-
Verfahren zur Herstellung von mit Stoff bezogenen Knöpfen Das erfindungsgemäße
Verfahren zur Herstellung eines Knopfes soll dazu dienen, eine Lücke in der Versorgung
breiterer Schichten der Bevölkerung mit guten Knöpfen zu schließen. Zur Erläuterung
der Marktlage diene folgendes: Vor weit über to Jahren wurden sogenannte Knopfformen
auf den Markt gebracht, die es ermöglichen sollten, benötigte Stoffknöpfe durch
Überziehen dieser Formen mit Stoff selbst herzustellen. Das Oberteil wurde mit Stoff
umlegt und ein mit spitzen Krallen versehenes Unterteil hineingedrückt. Diese Knopfformen
konnten jedoch ihrem Zweck nicht gerecht werden, weil es einerseits unmöglich war,
ohne Hilfsmittel den Stoff so um das gewölbte Oberteil zu legen, daß .seine Falten
entstanden und der Stoff gleichmäßig das Oberteil umgab, andererseits die spitzen
Krallen des Unterteiles den Stoff beim Eindrücken beschädigten und so nur selten
ein brauchbarer Knopf entstand. Diese Formen konnten sich nicht durchsetzen. Später
wurden dann sogenannte Knopfmaschinen auf den Markt gebracht, die wohl einen guten
Knopf liefern, jedoch wegen ihres hohen Anschaffungspreises und der erforderlichen
Lagerhaltung an Knopfteilen von den Stellen, wo sie eigentlich gebraucht würden,
Modeateliers, Schneiderinnen und andere, abgelehnt werden, weil sich die Investierung
nicht lohnt. Diese Maschinen befinden sich nun in der Hauptsache in Handelsgeschäften,
und Interessenten sind gezwungen, falls sie Knöpfe wünschen, die mit dem gleichen
Stoff bezogen sein sollen wie das gearbeitete Kleid, diese in einem Geschäft machen
zu lassen. Durch Fortbringen und Abholen geht viel Zeit verloren, und oft kann von
einer Schneiderin ein Kleid nicht geliefert werden, weil eben die Knöpfe nicht rechtzeitig
fertig wurden. Vielfach fehlen an kleinenPlätzen dieseMaschinen überhaupt, weil
sich hier auch bei den Geschäften eine Investierung nicht lohnt. und die Knöpfe
müssen
in der nächsten Stadt gemacht werden. Um diesem Übelstand abzuhelfen, galt es, gute
Knopfteile und einen möglichst preiswerten Apparat zur Verarbeitung derselben zu
schaffen, dessen Anschaffung jedem Interessenten möglich ist.
-
Der erfindungsgemäß hergestellte Knopf besteht aus einem Metallunterteil
t, einer sternförmigen Blattfeder mit Krallen 2 und einem Metalloberteil 3. Das
Unterteil hat in der Mitte ein Loch zum Durchstechen des Sicherungsstiftes. Die
sternförmige zwölfzackige Blattfeder mit Krallen ist etwa o,io mm stark und dient
der Verbindung von Ober-und Unterteil. Das Oberteil ist nach innen umgelegt, um
die Krallen der Blattfeder aufnehmen zu können. Der Apparat, mit dem Knöpfe in sechs
verschiedenen Größen hergestellt werden können, besteht aus einem Formblock 4, je
einer Büchse 5 und einem Stempel 6 für jede dersechs Knopfgrößen und einem Sicherungsstift
7. Der Formblock ist ein Leichtmetallwürfel von 5o X $o X 5o mm und hat an jeder
seiner 6 Seiten ein Formloch in verschiedenen Größen, dessen Boden der Wölbung des
jeweiligen Knopfoberteiles angepaßt ist. Die Büchsen 5 sind aus Blech tiefgezogen.
Am oberen Ende haben sie zur besseren Handhabe einen Ansatz. Am unteren Ende ist
von der Außen- zur Innenwand eine Wölbung, deren Form der des Oberteiles entspricht.
Der Außendurchmesser der Büchse ist so bemessen, daß diese genau in das Formloch
paBt: Der Innendurchmesser ist um ein geringes kleiner als der Durchmesser der Öffnung
des Knopfoberteiles, damit beim Eindrücken der Feder und des Knopfunterteiles beide
die Öffnung des Oberteiles glatt passieren können. Die Stempel,6 aus Holz dienen
mit ihrem unteren Ende zum Eindrücken der Blattfeder in die Büchse und mit dem oberen
zum Eindrücken der Blattfeder und des daraufliegenden Unterteiles in das Knopfoberteil.
Mit dem Sicherungsstift 7 wird der zusammengedrückte Knopf durch Druck auf die Blattfeder
gegen Lösen gesichert. Der Sicherungsstift besteht aus einem Holzheft mit eingelassenem
Metallstift.
-
Die Arbeitsweise ist folgende: Ein rundes Stoffläppchen 8, im Durchmesser
15 bis 20 mm größer als das Knopfoberteil, wird auf das entsprechende Formloch gelegt.
Darauf kommt das Oberteil mit der Höhlung nach oben, und beides wird gleichmäßig
in die Form eingedrückt, wobei der Stoff sich glatt um das Oberteil legt. Nun wird
eine Krallenfeder mit den Krallen nach unten so auf das untere Ende der umgedrehten
Büchse gelegt, daß die Krallen in der Wölbung der Büchse ruhen. Mit dem unteren
Ende des Stempels wird die Krallenfeder in die Büchse eingedrückt, wobei sie gespannt
wird und sich wölbt. Die Krallen spreizen sich nach außen und legen sich dabei an
die Innenwand der Büchse. Nun wird die Büchsewiederumgedreht, in dasFormloch eingeführt,
fest eingedrückt und mit der linken Hand gehalten. Durch die Wölbung am unteren
Ende der Büchsenwand wird der Stoff 8 von der Wand des Formloches abgedrückt und
neigt sich zur Mitte. Das Knopfunterteil wird auf die Krallenfeder gelegt und beides
mit dem oberen Ende des Stempels in das Oberteil des Knopfes eingedrückt. Haben
hierbei die Krallen der Feder die Öffnung des Oberteiles passiert, so entspannt
sich die Feder teilweise und drückt den Stoff an die innere Seitenwand des Oberteiles.
Die Feder, die jetzt teilweise entspannt, aber immer noch in Richtung Unterteil
gewölbt ist, wird nun mit dem Sicherungsstift durch das Loch in der Mitte des Unterteiles
durchgedrückt und legt sich in umgekehrter Richtung in die Wölbung des Oberteiles,
wobei die Krallen das Unterteil fest umschließen. Ober- und Unterteil sind nunmehr
unlöslich verbunden. Der fertige Knopf wird mit einer Pinzette der Form entnommen.
-
Infolge des niedrigen Anschaffungspreises für derr Apparat ist es
jeder Schneiderin und selbstschneidernden Hausfrau möglich, den Apparat zu erwerben.
Der Apparat soll in einschlägigen Ladengeschäften verkauft werden, woselbst auch
die erforderlichen Knopfteile in jeder Größe und Menge jederzeit zu haben sind und
nach Bedarf gekauft werden können.- Eine eigene Lagerhaltung bei den Benutzern entfällt.
Die Vorteile gegenüber der bisherigen Knopfselbstanfertigungsmethode sind: i. Mit
Hilfe des Apparates ist es möglich, den Stoff glatt um das Oberteil zu legen, so
daß keine Falten sich bilden können, was bisher bei den im Handel befindlichen Knopfteilen
wegen vollständigen Fehlens eines passendes Apparates nicht möglich war.
-
2. Durch die Wölbung am unteren Büchsenrand wird der Stoff während
des Eindrückens der Feder und des Unterteiles fest an die Wölbung des Oberteiles
gepreßt und gehalten. Ein Verrutschen des Stoffes kann daher nicht vorkommen.
-
3. Dadurch, daß der Stoff durch die Krallenrücken in das Oberteil
eingedrückt wird und keine Spitzen oder scharfkantiges Blech den Stoff berühren,
ist eine Beschädigung des Stoffes unmöglich.
-
Die Vorteile gegenüber den im Gebrauch befindlichen Stoffknopfmaschinen
bestehen: i. In dem niedrigen Preis, der in keinem Verhältnis zu dem der Maschine
steht, und der damit verbundenen Anschaffungsmöglichkeit für weiteste Kreise.
-
2. Eine Lagerhaltung an Knopfteilen entfällt bei den einzelnen Kunden.
-
3. Eine Beschädigung des Stoffes, die bei den Maschinen des öfteren
vorkommt, weil das scharfkantige Oberteil durch Pressen über eine schräge Fläche
mit dem Unterteil verbunden wird, kann nicht erfolgen.
-
4. Fortbringen des Stoffes und Abholen der Knöpfe entfällt (Zeitersparnis).
Die Knöpfe können zu jeder Zeit selbst hergestellt werden. Wesentliche Verbilligung
der Knöpfe durch Selbstanfertigung.