvorgang in einem nachfolgenden
Wähler unabhängig von dem zur Zeit im Leitungswähler an einer oder beiden Sprechadern'
liegenden Potential durchzuführen, wobei es gleichgültig ist, über welche Ader der
Sonderschaltvorgang jeweils vorzunehmen ist. Solche nach der Erfindung ausgebildeten
Übertragungen sind daher von dem jeweils verwendeten Fernsprechsystem unabhängig
und zeichnen sich durch besondere Einfachheit ihrer Schaltung und einen geringen
Relaisaufwand aus. Die Übertragung nach fig. 2 hat gegenüber der nach Fig. i den
Vorteil, dali sie mit voller Batteriespannung arbeitet und daher eine größere Reichweite
und Ansprechsicherheit für die Relais bietet.
-
Ist für den Fernverkehr nur ein sogenannter Anbotbetrieb vorgesehen,
bei dem im Fall des Besetztseins des gewünschten Ortsteilnehmers lediglich eine
Aufschaltung zu seiner Benachrichtigung von dem Vorliegen einer Fernverbindung,
aber keine Zwangstrennung erfolgt; so ist eine besondere Kennzeichnung der Fernverbindung
(Fernkriterium) während ihres Aufbaues nicht erforderlich. Eine solche Verbindung
kann vielmehr lediglich mit kurzen Einstellstromstößen ohne Verlängerung des ersten
oder letzten Stromstoßes einer Reihe genau wie eine minderwertige Verbindung aufgebaut
werden. Auch für diesen Fall können die Leitungsübertragungen nach Fig. i und 2
und der Leitungswähler LW nach Fig. 3 unverändert Verwendung finden.
-
Die Herstellung einer Fernverbindung findet in der gleichen Weise
statt, wie vorher für eine Anlege mit besonderem Fernkriterium beschrieben, mit
der Ausnahme, daß die Relais F, F i bzw. F 2 nicht betätigt werden. Ist der verlangte
Anschluß besetzt, so erhält die Fernbeamtin ein Besetztzeichen und sendet zur Aufschaltung
einen Stromstoß mittlerer Länge (20o m/s) aus. Durch diesen wird das Relais F .in
Fig. i sowie das Relais F i in Fig. 3 bzw. F 2 in Fig. 2 erregt und nimmt die oben
beschriebenen Umschaltungen vor. Durch das gleichzeitige Ansprechen des Relais A
i im Leitungswähler LW werden die Relais M und N zum Ansprechen
gebracht, von denen das letztere über seinen Kontakt 61 n die niederohmige Wicklung
II des Prüfrelais P an den Prüfschaltarm anlegt. Dieses Relais spricht daher, falls
der gewünschte Anschluß durch ein minderwertiges Gespräch besetzt ist, parallel
zu der Sperrwicklung des Prüfrelais im besetzt haltenden Leitungswähler an und
schaltet
die Sprechadern durch Schließen seiner Kontakte 40 P und 41 P zu der besetzten Leitung
durch. Die Fernbeamtin bietet dem gewünschten Teilnehmer das Ferngespräch an, wobei
es in seinem Ermessen liegt, ob er die bestehende Verbindung auslöst oder weiterführen
will. Im ersten Fall bleibt die Verbindung durdhgeschaltet, während sie im letzten
Fall durch die Fernbeamtin ausgelöst wird.
-
Gehört der benutzte Leitungswähler LW zu einer Gruppe von Wählern,
für die nur ein Anbotverkehr vorgesehen ist, so können die Relais O, die Wicklung
III des Relais P und die Wicklung 1I des Relais N mit den dazugehörigen Relaiskontakten
in Fortfall kommen.
-
Sollte nach Herstellung einer Fernverbindung ein Nachruf erforderlich
sein, so sendet die Fernbeamtin kurze Stromstöße aus, durch die das Relais A i vorübergehend
erregt wird. Es schließt über die Kontakte 49 wk, 5o u, 51 f 1, 53
n, 102 P und 103 y jedesmal einen Stromkreis für die Wicklung III des Relais
V i, das über seine Kontakte 45 v 1 und 46 v i in derselben Weise, wie oben bereits
beschrieben, Rufstrom an die Teilnehmerleitung anlegt. Meldet sich der Teilnehmer,
so wird durch Ansprechen des Relais Y an, dessen Kontakt 103 y die Wicklung III
des Relais V i abgeschaltet und damit die Rufstromsendung unterbrochen.
-
Ist beim einfachen Anbotverfahren der Teilnehmer beim Anruf frei gewesen
oder hat er nach der Benachrichtigung durch die Fernbeamtin das bestehende Gespräch
durch Auflegen seines Hörers ausgelöst, so wird das Fernkriterium beim Nachrufen
gegeben. Die Nachrufstromstoßreihe besteht dann zuerst aus einem Stromstoß mittlerer
Länge von etwa 200 m/s Dauer und darauffolgenden kurzen Stromstößen (6o m/s).