DE75266C - Elektrischer Meldeapparat für Zugabfahrt - Google Patents
Elektrischer Meldeapparat für ZugabfahrtInfo
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Classifications
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B61—RAILWAYS
- B61L—GUIDING RAILWAY TRAFFIC; ENSURING THE SAFETY OF RAILWAY TRAFFIC
- B61L25/00—Recording or indicating positions or identities of vehicles or trains or setting of track apparatus
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 20: Eisenbahnbetrieb.
in MANNHEIM.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 26. September 1893 ab.
Zweck vorliegender Erfindung ist, an Meldeapparaten für Zuggattung und Fahrtrichtung
der durch Patent Nr. 65214 bekannten Art auf elektrischem Wege die Zugabfahrtszeit - Anzeigetafeln
des Meldeapparates von einem am Wärterstande befindlichen Control- und Commandoapparate
aus und in Uebereinstimmung mit letzterem einzustellen.
Zur Angabe der Abfahrtszeit des Zuges befinden sich auf dem Meldeapparat mehrere
Felder, hinter welchen die Anzeigescheiben für die Stunden und Minuten sichtbar werden, die
mittelst von dem Commandoapparat aus zu steuernder Elektromagnete gesenkt und auf
mechanische Weise wieder gehoben werden.
Die Anordnung kann so getroffen sein, dafs die Abfahrtszeit-Anzeigetafeln von zwei Seiten
des Melders sichtbar werden. In diesem Falle sind die Anzeigetafeln in doppelter Anzahl angebracht
und eine entsprechende Anzahl Elektromagnete vorgesehen, deren je zwei einander entsprechende in einem Stromkreis liegen und
von einer Stromunterbrecherscheibe im Commandoapparat ein- oder ausgeschaltet werden.
Der Anker eines jeden Elektromagneten steht mit einer Vorrichtung in Verbindung, welche
die Ziffernscheiben festhält und bei der abwechselnden Anziehung und Abstofsung des
Ankers durch den Elektromagneten eine nach der anderen senkt, bis die gewünschte, dem
Isolirstück der Unterbrecherscheibe entsprechende Ziffernscheibe des Melders sichtbar ist.
Fig. ι zeigt die Vorderansicht des Meldeapparates,
Fig. ι a die Vorderansicht der Wä'rterstandsäule mit dem Control- und Commandoapparat,
Fig. 2 zeigt in einem lothrechten Längsschnitt, Fig. 2 a in einem lothrechten Querschnitt
und Fig. 3 in einem waagrechten Längsschnitt die innere Einrichtung, der unteren, die Abfahrtszeit
angebenden Abtheilung des Meldeapparates; Fig. 4, 4a und 6 stellen in einem
lothrechten Längs- und Querschnitt bezw. in einem waagrechten Längsschnitt die innere Einrichtung
des Control- und Commandoapparates und die Fig. 5 und 5 a die Stromschlufsvorrichtung
desselben in ihren beiden Arbeitsstellungen dar; Fig. 7 zeigt das Schema des elektrischen Stromlaufs und Fig. 8 die innere
Einrichtung des Meldeapparates zum mechanischen Heben der gefallenen Abfahrtszeit-Anzeigetäfeln.
Die Elektromagnete AA1A2A3, Fig. 2, 2a
nnd 3, dienen zum Senken der Zifferntafeln BB1B2B3, von welchen B B1 die Stunden
und die Tafeln B2B3 die Minuten der Abfahrtszeit
anzeigen. Diese Tafeln sind von Eisenblech und gleiten in Führungsnuthen b,
Fig. 2 a. Die Tafel B mit der Ziffer 1 ist nur
einmal vorhanden, während von den Tafeln B1 zehn, mit den Ziffern 1 bis ο versehen, vorhanden
sind. Die Anzahl der Tafeln B2 für die Zehnerstellung der Minutenzahl beträgt fünf
und die der Tafeln B3 für die Einerstellung zehn, die den Ziffern 1 bis 5 bezw. 1 bis ο entsprechen.
Will man ζ. B. die Zeit io Uhr 26 Minuten anzeigen, so hat man zunächst die Tafel B,
dann sämmtliche Tafeln bis zur zehnten Tafel B1, darauf die erste und zweite Tafel B2 und schliefslich
sämmtliche Tafeln bis zur sechsten Tafel jB3
fallen zu lassen. Die Elektromagnete A A1 und A2 A3 liegen in zwei getrennten Stromkreisen
und sind zu einander entgegengesetzt polarisirt, so dafs z. B. bei Erregung des Elektromagneten A
der Elektromagnet A1 und bei Erregung des Elektromagneten A2 Elektromagnet A'6 seinen
Anker abstöfst. Wird die Stromrichtung gewechselt, so werden Elektromagnete A1 und A3
magnetisirt, während Elektromagnete A und A2
aufser Thätigkeit bleiben, wie aus der unten folgenden Erklärung des Stromschemas verständlich
wird.
Zur Steuerung dieser vier Elektromagnete dienen die im Commandoapparate 0, Fig. 1 a
bezw. Fig. 4, 4a, 5, 5a und 6 vorgesehenen vier metallischen Stromunterbrecherscheiben
C C1 C'2 C3, welche mit einer der Anzahl der
Tafeln B B1 B2 B3 entsprechenden Anzahl isolirender
Stücke c, Fig. '4, versehen sind und
mittelst je eines auf ihren Achsen sitzenden Knopfes c1, Fig. 6, gedreht werden. Auf den
Achsen sämmtlicher Unterbrecherscheiben sitzen Controlzifferblätter c2, Fig. 4, deren Ziffern der
Anzahl der Stromschlufsstücke c und der Anzeigetafeln B B1 u. s. w. entsprechen und die
Stunden und Minuten, welche der WTärter im Meldeapparat geschaltet hat, anzeigen. Jede
Unterbrecherscheibe wird durch eine Sperrklinke c3 an der Drehung nach der falschen
Seite gehindert. Die Scheiben C1 und C3, Fig. 5, haben aufserdem noch je eine Sperrung dd,
welche durch einen gemeinschaftlichen Knopfe?1
mit Stangenverbindung d% d'2 ausgelöst werden
und die betreffenden Scheiben freigeben. Der Druckknopf dient gleichzeitig zum Ein- und Ausschalten
je zweier Stromunterbrecherscheiben C und C2 oder C1 und C3.
Zu diesem Zwecke sitzt fest auf der einen Stange d2, Fig. 5 und 5a, eine Hartgummioder
Ebonithülse mit Nocken di, welche beim
Niederdrücken des Knopfes d1 die an der Klemme E1 anliegende Metallfeder d5 abdrückt
und die elektrische Verbindung zwischen den Klemmen D1 und E1 unterbricht. Ist die
Stange d2 so weit herniedergedrückt, dafs deren Metallfeder d6 die Klemmen D und D1
berührt, wie dies in der Fig. 5 a verdeutlicht ist, so ist die leitende Verbindung zwischen
den Klemmen D1 D und E hergestellt. Die Leitung ist zwischen D1 und E1 in der (oberen)
Ruhelage des Druckknopfes immer geschlossen.
Dreht man nun z. B. einen der Knöpfe c\ Fig. 6, der Unterbrecherscheiben C1 oder
C3, um die entsprechende Anzeigetafel B1 oder -B3 des Melders einzustellen, so wird der
Anker des bezüglichen Elektromagneten A1 oder A3 so oft angezogen und abgestofsen,
wie der Strom zwischen den metallischen Theilen der Scheiben C und der betreffenden
Stromschlufsfeder c4, Fig. 4, geschlossen wird. Dementsprechend wird der Magnet so viel Anzeigetafeln
fallen lassen, bis die gewünschte, dem Fensterchen des Commandoapparates entsprechende
Ziffer im Melder sichtbar wird. In der Ruhelage berühren die Federn c4 stets ein
isolirendes Einsatzstück c der Scheibe C, so dafs der Stromkreis hier unterbrochen ist.
Der Stromlauf ist, wie aus Fig. 7 ersichtlich, folgender:
Angenommen, der Stromkreis sei zwischen D und D1, Fig. 5, also bei x, Fig. 7, geöffnet,
also der Knopf d1 in der oberen Ruhelage und zwischen jD1 und E1, Fig. 5, also beiy, Fig. 7,
geschlossen, und man wolle den (oder die) Elektromagneten A bethätigen. Der Wärter
dreht dann die Unterbrecherscheibe C, wodurch der Strom zunächst durch Leitung 1 von
dem positiven Pol der Batterie zur Klemme E durch Leitung 2 zur Achse der Unterbrecherscheibe
C und Stromschlufsfeder c4, Fig. 4, und Leitung 3 zum Elektromagneten A fliefst,
Fig. 7, um diesen zu bethätigen, von dort zum Elektromagneten A1, welcher wegen seiner entgegengesetzten
Polarität aufser Thätigkeit bleibt und schliefslich, falls ein zweites System Elektromagnete
A A1 vorhanden ist, mittelst Leitung 4 durch diese Elektromagnete und durch die
Rückleitung 5, Klemme D1, Stromschlufsfeder d&,
Klemme E1 und Leitung 6 zur Batterie zurück.
Will man die Elektromagnete A1 durch
Drehen der Scheibe C1 bethätigen, so mufs zunächst durch Niederdrücken des Knopfes dl
im Commandoapparat die Verbindung zwischen D1 und E1 (s.j^, Fig. 7) geöffnet und zwischen
D und D1 (x, Fig. 7) geschlossen werden. Der Lauf des Stromes ist nun ein entgegengesetzter.
Dreht man die Scheibe C1, so geht der Strom von der Klemme E durch Leitung 7 über χ
und Leitung 5 zu den Elektromagneten A A1, _ von welchen nur A1 bethätigt wird, da der
Strom jetzt in umgekehrter Richtung fliefst, A jedoch aufser Thätigkeit bleibt, und durch
Leitung 3, Stromschlufsfeder c4, Unterbrecherscheibe
C1, Leitung 13, Klemme E1 und Leitung
6 zurück zur Batterie.
In gleicher Weise werden die Elektromagnete A2 und A3 erregt.
Bei Erregung des Magneten A% durch Bethätigung
der Unterbrecherscheibe C2 unter Schliefsung des Stromkreises zwischen D1UiIdI?1,
also bei jr, Fig. 7, und Oeffnung des Stromkreises zwischen D und D1, also x, Fig. 7, ist
der Stromlauf folgender:
Vom positiven Pol der Batterie kommend, geht der Strom zur Klemme E durch Leitung 8,
Unterbrecherscheibe C2 durch die betreffende
Stromschlufsfeder ci und Leitung 9, Fig. 7, zum Elektromagneten A2, welcher erregt wird,
von dort zum Elektromagneten AB, welcher aufser Thätigkeit bleibt, sodann durch Leitung 10
zu dem anderen Paar Elektromagnete A2 A3,
von dort durch die Leitungen 11 und 5 über y und Leitung 6 zur Batterie zurück.
Bei Erregung des Magneten A3 durch Bethätigung
der Unterbrecherscheibe C3 unter Schliefsung des Stromkreises zwischen D und D\
also bei x, Fig. 7, und Oeffnung des Stromkreises zwischen E1 und Z)1, also bei jr, Fig. 7,
geht der Strom den umgekehrten Weg, nämlich von der Klemme E durch Leitung 7 über x,
Leitungen 5 und 1 1 zum Elektromagneten A3,
welcher erregt wird, von dort zum Elektromagneten A2, der infolge der umgekehrten
Stromrichtung aufser Thätigkeit bleibt, durch Leitung 10 zu dem anderen Paar Elektromagnete
A3 A2 und schliefslich durch Leitung 9, Stromschlufsfeder c4, Unterbrecherscheibe C3,
Leitung 12, Klemme E1 und Leitung 6 zur
Batterie zurück.
Die mit den Elektromagneten in Verbindung stehenden und von diesen in Thätigkeit gesetzten
Auslösevorrichtungen für die Anzeigetafeln B B1 B'2 B3 bestehen, wie aus den Fig. 2
und 3 ersichtlich, aus Stiftentrommeln F, welche in einem Lagerarm am Gehäuse G drehbar gelagert
sind und mittelst eines auf ihren Achsen sitzenden Steigrades/, in welches der mit Schubklinke
/] versehene zweiarmige Ankerhebel/2
eingreift, gedreht werden. Die Anzahl der Trommelstifte f3 entspricht der Anzahl der
fallen zu lassenden Anzeigetafeln B im Gehäuse G. Für jeden Stift ist ein doppelarmiger
Auslösehebel/4 vorgesehen, welcher mit einem Arm gegen den betreffenden Stift/3 lehnt, mit
dem anderen Arm jedoch durch einen Schlitz des Gehäuses tritt, wo er in eine Aussparung
der zugehörigen Tafel greift und diese in der oberen Lage festhält. Bei jedesmaliger Bethätigung
des Elektromagneten wird die Stiftentrommel F mittelst des Ankerhebels und Steigrades
um einen Stift vorgedreht, was die Auslösung einer Tafel B zur Folge hat. Dieses
Spiel wiederholt sich so oft, bis die gewünschte, mit der entsprechenden Ziffer der Unterbrecherscheibe
CC1... versehene Tafel am Fensterchen in der unteren Abtheilung des Melders
(Fig. 1) sichtbar ist.
Um die gefallenen Abfahrtszeit-Anzeigetafeln in ihre obere Lage zu bringen, in welcher sie
von den Auslösehebeln fl gehalten werden, dient der Rahmen H, Fig. 3. Derselbe gleitet
auf Führungsstangen h und fafst mit seinen Streben hl unter die Tafel B. Mittelst eines
über Rolle J geführten und mit Gegengewicht K beschwerten Zugseils kann der Rahmen H
selbstthätig in folgender Weise gehoben und gesenkt werden:
Der Rahmen H befindet sich, wenn der Meldeapparat aufser Betrieb gesetzt ist, durch
die Wirkung des Gegengewichtes immer in seiner oberen Lage. Sobald jedoch von der
Wärterstandsäule (Fig. ia) aus die gewünschte Fahrtrichtungstafel L herabgelassen wird, drückt
dieselbe durch ihr eigenes Gewicht die Traversen h2 des Rahmens H, Fig. 2 und 8, in dem
Gehäuse des Meldeapparates so weit herunter, dafs die Zahlenfelder für die Abfahrts-Anzeigetafeln
B B[ u. s. w. freigelegt und letztere von dem Commandoapparat 0 aus fallen gelassen
werden können. Wird die betreffende Fahrtrichtungstafel L von der Wärterstandsäule
(Fig. ia) wieder gehoben, was durch Drehen der betreffenden Windetrommel L1, Fig. ia, geschieht,
so geht der entsprechend ausbalancirte Rahmen H sammt den Abfahrts-Anzeigetafeln
selbstthätig in. seine obere Lage, so dafs die Zahlen vor den Fensterchen in der unteren
Abtheilung des Meldeapparates verschwinden.
Die in Fig. ia gezeigte Wärterstandsäule besteht
aus einem Gehäuse M, in welchem sich ein mittelst einer Kurbel zu drehendes Räderwerk
mit einer Controlscheibe M1 befindet.
Die Kurbel steht durch ein Seil mit einem Schaltwerk im Meldeapparat in Verbindung,
um die Anzeigescheiben für die Zuggattung in Uebereinstimmung mit der Controlscheibe M1
zu drehen. Auf dem Gehäuse M sitzt das Gehäuse für die Windetrommeln L1 zum Heben
und Senken der Fahrtrichtungstafeln; über diesem befindet sich eine Orientirungstafel N
für den Wärter und über dieser der in Fig. 4 bis 6 gezeigte Commandoapparat O.
Claims (2)
1. Elektrische Schaltvorrichtung für die Abfahrtszeit-Anzeigetafeln
an Zugabfahrts-Meldeapparaten, gekennzeichnet durch am Wärterstande befindliche, den Zahlen der
Stunden und Minuten der Abfahrtszeit
. entsprechende Stromunterbrecherscheiben (C C1 C2 C3), welche mit Controlzifferblättern
(c2) und der Anzahl dieser Ziffern entsprechenden Stromschlufsstellen versehen
sind und bei ihrer Drehung abwechselnd einen elektrischen Stromkreis öffnen und schliefsen,
wodurch Elektromagnete (A A1 A2 A3J gesteuert
werden, welche die Auslösung der Anzeigetafeln für die Stunden und Minuten der Abfahrtszeit der Stellung der Stromunterbrecherscheiben
entsprechend im Meldeapparat bewirken.
2. In Verbindung mit der unter 1. gekennzeichneten Schaltvorrichtung eine Auslösevorrichtung
für die Anzeigetafeln (BB1
.Β2 BB), bestehend aus einer rotirenden
Trommel (F), welche eine der Anzahl der auszulösenden Tafeln entsprechende
Anzahl Stifte (f3) trägt, die bei jeder Schliefsung der Elektromagnet-Stromkreise
und dadurch mittelst Steigrades und Schubklinke bewirkter Trommeldrehung die die
Tafeln sperrenden Auslösehebel (f*) bewegen und die Tafeln zum Fallen bringen.
In Verbindung mit der unter ι. gekennzeichneten Schaltvorrichtung ein an Gegengewichten aufgehängter und unter die gefallenen
Tafeln greifender Gleitrahmen (H) zum mechanischen Heben der letzteren.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE75266C true DE75266C (de) |
Family
ID=348242
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT75266D Expired - Lifetime DE75266C (de) | Elektrischer Meldeapparat für Zugabfahrt |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE75266C (de) |
-
0
- DE DENDAT75266D patent/DE75266C/de not_active Expired - Lifetime
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