DE347437C - Verfahren zur Herstellung von Mehrfarbenrastern - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Mehrfarbenrastern

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DE347437C
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    • G03PHOTOGRAPHY; CINEMATOGRAPHY; ANALOGOUS TECHNIQUES USING WAVES OTHER THAN OPTICAL WAVES; ELECTROGRAPHY; HOLOGRAPHY
    • G03CPHOTOSENSITIVE MATERIALS FOR PHOTOGRAPHIC PURPOSES; PHOTOGRAPHIC PROCESSES, e.g. CINE, X-RAY, COLOUR, STEREO-PHOTOGRAPHIC PROCESSES; AUXILIARY PROCESSES IN PHOTOGRAPHY
    • G03C7/00Multicolour photographic processes or agents therefor; Regeneration of such processing agents; Photosensitive materials for multicolour processes
    • G03C7/04Additive processes using colour screens; Materials therefor; Preparing or processing such materials
    • G03C7/06Manufacture of colour screens
    • G03C7/10Manufacture of colour screens with regular areas of colour, e.g. bands, lines, dots

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Description

  • Verfahren zur Herstellung von 1Kehrfarbenrastern. Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren, Mehrfarbenraster herzustellen unter Anwendung von Reservagen. Es sind mehrere solche Verfahren bekannt (vgl. z. B. österr. Patentschrift 3792:f und die Patentschrift 279932). Bei vorliegendem Verfahren wird aber ein von den bekannten abweichender Weg beschritten, bei dem die Verschiedenheit der Anfärbungsfähigkeit von :Gelatine und Zelluloid und- ähnlichen Stoffen ausgenutzt wird.
  • Decklinien oder Deckflächen aus einem gelatinösen oder andersfarbigen Kolloid, z. B. in roter Farbe, werden auf einer Zelluloid-oder ähnlichen Fläche gebildet, indem man das Kolloidpräparat in flüssigem oder ähnlichem Zustande aufträgt, z. B. durchLiniieren oder Aufspritzen, wobei die flüssigen Kolloidflächen in enge Berührung mit Zelluloid o. dgl. treten und mit scharf abgegrenzten Rändern oder Umrissen trocknen. Nachdem nun die beispielsweise roten Kolloidflächen trocken sind, werden die nicht bedeckten Teile des Grundes mit der Lösung einer Farbe gefärbt, z. B. mit Grün, welche annähernd komplementär zu der Farbe des Kolloidgrundes ist; das Lösungsmittel der Grundierfarbe für das Zelluloid o. dgl. ist alkoholischer oder anilinähnlicher oder aromatischer Art, wie später beschrieben wird.
  • Auf diese' Weise wird, wenn die nachbeschriebenen Vorsidhtsmaßregeln beobachtet werden, ein zweifarbiger Raster hergestellt, in welchem ein außergewöhnlich vollkommener Anschluß zwischen den beiden Farbelementen vorhanden und bei den besten Ausführungen keine Spur von dunklen oderschwarzen Linien durch sich kreuzende Farben zu finden sind, selbst bei Prüfung mit schärfsten Mikroskopen.
  • Es sind bereits Grundierungen mit Zwischenverbiudungsfarben beschrieben worden, wie z. B. Teile von Ölfarben auf aufsaugenden Flädhen in B a u m g a r t n e r s Erfindung, britisches Patent 22138/189" sowie in dem britischen Patent von D u c o s d u Hauron und Bercegol Nr. 194 von 1907; es sind darin verschiedene Einzelheiten angegeben, wie z. B. das Bedecken einer Zellutoidfläche mit einer farbigen Gelatineschicht, das Wegschaben, -schneiden oder -kratzen von Linien durch die Gelatineschicht und dann das Grundieren der bloßgelegten Stellen des Zelluloddgrundes mit einer zweiten in Amylazetat oder Azeton gelösten Farbe. Diese und verschiedene andere, ähnliche Verfahren gestatten eine bemerkenswerte Ausbreitung der Grundierung unter der Reservage als gedruckte Teilchen von Ölfarbe-und Gelatinelinien, die nach dem Abschaben, -schneiden oder -kratzen verbleiben und nicht die scharf begrenzte glatte Kante aufweisen, welche man erzeugen kann, wenn die Deckung als eine gelatinöse Lösung mit einer Ziehfeder oder mit einer Spritzvorrichtung aufgetragen wird.
  • Wenn ein dunkler oder schwarzer Rand durch Unterlaufen oder Vermischen der einzelnen Farbenfelder der Deckschicht entstehen, so ist es offenbar, daß, je feiner das Netz des mehrfarbigen Farbenrasters ist, um so größer (las Verhältnis des Dunkeln oder Schwarzen zur Farbe sein wird; dies gibt die Begrenzung der Feinheit an. Eine solche Grenze der Feinheit kann auch durch einen Mangel an Intensität der Farbe bestimmt werden, da feine Linien dünn sind. -Die vorliegende Erfindung erweitert oder beseitigt diese beiden Grenzen, einmal dadurch, daß eine neue Vervollkommnung der Unabhängigkeit der beiden Hauptfarben ohne oder mit nur einer äußerst geringen -zerstörenden Ausbreitung verwirklicht wird, und weiter durch die offenbar unbeschränkte Leichtigkeit der Verstärkung jeder der beiden Farben; mit diesen beiden Vorteilen ist noch der verbunden, daß die Elemente des Farbenrasters so dünn gehalten werden, daß sie fast in gleicher Ebene liegen, sowie auch noch der weitere Vorteil, daß alle Farbenelemente wasserbeständig gemacht werden. Auf diese Weise läßt sich eine Feinheit des Netzes und eine hochgradige Durchlichtung erzielen, die durch (lie den älteren Verfahren anhängenden Mängel vexlhindert werden, und es wird ermöglicht, Erfolge hervorzubringen, .welche sich für kinematographische Darstellungen eignen.
  • Die Fläche, auf welcher man nach der Erfindung die Felder von flüssigem, farbigem Kolloid anbringt, bestehen aus Zelluloid oder ähnlichen Stoffen in weitester Bedeutung, so daß Flächen darin eingeschlossen sein sollen, welche ganz oder hauptsächlich aus Zelluloseester wie dessen Nitrate oder Azetate bestehen, ebenso wie solche, welche eine firnißähnliche Oberfläche haben und wie Zelluloid wirken.
  • Es kann auch gewöhnliches; iin Handel gebräuchliches Zelluloid Verwendung finden, welches Kampher enthält: wenn jedoch ein Film oder eine Fläche aus Zelluloid o. dgl. auf einer Glasplatte gebildet werden soll, zieht man vor, keinen Kampher oder ein anderes festes Lösungsmittel anzuwenden, und erhält dann einen dünnen Film, auf welchem die Grundierung nicht das Bestreben hat, sich durch Auslaufen zu verbreitern und dadurch unterhalb der Kanten des Kolldids Färbungen hervorzurufen. Dieser dünne Film wird zweckmäßig auf der Glasfläche hergestellt, indem man mit einem zähen und reinen Pyroxylin bereitetes Kollodium mit 2 Prozent Amylazetat flüssig macht, und, als dünnen Film bezeichnet man eine Schicht, die aus T ccm Kollodium auf io qcm Fläyhe besteht. Bei Benutzung einer Platte von gewöhnlichem Zelluloid,-oder wenn ein iin Handel befindlicher Film benutzt wird, so ist dessen Dicke bedeutend stärker, und um in diesem Falle die Gefahr des seitlichen Ausbreitens der Grundierung in der Masse des Zelluloids möglichst zu verringern, empfiehlt es sich, die Grundierung in mehreren abgebrochenen kurzen Vorgängen anstatt in einem zusammenhängenden langen Vorgange auszuführen; dies kann sowohl bei Benutzung eines käuflichen Films oder bei der beschriebenen Ausführung einer dünnen Pyroxylinschicht auf Glas vorgenommen werden.
  • Die Bildung .der Pyroxylinschicht auf Glas kann auf der flachen Glasschicht in einer im photographischen Fach wohlbekannten Weise ausgeführt werden, und das Anhaften kann durch eine Schicht von Gummilösung oder von Eiweiß und Wasserglas befördert werden. Wenn der Film wieder gelöst werden soll, um ihn in umgekehrter Lage auf einer anderen Glasplatte zu befestigen, so ist die Klebeschicht nur an den Kanten der Platte aufzutragen.
  • Die Kolloidinischung, welche als Deckschicht auf der Grundlage von Zelluloid o. dgl: angewandt wird, kann aus einer Lösung voll Akaziengummi, Eiweiß o. dgl. bestehen: die Benutzung von flüssigem Fischleim; welcher unter der Bezeichnung »Le Paros Fischleim für photographische Zwecke« bekannt ist, empfiehlt sich jedoch in erster Linie. Die für die Färbung anzuwendende Farbstoffmasse kann dem Kolloid zugesetzt werden, oder die Kolloidflächen- auf der Zelluloidgrundfläche o. dgl. können mit ungefärbtem Fischleim bestrichen oder eingewalzt werden, wonach die Grundierung erst erfolgt, wenn die Lösung trocken geworden ist.
  • Ein hoher Grad der Unlöslichkeit des Kolloids ist besonders erwünscht, um einen dauerhaften Raster herzustellen. Diese Unlöslichkeit kann auf beliebige, bekannte Art erzielt i werden, z. B. durch Zusatz eines Chromatsalzes, wie Ammoniumbichromat, zur Mischung öder dadurch, daß man die Platte der Bestreichung durch Formaldehyddämpfe aussetzt. Bei der einen wie der anderen dieser Behandlungsweisen kann jedoch zunächst eine Verstärkung der Unlösbarkeit dadurch hervorgerufen werden, daß man die Platte durch einige Minuten langes Eintauchen in eine Lösung von Chromalaun i bis io oder in eine Lösung von Chromformiat (oder Chromazetat) von annähernd gleichem Chromgehalt aussetzt.
  • Kolloidpräparate, welche sich als Liiiiiertinten eignen, können beispielsweise wie folgt bereitet werden: -i. Farbloses Präparat, welches durch Formaldehyddämpfe unlöslich Beinacht oder als abwaschbare Deckschicht benutzt werden soll:
    Fischleim ........... 2 Gewichtseinheiten
    Wasser ............. i -
    2. Farbloses und derart gefärbtes Präparat, welches durch die Einwirkung des Lichts und der Zeit auf die trockenen Linien oder Felder unlöslich wird:
    Fischleim ........... 2 Gewichtseinheiten
    Wasser .... ... .... 6 -
    Kalte, gesättigte Ammo-
    niumbichromatlösung. r Gewichtseinheit
    Die zu den vorstehenden Präparaten zugesetzten Farbstoffe bestehen für gewöhnlich aus Anilinfarben: es ist jedoch darauf zu achten, daß nur solche Farben benutzt werden, welche frei von löslichen 1Iineralsalzen sind (wie z. B. schwefelsaures Natron); oder wenn solche Salze vorhanden sind, wird das Ausziehen des Farbstoffs mit warmem Methyl- oder Äthylalkohol und Verdampfung des flüssigen Auszugs im allgemeinen einen genügend reinen Farbstoff ergeben.
  • Eine rote Liniiertinte kann hergestellt werden durch Auflösung von Eosin oder Safran-. scharlaoh in der farblosen Kolloidflüssigkeit, blaue Tinte durch die Benutzung einer löslichen blauen Farbe der Nickolsonschen Art und grüne Tinte durch Benutzung von Säuregrün. Für gewöhnlich wird ein Gewichtsteil der reinen Farbe auf 20 bis 3o Teile der Iiolloidflüssigkeit genügen, doch muß darauf Rücksicht genommen werden, daß die Tinte liniiert werden muß, wobei ihre Dickflüssigkeit sich innerhalb weiter Grenzen ändern kann. Es ist auch zu bemerken, daß eine Farbe, wie Safranscharlach oder Eosin, welche so leicht durch Wasser von Gelatine entfernt werden kann, nicht erwünscht wäre, wenn sie nicht durch Verdichtung durch eine `Farbe eines entgegengesetzten Ions, wie z. B. Safranin, fixiert werden könnte. Im allgemeinen können -die Kolloidflächen durch wässerige Farbenlösungen verstärkt werden, und die Felder auf den Zelluloidflächen können dadurch verstärkt werden, daß Farben meiner Auflösung verwendet werden, welche, wie nachbeschrieben, das Zelluloid oder dessen Ersatz angreifen. .
  • Nach dem Liniieren oder Auftragen der Kolloidtinte muß diese vollständig getrocknet sein, bevor die Grundierung der Zelluloidgrundfläche erfolgt. Nach einer langsamen Trocknung bei gewöhnlicher Temperatur, etwa 2o° C, wird ein einstündiges Verweilen auf einer :Metallplatte bei 2o° C unter Er- -ht;hung auf etwa 3o bis 35° C und nachträglicher Ermäßigung auf 2o° C im allgemeinen ein befriedigendes Ergebnis liefern, aber das ; Kolloid ändert seine Beschaffenheit, und die Arbeit muß dein Kolloid angepaßt werden. Ein plötzliches Erhitzen oder eine Überhitzung oder ein zu lange fortgesetztes Erhitzen kann zu einem Rissigwerden oder Spalten der Kolloidfelder führen, und der Anmelder U aubt, daß er das Reißen oder Spalten der Colloidlinien beobachtet hat, wenn diese unvollkommen getrocknet waren, und wenn die Grundierung für das Zelluloid mit vollständig wasserfreiem Alkohol (z. B. Benzylalkohol) als Auflösungsmittel vorgenommen . war; denn das plötzliche Zusammenziehen des Kolloids durch augenblickliche Wasserentziehung verursacht das Rissigwerden, Spalten oder Zerstören. Eine geringe Menge Glyzerin in der Kolloidmischung, z. B. ein Teil Glyzerin auf d.o bis 5o Teile der -Mischung, wird die Gefahr des Rissigwerdens oder Spaltens beseitigen.
  • Die Grundierflüssigkeit zum Färben der Zelluloid- oder ähnlichen Grundfläche kann aus chemisch reinem Anilin oder seinem technischen Äquivalent( z. B. einem flüssigen Toluidin) als Auflösungsmittel bestehen, aber in diesem Falle ist größte Sorgfalt notwendig, das Pyroxyl-in frei von allen Stoffen zu. halten, welche bei längerem Lagern eine gelbe Grundierfarbe ergeben. Ein schwaches Säurebad kann Anwendung finden, um jeden Überschuß an Anilin aus dem Zelluloid zu entfernen. Ein alkoholisches Auflösungsmittel liat Vorteile, aber Methylalkohol wie Äthylalkohol und auch Azeton ziehen beim Trocknen aus der Atmosphäre Wasser an und führen dazu, die Kanten des Kolloids in nassen oder feuchten Zustand zu versetzen, wodurch manchmal gewisse Zerstörungen .verursacht werden, aber Benzylalkohol hat bestimmte, sehr entschiedene Vorteile, deren einer darin besteht, daß sein beizender Angriff auf das Zelluloid genau geregelt oder verstärkt werden kann, indem man die Temperatur regelt und eine geringe Menge, z. B. 1/"" Benzylazetat zufügt, wodurch der Angriff verstärkt wird.
  • Sorgfältig gereinigter Amylalkohol, gemischt mit einem Drittel seines eigenen Gewichts an reinstem Nitrobenzol (letzteres zur Beförderung des Angriffs auf das Zelluloid) scheint dieselben Vorteile zu besitzen wie Benzylalkohol; ebenso können Butylalkohol, Phenol oder Kresol mit Nitrobenzol benutzt werden. Nitrobenzol kann auch allein als Auflösungsmittel dienen, wenn es gewünscht wird, eine besonders stark beizende Wirkung auf das Zelluloid auszuüben. Im allgemeinen muß das Lösungsmittel für die Grundierung auf dem Zelluloid o. dgl. die Eigenschaft haben, die nackte Fläche des Zelluloids o. dgl. zu erweichen oder oberfläcli -lich zu lösen, jedoch so, daß die Kolloidfelder in keiner Weise angegriffen oder erweicht werden. Dabei ist die Beschaffenheit des Zelluloids o. dgl. und die Temperatur zu berücksichtigen.
  • Alle gebräuchlichen oder bekannten Hilfsmittel der photographischen Kunst können in Verbindung mit der Zwischenfügung des -zweifarbigen Rasters, welches das Wesen der Erfindung bildet, Anwendung finden. So können z. B. die Rasterlinien des Zweifarbenrasters sich mit den Linien einer dritten Farbe, welche unter oder über den Linien des zweifarbigen Rasters liegen, kreuzen; diese dritten Linien können beispielsweise blaue Farbe haben, wenn die Linien des Zweifarbenrasters grün und rot sind, oder sie können gelb sein, wenn das Zweifarbenfaster rot und grünli'chblaue oder bläulichgrüne Linien zeigt. Obgleich im vorstehenden die Auftragung der Kolloiddeckschicht durch Liniieren auf der Zelluloidgrundlage geschehen soll, so kann diese Auftragung auch durch Aufspritzen als technisch gleichwertiges Mittel geschehen oder irgendein anderes Verfahren Anwendung finden, welches imstande ist, die Kolloiddeckschidht in flüssiger, halbflüssiger oder geeigneter Form in Flächen oder Linien mit scharf begrenzten Umrissen durch Anhaften des Kolloids auf einer Zelluloid- oder ähnlichen Fläche anzubringen.
  • Mehrfarbige Raster nach vorliegender Erfindung können durch einen Firnißüberzug gen Berührung mit einer photographisch sensitiven Schicht geschützt, sie können auch i» Filmform auf eine andere Tragfläche übertragen werden, und sie können, entweder unabhängig oder getrennt von der sensitiven Schicht oder zusammen mit dem Emulsionsüberzug, eine vollständige, fertige, helichromatische Platte oder einen biegsamen Film bilden.
  • Ein mehrfarbiges Raster gemäß der Erfindung kann beispielsweise-in folgender Weise hergestellt werden: Eine Glasplatte wird ringsherum am Rande mit einer schwachen Gummilösung in bekannter Weise bestrichen, und diese Platte wird nach dem Trocknen nivelliert, mit dem Klebrand nach oben, und es wird 2prozentiges Atnylazetatkollodium .in der Menge von o, i g auf je i cm Fläche aufgegossen. Nachdem dieser Überzug getrocknet ist, wird er mit einem durch eine iprozentige Ätznatronlösang angefeuchteten Baumwollbausch abgerieben und der Überschuß mit einem zweiten Bausch von reiner Baumwolle abpolier t.
  • Auf diese mit Kollodiumüberzug versehene Fläche werden nun mit einem Lineal parallele Linien mit einer #NIisAung von 2 Teilen Fischleim und 7 Teilen Wasser gezogen; die Zwischenräume haben etwa die halbe Breite der Linien. Nachdem die Linien an der Luft getrocknet sind, wird die Platte auf eine kalte Metallplatte gelegt, welche langsam auf 35° C erwärmt wird und sich dann auf etwa 2o° abkühlt. Die Fläche wird nun mit einer Lösung von i Gewichtsteil salzsaurem Triphenylpararosanilin in 1:2 Gewichtsteilen Benzylalkohol übergossen und diese Lösung eine Minute lang darauf belassen, dann abgegossen, abgelöscht und die Fläche weiter mit reinem Äthylalkohol gereinigt. Die Kolloidlinien werden danach mit Wasser abgewaschen, so daß sie nur blaue Grundierlinien auf dem Pyroxylingrund zurücklassen.
  • Auf dieser mit blauen Linien grundierten Fläche werden rote und grüne Kolloidlinien quer zu den blauen Linien mit einer Farblösung gezogen, welche zusammengesetzt ist aus 2 Gewichtsteilen Fischleim, 6 Gewichtsteilen Wasser und i Gewichtsteil einer kalten gesättigten Lösung von Ammoniumbichromat mit einer aus Eosin bestehenden Farbe, deren Menge ein Teil auf zwanzig Teile der Kolloidmischung beträgt. Diese roten Querlinien nehmen etwa vier Zehntel der Gesamtbreite einer blauen Linie und eines farblosen .Zwischenraums ein, so daß etwa sechs Zehntel für einen grün grundierten Zwischenraum bleiben. Die roten Linien werden nach ihrer Herstellung einige Stunden der Luft und dem Lichte ausgesetzt, um sie unlösbar zu machen und zu trocknen; die Platte wird danach erwärmt und kühlt wieder ab unter denselben Verhältnissen wie bei der schon erwähnten nicht farbigen Liniierung. Die Fläche wird hiernach mit einer Lösung von i Gewichtsteil von Säuregrün in io Gewichtsteilen Benzylalkohol übergossen, welche während zweier aufeinanderfolgender Perioden von einer Minute und einer halben Minute darauf verbleibt; der Überschuß wird abzegossen, wenn der Überschuß der blauen Grundierung entfernt wurde. Auf diese Weise werden die Zwischenräume mit Grün ausgefüllt, und die blauen Linien laufen quer sowohl zu den grünen wie roten Grundierungen. Nun wird die Platte während 2 Minuten in einer ioprozentigen Lösung von Chromalaun gewaschen und nach einer kurzen Abspülung mit Wasser zum Trocknen aufgestellt; am folgenden Tage wird dann die Fläche mit einer nahezu gesättigten Lösung von Safranin in Wasser bedeckt, um das Eosin zu befestigen und intensiver zu machen; die Safranineinwirkung dauert io Minuten. Danach wird der Film innerhalb des Klebrandes bis auf das Glas durchschnitten und mit Wasser abgeschwemmt, in dem er einige Stunden liegenbleibt, um alle lösbaren Bestandteile zu entfernen, wonach der schwimmende Film in eine nahezu kalte Lösung getaucht wird, die aus 2 g weicher Gelatine, z oo ccm Wasser, einer kalten gesättigten Lösung von r g Ammoniumbichromat besteht. Nun wird eine Glasplatte unter den Film geschoben, welcher nach unten gerichtet überzogen werden soll, und der Film wird gegen die Glasplatte angedrückt. So wird die Kolloidumseite nach auswärts gekehrt, um mit Emulsion überzogen zu werden.
  • Ein Farbenraster auf gewöhnlichem Rollflachfilm wird natürlich die beschriebene volle Reihenfolge der Vorgänge nicht durchzumachen brauchen. Es kann z: B. eine Ersparnis dadurch herbeigeführt werden, daß die blauen Unterlinien gedruckt oder auf andere Weise hergestellt werden, denn die scharfen Umrisse derselben sind nicht wesentlich.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung eines Mehrfarbenrasters auf Zelluloid o. dgl., dadurch gekennzeichnet, daß auf dieser Unterlage Kolloidfelder mit scharf umränderten Umrissen gebildet, diese Kolloidfelder vorher oder später gefärbt und als Deckschicht für eine annähernd komplementäre Farbe verwendet werden, die in einem das Zelluloid o. dgl. angreifenden Mittel gelöst ist, die trocknen Kolloidfelder jedoch nicht anfärbt.
DE1920347437D 1917-12-07 1920-07-02 Verfahren zur Herstellung von Mehrfarbenrastern Expired DE347437C (de)

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