DE78751C - Apparat zur Herstellung von harter, trockener Kali-, Natron- bezw. Kalinatron-Seife - Google Patents

Apparat zur Herstellung von harter, trockener Kali-, Natron- bezw. Kalinatron-Seife

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DE78751C
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soap
steam
soda
dry
hard
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DENDAT78751D
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H. J. KRATZENBERG, Clerf, Luxemburg
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Expired - Lifetime legal-status Critical Current

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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C11ANIMAL OR VEGETABLE OILS, FATS, FATTY SUBSTANCES OR WAXES; FATTY ACIDS THEREFROM; DETERGENTS; CANDLES
    • C11DDETERGENT COMPOSITIONS; USE OF SINGLE SUBSTANCES AS DETERGENTS; SOAP OR SOAP-MAKING; RESIN SOAPS; RECOVERY OF GLYCEROL
    • C11D13/00Making of soap or soap solutions in general; Apparatus therefor
    • C11D13/02Boiling soap; Refining

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  • Detergent Compositions (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 23: Fettindustrie.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 9. Mai 1893 ab.
Die Erfindung betrifft einen Apparat zur Herstellung von harter, trockener Kali-, Natronbezw. Kalinatron - Seife, in welchem man durch Anwendung geringen Wasserzusatzes und niedriger Temperatur trockene Seife gewinnt, die sofort nach dem Herausnehmen und Pressen gebrauchsfertig ist. . .
Das Kochen und das Trocknen der Seife auf abgekürzte Weise kann mit Vortheil nur in Nickel- oder kupfernen, gut polirten Kesseln mit Hülfe von Mischungsgeräthen aus eben solchen Metallen stattfinden. Die Kessel können entweder über freies Feuer gestellt oder von aufsen durch Dampf geheizt werden.
Am besten eignet sich ein Kessel, wie er auf der Zeichnung Fig. 1 im Längsschnitt und Fig. 2 im Querschnitt veranschaulicht ist. In seinem unteren Theil A' besitzt er cylindrische, in seinem oberen Theil A" trichterförmige Gestalt. Der untere Theil A' ist mit einem kupfernen Heizschlangenrohr umgeben, wobei die, die obere Hälfte des Cylinders A' umgebende, Dampf heizschlange B einen besonderen Dampfeintritt C mit Dampfaustritt D besitzt, und die, die untere Hälfte des Cylinders A' umgebende, Heizschlange E ebenfalls mit Dampfeintritt F und Dampfaustritt G ausgestattet ist; der nach der Mitte zu abfallende Boden H des Kessels wird durch eine Heizschlange / mit Dampfeintritt K und Dampfaustritt L geheizt. Die Dampfeintritte CFK sind durch Hähne cfk an- und abstellbar, in Verbindung mit einer Hauptdampfzuleitung M, während Dampfaustritt G sich an den durch Hahn d an- und abstellbaren Dampfaustritt D anschliefst; letzterer vereinigt sich mit Dampfaustritt L durch den Hahn / zu einem gemeinsamen Dampfableitungsrohr O, das etwa nach einem Heifswasserbehälter JV führen und denselben mit conceatrirtem Dampf speisen kann.
' Auf diese Weise ist es möglich, die Dampfzufuhr je nach dem Flüssigkeitsstand des Kessels zu regeln..
An der tiefsten Stelle des Kesselbodens H ist eine hermetisch, sich schliefsende Ablafsöffnung angeordnet, welche einen durch Hebelwerk Q zu bethätigenden Verschlufs P besitzt.
Innerhalb des Kessels ist in der Längsachse desselben eine mittelst Triebwerks R drehbare Welle 5 angebracht, welche mit Rührarmen T ausgestattet ist. Diese Rührarme tragen Messer U, die zum Abkratzen der Seife von den inneren Kesselwänden dienen.
Die G-röfse des Kessels wird derart gewählt, däfs er dreimal so viel fassen kann, als die Gesammtmenge des jedesmal zu verarbeitenden Rohproductes beträgt.
Der ganze Arbeitsgang bis zum Zerschneiden der. Seife umfafst drei Perioden:
i. das Verseifen der Fette,
2.· das Trocknen der Seife,
3. das Pressen derselben.
Zur Herstellung von ungefähr 100 kg trockener Seife bringt man in den Kessel:
72,900 kg wasserfreien Talg oder ebenso viel dickflüssige oder flüssige OeIe, oder 80,250 kg Schweineschmalz, oder 36,450 kg irgend welcher OeIe und 32,850 kg Stearin, oder 72,900 kg einer Mischung von Talg und Olein oder Talg und irgend welcher OeIe, oder 48,600 kg Talg oder Talg mit Oelen oder Ole'in gemischt und 20 kg Kolophonium, und giefst hierzu sodann 10 1 Condens- oder Flufswasser, welches auf bekannte Weise mit Alaun gereinigt ist. Hierauf
öffnet man die Hähne cfk und führt in die drei Schlangenrohre BEI Dampf unter einem Druck von 2 Atmosphären ein.
Sobald die Mischung von Fett und Wasser zu sieden anfängt, setzt man das Rührwerk in Bewegung und bringt in den Kessel in Zwischenräumen von einigen Minuten anfangs kleine, später immer gröfsere Mengen raffinirte Handelspotasche (die beste ist cjoproc), bis die Mischung wenigstens 25,920 kg, höchstens aber 28 kg reines kohlensaures Kali (K2 CO3) enthält, oder man bringt in den Kessel so viel gepulverte calcinirte Soda, bis die Mischung 19,950 kg bis 21,500 kg reines kohlensaures Natron (Na^ C O3) enthält, oder man giebt zu der Mischung Potasche und Soda zusammen im entsprechenden Verhältnifs.
Wenn die Mischung nach zwei- bis dreistündigem Kochen zu schäumen erheblieh nachläfst, so erhöht man stufenweise die Temperatur des Dampfes bis zu einem Druck von 5 Atmosphären und giefst von Zeit zu Zeit je 2 1 Wasser zu, und zwar so lange, bis die Mischung völlig zu schäumen aufhört und eine compacte, gleichförmige, halbdurchsichtige Masse bildet, und die ihr entnommene Probe, zwischen den Fingern geknetet, keine Spur von Fett mehr aufweist. Alsdann werden zum letzten Mal 2 bis 4 1 Wasser zugegossen, die Dampfzufuhr zur oberen Heizschlange B abgestellt und die Seife bei fortgesetztem Umrühren und einer Dampfdrucktemperatur von etwa 3 bis 5 Atmosphären, entsprechend dem geringeren oder gröfseren Siedepunkt des zur Verseifung benutzten Fettes, getrocknet.
Das Trocknen dauert einige Stunden. Am schnellsten und bei niedrigster Temperatur geht dasselbe bei Talg-Cocosseifen oder Stearin-Cocosseifen vor sich; am längsten und bei höchster Temperatur trocknen dagegen Baumöl-Seifen, und am längsten, bei einem Dampfdruck von 4 Atmosphären, Harz-Seifen.
Während der ersten Trocknungsperiode wird die Seife compact und hart, doch erweicht eine zwischen den Fingern geknetete Probe immer mehr. Bei fortgesetzter Erwärmung schmilzt · die Seife und wird dünner, worauf sie wiederum eine compactere, matte Masse bildet. Die Trocknung ist beendigt, wenn eine der Masse entnommene Probe nach ihrer Abkühlung die gewünschte Härte und Formbarkeit aufweist.
Nunmehr schliefst man die Zuleitungshähne f und k, stellt unter die im Boden H befindliche Ablafsöffnung eine eiserne, gut polirte oder mit Blech ausgelegte Form, deren eine Seite beweglich sein mufs, und öffnet alsdann den Verschlufs P. Das sich drehende Rührwerk STU treibt die Seife in die Form hinein.
Nach Füllung derselben deckt man letztere mit einem hölzernen, mit Blech ausgeschlagenen, 10 bis 1.5 cm dicken, genau in die Form einpassenden Deckel zu. Darüber legt man '■ ein dickes Brett von etwas gröfserer Dimension als die ganze Oberfläche der Form, worauf dieselbe unter eine starke Presse gebracht wird, unter welcher sie bis zur Abkühlung der Seife verbleiben kann, was etwa 10 Stunden dauert, nöthigenfalls aber ist eine viertelstündige Pressung genügend.
Nach erfolgter Abkühlung ist die Seife fertig, um zerschnitten und in den Handel gebracht zu werden. Sie erlangt einen höheren Werth, wenn, sie nach dem Zerschneiden auf einige Wochen auf trockenes Lager gelegt wird, und zwar in Haufen oder in zum Versenden fertigen Packeten.
In ähnlicher Weise kann harte, sofort trockene Kali-Seife, Natron-Seife oder Kalinatron-Seife angefertigt werden, wenn anstatt trockener Carbonate Laugen beliebiger Stärke angewendet werden, sowohl Carbonat- als auch Aetzlaugen. In diesem Falle treten in der ersten Periode des Verseifungsprocesses nur zwei kleine Veränderungen ein, und zwar:
1. Die ganze Menge der Fette und Laugen mufs auf einmal in den Kessel gebracht werden.
2. Das Kochen der Fette mit den Laugen mufs anfangs bei niedriger, sodann aber bei höherer Dampf temperatur so lange ohne irgend welchen Wasserzusatz fortgesetzt werden, bis sich der Seifenleim oder die Emulsion zersetzt.
Alsdann erhöht man die Dampfdrucktemperatur bis auf 4 oder 5 Atmosphären und giefst während einiger Stunden von Zeit zu Zeit je 2 1 Wasser zu, bis die Seife, so wie schon vorgehend beschrieben, sich zum Trocknen fertig zeigt.

Claims (1)

  1. PatEnt-Anspruch:
    Ein zur Verseifung von Fetten, OeI, Harzen oder dergl. mit Alkali bezw. Alkalicarbonaten unter geringem Wasserzusatz und niedriger Temperatur, sowie zum Trocknen der Verseifungsmischung durch Erhitzung geeigneter Apparat, im wesentlichen gekennzeichnet durch einen Nickel- oder Kupferkessel (A' A") mit getheilter Beheizung (B E I) und drehbarem Rührwerk (S T), welches mit Vorrichtung (U) zum Reinhalten der Innenwand von umzurührender Masse bezw. Seifenmischung ausgestattet ist.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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