-
Maschine zur Flächenmessung an Leder und Häuten
Die Erfindung betrifft
eine Flächenmeßmaschine nach dem Streifensummiersystem mit einer Mehrzahl voneinander
unabhäugiger, vom Meßgut mitgenommener Meßrader über einer angetriebenen Auflagerwalze.
Solche Maschinen mit rein mechanischer Arbeitsweise sind für die Flächenmessung
an Leder, Häuten u. dgl. seit langem in allgemeinem Gebrauch, obwohl ihre Fertigung
einen hohen Aufwand an feinmechanischen Teilen bedingt. Um letzteren herabzusetzen,
ist schon vorgeschlagen worden, zur Einwirkung auf die Anzeigevorrichtung elektrische
Stromstöße zu verwenden bzw. mitheranzuhiehen. Solche Maschinen haben sich indessen
nicht einführen können, weil die Wirkungen der Stromstöße, von ungeeigneter Stelle
ausgehend und oft in Verkennung von Relaisansprechzeiten, im praktischen Betrieb
vielfach zu Fehlmessungen führten.
-
Erfindungsgemäß werden ebenfalls Stromstöße zur Beeinflussung einer
allen Meßrädern gemeinsamen Anzeigevorrichtung benutzt, und es kennzeichnet sich
die Erfindung dadurch, daß die Stromstöße durch auf den Nfeßrädern verteilte Impulsgeber
zur Auslösung kommen, wobei Teile der Meßräder in die elektrischen Stromstoßkreise
einbezogen sein können, aber nicht müssen. Weitere Einzelheiten der Erfindung sind
den Ansprüchen zu entnehmen. Es zeigen Fig. 1 die Seitenansicht eines einzelnen
Meßelementes einer erfindungsmäßigen Meßmaschine mit Einbeziehung von Meßradteilen
in den Stromstoßkreis bei Stillstand oder Leerlauf der Ma-Maschine, Fig. 2 die Teile
der Fig. 1, aber bei Meßgutdurchgallg, Fig. 3 die analoge Seitenansicht eines Meßelementes
ohne Einbeziehung von Meßradteilen in den Stromstoßkreis, ebenfalls bei Stillstand
oder Leerlauf der Maschine, Fig. 4 Schnitt und Vorderansicht einiger Meßräder der
Maschine nach Fig. 3.
-
Nach Fig. 1 und 2 wird das Meßgut I in üblicher
Weise
auf einem Zuführtisch 2 den Meßstellen zugeschoben und verläßt die Maschine über
dem Ablauftisch 3 An den Meßstellen gelangt es zwischen die angetriebene und in
bekannter Weise genutete Auflagerwalze 4 und die Meßräder 5. Jedes Meßrad ist in
einem Schiebestück 6 drehbar gelagert, welches sich in dem Augenende 7 eines Halters
8 senkrecht verschieben kann, und zwar in dem Ausmaß, welches der Maximaldicke der
zu messenden Materialien entspricht. Das Schiebestück 6 besitzt einen Arm 9, der,
mit Zwischenschaltung eines Isolierklötzchens I0, eille Schleiffeder 11 trägt, die
an den Innenumfang des Meßradkranzes angedrückt wird. Dieser Innenumfang ist durch
Isoliereinlagen 12 in an der Schleiffeder vorbeistreichende 1 sol ierzonen unterteilt,
zwischen welchen Rippen 13 Voll blankem Metall verbleiben, die bei Drehung des Meßrades
rhythmisch von der Schleiffeder berührt werden.
-
An der Unterfläche des Halters 8 ist ein kleiner Lagerblock 14 befestigt,
in dessen Lagerauge 15 ein zweiarmiger Hebel I6 frei schwingen kann.
-
Dieser Hebel hängt bei Abwesenheit von Meßgut mit dem einen Arm I7
in die Nut der Auflagerwalze hinein, während der andere Arm i8 nach links und aufwärts
gebogen ist, um eine sehr nachgiebige und nach abwärts drückende Kontaktfeder 19
iii einer bestimmten Höhenlage zu halten, wozu der Hebel 16 das Gegengewichtchen
20 besitzt, das auch verstellbar sein kann. Der Lagerbock 14 hat links eine senkrechte
Fläche, an der ein Winkel aus Isolierstoff befestigt ist; dieser Winkel besitzt
ein Loch, durch welches der Hebelarm I8 hindurchgeht und auf die Unterfläche der
Kontaktfeder 19 drücken kann. Auf dem waagerechten Teil des \Vinkels 21 sind zwei
Kontaktklötzehen 22 angeordnet, die nur dann leitend verbunden werden, wenn bei
-Äusschwingen des Hebels I6 entgegen dem Uhrzeigersinn, hervorgerufen durch Eintreffen
von Aleßgut an der Meßstelle, die Kontaktfeder 19 sich auf die beiden Klötzchen
legt.
-
Zur Bildung der elektrischen Stromstoßkreise sind die beiden Pole
einer Batterie mit den über die ganze Maschinenbreite durchgehenden, isoliert auf
den Haltern 8 befestigten Sammelschienen 23 und 24 verbunden. Diese Sammelschienen
können auch auf einer durchgehenden Traverse montiert sein.
-
An jeder Meßstelle führt von der Sammelschiene 23 das Kabel 25 zum
rechten Kontaktklötzchen 22; das linke Klötzchen 22 ist durch das Längendifferenzen
zulassende Kabel 26 mit der Schleiffeder 11 verbunden, von wo der elektrische Kreis
auf den Innenumfang des Äleßrades übergeht und damit (über die Kippen I3 und das
Schiebestück 6) auf die Klasse des Halters 8 trifft. Von der Masse geht der elektrische
Kreis an der Stelle 27 zu einem Relais 28 weiter und von dort zur Schiene 24. Voraussetzung
ist hierbei, daß die leitende Verbindung des Meßradkranzes und der Niaschinenmasse
durch guten Sitz der Meßradwelle in ihrem Lager und gute Führung des Schiebestückes
im Halter gesichert ist; andernfalls müssen nach Bedarf Kabelverbindungen herangezogen
werden.
-
Wenn das Relais 28 Stromstöße bekommt, so bewegt es mit Hilfe eities
Ankers 29 und der Schaltklinke 30 das Schaltrad 31 ruckweise fort. Letzteres sitzt
auf einer Welle 32, auf der auch die Aufwindetrommel 33 aufgekeilt ist, von der
das Stahlband 34 zur üblichen mechanischen Summiervorrichtung geht. Eine Halteklinke
35 verhindert eine Rückdrehullg der Trommel während der Rückbewegung der Schaltklinke
30. Um die Nullstellung der Summiervorrichtung zu ermöglichen, können durch einen
Tritthebelzug 36 über eine Zugstange 37 die beiden Klinken 30-35 vom Schaltrad 31
(an das sie durch nicht dargestellte Federungen dauernd angedrückt werden) vorübergehend
zurückgezogen werden Fig. I zeigt, wie schon eingangs erwähnt, die Situation vor
Eintreffen des Meßgutes an der Aleßstelle, also bei Stillstand oder Leerlauf der
Maschine. Der Hebel 16 hängt unter der kombinierten Wirkung seines Gegengewichtehens
20 und andererseits des Abwärtsdruckes der Feder 19 in seiner Normallage, d. h.
in die Nut der Auflagerwalze hinein. Die Feder 19 ist nach oben gedrückt und ohne
Berührung mit den beiden Kontaktklötzchen 22, so daß diese eine, auch bei Drehung
des Meßrades sich nicht schließende Lücke im StromstoB-kreis bilden. Die Teile 29
bis 34 bleiben also auch bei Leerlauf der Maschine in Ruhe, und die an die Summiervorrichtung
angeschlossene Anzeigevorrichtung bekommt keinerlei Antrieb. Schiebt man nun das
Meßgut an die Meßstelle (Fig. 2), so trifft der Meßgutrand auf das Ende des Hebelarms
17, schwenkt diesen entsprechend dem Uhrzeigersinn und bewirkt hierdurch ein Zurückziehen
des Hebelendes 18 durch das Loch im Isolierstoffwinkel 21 hindurch. Damit aber wird
es der naclldrängenden Feder I9 möglich, sich überbrückend auf die beiden Kontaktklötzchen
22 zu legen und hierdurch die Dauerlücke des Stromstoßkreises zu schließen Nunmehr
ist die Bahn frei für die Stromstöße, die sich bei Umlauf des Meßrades durch das
thberfahren der Schleiffeder II über die Rippen I3 bilden; das Relais beginnt zu
arbeiten und zieht mittelbar das Stahlband 34 mit kleinen Rucken so lange herab,
bis nach Durchlauf des gesamten Meßgutes der Hebel I6 wieder in die Normallage zurückfällt,
wodurch die Feder 19 hochgedrückt und der Stromstoßkreis unterbrochen wird. Nun
bleiben die Teile 29 bis 34 stehen und die Beeinflussung der Anzeigevorrichtung
durch die Meßstelle hat aufgehört.
-
Die Fig. 3 und 4 zeigen eine abgeänderte Ausführungsform der Erfindung,
und zum besseren Vergleich sind in den Fig. 3 und 4 für gleiche Teile auch die gleichen
Bezugszeichen gewählt wie in den Fig. 1 und 2. Im wesentlichen besteht der Unterschied
der beiden Konstruktionen darin, daß die in Fig. I und 2 innerhalb der Meßräder
untergebrachten und diese miterfassenden Unterbrechungsschalter in den Fig. 3 und
4 nach außerhalb verlegt erscheinen. Diese Schalter werden in Fig. 3 und 4 durch
Blattfedern 38 und Kontaktklötzchen 39 gebildet. Der Einfachheit halber sind letztere
als feste Klötzchen dargestellt; man wird sie aber
bei der praktischen
Ausführung so verstellbar anordnen, daß der Kontaktpunkt in verschiedener Hohe einstellbar
ist. Die Blattfedern sind mit dem rechten Ende isohert auf einer Flanschfläche des
Halters 8 befestigt, ihre Spannung bewirkt, daß si bestrebt sind, sich auf die Klotzehen
39 zu legen. Letztere sind ebenfalls isoliert auf der genannten Flanschflache aufgesetzt.
Das freie Ende der Blattfedern reicht in den Meßräderraum hinein und wird bei Umlauf
der Meßräder rhythmisch von Stiften 41 getroffen, die an der Rückseite der Meßräder
in gleichmäßiger Verteilung konzentrisch sitzen. Die Blattfeder 38 wird von jedem
Stift ein Stück hoch- und vom Klötzehen 39 abgehoben; dann verliert das freie Federende
seinen Halt am Stift und fallt auf das Klötzchen zurück, bis es vom nächsten Stift
wieder hochgehoben wird usw.
-
Auf diese Weise kommen rhythmische Unter brechungen im Schalter 38-39
zustande und adamit Stromstoße im elektrischen Kreis des Schalters.
-
Dieser Kreis geht hier von der Sammelschiene 24 uber das Relais 28
zur Masse und von dieser über den Meßradkörper zu den Stiften 41, und mit Hilfe
der Feder 38 zum Klptzchen 39. Von letzterem führt ein Kabel 42 zu einem weiteren
Kontaktklötzchen 43, das mit einem Kontakklötzchen 44 zusammen die zweite offene
Stelle des Stromstoßkreises bildet. Vom Klotzchen 44 führt schließlich ein Kabel
zur Sammelschiene 23.
-
Die offene Stelle 43-44 des Stromstoßkreises liegt dem freien Ende
einer Blattfeder 45 gegenüber, deren rechtes Ende isoliert an der Flanschunterflache
des Halters 8 befestigt ist. Die Spannung der Feder 45 ist so bemessen, daß ihr
freies Ende sich normal in einiger Entfernung unter den Klotzchen 43-44 halt aber
durch einen leichten Druck nach oben zum Anhegen an beide Klötzehen gebracht werden
kann. An dem aus Fig. 1 und 2 bekannten Lagerbockehen 14 schwingt auch hier ein
in die Nut der Auflagerwalze 4 eintauchender Fuhlhebel 46, der aber anders geformt
ist als in Fig. 1 und 2. Sein zweiter Arm geht nämlich nach rechts und besitzt das
Druckknöpfchen 47, das beim Ausschwingen des Hebels, veranlaßt durch Meßgutdurchgang,
sich an das freie Ende der Blattfeder 45 legt und das Federende auf die beiden Klötzehen
43-44 druckt, wodurch dann diese sonst offene Stelle des Stromstoßkreises für die
Dauer des Meßgutdurchganges geschlossen bleibt.
-
Die Teile 29 bis 37 sind hier wie in dem Beispiel nach Fig. 1 und
2 zu denken.
-
Die Fig. 4 gibt einen Teil der Maschine nach Fig. 3 in Vorderansicht
wieer und bedarf keiner weiteren Erlauterung. Es sei bemerkt, daß der Halter 8 zum
Passteren des Meßradkranzes entsprechend gekröpft ist, was aber in Fig. 4 nicht
dargestellt wurde, um die Figur nicht unübersichtlich zu machen.
-
In der Zeichnung sind nur @ene Teile der Maschinen dargestellt, die
zum Verständnis der Erfindung notig erscheinen. Die daruber hinaus fehlenden entsprechen
im allgemeinen denjenigen an den üblichen, rein mechanisch arbeitenden Meßmaschinen,
und alle bei letzteren bekannten Hilfs einrichtungen können, sinngemäß abgeändert,
auch an der erfindungsmäßigen Maschine angewandt werden. Die im Relais 25 zur Wirkung
kommenden Stromstoße konnen auch in anderer Weise als durch die üblichen mechanischen
Summiervorrichtungen zusammengefaßt werden; insbesondere ist auch eine rein elektrische
Summierung möglich.
-
Gleichgultig, wie man zu letzterem Zweck auch vorgeht, wird hierbei
zu beachten sein, daß an einer großen Anzahl von Meßstellen Stromstöße zur Auslosung
kommen und daß eine zufällige gleichzeitige Stromstoßentstehung an zwei Meßstellen
das Meßergebnis um einen Stromstoß verkürzt. Da dies aber (ohne einer torsionssichere
Verbindung der einzelnen Meßrader untereinander, die aber die unabhängige Höhenbewegung
jedes einzelnen Meßrades zulassen muß) nicht grundsätzlich vermieden werden kann,
wird es zweckmäßig sein, dafür zu sorgen, daß derartige Konjunkturen - wenn sie
nun schon einmal zufällig eingetreten sid - auf keinen Fall anhalten. Zu diesem
Zwecke kann man die Impulsgebungsmechanik durch einen, nach der Kontaktgebung sofort,
auch bei gerade eintretendem Stillstand der Maschine, wieder aufhebenden Schnappteil
auf den Stromstoßkreis einwirken lassein. Dieser mechanische Schnappteil kann auch
durch einen elektrischen Momentkontakt ersetzt oder ergänzt werden. Des weiteren
kann man auch absichtlich die Verteilung der impulsgebenden Organe auf den Meßrädern
derart vornehmen, daß im Betrieb geringfugige Unterschiede im zeitlichen Abstand
der einzelnen Impulse entstehen; oder es können (bzw. zur Ergänzung) geringfügige
Durchmesserabweichungen an den Meßrädern vorgenommen werden. Alle diese absichtlichen
Abweichungen sind zweckmäßig so gering zu halten, daß die durch sie ermöglichten
Meßfehler unter den sonstigen, durch die Maschinenbauart bedingten und unvermeidlichen
Meßfehlern bleiben.