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Verfahren zur Herstellung haltbarer Pulver aus kapillaraktiven Stoffen
Es ist bekannt, daß die Salze solcher Paraffinsulfonsäuren, die die Sulfonsäuregruppe
nicht endständig tragen, als Wasch- und Reinigungsmittel -verwendet werden können
(vgl. amerikanische Patentschrift 2 o46 ogo). Diese Paraffinsulfönsäuren besitzen
etwa zo bis 2o Kohlenstoffatome in ihrem Molekül. Sie werden hergestellt durch Einwirkung
von Schwefeldioxyd und Chlor auf Paraffine entsprechender Kettenlänge und anschließende
Verseifung oder durch Umsetzung von Halogenparaffinen und Natriumsulfit oder auf
ähnliche bekannte Weise.
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Es wurde nun festgestellt, daß sich die wasserlöslichen Salze dieser
Päraffinsulfonsäuren durch Zerstäubung ihrer wäßrigen Lösungen, insbesondere unter
Anwendung heißer, trocknender Gase, in schüttige Pulver überführen lassen. Diese
Pulver besitzen jedoch merkwürdigerweise die unangenehme Eigenschaft; daß sie beim
Lagern oder Transport eine schmierige, teigartige Konsistenz annehmen. Dieses führt
zur Bildung von Klumpen und Krusten sowie zum Zusammenbacken innerhalb der Pakete.
Nach angestellten Untersuchungen ist diese Eigenschaft auf eine gewisse Hygroskopiizität
zurückzuführen, unter deren Wirkung die vorher
trockenen und schüttigen
Pulver schnell klebrig werden.
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Es wurde nun gefunden, daß man diese für die technische Handhabung
und den Verbrauch außerordentlich störende Eigenschaft der festen wasserlöslichen
Salze nicht primärer Paraffinsulfonsäuren dadurch beheben kann, daß man sie mit
feinen Pulvern nichthygroskopischer Waschmittel vermengt. Diese trockenen Pulver
umhüllen die einzelnen Teilchen der wasserlöslichen Salze d°r genannten nicht primären
Paraffinsulfonsäuren derart, daß ihnen die Klebrigkeit genomrnen wird; sie pudern
also gewissermaßen jedes Teilchen ein. Dieses geschieht uni so vollkommener, je
größer der Unterschied in der Größe der Teilchen des Waschmittels einerseits und
des Zusatzmittels anderseits ist. Es genügt dann ini allgemeinen der Zusatz geringer
Mengen dieser Pulver. Die Menge ist nach oben hin nicht beschränkt; sie richtet
sich je nach dem Verwendungszweck der Wasch- und Reinigungsmittel und kann z. B.
von 5 °io an aufwärts bis mehr als das Doppelte der wasserlöslichen Salze betragen.
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Geeignete Zusatzstoffe sind Waschmittel, die sonst nicht hygroskopisch
und klebrig sind, z. B: Seifenstaub oder feinstgepulverte Fetialkoliolsulfonate.
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Der Zusatz an den genannten pulverförmigen Stoffen kann auf verschiedene
Weise erfolgen. Man kann z. B. so vorgehen, daß man in geeigneten schonend wirkenden
Mischvorrichtungen das durch Zerstäubungstrocknung einer wäßrigen Lösung der Salze
von Paraffinsulfonsäuren gewonnene Erzeugnis mit den gewünschten Anteilen der Zusatzstoffe
vermischt. Man kann aber auch so verfahren, daß man diese Stoffe von vornherein
bei der bekannten Zerstäubungstrocknung mitverwendet, wobei man zweckmäßig so verfährt,
daß man die Zusatzstoffe in feiner Pulverform in die Zerstäuberkammer einbläst.
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Die so verbesserten Pulver kann man auch noch mit anderen bekannten
Waschmittelzusätzen herstellen. So kann man ihnen Salze, wie Soda, Bicarbonat, Borax,
Natriumsulfat, Phosphate, Pyro- und Metaphosphate, Bleichmittel u. dgl. mehr einverleiben.
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Das vorliegende Verfahren ist nicht auf die genannten wasserlöslichen
Salze von Paraffinsulfonsäuren beschränkt. Man kann es vielmehr bei allen anderen
kapillaraktiven Stoffen, die als Pulver die gleichen unangenehmen Eigenschaften
aufweisen, anwenden. So lassen sich in gleicher Weise auch Pulver aus Alkoholsulfonaten,
denen die durch Anlagerung von Kohlenoxyd und Wasserstoff an Olefine mit io bis
2o Kohlenstoffatomen und Reduktion der entstehenden Aldehyde gewonnenen Alkoholen
zugrunde liegen, verbessern. Es ist bereits bekanntgeworden, daß man kapillaraktive
Stoffe u. a. auch solche, die Sulfonsäuregruppen enthalten, mit Schutzkolloiden,
wie Eiweißstoffen, Gummistoffen, Stärke, wasserlöslichen Celluloseätliei-n ti. dgl.,
versetzen kann. Diese Kolloide sollen zur Verbesserung der t@"ascheigenscliaften
dienen. Hieraus konnte jedoch nicht die vorliegende Erfindung, der eine "",änzlicli
andere fgabe zugrunde liegt, abgeleitet werden.
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Ferner ist es bekannt, das Zusammenhacken hygroskopischer Stoffe durch
Zusatz von feinen Pulvern nichthygroskopischer Stoffe, wie Stärke, Mehl, Magnesimnoxcd,
Talkum, Ton oder Calciuniearbonat, zti verhindern. Diese Zusatzstoffe sind sämtlich
wasserunlöslich und vermindern in der Re<-el ais inaktiver Ballast die @@-irksarnkeit
der damit versetzten Stoffe.
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Demgegenüber war nicht zu erwarten, daß es gelingen würde, haltbare
Pulver aus liyroskopischen kapillaraktiven Stoffen durch Zusatz von nichthygroskopischen
pulverförmigen Waschmitteln, die wasserlöslich und ebenfalls kapillaraktiv sind,
zu erhalten. Beispiel Nach den Angaben der amerikanischen Patentschrift 2 o46 ogo
wird durch Einleiten von Schwefeldioxyd und Chlor in eine Dieselölfraktion ein Gemisch
von Sulfonsätirechloriden gewonnen; dieses wird durch Verseifen mit Natronlauge
in die Natronsalze der Paraffinsulfonsäuren überführt und durch Extraktion mit Benzin
von etwa vorhandenen unlöslichen Anteilen befreit. Die seifenartige wäßrige Lösung
der Natronsalze wird in einem Zerstäubungsturm nach dem Krause-Prinzip unter Anwendung
von auf ido bis 170° erhitzter Luft getrocknet. Das Gemisch der Natronsalze dieser
sekundären Paraffinsulfonsäure fällt als trockenes, schüttiges, leicht in Wasser
auflösbares Pulver an. Die Teilchen dieses Pulvers besitzen einen mittleren Durchmesser
von o,i mm.
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8o Gewichtsteile des so gewonnenen Sulfonatpulvers werden mit 2o Gewichtsteilen
Seifenstaub vermengt. Man erhält ein Waschpulver, das man unbedenklich auf Bändern,
Schnecken u. dgl. fördern kann und das sich in Pakete abgepackt ohne Zusammenbacken
hält. Das Pulver kann gegebenenfalls auch noch mit Soda und Perborat versetzt «-erden.
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An Stelle des vorbetiannten Sulfonatpulvers kann man auch ein Pulver
verwenden, das man durch Sulfonieren und Neutralisieren von Alkoholen gewonnen hat,
die durch Anlagerung von Kohlenoxyd und Wasserstoff an aliphatische Olefine mit
io bis 2o Kohlenstoffatomen und Reduktion der entstehenden Aldehyde gewonnen sind.
An
Stelle des Seifenstaubes kann man auch 35 Gewichtsteile eines staubförmigen Pulvers
aus Fettalkoholsulfornaten, das ,aus einem. Fettalkoholgemisch mit 12 bis 17 Kohlenstoffatomen
gewonnen worden ist, zusetzen.