DE80846C - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 47: Maschinenelemente.
Bei Arbeitsübertragung durch Getriebe findet bei gröfserer Belastung ein erheblicher Verlust
statt durch die Reibung. Die vorliegende Erfindung vermeidet nun die Druckbelastung
reibender Flächen durch Anwendung magnetischer Anziehung, die der Druckrichtung entgegengesetzt
wirkt, so dafs gleichsam, bildlich ausgedrückt, auf Zug beanspruchte magnetische
Kraftlinien zur Arbeitsübertragung dienen, an Stelle der auf Druck beanspruchten reibenden
Flächen (z. B. der Zapfen, Lagerschalen, Schienen) des Getriebes, die nunmehr als
Führungen zu bezeichnen sind.
Im Folgenden sei die Anordnung beschrieben in Anwendung bei einem Schubkurbelgetriebe.
Z, Fig. Ί, sei der Cylinder einer Compressionsmaschine,
K deren Kolben, G die Kolbenstange, r der Kreuzkopf, ff die Geradführung,
P die Pleuelstange, u die Kurbel, w die Welle des Schwungrades R. In der
gezeichneten Stellung übt nun der Kreuzkopf r auf die untere Schiene f der Geradführung
einen Druck aus; dieser wird nunmehr durch einen passend angebrachten Magneten In1, der
auf die Eisentheile des Kreuzkopfes oder eines mit dem Kreuzkopfe verbundenen Ankers oder
auf einen zweiten, am Kreuzkopf angebrachten Magneten anziehend wirkt, ausgeglichen.
Wird K durch Expansion der Arbeitsflüssigkeit in Z wieder zurückgetrieben, dann wird
statt Mz1 der untere Magnet m.2- erregt. Ist Z
aber z. B. ein Pumpencylinder und saugt K, dann ist natürlich nur der eine Magnet MJ1 zu
erregen.
In Fig; 2 ist eine Druckausgleichung für ein Kreuzkopfgelenk dargestellt. Der hier mit der
Pleuelstange P verbundene Zapfen ϊ drückt bei Compression auf die Lagerschale h der
Kolbenstange G bezw. des Kreuzkopfes. Dieser Druck wird aufgehoben durch die Anziehung
des an G befestigten Magneten m3 auf den Zapfen i oder auf einen mit i. verbundenen
Anker oder Magneten.
Auf ähnliche Weise werden die Drucke in den übrigen Gelenktheilen, Zapfen und Lagern
des Schubkurbelgetriebes und der Welle ausgeglichen. Diese magnetische Druckausgleichung
kann in verschiedenen anderen Formen ausgeführt werden, je nachdem die auf einander
" drückenden Zapfen und Lagerschalen mit dem einen oder anderen Theile des Getriebes verbunden
sind. Die magnetisch auf einander wirkenden Theile — allgemein Magnet und
Anker — können mit einander vertauscht werden; statt des Ankers kann auch ein
zweiter Magnet verwendet werden; Theile des Getriebes können selbst als Magnete dienen;
so besteht (Fig. %) der Kreuzkopf r aus zwei
Magneten m, und W2, die abwechselnd, wie
eingangs erwähnt, auf die hier als Anker dienenden Schienen ff der Geradführung
wirken. In Fig. 4 ist der mit G verbundene Zapfen i des Kreuzkopfes mit einer Erregers'pule
e versehen und wirkt hier auf die eiserne Schale S der Pleuelstange P.
Die sonst an einander reibenden magnetisirten Flächen werden zweckmüfsig mit einem nicht
magnetischen Metall gefüttert, um eine directe Berührung zu vermeiden.
An Stelle eines Magneten und Ankers können auch mehrere Magnete und Anker verwendet
werden.
In den meisten Fällen wird die Anziehung veränderlich sein müssen, wie ja auch der
Druck verschieden sein kann. Diese Regelung der Anziehung der Druckausgleichung bildet
den wesentlichen Gegenstand vorliegender Erfindung. Periodisch wiederkehrende, im Voraus
bekannte wechselnde Drucke lassen sich einfach entsprechend ausgleichen durch passende
Gestaltung der Polflächen des Magneten oder Ankers, durch Aenderung des Abstandes zwisch'en
Magnet und Anker, durch Anbringen verschieden starker Magnete, durch Aenderung
der Erregung, z. B. mittelst Widerstände, Nebenschlüsse, mittelst Ein- oder Ausschalten
von Hilfsmagneten oder besonderen Spulen auf dem Magneten, die verstärkend oder schwächend
wirken.
Man kann auch direct den Erregerstrom periodisch wechseln lassen, indem man z. B.,
wie in Fig. 5, an dem Schwungrade R einen Magneten m anbringt, der im Verlaufe der
Drehung von R an Ankerspulen S1 und S2
vorbeigeht und in denselben Ströme inducirl, die dann die mit S1 und S2 verbundenen
Magneten m, und m2 abwechselnd und verschieden
stark erregen, wie es nöthig wird für die Anordnung nach Fig. 1.
Aehnliche Verbindungen und Anordnungen von inducirenden Magneten und stromerzeugenden
Ankerspulen können auch für die übrigen Theile des Getriebes angewendet werden. Statt
der kreisenden Magnete bezw. Ankerspulen können auch schwingende zur Stromerzeugung
dienen; es können z. B. mit der Kolbenstange Magnete verbunden werden, deren Kraftlinien
abwechselnd Inductionsspulen schneiden und so Ströme in denselben erzeugen, die dann
den Erregerspulen zugeführt werden.
Nicht periodische Druckänderungen werden ausgeglichen durch Stromregelungsvorrichtungen,
die dadurch bethätigt werden, dafs man D)rnamometer
mit jenen Regelungsvorrichtungen des Erregerstromkreises verbindet, die entsprechend
der Belastung der Maschine die Magnete mehr oder weniger stark wirken lassen.
Die Druckausgleichung durch magnetische
Anziehung kann auf verschiedene andere mechanische Anordnungen angewendet werden,
Z.B.Getriebe mit Excenterscheiben, mitBalancirhebel,
Kurbelschleifen, in Lagern laufende Wellen und andere mehr.
Für eine Pumpe mit Kurbclschlcife stellt
Fig. 6 eine Ausführung dar. Der am Rade R angebrachte Zapfen m, der in die Schienen
ff1 der Schleife eingreift, ist hier zweitheilig,
die eine Hälfte besteht aus Rothgufs, die andere (schraffirte) aus Eisen, welches magnetisch
erregt wird. In der oberen Stellung von m gleicht die auf/1 wirkende Anziehung den
Druck zwischen m und f aus, bei der unteren den zwischen m und fu Es wird also hier
allein durch die entsprechende Bewegung des einen magnetischen Theiles m und passende
Form desselben der Wechsel der Anziehung herbeigeführt. Eine Entlastung der Schwungradwelle
und der zugehörigen Lagerschale von dem Compressionsdrucke in Z ist z. B. in
Fig. 7 veranschaulicht; hier ist mit dem Schwungrade jR ein Magnet m verbunden, durch dessen
Anziehung auf den mit dem Gestell verschraubten Anker α der Druck zwischen Welle w
und der Lagerschale h aufgehoben wird.
Claims (2)
1. Magnetische oder elektromagnetische Druckentlastung der Reibungsflächen für Getriebe
mit wechselnder Druckbeanspruchung (Schubkurbelgetriebe und ähnliche), dadurch gekennzeichnet,
dafs die Anziehung bezw. Abstofsung der als Magnete oder Anker ausgebildeten reibenden Theile oder besonders angeordneter Magnete entsprechend
den periodisch wechselnden Drucken durch die Gestaltung, Lagenänderung oder verschiedene
Erregung der Magnete selbstthätiggeregelt wird.
2. Eine Druckentlastung nach Anspruch 1., gekennzeichnet durch die Anordnung von
Stromerzeugern, die mit dem zu entlastenden Getriebe so verbunden sind, dafs
Stärke und Richtung der zur Erregung der druckausgleichenden Magnete dienenden Ströme sich in demselben Sinne, wie die
auszugleichenden Reibungsdrucke selbstthätig ändern.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE80846C true DE80846C (de) |
Family
ID=353368
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT80846D Active DE80846C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE80846C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1256835B (de) * | 1960-01-14 | 1967-12-21 | Turner Ag Maschf | Spaltmaschine fuer Leder, Gummi od. dgl. |
-
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- DE DENDAT80846D patent/DE80846C/de active Active
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1256835B (de) * | 1960-01-14 | 1967-12-21 | Turner Ag Maschf | Spaltmaschine fuer Leder, Gummi od. dgl. |
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