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Fernmeldekabel mit symmetrisch verseilten Adergruppen zur Übertragung
höherer Frequenzen Zusatz zum Ostm.-Patent r55253 Im Hauptpatent ist ein Fernmeldekabel
beschrieben, welches eine Mehrzahl von ungeschirmten, symmetrisch verseilten Adergruppen
zur übertragung höherer Frequenzen, insbesondere für Trägerfrequenzbetrieb, enthält.
"Zur Vermeidung von Wirbelstrombildung in benachbarten Verseilelementen sind gemäß
dem Hauptpatent die Sprechkreise für Hochfrequenzübertragung mit Isoliermaterial
aufgepolstert. Dadurch erhalten die Verseilelemente der äußeren Verseillage gleichzeitig
einen größeren Abstand vom Bleimantel, was sich auf die Verringerung der magnetischen
Kopplungen günstig auswirkt.
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Aus wirtschaftlichen Gründen ist es nun bei Kabeln ganz allgemein
erwünscht, den Bleimantel durch ein nicht devisenbedürftiges Material zu ersetzen.
Bei Kabeln für Hochfrequenzbetrieb kommt noch hinzu, d:aß ein Bleimantel oder auch
ein anderer Metallmantel zu magnetischen Kopplungen Anlaß gibt, so daß auch aus
diesem Grunde die Ersetzung des Bleimantels durch einen Mantel aus nicht metallischen
Stoffen wünschenswert ist. Es ist schon vorgeschlagen worden, die Bleimäntel durch
Kunstmassen zu ersetzen, die aus Polymerisaten von Verbindungen der Acrylsäure für
sich oder im Gemenge miteinander und aus Zusätzen von Füllstoffen und/ oder Weichmachern
bestehen. Neben den polymeren Acrylsäureverb,indungen können zum Aufbau der Massen
insbesondere auch vulkanisierbare bzw. härtbare Polymerisate Verwendung finden,
wie z. B. Polybutadien, Chloropren u. a. Diese Kunstmassen sollen im folgenden abgekürzt
als Polyacrylatmassen bezeichnet werden. Dabei muß allerdings in Kauf genommen werden,
daß diese Massen in bezug auf die Durchlässigkeit gegen Feuchtigkeit nicht an die
Bleimäntel heranreichen. Es
ist deshalb nicht ratsam, ein Fabel
finit trockener Papierluftraumisolation als Feuchtigkeitsschutz lediglich mit einem
Poly-acryLatniantel zu versehen. Es ist daher auch schon vorgeschlagen worden, den
Mantel nicht aus Polyacrylatniassen allein herzustellen, sondern ihn aus mehreren
Schichten verschiedener Kunstmassen aufzubauen, um die Beständig -keif gegen Feuchtigkeit
zu erhöhen. Matz: könnte beispielsweise daran denken, auf die, Kabelseele zunächst
einen -Mantel aus Polvvinylchloridmassen und darüber einen Mäntel aus Polyacrylatmassen
zu spritzen. Unter Polyvinvlchlorirlinassen sind dabei solche thermoplastisch verformbaren
Kulistinasseil zu verstehen, die durch folymerisation von Viiivlclilorid für sich
oder ini Gemenge finit arideren polvnierisierbaren Verbindungen entstanden und mit
Zusiitzen von Weichniacherii undjoder 1#üllstoffett verseben sind. Es hat sich jedoch
gezeigt, daß sich bei der Fabrikation dabei insofern Schwierigkeiten ergeben, als
die Polyvinylchloridmasen sich nicht genügend gleiclitn2ilaig auf das verhä ltnismäßig
weiche Fernsprechkabel aufspritzen ließen. Diese t"ngleicbmäßigkeiten hatten wiederum
zur Folge, daß das Kabel beine Aufhringen des zweiten -Mantels aus Polyacrylatmasse
in der Spritzmaschine hängen blieb.
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Gegenstand der Erfindung ist nun ein Kabel nach dem Hauptpatent, welches
an Stelle eines Bleimantels einen .Mantel aus Polyacrvlatinasse aufweist. Erfitidttrigsgeniäf
ist jede einzelne Adergruppe an Stelle der im Hauptpatent vorgesehenen l'apierbandbewicklung
bzw. Aufpolsterung finit einem dünnen -Mantel aus Polyvinylchloridiliasse umgeben.
Dieser -Mantel, welcher jede einzelne Adergruppe umschließt, dient bei den Adergruppen
für Hochfrequenzbetrieb gleichzeitig- als Aufpolsterurig und kann je nach dein gewünschten
Abstand betnessen werden. Es hat sich gezeigt, daß die gleichmäßige Aufbringtuig
eines Mantels aus Poly-vinvlcliloridniasse auf jede einzelne Adergruppe fabrikatorisch
keine Schwierigkeiten macht und dales andererseits fabrikatorisch auch ohne weiteres
mög'-]ich ist, auf die aus den einzelnen Ader äruppen hergestellte Kabelseele einen
Mantel atis Polyacrylatrnasse zu pressen.
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Es ergeben sich damit folgende Vorteile: i. Durch Wegfall des Bleimantels
werden die magnetischen Kopplungen günstig beeinflul.lt. Bei einer grölleren Anzahl
von Sprechl;reisen ein Kabel, die bekanntlich sämtlich untereinander verschiedene
Drallä ragen haben müssen, wird außerdem die richtige Dralllä ngenwahl insofern
erleichtert, als @l?e Drallbei Verwendung eines Kunststoffmantels verringert «-erden
kö mien.
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2. hei Verwendung eines Kunststoftinantels fallen die durch die Wirbelströme
im Bleiinantel bewirkte Induktivitätsahnabine und die Wirkwidcrstandszunabme fort.
Beides wirkt iekinstig auf die Leitungsdämpfung, d. h. auf die Ausnutzbarkeit und
Reichweite der L eitung ein.
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r ,"Gleichzeitig ergibt sich ein binreicliender "chutz jeder einzelnen
Adergruppe gegen das b:indringen von Feuchtigkeit. Es kommt noch hinzu, claß Versuche
an Kabeln gemäß der Erfindung gezeigt haben, daß der Verlustwinkel des zur Isolierung
der einzelnen Adern verwendeten Papiers im Bereiche höherer Frequenzen , erbältnismä
ßig unempfindlich gegen Feuchtigkeitsaufnalinie ist. Dieses Verhalten steht somit
im Gegensatz ztt dem "erhalten bci niedrigen Frequenzen oder bei Gleichstrom. Selbst
wenn also die verwendeten Mäntel noch nicht restlos feuclitigkeitsundurchlä ssig
sind, so wird eine geringe Fettclitigkeitsaufnahine des Papiers gerade bei Trägerstrotnkabeln
in Isauf genommen werden können.
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In der Abbildung ist ein Kabel gemäß der Erfindung beispielsweise
dargestellt. Jede Adergruppe a, welche beispielsweise aus vier papieris,@lierten,
ini Stern verseilten Einzeladern bestellt, ist mit einem Kunststoffinantel b alt;
I'olvt-inylchloridtnasse umpreßt. Die gesainte Kabelseele ist von einem -Mantel
c aus Pnlvacrvlatinas@e ttin"ebeii.