DE747882C - Verfahren zum Herstellen nicht-einkristalliner, polarisierender Flaechen - Google Patents
Verfahren zum Herstellen nicht-einkristalliner, polarisierender FlaechenInfo
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- G02B—OPTICAL ELEMENTS, SYSTEMS OR APPARATUS
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- G02B5/30—Polarising elements
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Description
- Verfahren zum Herstellen nicht-einkristalliner, polarisierender Flächen Zum Herstellen größerer polarisierender Flächen ist es bekannt, ein Sol oder eine Suspension einer dichroitischen Substanz- auf einen .durchsichtigen Träger, z. B. auf eine Glasplatte oder einen Film, aufzutragen, das Lösungsmittel der Substanz zu entfernen und ;lie kolloiden oder suspensoiden Teilchen des dichroitischen Stoffes durch geeignete Verfahren, z. B. durch Strecken, Fließkräfte. Elektrizität o. d,-l., möglichst parallel zu richten. Die im Handel befindlichen, auf diese Weise hergestellten polykristallinen Polarisatoren sind durchweg aus Herapathit hergest°Ilt. Die bekannten Polarisationsfilter besitzen den Nachteil, daß sie schleiern derart, da(,i jedes Licht von einem mehr oder weniger umfangreichen Hof umgeben ist, der z. B. in der Dunkelheit beim Betrachten einer Stral,lenlaterne -durch den Polarisator ohne weitere -zu beobachten ist und sich noch verstärkt, Nccnn auf clas Filter das Licht einer in der \:ihe befindlichen stärkeren Lichtquelle fällt.
- Die Erscheinung des Schleierns erweist sich für die Verwendung der üblichen Polarisationsfilter bei Blendschutzbrillen, aber auch für photographische Zwecke, z. B. für die Entfernung störender Reflexe bei Gegenlichtaufnahmen oder auf dem Gebiet der Mikrophotographie als außerordentlich hinderlich; sie ist ein Analogon zu .dem Tyndall-Phänomen, das kolloidale Lösungen zeigt, und zwar in um so stärkerem Maße, je größer die kolloidalen Teilchen sind. Sowohl das Schleiern bei den Polarisationsfiltern als das Tyndall-Phänomenbei kolloidalen Lösungen ist darauf zurückzuführen, daß das Licht bei den Grenzflächen der kolloiden oder suspensoiden Teilchen abgebeugt ist.
- Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen völlig schleierfreier Polarisatoren aus elichroitischen Substanzen. huch bei diesem Verfahren wird in bekannt°r `'eise auf den durchsichtigen Träger, also z. B. auf eine Glasplatte, eine echte, z. B. mit wasserhaltigen organischen Lösungsmitteln hergestellte Lösung einer dichroitischen Sahstanz aufgetragen und das Lösungsmittel verdampft, wobei entweder vor dem Auftrag der Lösung der durchsichtige Träger oder nach dein Verdampfen des Lösungsmittels die dichroitische Schicht zwecks Gleichrichtung der submikroskopischen Bestandteilchen einer schonenden Reib- bzw. Streichbearbeitung i11 einer Richtung unterworfen, also anisotropisiert werden.
- Erfindutlgsgemäß wird bei eineng solchen Verfahren zur Lösung der dichroitiscllen Substanz Eisessig verwendet. Es zeigt sich, dafa dieses Lösungsmittel für die in Betracht kommenden, verhältnismäßig plastische Kristalle bildenden Substanzen, z. B. Methylen-1)lau, Thionin, Prontos3,1 usw., in ganz besonderem Maße geeignet ist, und daß auf diese Weise hauchdünne polarisierende Schichten entstellen, deren Teilchen weit unter der Siclltbarkeitsgrenze liegen und die so klar wie die Einkristalle der betreffenden dichroitischen Substanz. sind. Die Erscheinung (les Schleierns ist völlig vermieden.
- die Verwendung von Eisessig bei der Herstellung von Flächenpolarisatoren ist an sich bekannt. Zun:ichst weicht aber schon diese bekannte Verfahren im ganzen von dein der Erfindung zugrunde liegenden Verfahren ab. I?s besteht danin, daß lnan einen durchsichtigen Träger in eine Lösung der dichroitischen Stabstanz taucht und dann unterVerdampfung des Lösungsmittels mit . einer gewissen Schräge und einer gewissen Geschwindigkeit allmählich aus der Substanzlösung herauszieht. Ein derartiger Prozeß ist sehr schwer durchzuführen, weil nur dann, wenn zwischen der Kristallisationsfähigkeit der dicllroitischen Substanz und der Verdampfungsgescllwiudigiielt des Lösungsmittels sowie der Geschwindigkeit, mit welcher man den Träger aus der Lösung der dichroitischen Substanz herauszieht, ein bestimmtes Verhältnis besteht, vernünftige polarisierende Sc.llichten erzielt werden. Der inaflgebende Unterschied aber zwischen dem bekannten `'`erfahren und dein Erfindungsgegenstand besteht darin, d11) es sich bei dein bekannten Verfahren darum handelt, einen Einkristall herzustellen. Offenbar ist mir diese letztere Tatsache der Grund dafür, daß man unter Verwendung von Herapatliit oder ähnlichen Substanzen mit Eisessig als Lösungsmittel arbeiten kann, denn Herapathit ist beispielsweise in -letlivlalkolioi "J_11 o.391111, in Eisessig aber mir zu o,03 °l`,l löslich.
- Untersucht man demgegenüber die Löslichkeit der dichroitischen Farbstoffe, die für die vorliegende Erfindung in Betracht kommen und clie, wie erwähnt, verhältnismäßig anpassungsfällige Kristalle bilden, so zeigt sich, Ball z. B. Methylenblau in Methylalkohol zu
spiele des erfindungsgemäßen Verfahrens beschrieben.011i, in Eisessig dagegen zu 22,4601", lüS_ ]ich ist. @V:ihrend alsi) bei dein Bekannten Verfahren Eisessig eines unter verschiedenen illörlielien Löstingsinitteln und dazu ein zIeln- licll ungünstiges ist, (las für die 1-lerstellun@; %"()n Einkristallen verwendet wird, konintt deni Eisessig 1)ei der vorliegenden Erfindung eine ganz spezifische Bedeutung zti. die fltircli dein anderes Mittel eri-eielli)ar ist. Die erwähnte besondere Löslichkeit der für die Erfindung in Betracht kormnenrlen dicJlro- itiselleil Sul>statlz,-n in Eisessig ist eiitclle@i- flend, weil, wie ertv:ilint, der erfin @ungs- gem:ila leergestellte F]:iclleilpolrtrizatoi- nicht einen Einkristall darstellt, sondern eijie Ul1- zalil kleinster Kriställcllen. die sich soztts.t"c#ii In- in die Furchen des anis(-)tropeil 7"i-:igcrs e* betten und ein gerichtetes polarisierte: Wach- sen erfahren. Bearbeitet nlan den Träger schon vor der Auttragung (1e1' Stll)st;illzlci#LiIh zR-e,2ks Aus- richtung der subinikrosk(-#pischen "I-eilclien, so 111t11.) dies tlatllrrelllal:i so gescllulleii, 1ali die heleatldelte "hrügeroliertläclle keine siclit- baren Bearlleitungsspuren, z. B. Kratzer, Eindrücke o. (1-l., aufweist. Reibt man bei- spielsweise deal Tr:iger mehrere Male ener- giscli mit einem weichen, satil)eren Werkzea- aus Guinini, Saint o. cdgl. in einer bestfninten 1#,'icllttnig. so tritt nach dein Auftragen der j 0s1111- eine @l"(lIltlllg@ge111afie @ll#1"lllltt117g der Substanzteilchen ein. Streicht nlan andererseits nach dein Ver- danipfen des Lösungsmittels aus der auf. den Träger aufgetragenen Lösung der dicllro- itisclien Substanz zwecks Ausrichtung der Teilchen über die feine dicliroitisclle Scllicllt, so .muß darauf geachtet werden, daß ihre Kontinuität nicht verlorengeht. Schließlich könnte man auch so vorgelicn, daß iflan die Lösung der dicllroitischen Sub- stanz auf künstlich gestrecktes Material, z. 13. Glashaut (Viskosefolien), auftragt und an- trocknen läßt. Unter V erwen-lung der erfin#lungsgemäß hergestellten Polarisationsfilter lassen sich z. B. Schutzbrillen herstellen, die völlig klar und frei von Schleiern und Trübungen sind und sich hervorragend dazu eignete, störende Reflexe auszulöschen. Ferner kann malt nach der Erfindung Polarisationsfilter fair Licllt- bildgeräte herstellen, mit denen sich <tann Gegenlicht- oder Wasseraufnallnlen u. ilgl. inacllen lassen. Schließlich können die neu- artigen Polarisationsschichten auch an Stelle voll Makrokristallen verwendet «"erden, wie sie bei Polarisationsmikroskopen geliraucllt «'erden. Den vorstehenden für die Erfindung lieflen sich ni)cll andere anreihen. Iin folgenden sind zwei Ausführungslx@i- - . I Eine i °/aige Lösung des Diacin-Farbstoff: s Thionin in einem Essigsäure-Meth3#lallcohol-Gemisch (i:i) wird in einer Menge von 0,5 cmg auf eine Glasplatte von ioo cm2 aufgebracht. Es befinden sich dann o,o5 mg Thionin auf i cm=. Setzt man die Dichte des Thionins gleich der des Wassers und nimmt man an, daß demgemäß i g Thionin auf i cm-" aufgetragen eine Schichtdicke von i cm hätte, so errechnet sich die Schichtdicke der auf 1 cm °- befindlichen o,o5 mg Thionin auf 0,00005 cm.
- Diese dünne Schicht wird nun in der Weise bearbeitet, daß man mehrere Male mit einem «-eichen Streichinstrument in gleicher Richtung darüberfährt.
- Der Versuch zeigt, .daß derartige :dünne und gerichtete Schichten mit submikroskopischen Teilchen einen ausreichenden Auslöscheffekt für polarisiertes Licht ergeben und dabei auch bei L"l>ereinanderlagerung mehrerer Träger vollkommen klar und ohne Schleier bleiben.
- II Eine Glasplatte von 9X io cm wird mit einem weichen, sauberen Streichwerkzeug in einer Richtung wiederholt energisch gerieben. Dann «-erden auf dieselbe 0,2 cm' einer gesättigten Methylenblaulösung in Äthylalkohol und Eisessig (i:i) aufgetragen, rasch und g'.zichmäßig verstrichen und durch Verdampfung vom Lösungsmittel befreit. Auf :diese @@-eise entsteht eine polarisierende Schicht von vollkommener Klarheit und starkem Polarisationsvermögen. Die Schichtdicke «-ürde, da in der o,2 cm3-Lösung 5 mg Methylenblauenthalten sind, die auf 9o cm= ausgestrichen-werden, etwa 1 tt. betragen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Herstellen nicht-einkristalliner polarisierender Flächen durch Auftragen einer Lösung einer dichroitischen Substanz auf einen durchsichtigen Träger, Verdampfen des Lösungsmittels und Gleichrichten der Substanzteilchen. dadurch gekennzeichnet, daß zur Lösung der dichroitischen Substanz Eisessig verwendet wird. Zur Abgrenzung des Anmeldungsgegenstandes vom Stand der Technik sind im Erteilungsverfahren folgende Druckschriften in Betracht gezogen worden: französische Patentschr ift . : Nr. 784487: USA.- - , . - 1 873 951= österreichische 111140.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEK151816D DE747882C (de) | 1938-09-09 | 1938-09-09 | Verfahren zum Herstellen nicht-einkristalliner, polarisierender Flaechen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DEK151816D DE747882C (de) | 1938-09-09 | 1938-09-09 | Verfahren zum Herstellen nicht-einkristalliner, polarisierender Flaechen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE747882C true DE747882C (de) | 1944-10-18 |
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ID=7252465
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DEK151816D Expired DE747882C (de) | 1938-09-09 | 1938-09-09 | Verfahren zum Herstellen nicht-einkristalliner, polarisierender Flaechen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE747882C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| NL7802569A (nl) * | 1977-03-09 | 1978-09-12 | Nadezhda Alexandrovna Agaltsov | Werkwijze voor het vervaardigen van organen die gebaseerd zijn op films van een nematisch vloei- baar kristal. |
Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| AT111140B (de) * | 1924-11-27 | 1928-11-10 | Adolphe Zimmern | Verfahren zur Gewinnung von Kristallen, von polarisierenden Kristallen, wie z. B. Kristallen von Herapathit. |
| US1873951A (en) * | 1925-11-10 | 1932-08-30 | Gen Electric | Polarizers of light and a method of preparation |
| FR784487A (fr) * | 1935-01-09 | 1935-07-22 | Marks Alvin M | Organes revêtus d'une couche cristalline, corps polarisants transparents et procédé pour les établir |
-
1938
- 1938-09-09 DE DEK151816D patent/DE747882C/de not_active Expired
Patent Citations (3)
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| AT111140B (de) * | 1924-11-27 | 1928-11-10 | Adolphe Zimmern | Verfahren zur Gewinnung von Kristallen, von polarisierenden Kristallen, wie z. B. Kristallen von Herapathit. |
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