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Verfahren zur Herstellung von 1Kehrfarbenrastern. Gegenstand der Erfindung
ist ein Verfahren, Mehrfarbenraster herzustellen unter Anwendung von Reservagen.
Es sind mehrere solche Verfahren bekannt (vgl. z. B. österr. Patentschrift 3792:f
und die Patentschrift 279932). Bei vorliegendem Verfahren wird aber ein von den
bekannten abweichender Weg beschritten, bei dem die Verschiedenheit der Anfärbungsfähigkeit
von :Gelatine und Zelluloid und- ähnlichen Stoffen ausgenutzt wird.
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Decklinien oder Deckflächen aus einem gelatinösen oder andersfarbigen
Kolloid, z. B. in roter Farbe, werden auf einer Zelluloid-oder ähnlichen Fläche
gebildet, indem man das Kolloidpräparat in flüssigem oder ähnlichem Zustande aufträgt,
z. B. durchLiniieren oder Aufspritzen, wobei die flüssigen Kolloidflächen in enge
Berührung mit Zelluloid o. dgl. treten und mit scharf abgegrenzten Rändern oder
Umrissen trocknen. Nachdem nun die beispielsweise roten Kolloidflächen trocken sind,
werden die nicht bedeckten Teile des Grundes mit der Lösung einer Farbe gefärbt,
z. B. mit Grün, welche annähernd komplementär zu der Farbe des Kolloidgrundes ist;
das Lösungsmittel der Grundierfarbe für das Zelluloid o. dgl. ist alkoholischer
oder anilinähnlicher oder aromatischer Art, wie später beschrieben wird.
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Auf diese' Weise wird, wenn die nachbeschriebenen Vorsidhtsmaßregeln
beobachtet werden, ein zweifarbiger Raster hergestellt, in welchem ein außergewöhnlich
vollkommener Anschluß zwischen den beiden Farbelementen vorhanden und bei den besten
Ausführungen keine Spur von dunklen oderschwarzen Linien durch sich kreuzende Farben
zu finden sind, selbst bei Prüfung mit schärfsten Mikroskopen.
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Es sind bereits Grundierungen mit Zwischenverbiudungsfarben beschrieben
worden, wie z. B. Teile von Ölfarben auf aufsaugenden Flädhen in B a u m g a r t
n e r s Erfindung, britisches Patent 22138/189" sowie in dem britischen Patent von
D u c o s d u Hauron und Bercegol Nr. 194 von 1907; es sind darin verschiedene Einzelheiten
angegeben, wie z. B. das Bedecken einer Zellutoidfläche mit einer farbigen Gelatineschicht,
das Wegschaben, -schneiden oder -kratzen von Linien durch die Gelatineschicht und
dann das Grundieren der bloßgelegten Stellen des Zelluloddgrundes mit einer zweiten
in Amylazetat oder Azeton gelösten Farbe. Diese und verschiedene andere, ähnliche
Verfahren gestatten eine bemerkenswerte Ausbreitung der Grundierung unter der Reservage
als gedruckte Teilchen von Ölfarbe-und Gelatinelinien, die nach dem Abschaben, -schneiden
oder -kratzen verbleiben und nicht die scharf begrenzte glatte Kante aufweisen,
welche man erzeugen kann, wenn die Deckung als eine gelatinöse Lösung mit einer
Ziehfeder
oder mit einer Spritzvorrichtung aufgetragen wird.
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Wenn ein dunkler oder schwarzer Rand durch Unterlaufen oder Vermischen
der einzelnen Farbenfelder der Deckschicht entstehen, so ist es offenbar, daß, je
feiner das Netz des mehrfarbigen Farbenrasters ist, um so größer (las Verhältnis
des Dunkeln oder Schwarzen zur Farbe sein wird; dies gibt die Begrenzung der Feinheit
an. Eine solche Grenze der Feinheit kann auch durch einen Mangel an Intensität der
Farbe bestimmt werden, da feine Linien dünn sind. -Die vorliegende Erfindung erweitert
oder beseitigt diese beiden Grenzen, einmal dadurch, daß eine neue Vervollkommnung
der Unabhängigkeit der beiden Hauptfarben ohne oder mit nur einer äußerst geringen
-zerstörenden Ausbreitung verwirklicht wird, und weiter durch die offenbar unbeschränkte
Leichtigkeit der Verstärkung jeder der beiden Farben; mit diesen beiden Vorteilen
ist noch der verbunden, daß die Elemente des Farbenrasters so dünn gehalten werden,
daß sie fast in gleicher Ebene liegen, sowie auch noch der weitere Vorteil, daß
alle Farbenelemente wasserbeständig gemacht werden. Auf diese Weise läßt sich eine
Feinheit des Netzes und eine hochgradige Durchlichtung erzielen, die durch (lie
den älteren Verfahren anhängenden Mängel vexlhindert werden, und es wird ermöglicht,
Erfolge hervorzubringen, .welche sich für kinematographische Darstellungen eignen.
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Die Fläche, auf welcher man nach der Erfindung die Felder von flüssigem,
farbigem Kolloid anbringt, bestehen aus Zelluloid oder ähnlichen Stoffen in weitester
Bedeutung, so daß Flächen darin eingeschlossen sein sollen, welche ganz oder hauptsächlich
aus Zelluloseester wie dessen Nitrate oder Azetate bestehen, ebenso wie solche,
welche eine firnißähnliche Oberfläche haben und wie Zelluloid wirken.
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Es kann auch gewöhnliches; iin Handel gebräuchliches Zelluloid Verwendung
finden, welches Kampher enthält: wenn jedoch ein Film oder eine Fläche aus Zelluloid
o. dgl. auf einer Glasplatte gebildet werden soll, zieht man vor, keinen Kampher
oder ein anderes festes Lösungsmittel anzuwenden, und erhält dann einen dünnen Film,
auf welchem die Grundierung nicht das Bestreben hat, sich durch Auslaufen zu verbreitern
und dadurch unterhalb der Kanten des Kolldids Färbungen hervorzurufen. Dieser dünne
Film wird zweckmäßig auf der Glasfläche hergestellt, indem man mit einem zähen und
reinen Pyroxylin bereitetes Kollodium mit 2 Prozent Amylazetat flüssig macht, und,
als dünnen Film bezeichnet man eine Schicht, die aus T ccm Kollodium auf io qcm
Fläyhe besteht. Bei Benutzung einer Platte von gewöhnlichem Zelluloid,-oder wenn
ein iin Handel befindlicher Film benutzt wird, so ist dessen Dicke bedeutend stärker,
und um in diesem Falle die Gefahr des seitlichen Ausbreitens der Grundierung in
der Masse des Zelluloids möglichst zu verringern, empfiehlt es sich, die Grundierung
in mehreren abgebrochenen kurzen Vorgängen anstatt in einem zusammenhängenden langen
Vorgange auszuführen; dies kann sowohl bei Benutzung eines käuflichen Films oder
bei der beschriebenen Ausführung einer dünnen Pyroxylinschicht auf Glas vorgenommen
werden.
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Die Bildung .der Pyroxylinschicht auf Glas kann auf der flachen Glasschicht
in einer im photographischen Fach wohlbekannten Weise ausgeführt werden, und das
Anhaften kann durch eine Schicht von Gummilösung oder von Eiweiß und Wasserglas
befördert werden. Wenn der Film wieder gelöst werden soll, um ihn in umgekehrter
Lage auf einer anderen Glasplatte zu befestigen, so ist die Klebeschicht nur an
den Kanten der Platte aufzutragen.
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Die Kolloidinischung, welche als Deckschicht auf der Grundlage von
Zelluloid o. dgl: angewandt wird, kann aus einer Lösung voll Akaziengummi, Eiweiß
o. dgl. bestehen: die Benutzung von flüssigem Fischleim; welcher unter der Bezeichnung
»Le Paros Fischleim für photographische Zwecke« bekannt ist, empfiehlt sich jedoch
in erster Linie. Die für die Färbung anzuwendende Farbstoffmasse kann dem Kolloid
zugesetzt werden, oder die Kolloidflächen- auf der Zelluloidgrundfläche o. dgl.
können mit ungefärbtem Fischleim bestrichen oder eingewalzt werden, wonach die Grundierung
erst erfolgt, wenn die Lösung trocken geworden ist.
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Ein hoher Grad der Unlöslichkeit des Kolloids ist besonders erwünscht,
um einen dauerhaften Raster herzustellen. Diese Unlöslichkeit kann auf beliebige,
bekannte Art erzielt i werden, z. B. durch Zusatz eines Chromatsalzes, wie Ammoniumbichromat,
zur Mischung öder dadurch, daß man die Platte der Bestreichung durch Formaldehyddämpfe
aussetzt. Bei der einen wie der anderen dieser Behandlungsweisen kann jedoch zunächst
eine Verstärkung der Unlösbarkeit dadurch hervorgerufen werden, daß man die Platte
durch einige Minuten langes Eintauchen in eine Lösung von Chromalaun i bis io oder
in eine Lösung von Chromformiat (oder Chromazetat) von annähernd gleichem Chromgehalt
aussetzt.
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Kolloidpräparate, welche sich als Liiiiiertinten eignen, können beispielsweise
wie folgt bereitet werden: -i. Farbloses Präparat, welches durch Formaldehyddämpfe
unlöslich
Beinacht oder als abwaschbare Deckschicht benutzt werden soll:
| Fischleim ........... 2 Gewichtseinheiten |
| Wasser ............. i - |
2. Farbloses und derart gefärbtes Präparat, welches durch die Einwirkung des Lichts
und der Zeit auf die trockenen Linien oder Felder unlöslich wird:
| Fischleim ........... 2 Gewichtseinheiten |
| Wasser .... ... .... 6 - |
| Kalte, gesättigte Ammo- |
| niumbichromatlösung. r Gewichtseinheit |
Die zu den vorstehenden Präparaten zugesetzten Farbstoffe bestehen für gewöhnlich
aus Anilinfarben: es ist jedoch darauf zu achten, daß nur solche Farben benutzt
werden, welche frei von löslichen 1Iineralsalzen sind (wie z. B. schwefelsaures
Natron); oder wenn solche Salze vorhanden sind, wird das Ausziehen des Farbstoffs
mit warmem Methyl- oder Äthylalkohol und Verdampfung des flüssigen Auszugs im allgemeinen
einen genügend reinen Farbstoff ergeben.
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Eine rote Liniiertinte kann hergestellt werden durch Auflösung von
Eosin oder Safran-. scharlaoh in der farblosen Kolloidflüssigkeit, blaue Tinte durch
die Benutzung einer löslichen blauen Farbe der Nickolsonschen Art und grüne Tinte
durch Benutzung von Säuregrün. Für gewöhnlich wird ein Gewichtsteil der reinen Farbe
auf 20 bis 3o Teile der Iiolloidflüssigkeit genügen, doch muß darauf Rücksicht genommen
werden, daß die Tinte liniiert werden muß, wobei ihre Dickflüssigkeit sich innerhalb
weiter Grenzen ändern kann. Es ist auch zu bemerken, daß eine Farbe, wie Safranscharlach
oder Eosin, welche so leicht durch Wasser von Gelatine entfernt werden kann, nicht
erwünscht wäre, wenn sie nicht durch Verdichtung durch eine `Farbe eines entgegengesetzten
Ions, wie z. B. Safranin, fixiert werden könnte. Im allgemeinen können -die Kolloidflächen
durch wässerige Farbenlösungen verstärkt werden, und die Felder auf den Zelluloidflächen
können dadurch verstärkt werden, daß Farben meiner Auflösung verwendet werden, welche,
wie nachbeschrieben, das Zelluloid oder dessen Ersatz angreifen. .
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Nach dem Liniieren oder Auftragen der Kolloidtinte muß diese vollständig
getrocknet sein, bevor die Grundierung der Zelluloidgrundfläche erfolgt. Nach einer
langsamen Trocknung bei gewöhnlicher Temperatur, etwa 2o° C, wird ein einstündiges
Verweilen auf einer :Metallplatte bei 2o° C unter Er- -ht;hung auf etwa 3o bis 35°
C und nachträglicher Ermäßigung auf 2o° C im allgemeinen ein befriedigendes Ergebnis
liefern, aber das ; Kolloid ändert seine Beschaffenheit, und die Arbeit muß dein
Kolloid angepaßt werden. Ein plötzliches Erhitzen oder eine Überhitzung oder ein
zu lange fortgesetztes Erhitzen kann zu einem Rissigwerden oder Spalten der Kolloidfelder
führen, und der Anmelder U
aubt, daß er das Reißen oder Spalten der Colloidlinien
beobachtet hat, wenn diese unvollkommen getrocknet waren, und wenn die Grundierung
für das Zelluloid mit vollständig wasserfreiem Alkohol (z. B. Benzylalkohol) als
Auflösungsmittel vorgenommen . war; denn das plötzliche Zusammenziehen des Kolloids
durch augenblickliche Wasserentziehung verursacht das Rissigwerden, Spalten oder
Zerstören. Eine geringe Menge Glyzerin in der Kolloidmischung, z. B. ein Teil Glyzerin
auf d.o bis 5o Teile der -Mischung, wird die Gefahr des Rissigwerdens oder Spaltens
beseitigen.
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Die Grundierflüssigkeit zum Färben der Zelluloid- oder ähnlichen Grundfläche
kann aus chemisch reinem Anilin oder seinem technischen Äquivalent( z. B. einem
flüssigen Toluidin) als Auflösungsmittel bestehen, aber in diesem Falle ist größte
Sorgfalt notwendig, das Pyroxyl-in frei von allen Stoffen zu. halten, welche bei
längerem Lagern eine gelbe Grundierfarbe ergeben. Ein schwaches Säurebad kann Anwendung
finden, um jeden Überschuß an Anilin aus dem Zelluloid zu entfernen. Ein alkoholisches
Auflösungsmittel liat Vorteile, aber Methylalkohol wie Äthylalkohol und auch Azeton
ziehen beim Trocknen aus der Atmosphäre Wasser an und führen dazu, die Kanten des
Kolloids in nassen oder feuchten Zustand zu versetzen, wodurch manchmal gewisse
Zerstörungen .verursacht werden, aber Benzylalkohol hat bestimmte, sehr entschiedene
Vorteile, deren einer darin besteht, daß sein beizender Angriff auf das Zelluloid
genau geregelt oder verstärkt werden kann, indem man die Temperatur regelt und eine
geringe Menge, z. B. 1/"" Benzylazetat zufügt, wodurch der Angriff verstärkt wird.
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Sorgfältig gereinigter Amylalkohol, gemischt mit einem Drittel seines
eigenen Gewichts an reinstem Nitrobenzol (letzteres zur Beförderung des Angriffs
auf das Zelluloid) scheint dieselben Vorteile zu besitzen wie Benzylalkohol; ebenso
können Butylalkohol, Phenol oder Kresol mit Nitrobenzol benutzt werden. Nitrobenzol
kann auch allein als Auflösungsmittel dienen, wenn es gewünscht wird, eine besonders
stark beizende Wirkung auf das Zelluloid auszuüben. Im allgemeinen muß das Lösungsmittel
für die Grundierung auf dem Zelluloid o. dgl. die Eigenschaft haben, die nackte
Fläche des Zelluloids o. dgl. zu erweichen oder oberfläcli -lich
zu
lösen, jedoch so, daß die Kolloidfelder in keiner Weise angegriffen oder erweicht
werden. Dabei ist die Beschaffenheit des Zelluloids o. dgl. und die Temperatur zu
berücksichtigen.
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Alle gebräuchlichen oder bekannten Hilfsmittel der photographischen
Kunst können in Verbindung mit der Zwischenfügung des -zweifarbigen Rasters, welches
das Wesen der Erfindung bildet, Anwendung finden. So können z. B. die Rasterlinien
des Zweifarbenrasters sich mit den Linien einer dritten Farbe, welche unter oder
über den Linien des zweifarbigen Rasters liegen, kreuzen; diese dritten Linien können
beispielsweise blaue Farbe haben, wenn die Linien des Zweifarbenrasters grün und
rot sind, oder sie können gelb sein, wenn das Zweifarbenfaster rot und grünli'chblaue
oder bläulichgrüne Linien zeigt. Obgleich im vorstehenden die Auftragung der Kolloiddeckschicht
durch Liniieren auf der Zelluloidgrundlage geschehen soll, so kann diese Auftragung
auch durch Aufspritzen als technisch gleichwertiges Mittel geschehen oder irgendein
anderes Verfahren Anwendung finden, welches imstande ist, die Kolloiddeckschidht
in flüssiger, halbflüssiger oder geeigneter Form in Flächen oder Linien mit scharf
begrenzten Umrissen durch Anhaften des Kolloids auf einer Zelluloid- oder ähnlichen
Fläche anzubringen.
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Mehrfarbige Raster nach vorliegender Erfindung können durch einen
Firnißüberzug gen Berührung mit einer photographisch sensitiven Schicht geschützt,
sie können auch i» Filmform auf eine andere Tragfläche übertragen werden, und sie
können, entweder unabhängig oder getrennt von der sensitiven Schicht oder zusammen
mit dem Emulsionsüberzug, eine vollständige, fertige, helichromatische Platte oder
einen biegsamen Film bilden.
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Ein mehrfarbiges Raster gemäß der Erfindung kann beispielsweise-in
folgender Weise hergestellt werden: Eine Glasplatte wird ringsherum am Rande mit
einer schwachen Gummilösung in bekannter Weise bestrichen, und diese Platte wird
nach dem Trocknen nivelliert, mit dem Klebrand nach oben, und es wird 2prozentiges
Atnylazetatkollodium .in der Menge von o, i g auf je i cm Fläche aufgegossen. Nachdem
dieser Überzug getrocknet ist, wird er mit einem durch eine iprozentige Ätznatronlösang
angefeuchteten Baumwollbausch abgerieben und der Überschuß mit einem zweiten Bausch
von reiner Baumwolle abpolier t.
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Auf diese mit Kollodiumüberzug versehene Fläche werden nun mit einem
Lineal parallele Linien mit einer #NIisAung von 2 Teilen Fischleim und 7 Teilen
Wasser gezogen; die Zwischenräume haben etwa die halbe Breite der Linien. Nachdem
die Linien an der Luft getrocknet sind, wird die Platte auf eine kalte Metallplatte
gelegt, welche langsam auf 35° C erwärmt wird und sich dann auf etwa 2o° abkühlt.
Die Fläche wird nun mit einer Lösung von i Gewichtsteil salzsaurem Triphenylpararosanilin
in 1:2 Gewichtsteilen Benzylalkohol übergossen und diese Lösung eine Minute lang
darauf belassen, dann abgegossen, abgelöscht und die Fläche weiter mit reinem Äthylalkohol
gereinigt. Die Kolloidlinien werden danach mit Wasser abgewaschen, so daß sie nur
blaue Grundierlinien auf dem Pyroxylingrund zurücklassen.
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Auf dieser mit blauen Linien grundierten Fläche werden rote und grüne
Kolloidlinien quer zu den blauen Linien mit einer Farblösung gezogen, welche zusammengesetzt
ist aus 2 Gewichtsteilen Fischleim, 6 Gewichtsteilen Wasser und i Gewichtsteil einer
kalten gesättigten Lösung von Ammoniumbichromat mit einer aus Eosin bestehenden
Farbe, deren Menge ein Teil auf zwanzig Teile der Kolloidmischung beträgt. Diese
roten Querlinien nehmen etwa vier Zehntel der Gesamtbreite einer blauen Linie und
eines farblosen .Zwischenraums ein, so daß etwa sechs Zehntel für einen grün grundierten
Zwischenraum bleiben. Die roten Linien werden nach ihrer Herstellung einige Stunden
der Luft und dem Lichte ausgesetzt, um sie unlösbar zu machen und zu trocknen; die
Platte wird danach erwärmt und kühlt wieder ab unter denselben Verhältnissen wie
bei der schon erwähnten nicht farbigen Liniierung. Die Fläche wird hiernach mit
einer Lösung von i Gewichtsteil von Säuregrün in io Gewichtsteilen Benzylalkohol
übergossen, welche während zweier aufeinanderfolgender Perioden von einer Minute
und einer halben Minute darauf verbleibt; der Überschuß wird abzegossen, wenn der
Überschuß der blauen Grundierung entfernt wurde. Auf diese Weise werden die Zwischenräume
mit Grün ausgefüllt, und die blauen Linien laufen quer sowohl zu den grünen wie
roten Grundierungen. Nun wird die Platte während 2 Minuten in einer ioprozentigen
Lösung von Chromalaun gewaschen und nach einer kurzen Abspülung mit Wasser zum Trocknen
aufgestellt; am folgenden Tage wird dann die Fläche mit einer nahezu gesättigten
Lösung von Safranin in Wasser bedeckt, um das Eosin zu befestigen und intensiver
zu machen; die Safranineinwirkung dauert io Minuten. Danach wird der Film innerhalb
des Klebrandes bis auf das Glas durchschnitten und mit Wasser abgeschwemmt, in dem
er einige Stunden liegenbleibt, um alle lösbaren Bestandteile zu entfernen, wonach
der schwimmende Film in
eine nahezu kalte Lösung getaucht wird,
die aus 2 g weicher Gelatine, z oo ccm Wasser, einer kalten gesättigten Lösung von
r g Ammoniumbichromat besteht. Nun wird eine Glasplatte unter den Film geschoben,
welcher nach unten gerichtet überzogen werden soll, und der Film wird gegen die
Glasplatte angedrückt. So wird die Kolloidumseite nach auswärts gekehrt, um mit
Emulsion überzogen zu werden.
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Ein Farbenraster auf gewöhnlichem Rollflachfilm wird natürlich die
beschriebene volle Reihenfolge der Vorgänge nicht durchzumachen brauchen. Es kann
z: B. eine Ersparnis dadurch herbeigeführt werden, daß die blauen Unterlinien gedruckt
oder auf andere Weise hergestellt werden, denn die scharfen Umrisse derselben sind
nicht wesentlich.