DE819C - Selbstthätiger Schmierapparat für Dampfcylinder und dergl. mit Regulirschraube in Form eines Vielweghahnes - Google Patents
Selbstthätiger Schmierapparat für Dampfcylinder und dergl. mit Regulirschraube in Form eines VielweghahnesInfo
- Publication number
- DE819C DE819C DE819DA DE819DA DE819C DE 819 C DE819 C DE 819C DE 819D A DE819D A DE 819DA DE 819D A DE819D A DE 819DA DE 819 C DE819 C DE 819C
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- steam
- lubricant
- cone
- channel
- regulating screw
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Expired - Lifetime
Links
- 230000001105 regulatory effect Effects 0.000 title description 8
- 230000001050 lubricating effect Effects 0.000 title 1
- 239000000314 lubricant Substances 0.000 description 25
- 238000007664 blowing Methods 0.000 description 4
- 238000009833 condensation Methods 0.000 description 4
- 230000005494 condensation Effects 0.000 description 4
- 238000005461 lubrication Methods 0.000 description 4
- 230000008014 freezing Effects 0.000 description 3
- 238000007710 freezing Methods 0.000 description 3
- 238000004140 cleaning Methods 0.000 description 2
- 230000000694 effects Effects 0.000 description 2
- 239000004519 grease Substances 0.000 description 2
- 238000010438 heat treatment Methods 0.000 description 2
- 238000002360 preparation method Methods 0.000 description 2
- 230000008719 thickening Effects 0.000 description 2
- XLYOFNOQVPJJNP-UHFFFAOYSA-N water Substances O XLYOFNOQVPJJNP-UHFFFAOYSA-N 0.000 description 2
- 238000009825 accumulation Methods 0.000 description 1
- 230000000903 blocking effect Effects 0.000 description 1
- 238000005553 drilling Methods 0.000 description 1
- 239000000839 emulsion Substances 0.000 description 1
- 230000002650 habitual effect Effects 0.000 description 1
- 239000007788 liquid Substances 0.000 description 1
Landscapes
- Details Of Valves (AREA)
Description
1877.
PATENTSCHRIF
R. LATOWSKI in OELS.
Seibstthätiger Schmierapparat für Dampfcylinder und dergl. mit Regulirschraube in Form
eines Vielweghahnes.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 2. Juli 1877 ab.
A. Der Gegenstand des Patentes, ein Regulir-Schmierapparat für Kolben oder Schieber dampferfüllter
Räume, ist unter Vermeidung von Dochten und activ thätigen Ventilen und zwar derart construirt,
dafs in einem mit den Dampfräumen frei communicirenden Gehäuse ein hohler Hahnkegel
befindlich ist, und dieser Hahnkegel einestheils mit verschiedenen Durchbohrungen
versehen, anderentheils mehrere äufsere Kammern und Kanäle, und schliefslich eine nach
aufsen geführte, dort feststellbare Regulirschraube enthaltend, je nach der Stellung zu dem Gehäuse,
folgende Verrichtungen gestattet bezw. bewirkt:
ι. Füllen des Hohlraumes des Hahnkegels von aufsen mit. Schmierstoff.
2. Sparsame Abgabe des Schmierstoffes je nach Bedarf und Absicht.
3. Zuführung einer bestimmten Menge von Schmierstoff vor oder während der Dampfarbeit,
ohne Benutzung der Regulirschraube.
4. Directe Zuführung des Schmierstoffes zu den Gleitflächen.
5. Ablassen des Apparatinhaltes nach aufsen.
6. Ablassen des Apparatinhaltes nach den Gleitflächen.
7. Reinigen des Apparates bezw. dessen Kanäle mittelst durchblasenden Dampfes.
8. Gänzliche Absperrung des Apparates gegen die Gleitflächen.
Nur bei der Verrichtung 2 kommt die Stellung der Regulirschraube zur Geltung, welche
bei den übrigen Verrichtungen nicht beansprucht ist und daher stets für eine gewisse Leistung
eingestellt bleiben kann.
B. Schutz des Apparatinhaltes vor Einfrieren bezw. des eintretenden Dampfes vor Condensation.
C. Das Füllen, Zuführen einer bestimmten Menge Schmierstoff (Vorschmieren), das Reguliren
für die Sparschmierung, das Ablassen nach aufsen, sowie nach den Gleitflächen, das Durchblasen
und schliefslich das gänzliche Absperren kann während des Maschinenganges bezw. während
Dampfspannung vorgenommen werden.
D. Handwerkzeug ist für Vorbereitung für die verschiedenen Verrichtungen nicht erforderlich.
E. Diese Vorbereitung bezw. die Einstellung des Hahnkegels je für den beabsichtigten Zweck
ist auch im Finstern nach Gewohnheitsgriffen ausführbar.
Der Apparat (Fig. 1, 2, 3; 4, 5) besteht aus einem konischen Gehäuse v, welches mittelst
des Zapfens V1 und des Sechskantes v.2 an den
Cylinder, Schieberkasten, Dampfdom etc. angeschraubt wird und durch den Kanal χ mit diesen
Räumen frei communicirt. In diesem Gehäuse befindet sich ein hohler Hahnkegel w, welcher
zur Aufnahme des Schmierstoffes dient und die Vorrichtung zur Regulirung der constant übertretenden
Schmierstoffmenge enthält. Das Gehäuse υ ist mit einem Trichter α für den Eingufs
des Schmierstoffes versehen; aufserdem mit einem mit dem Kanal χ in Verbindung stehenden Ringkanal
b für die Anwärmung des Hahnkonus während der Dampfarbeit; ferner mit dem
Kanal c, welcher in gewisser Stellung des Hahnkonus das Ausfiiefsen einer vorher durch den
Trichter α einer äufseren Kammer des Konus zugeführten Menge Schmierstoff bewirkt; ferner
mit dem Kanal /, welcher die geringe, durch die Regulirvorrichtung für gleiche Leistung constant
gegebene Schmierstoffmenge nach dem Kanal χ abführt und endlich der Oeffnung /,
welche bei gewisser Stellung des Hahnkonus w dessen Entleerung gestattet. (Die kleine Anbohrung
u ist zum Schutz gegen Frostbeschädigung des Gehäusebodens vorgesehen, für den
aufsergewöhnlichen Fall der Undichtigkeit des Hahnkonus bezw. Ansammlung von Flüssigkeit
zwischen Hahnkonus und Gehäuseboden.)
Der Hahnkegel w ist in. das Gehäuse mittelst
des Deckels y und der Stopfbüchse ζ eingedichtet
und wird mittelst der Stopfbüchsenmutter a a in der Richtung des Kegels angedrückt. Letzterer
ist aufserdem mit einem Griff η versehen, mittelst welchem und einer an diesem angebrachten
Klinkvorrichtung m derselbe durch Feststellung an sieben Einschnitten des Deckels y
in ebenso vielen Stellungen eingestellt werden kann. Aufserdem nimmt der Hahnkonus w
(Fig. 4) eine Schraube, i auf, durch deren konische Spitze der Austritt des Schmierstoffes
durch die kleine Oeffnung^ (Fig. 15) nach dem Kanal h, sowie Kanal χ geregelt
werden kann. Die Gewindemutter k (Fig. 1, 2, 4, mit Handgriff) dient sowohl zum dichten Anziehen
der Schraube z, als zur Feststellung der-
selben. Zum Zwecke der Füllung (Stellung II) hat der Hahnkonus w die Oeffnung ο (Fig. io, 17).
Zur Aufnahme der gegebenen Schmierstoffmenge für reichlichere Schmierung (Vorschmierung)
dient die äufsere Kammer d des Kegels. In Stellung III wird die Kammer d (Fig. 11, 18)
durch Eingufs in α gefüllt, alsdann der Kegel über II nach I gedreht, in welcher Stellung
(Fig. 4, 6, 7, 8, 9, 15) die Schmiere durch Kanal c und b ausläuft. Für den directen Eingufs hat
der Hahnkonus den mehrseitigen äufseren Kanals.
In Stellung VI wird der Schmierstoff (Fig. 6, 7, 8, 14, 21) durch α eingegossen und fliefst
durch den Kanal e beiderseits und b direct ab. Schliefslich hat der Hahnkegel die Oeffhungen t
und r (Fig. 12, ig) zum Ablassen in Stellung IV
durch den Kanal / (r für den Luftzutritt) und die Oeffmmgen s, p und q zum Ausblasen in
Stellung V (Fig. 13, 20) mittelst Dampfes, {g für
den Dampfeintritt, / und ί für das Ausblasen.)
Gebrauchs-Anweisung. Stellung II.
Der Apparat soll gefüllt werden. Der Hahnkonus wird mittelst des Handgriffes η auf
Stellung II eingestellt (Fig. 10, 17.) Die Oeffnung
0 des Kessels tritt alsdann vor den Trichter a, während die übrigen Oeffnungen und
Kanäle sämmtlich bedeckt sind.
Stellung III.
Stellung III.
Die Gleitflächen sollen eine reichlichere Schmierung, zugleich aber eine
bestimmte Menge schnell zugeführt erhalten (Fig. 11, 18). Der Hahnkonus wird
auf die nächste Stellung III eingestellt. Die Kammer d tritt vor den Eingufstrichter a. Diese
wird gefüllt und darauf der Kegel über Stellung II nach I gedreht und hier eingestellt.
Der Schmierstoff fliefst aus der Kammer d durch Kanal c, vor welchen dieselbe in Stellung I tritt,
nach Kanal b und folglich zu der Gleitfläche aus. (Gewöhnlich geschieht dies vor Beginn
der Dampfarbeit zur Fettung der ganz trockenen Gleitflächen.)
Stellung I.
Der Apparat soll nach Möglichkeit sparsam schmieren. Nachdem der Hahnkonus
gefüllt und auf Stellung I eingestellt ist (Fig. 4), wird die Mutter k gelöst, die
Schraube i (Fig. 6, 7, 8, 9) zum gänzlichen Anliegen in Oeffnung g gebracht und darauf,
je nach Erprobung der zur genügenden Fettung der Gleitflächen erforderlichen geringsten Schmierstoffmenge
y2 bis 3/4 mal zurückgedreht und mit
der Mutter k fest angezogen. Bei Dampfarbeit wird alsdann durch g die constant geringe Menge
Schmierstoff durch die Kanäle h, I und χ zu der
Gleitfläche gelangen, als auch in dem Hahnkonus w Dampf eintreten. Infolge der gleichzeitigen
Anwärmung durch Spannungsdampf mittelst Kanales b wird die Condensirung jenes
Dampfes nur sehr gering sein. Das Condensationswasser wird zunächst mit dem Schmierstoff
eine Emulsion bilden, dann aber unterhalb des Kanales g sich ansammeln und kann von
dort in den Arbeitspausen oder unter Umständen bei vorsichtiger Umsteuerung des Hahnkegels
über die Stellung II auch während des Ganges der Maschine in Stellung IV abgelassen werden.
Hört die Dampfarbeit auf (d. h. wird die Maschine abgestellt, bezw. sinkt die Dampfspannung
auf o), so findet infolge Dampfdruckausgleiches ein verstärkter Uebertritt der Schmiere durch g
nach den dampfleer bewegten Gleitflächen statt, und zwar um so mehr, wenn bei dem Leergange
der Maschine der Kolben saugend wirkt.
Bei Stillstand der Maschine wirkt die Cohäsion und Adhäsion des Schmierstoffes dem Austritt
desselben durch die geringe ringförmige Oeffnung in Kanal g entgegen.
Stellung IV.
Der Apparat soll abgelassen werden. Um, wie vorerwähnt, das etwaige wenige Condensationswasser
zu entfernen (Fig. 12, 19), oder zur Verhütung der Schmierverdickung bei längerem
Stillstande der Maschine, sowie auch des Einfrierens des Apparatinhaltes bei während des
Winters im Freien stehenden, imbeschäftigten Maschinen, wird nach Beendigung der Dampfarbeit
der Hahnkegel auf Stellung IV gebracht. Die Oeffnung t tritt vor den Kanal /, durch
welchen dessen Inhalt abfliefst, während durch r Luft nachzieht.
Stellung V.
Der Apparat soll ausgeblasen werden. Der Hähnkegel wird über II, III, IV nach V
gedreht, dort eingestellt und Dampf gegeben (Fig. 13, 20). Der durch Kanal / und die Oeffnung
g eintretende Dampf jagt durch die vor dem Kanal/ und dem Trichter a. befindlichen
Oeffnungen p und ί den Hahnkegelinhalt vollständig hinaus, dadurch die Reinigung bewirkend.
Stellung VI.
Den Gleitflächen soll direct eine reichliche Menge Schmierstoff (unbegrenzte
Menge) schnell zugeführt werden. Es tritt nach Reparatur der Gleitflächen, oder, falls diese
gefressen haben sollten, häufig das Bedürfnifs ein, denselben schnell eine beliebige, nach
Bedürfnifs reichliche Menge zuzuführen. Der Hahnkonus w (Fig. 14, 21) wird über die Stellung
O auf VI eingestellt. Der mehrseitige Kanal e tritt dabei vor den Trichter a. Der durch
letzteren eingegossene Schmierstoff fliefst direct durch jenen und Kanal b nach χ und den Gleitflächen.
Der Hahnkonus wird über O, alsdann wieder auf I oder II eingestellt.
Stellung O.
Stellung O.
Der Apparat soll gänzlich abgesperrt (abgestellt) werden. Falls die Dampfarbeit
längere Unterbrechung erleidet und auch nur geringer Schmierstoffabgang durch g vermieden
werden soll, auch Einfrieren oder Verdickung des Schmierstoffes nicht zu befürchten ist, wird
der Hahnkegel von der Stellung I auf O gedreht und eingestellt (Fig. 16, 22). Alle Oeffnungen
und Kanäle sind alsdann, wie aus Zeichnung ersichtlich, geschlossen.
Der Hahnkonus w (Fig. 4) kann in dem Gehäuse ν um 10 mm nachgeschliffen werden. Die
Mutter α α läfst denselben bis dahin nachziehen.
Hierzu I Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE819T | 1877-07-01 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE819C true DE819C (de) |
Family
ID=70976578
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE819DA Expired - Lifetime DE819C (de) | 1877-07-01 | 1877-07-01 | Selbstthätiger Schmierapparat für Dampfcylinder und dergl. mit Regulirschraube in Form eines Vielweghahnes |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE819C (de) |
-
1877
- 1877-07-01 DE DE819DA patent/DE819C/de not_active Expired - Lifetime
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| CH637282A5 (de) | Verfahren und schmiermittel-spendebehaelter zum schmieren eines dentalhandstuecks. | |
| DE819C (de) | Selbstthätiger Schmierapparat für Dampfcylinder und dergl. mit Regulirschraube in Form eines Vielweghahnes | |
| DE688658C (de) | Umlaufschmierung fuer Naehmaschinen | |
| CH270652A (de) | Einrichtung zur Regelung der Überschussmenge der Druckflüssigkeit für hydraulische Kolbenmaschinen. | |
| DE102907C (de) | ||
| DE2420050B2 (de) | Vor richtung zum Zerstäuben von öl in einer Druckluftleitung | |
| DE542110C (de) | OEler fuer Druckluftleitungen mit Drosselhahn | |
| DE594527C (de) | Brennkraftmaschine mit einem unter Druck stehenden Kuehloelkreislauf | |
| DE366655C (de) | OElsparende Schmiervorrichtung fuer Verbrennungskraftmaschinen, insbesondere fuer umlaufende Flugmotoren | |
| DE630311C (de) | Regelvorrichtung zur OElrueckfuehrung aus ueberfluteten Verdampfern fuer Kaelteanlagen | |
| AT153745B (de) | Einrichtung zum Schmieren der Druckausgleichsvorrichtungen von Dampfzylindern auf Lokomotiven durch Einführen des Schmiermittels in den zu den Druckausgleichsvorrichtungen führenden Druckluftweg. | |
| DE417698C (de) | Schmiereinrichtung, insbesondere fuer Dampfturbinen | |
| DE123992C (de) | ||
| DE2910037C3 (de) | Pumpe | |
| DE734531C (de) | Umsteuervorrichtung fuer umsteuerbare Brennkraftmaschinen | |
| DE923C (de) | Selbstthätiger Schmierapparat für Dampfcylinder und dergl. mit Regulirschraube in Vasenform | |
| DE184829C (de) | ||
| DE28680C (de) | Neuerungen an Schmiervorrichtung gen | |
| DE527382C (de) | Schmiervorrichtung fuer Naehmaschinen mit Abstreichdocht | |
| DE158461C (de) | ||
| DE698515C (de) | Zylinderschmierung fuer Zweitaktbrennkraftmaschinen | |
| DE828384C (de) | Selbsttaetige Schmier- und Staubloeschvorrichtung fuer Abbauhaemmer und aehnliche Werkzeuge | |
| AT95139B (de) | Schmiervorrichtung. | |
| DE41664C (de) | Schmiervorrichtung mit Njederschlagswasser - Wirkung für von einander unabhängige Schmierung zweier Dampfcylinder mit Einrichtung zur Schmierung auch bei Leerlauf | |
| DE685668C (de) | Einrichtung zum Schmieren von Druckausgleichvorrichtungen von Lokomotivdampfzylindern |