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Herstellung der tragenden Mauern, insbesondere von mehrstöckigen Wohnhäusern,
und Mauerstein hierzu Hauptzweck der vorliegenden Erfindung ist, die heutige Wohnraumnot
zu beheben oder doch wenigstens erheblich zu mildern, die verschärft ist durch den
Mangel an Mauersteinen, an Kalk und Zement als Hilfsstoffen, nicht zuletzt durch
die Transporterschwerung der bisher im Häuserbau verwendeten übergroßen, nicht notwendigen
Baumassen sowie durch den Mangel an gelernten Maurern.
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Es gilt daher zu bauen mit einem Minimum an Mauersteinen und Hilfsstoffen
und ein Maximum andererseits an Wohnraum zu erreichen. Daß deswegen Einfamilien-
zugunsten von Mehrfamilienhäusern jetzt zurückzutreten haben, ist klar, denn den
für letztere in Betracht kommenden Grund und Boden, die Kellerräume und das Dach
bedarf bei gleichem Grundriß, z. B. einer Dreizimmerwohnung je Stockwerk, fast auch
das Einfamilienhaus. Mehrstöckige Fachwerkbauten mit Holz' scheiden wegen des Mangels
an diesem aus. Sie können aber mit ihrer Einheitsmauerstärke in allen Stockwerken
zum Vorbild genommen werden. Weiterhin ist es der Hohlstein, der für Decken als
gegen Kälte und Schall schützendes Element seit langem Eingang gefunden hat, der
mithelfen muß, zum Ziel zu kommen. Er muß die Schalung eines Betonskeletts (Betonrahmens)
bilden, auf das man als nicht unbekannt zurückgreift, das aber bisher wegen des
Bedarfs einer besonderen Schalung den Sparmaßnahmen im Wege stand. Dieses Hindernis
zu beseitigen, ist die technische Aufgabe. Ihre Lösung liegt-im wesentlichen darin,
daß zur Schaffung der senkrechten Tragglieder des Betonskeletts entsprechend profilierte
Mauerhohlsteine als Schalung benutzt werden, die statisch nicht in Anspruch
genommen
werden. Hierdurch kommt man zu festen, an Steinmaterial sparenden, Holz ganz und
Eisen so gut wie ganz vermeidenden Tragmauern mit gutem Kälte- und Schallschutz.
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Das Ziel ist indessen weiterreichend. Den Umstand, das die Mauerhohlsteine
nur sich selbst zu tragen haben und dabei nur das Eigengewicht des jeweiligen Stockwerks
in Betracht kommt, weil das Hohlsteineigengewicht des nächst höheren Stockwerks
vom Betonskelett des nächst niedrigeren Stockwerks getragen wird, will die Erfindung
ausnutzen, um den Mörtel für die Lagerfugen durch Lehm o. dgl. zu ersetzen, der
zur Dichtung und zum Unebenheitsausgleich und zur Aufnahme der sehr geringen spezifischen
Pressung durch das erwähnte Eigengewicht ausreicht. Diese Erkenntnis führt weiter,
nämlich zu der Möglichkeit, mit Halbbrandsteinen auszukommen und damit an Brandkohle
zu sparen, sowie die bei Vollbrand auftretende größere Verziehung der Steine nicht
aufkommen zu lassen, und ferner eine leichte Bearbeitung der Steine im Interesse
eines Einheitsprofilsteins möglich zu machen, aus dem heraus gewisse Steine mit
Sonderprofil, insbesondere die Mauerecksteine und die Anschlussteine für deckentragende
und nichttragende Innenmauern, sowie die Fenstersteine vom Maurer gemacht werden
können, und sei es auch nur als Notmaßnahme, wenn diese Steine einmal am Bau nicht
zur Verfügung stehen.
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Daß schnelles Bauen, für das,übsigens .auch Beschränkung der Bausteinmasse
auf das notwendigste Maß sowie Ausführung der Mauern durch angelernte Hilfsarbeiter
zu erstreben ist, mit der Erfindung erreicht wird, mag bemerkt sein.
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Daß die Baumethode nach der Erfindung auch an neuen Geschäftshäusern
und mehr oder weniger an Ruinen von Wohn- und Geschäftshäusern zur Anwendung kommen
kann und muß, ist selbstverständlich.
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Unter obigen Gesichtspunkten ist in der Zeichnung ein Ausführungsbeispiel
des Gegenstands der Erfindung dargestellt. Es zeigt Abb. i im waagerechten.Schnitt
einen schraffierten Mauerhohlstem als .I3auptprofilstein A mit angeschlossenen Steinen
in aaehr oder weniger abweichenden Sonderprofilen zur Herstellung der tragenden-
Mauern, insbesondere von mehrstöckigen Wohnhäusern, Abb. 2 eine Abdeckplatte in
Stirnansicht für das obere Ende der Steinsäulen, Abb. 3 in Zentralperspektive die
untere Eckpartie eines Gebäudes, ausgeführt mit den Steinen nach Abb. i und 2, und
schließlich Abb. 4 ein Stück teilweise aufgeschnittenes Mauereck in Außenansicht
mit Auflagerung der Deckenbalken, die in der senkrechten Ebene durch die Betonsäuleninnenkanten
aufhören.
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Wie Abb. i zeigt, hat der Hohlstein quadratischen Querschnitt im beispielsweisen
Ausmaß von 25 auf 25 cm und außer großen, den Begriff Hohlstein rechtfertigenden
Hohlräumen auch mehr oder weniger enge Löcher. Die Steinhöhe beträgt z. B. 5o cm
und für die Halbsteine gleichen Profils 25 cm, so das schon dadurch ein Verband
in der Senkrechten erreicht wird, der die Aufsetzung der Steine erleichtert. Hohlräume
und Löcher laufen in der Höhe durch. Die Quadratseite bestimmt die Mauerstärke,
also z. B. 25 cm, und zwar als Einheitsstärke für alle Stockwerke, womit ein guter
Kälte- undSchallschutz mit geringem Gewicht gewährleistet ist. Die Steine werden
säulenmäßig geschichtet. An den Stoßseiten der Steine und damit der Steinsäulen
haben die Steine offene Kanäle, die beim Aneinanderstoßen mit Beton ausgegossen
werden und knick- und druckfeste, je auf Stockwerkshöhe sich erstreckende Betonsäulen
a bilden. Diese Betonsäulen sind als lotrechte Tragglieder eines Betonskelettbaus
(Betonrahmenbaus) aufzufassen und tragen zum lotrechten Steinverband wesentlich
bei. Die Hohlsteine sind danach lediglich Schalung für die Tragglieder und werden,
da statisch nicht in Anspruch genommen, mit Lehm o. dgl. verbunden, wobei die Obersteine
einfach in einen Lehmteig etwa 2 cm tief getaucht werden. Es sind im allgemeinen
keramische Steine. Sie können aber mit einiger Abwandlung auch in Beton, und zwar
in sehr magerem Beton, da sie durch das Eigengewicht spezifisch ganz gering belastet
sind, hergestellt sein. Zufolge der guten Haftung zwischen Betonsäulen und den Steinsäulen
wird auch ein waagerechter Verband gewährleistet, und ein Ausknicken der Betonsäulen
in Richtung der Mauer braucht nicht berücksichtigt zu werden. Die waagerechten Glieder
des Skeletts sind durch ein Betonband b in Deckenhöhe gebildet, das die Betonsäulen
nach ihrer Entstehung miteinander verbindet. Damit bei der Schaffung dieses Bandes
der Beton 'nicht in die größerem Hohlräume der Steinsäulen hineinlaufen kann, werden
diese zuvor mit Platten c gemäß Abb.2 abgedeckt. Die an der Oberseite gewölbeartig
begrenzten Abdeckplatten c, die im allgemeinen ebenfalls als keramische Platten
zu denken sind, bilden die Schalung für das in kleinen Gewölben von Betonsäule zu
Betonsäule aufliegende Betonband b. Die Ecksteinsäulen sind nach zwei Richtungen
mit waagerechten im Betonband verlaufenden Ankern l gegen Ausweichen gesichert (Abb.
3). Auf dem Band ruhen gemäß Abb. 3 und 4 in Abständen, keramische, mit darüberliegenden
Rippenplatten aus Schlacke abgedeckte Deckenbalken, vornehmlich nach einer bereits
vorgeschlagenen Konstruktion schalungslos hergestellte armierte Hohlsteinbalken
ohne Aufbeton, welche die, wie vorhin dargelegt, vom Band überbrückten Steinsäulen
nicht belasten. Die Balkenabstände sind vom Mauersteinmaß unabhängig, da wie gesagt
die Balken nur bis zur senkrechten Ebene durch die Betonsäuleninnenkanten auflagern.
Der zwischen den Balken und deren Vollbetonende liegende Raum der Mauer wird mit
Beton gemäß Abb.4 oder mit Beton und an der Mauerinnenseite hochkant gestellten
Normalbacksteinen bis Balkenhöhe ausgefüllt. Auf dieser Ausfüllung sowie auf den
Balken und ihrem Vollbetonende ruhen die ersten Mauersteine und, mit Ausnahme der
Balken ohne Vollbetonende, die Betonsäulen des nächst höheren
Stockwerks,
dessen Gesamtlast allein von den Betonsäulen des bzw. der unteren Stockwerke übernommen
wird.
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Auf den parallel mit dem Gebälk verlaufenden Tragmauern setzen dagegen,
wie Abb. 3 .und 4 zeigen, die ersten Mauersteine und die Betonsäulen des nächst
höheren Stockwerks bereits auf Oberkante Betonband auf, das ist um Deckenbalkenhöhe
tiefer. Da diese mit 25 cm die halbe Mauersteinhöhe ausmacht, enthält das nächst
höhere Stockwerk einen halben Stein mehr, um zu gleicher Stockwerkshöhe zu kommen.
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Abb. i zeigt, daß aus dem Hauptprofilstein A (schraffierter Stein)
vom Maurer durch Ausschlagen desselben Sonderprofilsteine gemacht werden können,
wie sie die Mauerecksteine, die Steine in der Außenmauer, an welche deckentragende
oder nichttragende Innenmauern unter Verband (Verzahnung) anzuschließen sind und
die Fenstersteine darstellen, sei es, daß die Ziegelei nicht mit der Herstellung
von Sonderprofilsteinen, vielmehr nur des im Hauptprofilstein verkörperten Einheitsprofilsteins
im Interesse großer und schneller Lieferung befaßt werden soll, oder daß man wenigstens
für den Notfall, wenn Sonderprofile am Bau fehlen, was erfahrungsgemäß nicht ausbleibt,
von jener Maßnahme Gebrauch machen kann. Wenn man bedenkt, daß schon die Herstellung
(Pressen, Brennen) verschiedener Steine und das Auflagerlegen in der Ziegelei gegenüber
einem Einheitsprofilstein viel Umstände macht, daß weiterhin beim Transport, beim
Abladen und Stapeln am Bau, beim Hochschaffen auf das Baugerüst und Stapeln dortselbst
die verschiedenen Steine getrennt bzw. zu trennen sind, und daß schließlich, wenn
einzelne Sonderprofilsteine am Bau fehlen, das Fortschreiten desselben empfindlich
gehemmt werden kann, ist es zu verstehen, daß man für die Regel das Ausschlagen
der Steine vorzieht, wofür entsprechende Hohlräume vorgesehen sind, wie nachstehend
erläutert wird. Hierdurch, wie durch Verwendung von Halbbrandsteinen wird das Ausschlagen
erleichtert. Solche Steine sind wohl möglich, da sie nur Transportfestigkeit, keinerlei
Festigkeit aber am Bau zu haben brauchen.
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Um aus dem Hauptprofilstein A (s. den schraffierten Stein in Abt).
i) einen Eckstein machen zu können, weist jener an der nach außen gerichteten Seite
drei Langlöcher d auf, aus denen durch Aushacken der schwach zu haltenden Verbindungsrippen
unter Benutzung der angegebenen Kerben e leicht ein offener Kanal gemacht werden
kann, wie er am Eckstein vorkommt und nötig wird. Bei Verwendung als Eckstein ist
der Hauptprofilstein um i8o° in der Horizontalen zu schwenken. Mit Beton ausgegossen
werden alsdann die punktierten Räume des Ecksteins. Für die an diesen anzuschließenden
Steine zu der gegen Abt). 3 gerichteten Mauer dient der um 9o° in der Horizontalen
zu schwenkende Hauptprofilstein, wie die Abb. i zeigt. Auf die Nuten h und das Loch
i des Hauptprofilsteins wird unten eingegangen. Diese Mauer kann der Lage
nach tragende Innenmauer unter Beibehaltung des Ecksteins sein, wenn dieser zu seiner
Linken eine Fortsetzung von Hauptprofilsteinen erhält, wobei sein linker Kanal erst
mit der Fortsetzung ausgegossen wird und dann auf das Ausgießen der zentralen Hohlräume
ganz oder teilweise verzichtet werden kann.
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Aber auch für den Anschluß einer nichttragenden, gewöhnlich 12 cm
dicken, mit Normalsteinen auszuführenden Innenmauer unter Verband an den die Bezeichnung
Eckstein nicht mehr rechtfertigenden Stein ist gesorgt, indem der durch Ausschlagen
der Löcher d entstandene offene Kanal 13 cm breit gewählt ist.
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Ist eine tragende oder nichttragende Innenmauer an die gegen die Abb.3
gerichtete Außenmauer anzuschließen, so ist der Anschlußstein dieser Außenmauer
um i8o° in der Horizontalen zu schwenken und entsprechend auszuschlagen.
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Was den Fensterstein zur Rechtendes schraffierten Steins anbelangt,
so ist am Hauptprofilstein nur hinderlich die hintere Begrenzung des offenen Kanals,
die aber durch Anordnung von drei kleinen, quadratischen Löchern f so geschwächt
ist, daß die einem Einsetzen des Fensterrahmens g im Weg stehende Leibung leicht
weggeschlagen werden kann, rechts bzw. links am schraffierten Stein. Mit Beton ausgegossen
werden dabei die punktierten Räume.
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Das Einheitsprofil ist nur bei quadratischer Form des Steins zu halten.
Würde der Steingrundriß rechteckig genommen, so würde für den Eckstein doch ein
Quadratstein nötig, der aber aus dem Rechteckstein durch Aushacken nicht gewonnen
werden könnte.
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Das angenommene Maß von 25 cm für die Wanddicke ergibt bereits knickfeste
Betonsäulen für ein Wohnhaus mit Erdgeschoß, drei Obergeschossen und einem bewohnbaren
Dachgeschoß, wobei die Knicklänge die Stockwerkshöhe ist und ein Ausknicken nur
senkrecht zur Mauer in Betracht kommen kann.
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An den offenen Kanalseiten des Hauptprofilsteins A sind parallel
zu den Kanälen noch Nuten h
bzw. Loch i (s. zur Rechten des schraffierten
Steins) zur Herstellung einer Nut durch Aushacken im Bedarfsfall vorgesehen; auch
die Nut h am Hauptprofilstein unten links ist auf diese Weise entstanden, während
für die Nuten h an der Innenseite des Hauptprofils dies nicht gilt. Die Nuten dienen
zwei Zwecken: Zunächst erleichtern sie dem Maurer das Versetzen der Steine durch
Benutzung von Holzdübeln von etwa io cm Länge, wo und wann dies nötig ist. Nach
Schaffung der Betonsäulen verlieren sie ihre Bedeutung. Man sieht in Abb. i eine
Anzahl von durch Diagonalkennzeichnung hervorgehobenen Dübeln. In zweiter Linie
schützen die Nuten h die Außen- und Innenfläche der Mauer vor Wasserausscheidungen
der Betonsäule.
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An der Außenseite des Hauptprofilsteins sind außer den erwähnten Langlöchern
d auch zwei weitere, aber kleinere Langlöcher k vorgesehen, die, wenn ausgeschlagen,
Nuten für dieselben Zwecke wie die Löcher d ergeben. Davon ist u. a. Gebrauch
gemacht
am Eckstein, wie in Abb. t zu ersehen ist. Diese Nuten sind des Außenputzes der
Mauer wegen nicht von Anfang an als solche vorhanden.
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Zu erwähnen wäre noch, däß entlang der Innenseite des schraffierten
Hauptprofils eine Mehrzahl von kleinen quadratischen Löchern vorgesehen ist, wodurch
das Steingewicht reduziert und der Schutz gegen Kälte und Schäil noch verstärkt
wird. Sie liegen so weit von der Innenfläche ab, daß diese nagelbar ist. .