DE767667C - Verfahren zur Nassbehandlung von in Stapel geschnittenen Kunstfasern (Zellwolle) - Google Patents
Verfahren zur Nassbehandlung von in Stapel geschnittenen Kunstfasern (Zellwolle)Info
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Description
- Verfahren zur Naßbehandlung von in Stapel geschnittenen Kunstfasern (Zellwolle) Bei der Behandlung von in Stapel geschnittenen Kunstfasern (Zellwolle) mit Flüssigkeiten, beispielsweise beim @Waschen solcher . Fasern, ist es wichtig, daß die Wirkung der Behandlungsflüssigkeiten auf das Fasergut möglichst intensiv gestaltet wird. Um dies zu erreichen, hat man schon die Behandlungsflüssigkeit in strömende Bewegung versetzt, indem man z. B. die Waschflüssigkeit samt dem geschnittenen Fasergut durch Rinnen leitete, in welchen die an sich schon vorhandene Auflockerungswirkung durch eingebaute Hindernisse, durch haspelähnliche Schlagwerke, durch Kaskaden und ähnliche Vorrichtungen unterstützt wurde. In anderen Fällen hat man diese Wirkung dadurch zu erreichen gesucht, daß man die Behandlungsflüssigkeit durch Einblasen von Luft oder Dampf in starke Wallungen brachte oder daß man das Gut in einem Wasserbade mit dauernd rundlaufender und wellenartig bewegter Wasserflotte behandelt oder daß man Behandlungsbäder verwendete, welche in schaukelnde oder schüttelnde Bewegung versetzt wurden, um eine bessere Durchdringung des Fasergutes mit der Behandlungsflüssigkeit zu erreichen. Alle diese Verfahren hatten jedoch den Nachteil, daß die so behandelten Fasermassen mehr oder weniger stark verfilzen, wodurch ihre spätere Verarbeitung erheblich erschwert wird. Es werden auf diese Weise wollartig verwirrte Fasermassen erhalten, während man im Hinblick auf die spätere Weiterverarbeitung ein möglichst lockeres Vließ von im wesentlichen parallel gelagerten Fasern anstrebt.
- Es wurde nun gefunden, daß man das gesteckte Ziel bei gleichzeitig hervorragender Wirkung der Behandlungsflüssigkeiten erreichen kann, wenn man den Flüssigkeitsbehälter, in dem die Fasern frei schwimmen, in auf und ab gehende Schwingungen mit einer Frequenz von etwa 5oo bis i5oo in der Minute versetzt. Die Amplitude dieser Schwingungen kann dabei bis etwa 2o mm betragen, doch tritt die Wirkung auch schon bei kleineren Amplituden (etwa 5 mm) in Erscheinung. Das Verfahren ist besonders von Bedeutung für fortlaufende Verfahren bei der Zellwolleherstellung, da es hierdurch möglich ist, die bisher zur Behandlung dienenden Schwemmrinnen ganz oder teilweise, insbesondere in ihrem ersten Teil, in Schwingungen zu versetzen, wodurch sich die einzelnen Faserbündel lockern und die nachfolgende Behandlung wesentlich gefördert wird, ohne daß dabei die parallele Lage der Einzelfasern verlorengeht, während andererseits die frisch gesponnene Kunstfaser infolge dieser Behandlung eine verstärkte Neigung zur Kräuselung zeigt, was wiederum für die Verarbeitung sehr erwünscht ist.
- Für die Wirkung des Verfahrens ist es, insbesondere bei der Behandlung des Gutes in derartigen Schwemmrinnen, zweckmäßig, die Schichthöhe sowie das Verhältnis zwischen Fasermenge und Flüssigkeit (Flottenverhältnis) nicht zu groß zu wählen, da die Auflockerung bei geringer Faserdichte und verhältnismäßig niedriger Schichthöhe am größten wird. Außerdem würden z. B. bei zu großer Schichthöhe die bei den Schwingungen wirksam werdenden Kräfte unverhältnismäßig groß und damit die ganze Anlage unnötig schwer und teuer werden. In dieser Beziehung hat es sich als vorteilhaft erwiesen, die Schichthöhe der Flüssigkeit unter etwa 5 cm und das Flottenverhältnis unter etwa i : 2o zu wählen.
- Die Art der Erzeugung der Schwingungen ist im wesentlichen beliebig. Sie kann zwangsläufig durch Exzenter oder bei frei beweglicher Rinne durch exzentrische Schwungmassen oder auch einfach elektrisch bzw. elektromagnetisch erfolgen.
- Mit dem bekannten Verfahren zur Reinigung von Wäsche in einer VG,aschrnaschine, welche in Schwingungen versetzt wird, hat das erfindungsgemäße Verfahren nichts zu tun, da es sich hier um die Behandlung der bei der Zellwolleherstellung anfallenden Fasermassen handelt, die ganz andere Probleme aufwirft, als das Waschen und Reinigen von Wäsche und Stoffen. In der Papierindustrie ist ferner ein -erfahren zur Entwässerung von Papierstoffbahnen auf dem Langsieb der Papiermaschinen bekannt, wobei das Sieb in senkrechte Eigenschwingungen versetzt wird. Bei diesem Gut handelt es sich jedoch nicht um eine im Wasser suspendierte Fasermasse, sondern um einen dicken Brei aus vollständig regellos gelagerten kurzen Faserstückchen, in dem eine Auflockerung nicht eintreten kann. Dieses Verfahren bezweckt vielmehr die Entwässerung des Papiersto$breies, wobei gerade eine starke Verdickung des Breies stattfindet. Die Wirkung ist also gerade entgegengesetzt der des erfindungsgemäßen Verfahrens.
- Bei einer bekannten Vorrichtung zum Naßbehandeln von Textilfasern in Flockenform werden die auf einer flüssigkeitsdurchlässigen Unterlage aufliegenden Textilfasern durch auf- und abwärts und in der Längsrichtung bewegte Roste von der Unterlage abgehoben und in der Längsrichtung schrittweise vorgerückt, während durch Brausen auf die Fasern ständig Behandlungsflüssigkeit aufgebracht wird. Auch mit der genannten Vorrichtung hat das erfindungsgemäße Verfahren nichts zu tun, da bei jener die Fasern nicht frei schwimmen und infolgedessen auf sie nicht die öffnend wirkenden, dort nicht erwähnten Schwingungen von etwa 5oo bis i5oo in der Minute übertragen werden können, in die erfindungsgemäß der Flüssigkeitsbehälter, in dem die Fasern frei schwimmen, versetzt wird. Schließlich erzielt man im Gegensatz zum erfindungsgemäßen Verfahren auch ein Filzen von Textilmaterialien, wenn man nach einem anderen Vorschlag nicht flüssigkeitsdicht verschlossene Behälter mit der mit Walkflüssigkeit imprägnierten oder in der Walkflüssigkeit schwimmenden Ware als frei schwimmende Svsteme bis zu einigen tausend Wechseln je Minute und Amplituden bis zu einigen Millimetern anregt. Durch das Vorhandensein der zahlreichen Öfinungen des nicht flüssigkeitsdicht verschlossenen Behälters werden Wirbelerscheinungen hervorgerufen, die die Verfilzung begünstigen, während bei dem neuen Verfahren die frisch in die schwingende Flüssigkeit hineingelangenden mehr oder -,weniger stark verklebten Zellwollfaserbüschel unter zweitgehender Beibehaltung der parallelen Lage auseinander schwimmen. Außerdem sind #,-alk- und Filzprozesse langwieriger Natur, die Zeiten in der Größenordnung von Stunden benötigen. Hier unterwirft man dagegen die Faserbüschel selbstverständlich nur so lange der erfindungsgemäßen Behandlung, bis die gewünschte öffnung des ganzen Faserbüschels erfolgt ist, da bei einer zu langen Fortsetzung, der Behandlung die nunmehr isolierten Einzelfasern ebenfalls Gelegenheit hätten, sich zu verschlingen oder zu verfilzen.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zur Naßbehandlung von in Stapel geschnittenen Kunstfasern (Zellwolle), dadurch gekennzeichnet, daß der Flüssigkeitsbehälter, in dem die Fasern frei schwimmen, auf und ab gehenden Schwingungen mit einer Frequenz von etwa 5oo bis 1500 in der Minute ausgesetzt wird. z. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schichthöhe der Flüssigkeit gering, vorzugsweise unter 5 cm ist. ZurAbgrenzung des Erfindungsgegenstands vom Stand der Technik sind im Erteilungsverfahren folgende Druckschriften in Betracht gezogen worden: Deutsche Patentschriften Nr. 187 711, 481 944, 527 679, 596 868; Zeitschrift »Deutsche Textilwirtschaft« v. 15. 11. 1935, S. 16.
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| DE481944C (de) * | 1928-06-12 | 1929-09-24 | Antonio Beria | Maschine zum Nassbehandeln von Textilfasern in Flockenform |
| DE527679C (de) * | 1929-11-14 | 1931-06-20 | Wilhelm Mischke | Verfahren zum Aufschliessen von Stapelfaserbuendeln |
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