-
Mechanischer Notenwender Von jeher konnte beobachtet werden, wie umständlich
und unter Behinderung der notwendigen Konzentration von allen Musikern das Notenblatt
umgewendet wurde. `Fiele bekanntgewordenen Versuche zur Konstruktion eines Apparates,
der alle Funktionen, die zum Wenden eines Notenblattes erforderlich sind, durchführt,
haben bisher die gewünschte Gebrauchsfähigkeit vermissen lassen.
-
Der Gegenstand vorliegender Erfindung soll diesen Mangel belieben,
indem bei der Entwicklucig dieses Apparates alle Notwendigkeiten beriicksichtigt
werden. Es kiiiinen Noten aller Größen gewendet werden. Auch Einzelblätter «-erden
gewendet, weil sie fliegend auf die andere Seite gehoben werden. Der Apparat wird
durch einfache Niederdrücken des unter dein Notenständer angebrachten Fußhebels
in Tätigkeit gesetzt, wobei dann nur die Lauffeder angezogen wird. Das verschiedene
Temperament der einzelnen Musiker hat somit keinen Einfluß auf die Wendemechanik
selbst, so daß seine Konzentration auf seine 1Vlusiktätigkeit nicht abgelenkt wird
sowie eine ungleiche und nachteilige Beanspruchung des Apparates ausgeschaltet bleibt.
Erst nach dem Anziehen der Lauffeder vverden die einzelnen Funktionen der Wendemechanik
in Bewegung gesetzt, wobei nur etwa 2 Sekunden Ablaufzeit zum Wenden des obenliegenden
Blattes gebraucht werden.
-
Eine .\usfiilirungsforiri zeigen die nachstehend hescliriebenen .1bbilducigen,
in denen :\bh. i eine Gesamtansicht, .\b1). 2 eine solche nach der Schnittlinie
_4-_4, Abb. 3 nach Linie B-13, Abb. d nach Linie C-C, Abb. 5 eine Teilansicht von
oben und .'-11>1i. 6 eine Draufsicht auf den @\'eciderarm darstellt.
-
Mit dein Niederdrücken desFußliebels wird durch <las Anzugsseil
36 die Seilrolle 8 entgegen der Wirkung einer Schraubenfeder io, deren anderes Ende
mit
dem Gehäuse fest verbunden ist, eine Umdrehung gedreht. Diese Seilrolle läuft leer
auf der Hauptwelle. Der an ihrem Außenrand befestigte Sperrhaken 29 läuft auf dem
fest auf der Hauptwelle sitzenden Antriebsrad 7 die ganze Umdrehung mit. schnappt
an der Nase ein und beginnt die ganze Hauptwelle wieder um eine Umdrehung zurückzudrehen.
Auf diesem Rückweg werden die für die Wendung notwendigen Arbeitsgänge in Funktion
gesetzt.
-
Zuerst setzt sich der Kurbelzapfen der Kurbelscheibe 14 auf den Hebel
16. Beim Herunterdrücken dieses Hebels drückt der an Hebel 16 genietete Führungshebel
15 auf den Wenderarm i8 und drückt ihr herunter auf den vorstehenden Führungsarm
34. Ist der Wenderarm auf gleicher Höhe mit Führungsarm 34, dann fährt der Sperrhaken
1 7 über ihn weg und hält ihn mit dem Führungsarm fest. Auf dem Weg nach hier hatte
inzwischen der Abstreifgummi 23 des verstellbaren Abstreifers 22 die Notenblattecke
angerollt.
-
Der untere Teil. des Abstreifers 22 kam dabei schon hinter das Blatt
zu liegen. Der um 9o''# abgebogene Schenkel der noch offenen Notenfesthalteklappe
20 schließt sich durch das Aufdrücken auf den Anschlag 17b. Der Kurbelzapfen der
Kurbelscheibe 14 verläßt den tiefsten Punkt, geht nach oben, wobei die Feder 16a
den nicht mehr belasteten Hebel 16 in seine alte Stellung zurückzubringen sich anschickt.
-
Beim Verlassen des tiefsten Punktes folgt schon der nächste Arbeitsgang.
Der Mitnehmer 5 ist auf der Hauptwelle so eingestellt, daß er zur gleichen Zeit
an den Mitnehmerzapfen auf der Blattfeder 26 anschlägt und die Antriebsscheibe für
Wender 4 mitnimmt. Die an ihr befestigte Schnur läuft über die Seilleitrolle 27
zur Wenderseilrolle 3o. Diese M'enderseilrolle ist über dem Gehäuseboden auf der
Wenderlagerwelle befestigt und dreht sich mit dem Wenderarm um etwa i 8o'. Auf der
anderen Seite angekommen, werden die Sperrhaken 17 und i9 ausgeklinkt, wobei sich
die Notenfesthaltklappe 20 -,nieder öffnet und die Feder für den W enderarm
33"
den Wenderarm 18 in seine alte Lage hochhebt. Gleichzeitig hat die Nase
des P@Iitnehmerzapfens auf der Blattfeder 26 den Ausklinkwinkel 2 passiert. Durch
die Anschrägung dieser Nase ging der Zapfen so weitaus der Führung der Antriebsrillenscheibe
4 heraus, daß der Mitnehmer nunmehr frei vorbei in die neue Anfangsstellung geht.
Der Gummizug 38 bringt jetzt ebenfalls den Wender in seine Grundstellung zurück.
-
Die Hauptwelle hat sich nun wieder zurückgedreht. Ein neues Niederdrücken
des Fußhebels bringt wieder den nächsten in gleicher Weise vorgebenden Wendevorgang.
-
Alle Anschlagflächen sind zur Erzielung des geräuschlosen Anschlages
mit Gummi versehen. Der Musiker hat nur folgendes zu beachten: Legt er ein x-beliebig
großes Notenblatt auf den Notenständer, so sieht er, daß die Auflageschiene in der
Höhe verstellbar ist. Er schiebt sie mit einem leichten Griff so hoch, daß die Notenoberkante
an Ständeroberkante anschlägt. Sein Notenblatt braucht also nicht eingespannt zu
werden. Die zwei Blattfestlialtungen 39 und 42 läßt er nun über das Notenblatt fallen.
Die Blattfesthaltung 39 bleibt für jede Notengröße am gleichen Platz und hat die
Aufgabe, beim Abstreifen das Blatt gegen Verschiebung festzuhalten, so daß das Blatt
bauschig wird und die Einführung des M'enderarmes 18 dabei nur noch erleichtert.
Die Blattfesthaltung 39 hebt sich schon beim Abwärtsgleiten des Wenderarmes in dem
Moment, wenn die Notenhaltklappe 20 über dem Notenblatt steht. Auf der Ablegeseite
wird das gewendete Blatt sofort nach der Wendung mit einer Blattfesthaltung wie
39 vor evtl. Abfallen festgehalten.
-
Die Verwendung des Notenwenders ist für den Musiker bezüglich seiner
Handhabung also sehr einfach. Er braucht nicht vorsichtig zu sein beim Herabdrücken
des Fußhebels, weil hierdurch die Wendemechanik nicht direkt ausgelöst wird, sondern
nur ein Aufziehen des Antriebes erfolgt. Ein Einspannen der Noten, auch eines Einzelblattes,
ist nicht notwendig. Das Vorhandensein verschiedener Notengrößen bereitet ihm bei
Benutzung dieses Apparates ebenfalls keine Sorgen. Er legt sein Notenblatt nur annähernd
Notenständermitte, führt das Blatt mittels der Auflageschiene bis an den oberen
Rand und schiebt die verstellbare Blattfesthaltung 42 unmittelbar vor den Abstreifgummi
23, welcher entsprechend der Notenbreite bis zum äußeren Rand geschoben wird. Nach
Beendigung des Gebrauchs wird durch Lösung der Flügelmutter 32 der Wenderarm abgenommen,
das Gehäuse aus seiner Führung herausgezogen. 31. und in einen hierfür passenden
Behälter gelegt. Tisch und Ständer sind ebenfalls leicht zusammenlegbar.