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Schaltungsanordnung für Fernsprechanlagen mit Einrichtungen zur Führung
von Gruppengesprächen. Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf Fernsprechanlagen
mit Einrichtungen zur Führung von Gruppengesprächen. Bei Anordnungen dieser Art
können sich beliebig viele zur Führung von Gruppengesprächen berechtigte Teilnehmer
an eine Leitung anschalten. Die Gründe, welche die Führung von Gruppengesprächen
in einer Wählerbetriebsanlage als wünschenswert erscheinen lassen, können verschiedenster
Art sein. Als Beispiel sei darauf hingewiesen, daß in einem großen Handels- oder
Industriennternehm.ei# leitende Angestellte gleichzeitig mit mehreren. Stellen,
die vielleicht in verschiedenen Gebäuden des Unternehmens untergebracht sind, ein
Gespräch führen wollen. In diesem Falle kann von vornherein ein Zeitpunkt für solche
Gruppengespräche bestimmt werden. Die Teilnehmer schalten sich dann zu der angegebenen
Zeit auf die Gruppengesprächsleitung ein, anderseits können aber auch die betreffenden
Teilnehmer durch einen Einberufer davon benachrichtigt werden, daß sie sich an eine
Gruppengesprächsleitung einschalten sollen. Die bekannten Anordnungen haben jedoch
den Nachteil, daß sich in ein. zwischen mehreren Teilnehmern geführtes Gruppengespräch
andere Teilnehmer einschalten können, die zwar ebenfalls zur Führung von Gruppengesprächen
ip derselben Gruppe berechtigt sind, deren Teilnahme an dem bestehenden Gespräch
aber aus irgendwelchen Gründen unerwünscht ist.
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Die Erfindung bezweckt nun, die unerwünschte Einschaltung von Teilnehmern
in ein Gruppengespräch zu verhindern, was dadurch erreicht wird, daß nach Belegung
einer Leitung durch Teilnehmer einer Gesprächsgruppe die Sperrung dieser Leitung
gegenüber anderen Teilnehmern der Gesprächsgruppe durch unter dem Einfluß der Teilnehmer
stehende Schaltmittel erfolgt.
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In der Zeichnung ist die Anordnung nach der Erfindung bei einer Fernsprechanlage
mit Wählerbetrieb dargestellt. Es sei angenommen, daß der Teilnehmer A1 gleichzeitig
mit mehreren anderen Teilnehmern sprechen will, also ein Gruppengespräch zu führen
beabsichtigt. Zu diesem Zweck wählt er nach Abnahme des Hörers mit seinem Stromstoßsender
die Nummer eines der gewünschten Teilnehmer. Dem sich meldenden Teilnehmer teilt
der Anrufende mit, daß eine gemeinsame Besprechung erfolgen soll. Der Anrufende
hängt hierauf seinen Hörer auf u;nd ruft in derselben -Weise die übrigen Teilnehmer,
welche an dem Gruppengespräch teilnehmen sollen, auf. Jeder der angerufenen Teilnehmer
wählt hierauf eine Gruppengesprächen dienende Leitung, ebenso auch der anrufende
Teilnehmer, nachdem er alle gewünschten Teilnehmer aufgerufen hat. Der Betrieb gestaltet
sich wie folgt: Bei Abnahme des Hörers an der Teilnehmerstelle A belegt der Vorlwähler
C in bekannter Weise einen freien Leitungs,wählerH. Die Sprechadern ii und 12 sind
danach über die Arbeitskontakte 2o und 23, die Schaltarme 28 und 31 und die Kontakte
35 und 38 mit dem Brückenrelais 5o des Leitungswählers H verbunden. Ferner ist ein
Haltestromkreis für das Durchschaltrelais 15 des Vorwählers C über die durch Arbeitskontakt
72 geerdete Auslöseader 93 in bekannter Weise zustande gekommen und der Leitungswähler
H für den Empfang von Stromstoßreihen vorbereitet.
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Der anrufende Teilnehmer wählt nunmehr mit seinem Stromstoßsender
die erste Ziffer der gewünschten Nummer, wodurch der Stromkreis des Brückenrelais
5o :entsprechend der Ziffer stoßweise unterbrochen wird. Bei jedem Abfall des Brückenrelais
spricht der Hubmagnet 61 wie folgt an: Erde, Ruhekontakt 7o, Arbeitskontakt 73,
Kopfkontakt 8o/81, Hubmagnet 61, Steuerrelais 55, Batterie, Erde. Beim ersten Schritt
des Wählers wird der Kopfkontakt 8o;'82 geschlossen und hierauf der Kopfkontakt
8o/8 i unterbrochen. Die weiteren Stromstöße nehmen daher ihren
Weg
über den Kopfkontakt 8o/82 und den Arbeitskontakt i o3 des Steuerrelais
55. Die Schaltarme 135, 136, 137, 138 des Leitungswählers werden durch
diese Stromistoßreihe vor diejenige Kontaktgruppe gebracht, an welche der verlangte
Teilnehmer angeschlossen ist. Das Steuerrelais 55 bleibt während der Stromst-oßreihe
erregt, fällt nach ihrer Beendigung ab und schaltet an Stelle des Hubmagneten 61
den Drehmagneten 62 in den - Stromstoßkreis ein. Der anrufende. Teilnehmer wählt
nunmehr mit seinem Stromstoßsender die zweite Ziffer der gewünschten Nummer. Die
Stromstöße werden vom Brückenrelais 5o auf folgendem Wege übertragen: Erde, Ruhekontakt
7o, Arbeitskontakt 73, Kopfkontakt 8o;'82, Ruhekontakt 103, Steuerrelais 56, Ruhekontakte
96 und 113, Drehmagnet 62, Batterie, Erde. Der Drehmagnet 62 bewegt die Schaltarme,
bis sie auf dem Kontakt der gewünschten Teilneh-Inerleitung stehen. Das Steuerrelais
56 verbindet an seinem Arbeitskontakt io5 den Prüfarm 136 mit der oberen Wicklung
des Prüfrelais 54..
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Ist die verlangte Teilnehmerleitung besetzt, so liegt am Prüfkontakt
151 .ein Sperrpotential (Erde), durch «-elches das Prüfrelais 5.1 auf folgendem
Wege erregt wird: Erde, Prüfkontakt 151, Prüfarm 136, Ruhekontakt I 12, Arbeitskontakt
i o 5, Widerstand R, Ruhekontakt 86, .obere Wicklung des Prüfrelais 5.1, Batterie,
Erde. Das Prüfrelais 54. spricht an, schaltet sich selbst in einen Haltestromkreis
ein, der nach Abfall des Relais 56 über den mit dem Widerstand R verbundenen Ruhekontakt
dieses Relais und den Arbeitskontakt 95 des Relais 54, zur geerdeten Ader 93 verläuft,
und legt am Kontakt 98 einen Besetzt. summer an die untere Sprechader an, wodurch
der anrufende Teilnehmer von dem Besetztsein der verlangten Leitung benachrichtigt
wird. Durch Aufhängen des Hörers wird die Verbindung in bekannter Weise ausgelöst.
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Es sei angenommen, daß die verlangte Teilnehmerleitung frei ist. Alsdann
wird nach Abfall des Steuerrelais 56 folgender Stromkreis geschlossen: -Geerdete
Auslöseader 93, Ruhekontakt io2, Ruhekontakt 95, Wellenkontakt 123 (diese Wellenkontakte
werden nur bei Einstellung des Leitungswählers auf die Gruppengesprächen dienende
Leitung umgelc"t), untereWickiung des Relais 57, Ruhekontakt io5, Ruhekontakt 112,
Prüfarm 136, Prüfkontakt 151, Relais 17o, Antriebsmagnet 172 des VorwäHers Cl, Batterie,
Erde. Das Relais 170 kann bekanntlich jetzt seinen Anker nicht voll anziehen.
Infolgedessen wird die verlangte Teilnehmerleitung nur von dem Batterie- oder Erdpotential
im Vorwähler Cl abgetrennt, aber nicht .auf die Schaltanne des Vorwählers Cl durchgeschaltet.
Das Relais 57 spricht an, schließt einen eigenen Haltestromkreis am Kontakt i i
i und legt über seinen Arbeitskontakt i 12 ein Erdpotential über den Prüfkontakt
151 an zur Sperrung gegen weitere Anrufe. Weiter schließt das Relais 57 am Kontakt
I15 den Rufstromkreis und bereitet am @Kontäkt 113 den Rufabschaltkreis vor. In
bestimmten Zeitabschnitten wird der Rufstrom in die Leitung des gewünschten Teilnehmers
gesandt, bis dieser seinen Hörer vom -Haken nimmt, wodurch das Rufabschaltrelais
52 durch einen über die Teilnehmerleitung fließenden Gleichstrom erregt -wird. Das
Relais 52 spricht an, schaltet sich über seinen Kontakt 87 in einen Haltestromkreis
ein, trennt durch Öffnen der Ruhekontakte 86 und 88 die Rufstromeinrichtung von
den Sprechadern .ab und schaltet an den Arbeitskontakten 86 und 88 die Sprechadern
durch. Speisestrom erhält der anrufende Teilnehmer über das Brückenrelais 5o und
der gerufene Teilnehmer über das Brückenrelais 54.. Der anrufende Teilnehmer A unterrichtet
hierauf den gerufenen Teilnehmer über das beabsichtigte Gruppengespräch und gibt
ihm etwa .notwendige Anweisungen, worauf er seinen Hörer anhängt und dadurch in
bekannter Weise den Leitungswähler H und den Vorwähler C auslöst. Nachdem der ,anrufende
Teilnehmer älle Teilnehmer, welche zu dem Gruppengespräch hinzugezogen werden sollen,
benachrichtigt hat, verbindet er sich selbst mit der für Gruppengespräche vorgesehenen
Leitung. Angenommen, die Gruppengesprächsleitung hat die Nummer 6o. Nach Einstellung
der Schaltarme ,aüf den zehnten 'Kontakt der sechsten Kontaktgruppe werden die Wellenarbeitskontakte
117, 119, 123 und 125 geschlossen und die Wellenruhekontakte 121 und 123 geöffnet.
Das Steuerrelais 56, welches in Reihe mit dem Drehmagneten 62 erregt wurde, verbindet
den Prüfarm 136 mit dem Prüfrelais 5.1. Die Gruppengespräclisleitung kann aber nicht
gesperrt werden, da das Sperrpotential (Erde) durch den geöffneten -#Vellenruhekontakt
121 ,abgeschaltet ist. Nach Abfall des Verzögerungsrelais 56 wird folgender Stromkreis
hergestellt: Erde, Ader 127, Wellenarbeitskontakt 123, untere Wicklung des Relais
57, Ruhekontakt io5, Prüfahn 136, Prüfkontakt 1.42, Widerstand R1, Batterie, Erde.
Das Relais 57 spricht an und schaltet sich am Kontakt i i i in einen eigenen Haltestromkreis
ein. Am Kontakt i 1 4. bereitet es einen Stromkreis für das der Gruppengesprächsleitung
zugeordnete Relais 175 und am Kontakt i 15 die Sprechverbindung vor. Durch
Schließung des Wellenarbeitskontaktes I 19 ist
folgender Stromkreis
hergestellt: Erde, Wellenarbeitskontakt i i9, obere Wicklung des Rufabschalterelais
52, Arbeitskontakt 113, Drehmagnet 62, Batterie, Eide. Das Relais 52 spricht an,
schaltet sich an seinem Kontakt 87 in einen Haltestromkreis ein und vollendet an
den Arbeitskontakten 86 und 88 die Sprechverbindung. Es ist hieraus zu ersehen,
daß durch die Erregung des Relais 57 kein Sperrpotential .an den Prüfarm 136 angeschaltet
wird, weil der Wellenrühekontakt 121 geöffnet «-orden ist.
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Es ist ferner zu beachten, daß das Relais 57 beim Einstellen des Leitungswählers
auf die Gruppengesprächsleitung nur dann erregt wird, wenn die Ader 127 über den
Kontakt 22 des Vorwählers C geerdet wird. Gruppengespräche können deshalb nur diejenigen
Teilnehmer führen, deren Vorwähler in der in der Abbildung dargestellten Weise geschaltet
sind. Ein Teilnehmer, dessen Vorwähler nicht den Kontakt 22 enthält, kann sich nicht
an die Gruppengesprächsleitung anschalten.
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7Es sei angenommen,_daß auch an dem dargestellten Leitungswähler H
die Ader 127 nicht geerdet werden kann. Das Relais ,57 kann infolgedessen nicht
ansprechen und über den Wellenarheitskontakt i ig, den Ruhekontakt i io und den
Widerstand 122 wird dann das Relais 54. über seine obere Wicklung erregt. Relais
54. spricht an und schaltet am Kontakt 98 den Besetztsummer an die anrufende Teilnehmerleitung
an, wodurch der betreffende Teilnehmer die Gewißheit erhält, daß er zu den telephonischen
Gruppengesprächen nicht zugelassen ist.
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-In der für den Teilnehmer A beschriebenen Weise schalten sich .auch
die übrigen angerufenen Teilnehmer auf die Gruppengesprächsleitung auf. Wenn der
anrufende Teilnehmer sich (durch Aufruf der Namen) die Gewißheit verschafft hat,
daß alle Teilnehmer sich an die Gruppengesprächsleitung angeschaltet haben, betätigt
er seinen Stromstoßsender von neuem. Hierdurch -wird folgender Stromkreis hergestellt:
Erde, Kontakte 70, 73, 8o/82, 103, 125, 11q., Relais 175, Batterie, Erde.
Relais 175 schaltet sich über seinen Arbeitskontakt 176 in einen Haltestromkreis
ein, welcher zu der geerdeten Auslöseader 93 sämtlicher auf die Gruppengesprächsleitung
eingestellterLeitungswähler führt. Über denArbeitskontakt 177 erdet das Relais 175
den Prüfkontakt 142 der Gruppengesprächsleitung in allen Leitungswählern. Jetzt
kann kein wei-II terer Teilnehmer sich Tauf die Gruppengesprächsleitung mehr einschalten.
Ein solcher TeilnIehmer erhält bei Einstellung des Leitungswählers das Besetztsignal
in bekannter Weise.
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:lach Beendigung des Gruppengesprächfes hängt jeder Tegneh4n-er seinen
Hörer an, wodurch die Auslösung der Leitungjswäh@er in der bekannten Weise eingeleitet
wird. Nachdem der letzte Teilnehmer seinen Hörer eingehängt hat, wird das Relais
175 stromlos, welches Erde vom Prüfkontakt 142 abtrennt und dadurch die Gruppengesprächsleitung
freigibt.