DE79102C - Verfahren zum Entlüften von Faserstoffen - Google Patents
Verfahren zum Entlüften von FaserstoffenInfo
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Classifications
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- D—TEXTILES; PAPER
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- D06L1/12—Dry-cleaning or washing fibres, filaments, threads, yarns, fabrics, feathers or made-up fibrous goods using aqueous solvents
- D06L1/18—Working under pressure in closed vessels
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
PATENTSCHRIFT
Verfahren zum Entlüften von Faserstoffen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 6. Februar 1892 ab.
Das neue Verfahren zum Entlüften von Faserstoffen beruht auf der Erkenntnifs, dafs
sich eine vollkommene Entlüftung der Faser vor dem Bleichprocefs in einfachster Weise
dadurch erzielen läfst, dafs man die Faserstoffe mit Wasser unter Druck behandelt, so dafs
eine Absorption der in ihnen befindlichen Luft durch das Wasser stattfindet. Bringt man dann
das mit Luft gesättigte Wasser in einen Raum,
in welchem nicht derselbe Druck wie in dem die Faserstoffe enthaltenden Kessel herrscht, so
giebt das Wasser die aufgenommene Luft oder die sonstigen Gase wieder ab; nur darf bei
diesem Vorgang nicht im Materialkessel selbst eine Druckverminderung eintreten, da sonst die
Luft sofort vom Wasser freigegeben und von den Faserstoffen direct angezogen wird.
Die zu entlüftenden Faserstoffe werden in einen Kessel (den Materialkessel) gebracht,
welcher durch ein Rohr mit einem kleineren Heizkessel in Verbindung steht. Von dem
Rohr aus führt ein Zweigrohr zu einem Wasserkessel und von dessen unterem Boden aus ein
Rohr zu einer Rotationspumpe. Diese steht durch ihren Druckstutzen mit dem Heizkessel
in Verbindung. Aufserdem ist der Materialkessel mit dem Wasserkessel durch eine Rohrleitung
verbunden, welche wiederum mit der oberen Rohrleitung des Heizkessels durch ein verticales Rohr in Verbindung steht. In sämmtlichen
Rohrleitungen sind an passender Stelle Drei- bezw. Einweghähne angebracht, welche
es ermöglichen, der durch die Pumpe geförderten Wassermenge eine verschiedene Bewegungsrichtung
zu ertheilen.
Die Faserstoffe werden in den Materialkessel gebracht und der Wasserkessel wird mit reinem
oder mit Chemikalien enthaltendem Wasser gefüllt. Die Rotationspumpe saugt aus dem
Wasserkessel, und zwar von seinem Boden her, durch eine untere Rohrleitung das Wasser
an und drückt es in den Heizkessel, welcher jedoch jetzt noch nicht eine vollständige Erhitzung
der Flüssigkeit herbeiführen soll. Aus dem Heizkessel gelangt dieselbe in seine obere
Rohrleitung und von hier aus durch das verticale Rohr in die die Böden des Materialkessels
und des Wasserkessels verbindende Leitung, wobei ein vom verticalen Rohr aus nach dem Wasserkessel zu gelegener Hahn der
durch dieses verticale Rohr hindurchgedrückten Flüssigkeit den Rückweg zum Wasserkessel
absperrt, während ein auf der anderen Seite des verticalen Rohres liegender Hahn der durch
es hindurchgedrückten Flüssigkeit den Zutritt zum Materialkessel freigiebt.
In der oberen Rohrleitung des Heizkessels ist ein Luftventil angebracht, welches ,so lange
geöffnet bleibt, bis das durch die Pumpe in den Materialkessel gedrückte Wasser aus ihm
entweicht. Hierauf wird das Ventil geschlossen und man läfst jetzt die Pumpe weiter arbeiten,
so dafs dem Wasser im Materialkessel ein bestimmter Druck, etwa von 2 Atm., gegeben
wird. Nachdem dies geschehen ist, öffnet man in der oberen Rohrleitung zwischen Material-
und Wasserkessel einen Hahn, worauf ein sofortiges Ueberströmen des im Materialkessel
befindlichen, mit Luft gesättigten Wassers in den Wasserkessel stattfindet, in welchem sich
oben durch das Absaugen der Circulationsflüssigkeit ein luftverdünnter Raum gebildet hat.
Die Pumpe mufs während der Oeffnung des zuletzt erwähnten Hahnes fortwährend in Thätigkeit bleiben, damit keine Druckverminderung
im Materialkessel eintreten kann.
Auf diese Weise wird das Entluftungsverfahren so oft nach einander ausgeführt, bis ein
Wasserstandsglas am Wasserkessel eine andere Beschaffenheit der Circulationsflüssigkeit erkennen
läfst. Darauf wird die Verbindung zwischen dem Materialkessel und dem Wasserkessel
von ihren Deckeln her geschlossen und das im Wasserkessel befindliche Wasser erhitzt.
Um bei dem Entluftungsverfahren auch den letzten Rest von Sauerstoff sicher aus der Faser
zu entfernen, können dem Druckwasser bestimmte Chemikalien zugesetzt werden, und
zwar etwa folgende:
ι. geringe Menge schwach alkalischer Flüssigkeit,
welche kohlensaure Alkalien oder Seife enthält, wie z. B. gebrauchte alte Bäuchfiotte;
2. Alkalibisulfite;
3. eine in Milchsäuregährung befindliche, aus Käse, Getreidemehl und Kreide bereitete
Flüssigkeit.
Durch die.se Zusätze wird zugleich ein Theil
der Unreinigkeiten in der Faser beseitigt.
Die Behandlung unter Druck läfst sich, wenn es' auf die Zeitdauer nicht ankommt, schon
dadurch erreichen, dafs man die Circulation durch das Fasermaterial nicht, wie bisher üblich,
von oben nach unten leitet, sondern umgekehrt, wodurch sich der hydrostatische Druck
mit dem zur Fortbewegung der Circulation erforderlichen .vereinigt, wobei dann das Material
von unten nach oben hin entlüftet wird. Unter Anwendung von Druck und Minderdruck, in
Verbindung mit der Circulation von unten nach oben läfst sich ,auch heifses Wasser anwenden;
es darf jedoch nicht siedend heifs sein.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zum Entlüften von Baumwolle, Leinen und anderen vegetabilischen Stoffen, darin bestehend, dafs zu den in einem Gefäfs befindlichen Faserstoffen Wasser im Kreislauf wiederholt geprefst, und nachdem es mit Luft sich gesättigt, in ein zweites Gefäfs abgezogen wird, wo es durch Druckverminderung von der aufgenommenen Luft befreit wird. Dem Wasser können Zusätze von alkalischen , Lösungen, z. B. aus Soda oder Seife, oder von geringen Mengen Alkalibisulfiten oder einer in Milchsäuregährung befindlichen Flüssigkeit zugegeben werden.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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Country Status (1)
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