DE760909C - Verfahren zum Herstellen reliefartig wirkender Landkarten - Google Patents

Verfahren zum Herstellen reliefartig wirkender Landkarten

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DE760909C
DE760909C DEB196664D DEB0196664D DE760909C DE 760909 C DE760909 C DE 760909C DE B196664 D DEB196664 D DE B196664D DE B0196664 D DEB0196664 D DE B0196664D DE 760909 C DE760909 C DE 760909C
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Erwin Beul
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    • GPHYSICS
    • G03PHOTOGRAPHY; CINEMATOGRAPHY; ANALOGOUS TECHNIQUES USING WAVES OTHER THAN OPTICAL WAVES; ELECTROGRAPHY; HOLOGRAPHY
    • G03FPHOTOMECHANICAL PRODUCTION OF TEXTURED OR PATTERNED SURFACES, e.g. FOR PRINTING, FOR PROCESSING OF SEMICONDUCTOR DEVICES; MATERIALS THEREFOR; ORIGINALS THEREFOR; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED THEREFOR
    • G03F1/00Originals for photomechanical production of textured or patterned surfaces, e.g., masks, photo-masks, reticles; Mask blanks or pellicles therefor; Containers specially adapted therefor; Preparation thereof
    • G03F1/88Originals for photomechanical production of textured or patterned surfaces, e.g., masks, photo-masks, reticles; Mask blanks or pellicles therefor; Containers specially adapted therefor; Preparation thereof prepared by photographic processes for production of originals simulating relief
    • GPHYSICS
    • G09EDUCATION; CRYPTOGRAPHY; DISPLAY; ADVERTISING; SEALS
    • G09BEDUCATIONAL OR DEMONSTRATION APPLIANCES; APPLIANCES FOR TEACHING, OR COMMUNICATING WITH, THE BLIND, DEAF OR MUTE; MODELS; PLANETARIA; GLOBES; MAPS; DIAGRAMS
    • G09B29/00Maps; Plans; Charts; Diagrams, e.g. route diagram
    • G09B29/12Relief maps

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Description

  • Verfahren zum Herstellen reliefartig wirkender Landkarten Zweck des hier dargelegten Verfahrens ist erstens die Verbesserung bestehender und die Schaffung neuartiger Kartenbilder nach Form und Inhalt, zweitens die Verbilligung der Kartenherstellung durch Anwendung eines im Kartendruckgewerbe nicht üblichen Herstellungsganges.
  • Neben solchen Karten, welche die Oberflächenform des betreffenden Erdausschnittes völlig unberücksichtigt lassen, gibt es andere, welche sie genau oder mehr oder weniger generalisiert (zusammenfassend, verallgemeinernd) darstellen. Bei letzteren ist zu unterscheiden, ob die Oberflächenform wirklich plastisch ausgeführt ist ' wie z. B. bei Blindenatlanten, oder ob es sich um die Erzielung eines illusionistischen Eindrucks handelt, welcher die Bodenerhebungen (das Relief) auf malerisch-technische Art vortäuscht. Die Erfindung soll sich nur auf letztere Art beziehen.
  • Bei den bis heute bekannten Karten aller Art wird die Oberflächenform (Geländeplastik) im Druck durch eine besondere Druckplatte (Gebirgsplatte) hervorgebracht, welche die Geländeform entweder in Schraffen- bzw. Schummerungsmanier bringt oder als Rasterdruck einer Fotografie eines plastischen Reliefs.
  • Im ersten Falle erfolgt der Druck der Gebirgsplatte zusätzlich zu den anderen Farbplatten als über- oder -Unterdruck, wobei je nach der anderen Farbe, mit der die Gebirgsplatte zusammentrifft, dieselbe mehr oder weniger von ihrer Plastik einbüßt, da die anderen Farbplatten (Höhenschichtfarben, politische Farben) die Oberflächenplastik völlig unberücksichtigt lassen und jeweils als einheitliche Farbflächen gedruckt werden. Sie wirken also infolge der bei der Drucklegung angewandten Technik der Gebirgsplattenplastik entgegen, lassen deren optische Wirkung verflachen oder heben sie gar auf.
  • Im zweiten Falle sind Karten bisher nur in Schwarzweißausführung mit spärlichsten Situationseinzeichnungen (Siedlungen, Straßen) gebracht worden. Nicht veröffentlichte ersuche, den'#%'ald oder andere geographische Tatsachen in Buntfarben einzutragen, sind bisher wegen der Farbverschmutzungen bzw. wegen des Undeutlichwerdens der feineren Reliefformen unbefriedigend verlaufen, weil die Farben in der Art der herkömmlichen Kartendrucktechnik flächig angelegt wurden.
  • Die zu lösende technische Aufgabe besteht also darin, die in den vorstehenden beiden Fällen gekennzeichneten Mängel (Verschmutzung, Verwischung der Reliefzeichnung) zu beheben und einen brauchbaren Arbeitsvorgang darzulegen, der erstens ein besseres, weil feiner gegliedertes Bild derOberflächenplastik des betreffenden Erdausschnittes ergibt und zweitens es gestattet, damit außerdem noch die Darstellun g jener geographischen Probleme, die gemeinhin auf Karten ihren 'Niederschlag finden, buntfarbig zu kombinieren.
  • Das Ausgangsmaterial für den technischen Arbeitsgang ist entweder ein in Schwarzweißtechnik gehaltenes Reliefgemälde in Tusche, Aquarell, Tempera, öl, Pastell, Kohle oder Kreide oder die Aufsichtfotografie eines plastischen Rohreliefs, d. h. eines Reliefs ohne farbliche Bemalung, meist im Weiß der Modelliermasse. Arbeitsgang i Im vorgenannten zweiten Falle ergibt sich als erster Arbeitsgang die sorgfältige Korrektur der Licht- und Schattentonwerte der Fotografie, da infolgeder starkenAufnahmebeleuchtung Mängel unvermeidbar sind und mehr oder minder -roße Stellen des Reliefs teils zu hell, teils zu dunkel erscheinen. Die keit Aufnahme besser wird auf Glasplatten aus Gründen als der auf Maßhaltig Filme Cr - -"e macht, und die Fehler werden mit Hilfe der bekannten Rettischeverfahren beseitigt, wobei die zu dunklen Stellen vorwiegend im Negativ, die zu hellen Partien auf einem Positivabzug bearbeitet werden. Zu diesem muß aber mattes, bearbeitungsfähiges Kopierpapier verwendet -,verden. Im Interesse einer späteren guten Wirkung müssen die Lichter etwas spitz, die Schatten hart und tief gehalten werden, da durch die nachfolgenden Arbeitsgänge doch eine 'Milderung der Kontraste zwangläufig erfolgt. Besondere Aufmerksamkeit ist den Gebirgsgraten, Gebirgsrücken, Übergängen von Berglehnen in die Ebenen und allen plumpen, ungegliederten-, zu großen Schatten zu widmen. Arbeitsgang 2 Wirkt das Reliefbild infolge der manchmal bedeutenden Schrumpfung zerrissen, so muß durch eine überlagernde Tönung eine Zusammenfassung größerer Kartenteile (Gebirgshäno# ge ' Becken,undSenkenlandschaften, Höhenschichtstufen usw.) erfolgen.
  • Dies geschieht mit Hilfe von Schablonen aus Zellglas, Pappe u. dgl., welche für die einzelnen Fälle zurechtgesclinitten werden. Die nicht abzutönenden Gebiete der Karte werden gut abgedeckt und die freien Stellen mit Spritzretusche bearbeitet, wobei wieder, wie oben empfohlen, Aufhellungen im allgemeinen auf dem -Negativ, Schattierungen zweckmäßig auf dem Positivabzug vor-,genommen werden.
  • Dieses Verfahren ist schnell und billig, wird jedoch bei besseren Arbeiten durch den Arbeitsgang 8 ersetzt.
  • Arbeitsgang i und 2 fallen beim Ausgehen von einem Reliefgemälde fort, da sich die hier geforderten Gesichtspunkte bereits hinreichend bei Herstellung des Originals berücksichtigen lassen. Arbeitsgang 3 Nunmehr erfolgt die Eintragung des Gewässersvstems, entweder auf dem Positivabzug in Weiß oder noch besser auf dem Negativ in Schwarz. Eine exakte, scharfrandige Linienführung der Flüsse und ihre richtige Einpassung ins Relief sind wesentlich für die Endwirkung der Arbeit. Arbeitsgang 4 Von dem Reliefgemälde mit Gewässernetz oder Fotopositivabzug mit Gewässernetz werden nunmehr auf die technisch übliche Weise Rasteraufnahmen gemacht, und zwar so, als wolle man eine dem grauen Fotofarbton entsprechende Reproduktion erzeugen.
  • Die Erfahrung hat gelehrt, daß eine ausgezeichnete Wiedergabe mit einer Rasterplatte nicht zu erzielen ist. Mit grauer Farbe ausgedruckt wirkt das Relief infolge fehlender Tiefe zu flach. Zur Behebung dieses Mangels nimmt man noch eine zweite Rasterplatte zu Hilfe, die man bereits in der Aufnahme hart hält (tiefe Schatten, helle Lichter, also kontrastreich), im Gegensatz zur obengenannten Grauplatte, die Halbtoncharakter haben muß, also. weicher und ausgeglichener ist.
  • Diese zweite Rasterplatte wird als Schwarzplatte benutzt und wird als solche dem Arbeitsgang 5 unterworfen. Sie wird als Po#sitivglasplattenkopie in der Ätzerei so bearbeitet, daß sie nur noch die tiefen Schattenpartien kräftig nachzeichnet, aber an allen Stellen einer schwachen Reliefzeichnung stark zurückgedrängt wird. Diese Schwarzplatte auf den grauen Untergrund des Grauplattendrucks aufgedruckt verleiht dem Bild die Tiefe und ergibt erst die eigentliche Lebendigkeit der Plastik.
  • Selbstverständlich wird auch die Grauplatte dort, wo es nötig ist, beätzt. Schwarz-und Grauplatte werden aufeinander abgestimmt, wie überhaupt diese Arbeitsgänge grundsätzlich dem Kunstdruckfachmann ge- läufig sind.
  • Will man eine besonders gute Wirkung erzielen so schaltet man zur Verbesserung noch eine dritte Platte für den Druck mit dunklerem Grau (zweite Grauplatte) zwischen die beiden obengenannten Platten. Aufnahme und Ätzung mü.ssen auf Vermittelung abzielen.
  • Mit diesen Arbeitsgängen sind die Grundlagen für den Reliefkartenbuntdruck geschaffen. Dieselben Platten werden nicht nur für das, etwa notwendige Ausdrucken von Grau und Schwarz benutzt, sondern auch grundsätzlich zum Ausdrucken der bunten Farben genommen. Arbeitsgang 6 Es werden von der ersten Grauplatte, je nach den be-stimmten Zwecken gegebenenfalls von der zweiten Grauplatte, über eine Negativkopie eine Anzahl von Positivkopien angefertigt. Ihre Zahl richtet sich, wenn man von allen Reservekopien absieht, nach der Anzahl der bunten Druckfarben, die verwendet werden sollen, also im Vierfarbendruck vier, im Sec4sfarbendruck sechs usw. Dabei wird man kaum über acht bis zehn Farben hinausgehen. Die Gesamtzahl ist aus drucktechnischen und wirtschaftlichen Gründen möglichst niedrig zu halten. Durchweg können bei Entscheidungen die üblichen praktischen Erfahrungen im Mehrfarbendruck zugrunde gelegt werden.
  • Arbeitsgang 7 Nachdem jede der so geschaffenen Glasplattenkopien zum Druck für eine bestimmte Farbe gekennzeichnet ist (also als Rotplatte, Gelbplatte, erste Blauplatte, zweite Blauplatte usw.), erfolgt der entscheidende Arbeitsgang der Ausschnittätzung. Derselbe soll hier des leichteren Verständnisses wegen am Herstellungsgang einer politischen Karte erläutert werden, ist aber grundsätzlich für alle anderen herzustellenden Kartenarten derselbe.
  • Soll auf der herzustellenden politischen Karte ein Staatsraum in Rot erscheinen, so wird auf der zur Rotplatte bestimmten Kopie (vgl. Arbeitsgang 6) dieser Staatsraum durchGummilösung abgedeckt, wiediesbeim Ätzverfahren üblich ist. DannwirddiePlatte ringsum völlig punktfrei geätzt. Nach Entfernung der Gummilösung ist die Reliefzeichnung nur noch unter der vorher abgedeckt gewesenen Stelle erhalten. Dies bedeutet: beim Ausdrucken der Rotplatte nach üblichen Druckverfahren, zeichnet nur noch dieser Teil in Rot, und zwar, was wesentlich ist, in Reliefzeichnung, nicht gleichmäßig flächig wie beim hisherigen Druck politischer Karten.
  • Entsprechendwird ein zweiterStaatsraum, der blaufarbig erscheinen soll, auf der Blauplatte bearbeitet usw.
  • Die Schwierigkeiten liegen in einer sauberenPaßarbeit der einzelnenBuntfarbenplatten (Vermeidung von freien, weißen Stellen bzw. von überschneidungen). Es ist also ein sorgfältiges Arbeiten mit der Gravierpause nötig, deren Benutzung infolge derselben Schwierigkeiten beim üblichen Kartendruck bekannt ist.
  • Es sei noch kurz erwähnt, daß nicht für jede im Druck erscheinende Farbe eine eigene Platte geschaffen werden muß. Mischfarben, z. B. Orange, können wie beim bisherigen Vielfarbendruck durch übereinanderdruck der entsprechenden Platten (im Beispiel Rot- und Gelbplatte) erzeugt werden. Lediglich muß bei der Ausschnittätzung beachtet werden, daß der betreffende Ausschnitt auf beiden, gegebenenfalls auf mehreren Platten stehenbleibt. Neuartig ist dabei, daß alle übereinandergreifenden Druckflächen Reliefzeichnung aufweisen.
  • Damit sind die wesentlichen Grundzüge des Verfahrens klargelegt, wie sie sinngemäß bei der Herstellung all derjenigen Kartenarten angewendet werden müssen, wo das Mitzeigen des Reliefs aus inneren und sachlichen geographischen Gründen geboten erscheint. Erwähnt werden müssen nur noch zwei -Nebenarbeitsgänge, welche der allgemeinen Verbesserung der Arbeitsergebnisse dienen. N-ebenarbeitsgang, 8 Im Arbeitsgang 2 war bcreits von einer zusammenfassenden Tönung gewisser Reliefpartien gesprochen worden. Die dort empfohlene Spritzretuselie kann aber nur bei verhältnismäßig grobem Reliefuntergrund verwendet werden. Sollen alle Feinheiten desselben erhalten bleiben, dann müssen mit Hilfe der Fotomontage zwei beätzte verschiedenartige Reliefpositive verschmolzen werden. Das erste davon ist die Grauplatte, wie sie bis einschließlich Arbeitsgan- 5 entwickelt wurde.
  • Die zweite Platte entsteht aus einer tonigen Rasteraufnahme, welche in den Ab- grenzungen der Tonzusammenfassungen (Gebirgsabhänge. Beckenlandschaften, Höhenschichtstufen usw.) verschiedenartig nach Bedarf angeätzt wird. Anschaulich läßt sich dies bei der Herausarbeitung von Höhenschichtstufen erläutern.
  • Zuerst wird alles mit Gummilösung abgedeckt, bis auf den Kartenbereich, welcher der höchsten Schichtstufe angehört. Dieser Bereich der höchsten Schichts tufe wird nun leicht angeätzt, mit dem Ziel, einen kleinen, aber immerhin unterscheidbaren Unterschied in der Panktstärke gegenüber dem zunächst noch abgedeckten angrenzenden Reliefgebiet lb zu erzeugen. Hierauf wird die Gummilösung auch vom Bereich der nächstniederen, also der zweithöchsten Schichtstufe entfernt und nun beide Bereiche einen Grad weiter angeätzt usw. bis alle Schichtstufen (in der Regel vier bis sechs) bearbeitet sind. So ergibt sich eine Reliefplatte, die stufenförmig aufgehellt bzw. schattiert ist, die dunkelste Schichtstufe unten, meist Tiefland von o bis ioom oder o bis 2oom Meereshöhe, die hellste oben.
  • Die Schwäche dieser Platte, nämlich in den obersten Schichtstufen nur noch verhältm -gmäßig schwacheReliefzeichnun- zuhaben, wird auf dem Wege über die Fotomontage durch die Verschmelzung mit der reliefkräftigen Grauplatte wieder behoben, so daß nunmehr eine Reliefplatte vorliegt, die überall das Relief in der ursprünglichen feinmodellierten Form aufweist und außerdem die '\-bstufungen der Höllenschichten zeigt.
  • Sinn-emäß ist dieses Verfahren auch auf andere Abtönungsverhältnisse zu übertra-en, %vodurch stellenweise Schattierung e n bzw.
  • Aufliellungen ohne Zerstörung der feineren Reliefplastik möglich sind.
  • Nicht immer ist es zweckmäß ig, die Schichtstufenplatte mitderGrauplatte zuvereinigen, wie vorstehend dargelegt. Sie kann auch manchmal selbständig in eigenem Druckgang als Abschattierungsplatte. besonders wenn sie sehr leicht, gleichsam nur andeutungsweise gehalten ist, ganz oder ausschnittweise verwendet werden.
  • N'ebenarbeitsgang 9 Die vollendete Wirkung des Reliefkartenbuntdrucks kann durch einzelne schlecht wirkendeFarben beeinträchtigt werden. Gelb z. B. zeichnet meist etwas schwach hinsichtlich der plastischen Reliefwirk-ung. weil es eine helle Farbe ist. Die Verwendung solch heller Farben für sich allein zur Relief7eichnung istdalier zu vermeiden. Praktisch überlagert man solche Kartenpartien mit kräftiger zeichnenden Farben. Dabei wirkt Ton in Ton immer ästhetisch einwandfrei. Man kann auch in besonders kritischen Fällen die Reliefplastik durch zusätzliche Verwendung einer Grauplatte bzw. Schwarzplatte unterstützen, doch müssen dann die Platten sehr leicht und duftig gehalten sein.
  • Durch die vorstehend erläuterten Arbeitsänge ist für die Reproduktion von Karten aller Art ein neuartiges Verfahren gewiesen, Z, welches gegenüber den heute üblichen Kartendrucktechniken einige wesentliche technische Fortschritte aufweist, gekennzeichnet durch nachstehende, sich in ihrer Bedeutung steigernde Gesichtspunkte: i Das Original, von dem ausgegangen wird, ist unbunt und läßt sich darum einfacher, schneller und billiger herstellen.
  • 2. Dasselbe Original läßt sich mehrfach für verschiedenartige Karten, z. B. politische Karte, Höhenschichtkarte. geologische Karte ustv., auswerten, "vobei, gleiche 'Maßstäbe in den Abbildungen vorausgesetzt. auch noch die Arbeitsgänge i bis 6 identisch sind und erst ab Arbeitsgan- 7 sich je nach der Kartenart aufspalten. DerumfassendeProzeß der Drucklegungsarbeiten ist weitgehend mechanisiert durch verstärkte Heranziehung mechanischer Kopierverfahren.
  • 3. Es gibt, abweichend von der bisherigen Kartendrucktechnik, nicht mehr eine Gebirgsplatte, deren Wirkung durch die gleichmäßige Flächenfarbe der anderenFarbplatten beeinträchtigt oder gar auft' _gehoben wird. sondern jede einzelne Farbplatte. mit Ausnahme der Gewässer-, Schrift- und Situationsplatte. zeigt das ganze Relief oder infolge der Ausschnittätzung Teile desselben mit allen Feinheiten der Plastik des Originals, ,vodurch eine bessere Durchmodellierung des Gesamtratimes bis zu kleinsten Formelementen möglich wird als bisher und sich eine größere Klarheit und Sauberkeit des Druckes verbürgt, insbesondere werden die bisher nur in Schwarzweißdruck hergestellten Reliefuntergründe nunmehr in vielfarbige und daher lebendigste und sprechende Reliefkartenbuntdrucke umgesetzt.
  • Bei einer Abwägung der Bedeutung des hierdargelegtenVerfahrens darf neben diesen klar herausstellbaxen technischen Veränderungen nicht übersehen werden, welche indirekten Folgen der Ausbau dieser neuartigen Kartendrucklegung auf die künftige allgemeine Kartengestaltung haben muß.
  • Für viele Kartenarten (politische, klimatische, geologische, bodenkundliche, siedlungskundliche, biologische, anthropo- und kulturgeographische u. a. m.) ergibt'sich die Mög- lichkeit, durch das Mitzeigen des Reliefs in der bisher nur flächenfarbigen Darstellung sinnvoll der Vertiefung geographischer Betrachtungsweisen zu dienen.
  • Die politische Karte z. B., die mittels des mitgezeigten Reliefs den Raum bis in die feinsten Strukturgliederungen erkennen läßt, zeigt ungezwungen und sinnfällig unter anderem Schutzlagen hinter Gebirgen, Raum- und Landschaf tszerreißungen, offene Flanken eines Staatsraumes, natürliche Pforten und Riegel, also. das, was zu den fruchtbarsten Elementen geopolitischer Betrachtungsweisen gehört.
  • - Die Niederschlagskarte mit Relief zeigt bildhaft und unmißverständlic# die Abhängigkeit der Niederschlagshöhe von den morphologischen Grundzügen: das Anwachsen der Niederschläge an den Gebirgen, die Regen#-schattenlage der großen Beckenlandschaften, um nur einige Beispiele für viele zu bringen.
  • Darüber hinaus ist durch das skizzierte Verfahren Ausbau und Entwicklung völlig neuer Kartentypen garantiert, wie z. B. die Reliefraumbildkarte, welche die Darstellung der Geländeplastik mit der Pflanzendecke koppelt, als die beiden wichtigsten Faktoren des bildmäßigen Eindruckes. Wald, Wiese, Ackerland und ödland, das sind die wesentlichen Charakterzüge eines Abbildes der Erdoberfläche, was ja eine Karte sein will. Für jede dieser Kategorien muß eine regionalabgegrenzte, eigene Platte in Ausschnittätzung hergestellt werden. Wenn dann die Waldplatte in Waldgrün, die Wiesenplatte in hellerem Gelbgrün, sie darf auch gleichzeitig unter der Wald- und Ackerplatte durchlaufen, die Platte der Ackerbaugebiete in rotbraunen oder erdfarbenen Tönen, die ödlandsgebiete in Gesteins- oder Sandfarben ausgedruckt werden und jede Platte das Relief mitzeichnet, so wird dieses durch jeden Druckgang unterstützt und nicht wie bei den zur Zeit üblichen Verfähren. überdeckt und damit kraftlos. Es zeigt vielmehr nicht nur aufs klarste die Formen der Erdoberfläche, sondern auch die sprechende Lebendigkeit ihrer natürlichen Farben. Beides vereint ist ein Beweis, wie durch die vorstehend gewiesenen neuen Wege eine grundsätzliche Änderung im Kartendruckwesen eingeleitet wird.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCI-Ir:' i. Verfahren zum Herstellen reliefartig wirkender Landkarten, wobei eine schwarzweiße keliefdarstellung oder ein plastisches Rohrelief unter entsprechender Beleuchtung fotografisch aufgenommen und diese Aufnahme einer Zweckretusche unterworfen wird, dadurch gekennzeichnet, daß erst nach der Retusche des Negativs bzw. Diapositivs dieGewässer eingetragen, dann gerasterte Grau-undSchwarzplatten und von diesen durch Aussehnittätzung die Farbplatten hergestellt werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Höhenschichtplatten durch mehrfaches Abdecken und Ätzen eines gerasterten Graudiapositivs, gegebenenfalls unter Zusammenkopie mit einer kontrastreichen Grauplatte, hergestellt werden.
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