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Kurvenlineal mit Millimeterrandteilung Bei der Benutzung der bekannten
Kurvenlineale ist es schwierig und zeitraubend, die richtigen Stellen zu finden,
finit denen das Kurvenlineal an die Zeichenpunkte anzulegen ist, die durch einen
Kurvenzug verbunden werden sollen. Insbesondere ist, wenn eine Kurve in mehrfacher
Ausfertigung gezeichnet werden soll, stets ein neues Suchen des Anlegepunktes erforderlich.
Ferner ist es nur schwer möglich, Kurven, die beispielsweise in Druckschriften stark
verkleinert angegeben sind, genau in vergrößertem Maßstab wiederzugeben.
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Diese Schwierigkeiten sollen durch die Erfindung behoben werden. Gemäß
der Erfindung werden die Kurvenlineale nach ihrer Ausführungsform durch zwei Kennbuchstaben
gekennzeichnet und die Zeichenkanten der Kurvenlineale mit einer Millimeterteilung
versehen. Die Kurvenlineale mit Millimeterrandteilung haben, wie ausgeführt, den
Zweck, das Zeichnen von Kurven in technischen Zeichnungen und besonders das Zeichnen
von technischen und wissenschaftlichen Diagrammen, die Kurvenzüge enthalten, zu
erleichtern sowie die Übertragung von Diagrammen in eine Reihe von Zahlen und Buchstaben
zti ermöglichen.
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Die bisher im Handel befindlichen Kurvenlineale, die in Sätzen zu
je drei Stück geliefert werden, tragen keine Einteilung auf ihren Zeichenkanten.
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Die vorgeschlagenen Kurvenlineale haben die gleiche Form wie die bekannten,
doch trägt jedes der drei eines Satzes zwei Kennbuchstaben A, B und C für die Vorder-,
a, b und c für die Rückseiten, die zu den jeweiligen Vorderseiten spiegelbildlich
sind. Die Zeichenkanten tragen fortlaufende Millimeterteilungen,
die
auf den mit großen Buchstaben bezeichneten Vorderseiten im Sinne des Uhrzeigers,
auf den mit kleinen Buchstaben bezeichneten Rückseiten im entgegengesetzten Sinne
des Uhrzeigers numeriert sind, so daß jedem Punkte der Zeichenkanten auf der Vorder-
und Rückseite die gleiche Zahl entspricht und so spiegelbildlich symmetrische Kurvenstücke
durch die gleiche Zahl gekennzeichnet sind; der Kennbuchstabe unterscheidet sich
dadurch, daß. es einmal ein Groß-, das andere :Mal ein Kleinbuchstabe ist.
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Durch die Angabe eines der sechs Kennbuchstaben A, B, C, a, b oder
c und zweier Zahlen ist so jedes Kurvenstück, das auf den Kurvenlinealen vorkommt,
eindeutig bezeichnet. In Diagrammen genügt die Angabe zweier Punkte, die wiederum
durch Angabe von je zwei Zahlen festgelegt sind, und die des Anfangspunktes des
Kurvenstücks, wobei ein Minuszeichen dahinter bedeutet, daß das Kurvenstück in Richtung
abnehmender Millimeterzahlen gemeint ist. Beispiel 'für ein Diagramm .4,
12/19, 3, A 103; 36, 30, c 19; 45, 32, B 205 -. 4, 12/19,
3 bedeutet zwei Punkte, die ,4 mm bzw.
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i9 mm von der X-Achse und 12 bzw. 3 mm von der Y-Achse entfernt sind.
4, 12/19, 3, A 103 bedeutet also: Man legt das Kurvenlineal, das die
beiden Kennbuchstäben A und a trägt, mit der Seite A nach oben mit dem Millimeterteilstrich
103 an den Punkt ,4, 12 so an, daß die Zeichenkante den Punkt 19, 3 berührt, und
zwar liegt das Kurvenlineal so, daß an der Stelle, die den Punkt 19, 3 berührt,
eine größere Zahl als die des Anfangspunktes 103 steht. Nun zieht man die
Kurve bis zum Punkte 19, 3, von diesem zum dritten Punkte 36, 30 mit der
Seite c des Kurvenlineals, das die Kennbuchstaben C und c trägt, im zweiten Punkt
19, 3 mit dem Millimeterteilstrich i9 beginnend, danach vom dritten Punkte 36,
30 mit der Seite B des Kurvenlineals, das die Kennbuchstaben B und b trägt,
zum vierten Punkte 45, 32, jedoch muß man das Kurvenlineal wegen des Minuszeichens
hinter der Zahl 205 so anlegen, daß am vierten Punkte 45, 32 ein Millimeterstrich
des Kurvenlineals liegt, der eine niedrigere Zahl als 205 trägt. So kann
man rasch jedes Diagramm nach den Angaben der Koordinatenpunkte, die die einzelnen
Kurvenstücke begrenzen, und den Angaben der Kurvenstücke, die es bilden, zeichnen.
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Um ein gedrucktes Diagramm abzuzeichnen, bestimmt man die Koordinatenpunkte
des Anfangs und Endes der einzelnen Kurvenstücke durch Abmessen ihrer Abstände von
den Rändern der Zeichnung mit dem Lineal sowie die Kurvenstücke selbst durch probeweises
Anlegen der Kurvenlineale, was man so lange fortsetzt, bis sich ein Stück eines
Kurvenlineals mit dem Kurvenstück deckt. Dieses Kurvenstück der Vorlage, dessen
Anfangspunkt man auf der Millimeterrandteilung des betreffenden Kurvenlineals abliest,
kann nun ohne weiteres mit größter Genauigkeit in die Kopie übertragen werden. So
verfährt man dann mit jedem einzelnen Kurvenstück.
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Die Verwendung der Kurvenlineale mit Millimeterrandteilung bietet
folgende Vorteile, die die bisher im Handel befindlichen nicht aufweisen: i. Jedes
Kurvenstück kann durch Angabe eines der Kennbuchstaben A, a, B, b, C oder c und
zwei Zahlen eindeutig bezeichnet werden. 2. Ganze Diagramme können durch Angabe
von Koordinatenpunkten und Kurvenstücken der Kurvenlineale dargestellt werden. Dies
bedeutet eine Ersparnis an Platz und vor allem an Druckkosten, da diese Angabe von
Diagrammen nur aus Zahlen und Buchstaben besteht. Vor allem käme dies für die Angabe
von seltener benötigten Diagrammen in Frage, die man im Bedarfsfalle nach den Angaben
der Kurvenstücke und deren Anfangs- und Endpunkten rasch und genau zeichnen könnte.
3. Diagramme, die aus Gründen der Platzersparnis in technischen und wissenschaftlichen
Taschenbüchern erheblich verkleinert abgedruckt werden, können, falls dazu die Koordinatenpunkte
und Kurvenstücke angegeben sind, auf das genaueste in einem größeren Maßstabe abgezeichnet
werden. Die Angabe der dazugehörigen Koordinatenpunkte und Kurvenstücke in Buchstaben
und Zahlen wird in den meisten Fällen nur eine oder zwei Zeilen erfordern. ,4. Die
Länge von Kurvenstücken kann ohne weiteres durch Anlegen eines mit Millimeterrandteilung
versehenen Kurvenlineals gemessen werden. 5. Mit Hilfe einer zu dem Kurvenlineal
angefertigten Tabelle kann man den Flächeninhalt von von Kurvenzügen begrenzten
Flächen schnell und genau bestimmen. 6. Die mathematische Funktion (Sinus, Cosinus,
Parabel usw.), die eine unbekannte Kurve darstellt, läßt sich aus einer zu den Kurvenlinealen
angefertigten Funktionstabelle ablesen.