DE803045C - Verfahren zur Herstellung von Nadelbaendern auf Bandwebstuehlen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Nadelbaendern auf Bandwebstuehlen

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DE803045C
DE803045C DEL435A DEL0000435A DE803045C DE 803045 C DE803045 C DE 803045C DE L435 A DEL435 A DE L435A DE L0000435 A DEL0000435 A DE L0000435A DE 803045 C DE803045 C DE 803045C
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Curt Vorsteher
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D03WEAVING
    • D03DWOVEN FABRICS; METHODS OF WEAVING; LOOMS
    • D03D35/00Smallware looms, i.e. looms for weaving ribbons or other narrow fabrics

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Woven Fabrics (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Nadelbändern auf Bandwebstühlen Die Erfindung bezieht sich auf die Herstellung von sogenannten Nadelländern, d. h. von Bändern mit aus (lern Gewebe heraustretenden Kettfaden-(Polfaden-) Schlingen. Diese Schlingen bilden aufliegende Locken oder Noppen und geben so dem Bandgewebe einen hrinuner-. Frottee- oder ähnlichen Effekt. Die Herstellung der Nadelbänder geschieht bisher auf einem Nadel- oder Rutenstuhl, d. h. einem Bandwebstuhl, der eine besondere Einrichtung zum Einziehen von Nadeln oder Ruten in die zur Schlingenbildung dienenden Fächer und zum Wiederherausziehen der Nadeln oder Ruten aus dem Gewebe hat. Diese Stühle sind wegen der besonderen Nadelvorrichtung ziemlich kostspielig und außerdem auch deshalb vielfach unwirtschaftlich, weil für sie nicht dauernd Arbeit vorhanden ist. so claß die Stühle oft längere Geit unbenutzt dastehen. Aus dem Grunde zieht man beim Ersatz der zahlreichen im Kriege zerstörten Bandwebstühle meist die Beschaffung der eine wirtschaftlichere Ausnutzung gewährleistenden normalen Bandwebstühle vor. Die Folge davon ist, daß nach dem Kriege überhaupt nur wenige Bandwebereien über Nadelstühle verfügen.
  • Um diesen Engpaß zu überwinden, hat der Erfinder sich die Aufgabe gestellt, die sogenannten Nadelbänder ohne die bisher übliche Nadelvorrichtung, also auf normalen Bandwebstühlen herzustellen. Es wurde gefunden, daß dies unter Anwendung eines Bandwebstuhles mit inehrspuligem, z. B. dreisptiligem Schläger in der Weise möglich ist, claß einerseits die Schützen einer Schützenreihe des Schlägers zum Einziehen von der Schlingenbildung dienenden biegsamen Kordeln oder Darmsaiten oder ähnlichen Elementen benutzt werden, die frei hängend an diesen Schützen befestigt sind, und daß anderseits das Wiederherausziehen der Kordeln oder Saiten aus dem Gewebe dadurch bewirkt wird, daß die sie tragenden Schützen, die beim Einziehen der Kordeln in Fachhöhe standen, nach dem von den Schützen einer anderen Reihe bewirkten Eintragen von der Gewebebildung dienenden Schüssen durch Heben oder Senken des Vorderschlägers so weit nach oben oder unten vom Gewebe entfernt werden, daß die Kordeln oder Darmsaiten aus dem Gewebe herausschlüpfen.
  • Bei einem Bandstuhl mit dreispuligem Schläger kann z. B. wie folgt verfahren werden. Die Schützen der mittleren Reihe dienen zum Eintragen des Schusses, werden also mit Schußspulen besteckt. Die Schützen der oberen Schützenreihe ersetzen die bisherige Nadelvorrichtung. An ihnen werden Kordeln oder Darmsaiten so befestigt, daß sie wie Schwänze frei herabhängen. Man kann dabei an jedem Schützen zwei an dessen Enden befestigte Kordeln anbringen oder eine einzige, etwas längere Kordel in der Mitte der Schützenlänge. Die Schützen der unteren Reihe bleiben unbenutzt. Ihr Vorhandensein ist nur insofern von Bedeutung, als ein Vorderschläger mit drei Schützenreihen um zwei Stufen gehoben und gesenkt werden kann, so daß über die zum Austauschen der der Schußeintragung dienenden Schützenreihe gegen die zum Einziehen der Kordeln o. dgl. dienende Schützenreihe erforderliche Stufe hinaus noch eine weitere Hebe-oder Senkbewegung des Vorderschlägers zum Herausziehen der Kordeln aus dem Gewebe möglich ist.
  • Bei Einstellung der oberen Schützenreihe in Fachhöhe werden die Schützen dieser Reihe durch die bei den verschiedenen Gängen des Stuhles durch Heben von Schlingen- oder Polfäden gebildeten Fächer getrieben und so in jedes Fach eine der Schlingenbildung dienende Kordel eingezogen. Dann wird durch Heben des Vorderschlägers die mittlere Schützenreihe in Fachhöhe eingestellt, und es erfolgt nun, nachdem inzwischen ein Fachwechsel stattgefunden hat, das Eintragen der zwischen zwei Schlingenreihen vorgesehenen Schüsse, deren Zahl beispielsweise zwei betragen kann, zur Bildung des Gewebes und zum Festlegen der Schlingen- oder Polfäden. Bei dem erwähnten Anheben des Vorderschlägers werden die Kordeln dadurch, daß die sie tragenden Schützen um eine Hubstufe nach oben verlegt worden sind, in den Bändern um einen entsprechenden Betrag verschoben, aber nicht herausgezogen. Sie bleiben in den Bändern und halten die sie umgreifenden Teile der Polfäden in Form von Schlingen an der Außenseite des Gewebes. Nachdem diese Schlingen durch das beschriebene Eintragen von Schüssen gesichert sind, werden die Kordeln durch weitere Aufwärtsbewegung der sie tragenden Schützen aus den Bändern herausgezogen, indem der Vorderschläger in eine obere Endstellung gehoben wird, in der die untere, leere Schützenreihe in Fachhöhe liegt. Danach geht der Vorderschläger erneut in seine untere Endlage, und es wiederholt sich das beschriebene Spiel, das wieder damit beginnt, daß die die Kordeln tragenden Schützen durch die für die Schlingenerzeugung gebildeten Fächer hindurchgetrieben werden.
  • Das Verfahren nach der Erfindung besteht demnach im wesentlichen darin, daß Nadelbänder auf einem Bandwebstuhl mit mehrspuligem Schläger in der Weise erzeugt werden, daß in die der Schlingenbildung dienenden Fächer durch Hindurchtreiben der Schützen einer Schützenreihe an diesen frei hängend befestigte Kordeln oder Darmsaiten eingezogen werden, und daß nach Eintragung von Schüssen durch die Schützen einer anderen Reihe in die dafür gebildeten Fächer die Kordeln oder Därme durch eine Heb- oder Senkbewegung des Vorderschlägers aus den Bändern herausgezogen werden.
  • Im Rahmen der Erfindung sind natürlich Abänderungen des beschriebenen Beispiels sowie andere Ausführungsformen und Anwendungen möglich. So könnte statt der oberen auch die untere Schützenreihe eines dreispuligen Schlägers zum Einziehen und Wiederentfernen von der Schlingenbildung dienenden Kordeln, Darmsaiten o. dgl. benutzt werden, in welchem Falle das Herausziehen der letzteren durch Senken des Vorderschlägers in seine tiefste Stellung geschieht. Es ist ferner möglich, die Kordeln, Darmsaiten o. dgl. abwechselnd durch die Schützen der oberen und unteren Reihe einziehen zu lassen, indem die Schützen beider Reihen frei hängende Kordeln oder Darmsaiten tragen. Dadurch wird der Arbeitsgang etwas verkürzt, indem bei dem zum Herausziehen der von den Schützen der einen Reihe eingezogenen Kordeln stattfindenden Heben oder Senken des Vorderschlägers .zugleich die andere mit Kordeln o. dgl. versehene Schützenreihe für den nächsten Kordeleinzug in Fachhöhe eingestellt wird. Für die Erfindung ist es unerheblich, ob die Fachbildung, wie im Beispiel angenommen, durch Heben oder aber umgekehrt durch Senken von Kettenfäden erfolgt. Das neue Verfahren kann auch auf Bandwebstühlen mit vier- oder noch mehrspuligem Schläger ausgeführt werden, z. B. dann, wenn wegen der gegebenen Bandbreite zum Herausziehen der Kordeln oder Darmsaiten ein größerer Hub des Vorderschlägers gewünscht wird oder das Band mehrspulig gearbeitet werden soll. Auch auf Stühlen mit zweispuligem Schläger läßt sich das neue Verfahren ausführen, und zwar beispielsweise dann, wenn die Führungen für den Vorderschläger eine ausreichende Länge besitzen, um über den Schützenwechsel hinaus noch eine zusätzliche Hubbewegung des Schlägers für das Herausziehen der Kordeln oder Darmsaiten aus den Bändern zu ermöglichen, und wenn dabei für eine Bewegung des Vorderschlägers in zwei Stufen gesorgt wird. Bei Anwendung eines zweispuligen Schlägers kann gegebenenfalls auch so verfahren werden, daß das Einziehen der Kordeln oder Darmsaiten sowie das Eintragen der Schüsse ohne Höhenverstellung des Vorderschlägers erfolgt, indem z. B. die Kordeln o. dgl. in ein Unterfach, die Schüsse dagegen in ein Oberfach eingetragen werden, oder umgekehrt. Die Hubbewegung des Vorderschlägers kann dann allein zum Wiederherausziehen der Kordeln oder Darmsaiten benutzt werden. Eine ähnliche Arbeitsweise ist auch bei einem dreispuligen Schläger möglich, wobei dann der Vorteil besteht, daß der ganze zweistufige Schlägerhub zum Herausziehen der Kordeln o. dgl. zur Verfügung steht.
  • Das neue Verfahren eignet sich zur Herstellung aller Arten von sog. -Nadelbändern, wie Wagenborden, Nadelschnüren, sog. Astrachanbändern oder ähnlichen Bändern, die zur Erzielung eines Krimmer-, Frottee- oder ähnlichen Effektes aufliegende Noppen, Locken oder Schlingen haben sollen.

Claims (1)

  1. PITEXTANSPRCCHE: r. Verfahren zum Herstellen von Nadelbändern, dadurch gekennzeichnet, daß die Bänder auf einem Bandwebstuhl mit mehrspuligem Schläger in der Weise erzeugt werden, daß in die der Schlingenbildung dienenden Fächer durch Hindurchtreiben der Schützen einer Schützenreihe an diesen frei hängend befestigte Kordeln, Darmsaiteli o. dgl. eingezogen werden, und daß nach Eintragung von Schüssen durch die Schützen einer oder mehrerer anderer Schützenreihen in die dafür gebildeten Fächer die Kordeln o. dgl. durch eine Heb- oder Senkbewegung des V ordersehlägers aus den Bändern herausgezogen werden. z. Verfahren nach Anspruch r, dadurch gekennzeichnet, daß bei Verwendung eines Brei-oder mehrspuligen Schlägers die Kordeln, Darmsaiten o. dgl. abwechselnd durch die Schützen der oberen und unteren Schützenreihe eingezogen werden. '
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