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Stützgerät für zu behandelnde Körperteile, insbesondere für fliegende
Ambulanzen Die Erfindung betrifft ein Stützgerät für zu behandelnde Körperteile,
insbesondere für fliegende Ambulanzen, das bei Oper,ationDen und sonstiger ärztlicher
Untersuchung und Behandlung ein Stützen des zu untersuchenden und zu behandelnden
Körperteils ermöglicht, leicht zu befördern ist und überdies alle für die Untersuchung
und Behandlung erforderlichen Geräte, Instrumente, Medikamente usm. enthält. Das
erfindungsgemäße Gerät kann beim liegenden, sitzenden und stehenden Patienten angewendet
werden, und zwar sowohl bei Kopf- und Rumpf- als auch bei Arm- utid Beinbehandlungen
bzw. -untersudhunfgen. Es eignet sicli insibesondlere zur Verwendung bei ambulanter
Behandlung und kann derart ausgebildet sein, daß es in einem vollkommen verschlossenen
Behälter, mit einem Fallschirm und gegebenenfalls mit Schwimmkörpern versehen, von
Flugzeugen abgeworfen oder auf Schlittenkufen mittels einschiebbaren Tragstangen
oder in dem Inneren des Behälters zu verstauen den Rädern befördert werden kann.
Es leistet dem Land-und Feldarzt, dem kein festerUntersuchungs-und Operationsstuhl
in einem ärztlich eingerichteten Raum zur Verfügung steht, wertvolle Dienste. Zwei
der erfindungsgemäßen Geräte ergeben, wenn über sie ein Brett gelegt wird, einen
Operationstisch von jeder wählbaren Länge und Höhe, der gegebenenfalls wie im Operationssaal
nadel Wunsch hinten oder vorne höher oder tiefer gestellt werden kann.
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Dies wird bei dem erfindungsgemäßen Gerät dadurch erreicht, daß ein
Auflagepolster mit drei Stützschienen in einem zur Aufnahme von Untersuchungs- und
Behandlungsgeräten, Medikamenten o. dgl. geeigneten Gestell der Höhe nach einstellbar
angeordnet ist. Um die Abmessungen des zusammengeklappten Gerätes gering zu halten,
kann das Auflagepolster mit seitlich aufklappbaren und in der Gebrauchslage feststellbaren
Armen
versehen sein, ferner können die Stützschienen des Auflageposters mit teleskopartig
ausziehbaren Verlägerungsstücken versehen sein. Zweckmäßigerweise kann das Gestell
ein durch Bedienen eines Fußhebels über ein Hebelgestänge in die Gebrauchslage schwenkbares
und zweckmäßig ausziehbares Tischchen und ein beim Hochklappen des Tischchens in
die Gebrauchslage herabklappendes Kästchen für ein Universaltaschenlaboratorium
tragen. Weitere Ausgestaltungen des Erfindungsgegenstandes sind in den weiteren
Unteransprüchen agegeben.
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Auf den Zeichnungen ist eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Gerätes beispielsweise dargestellt, und zwar zeigt Fig. 1 eine Seitenansicht des
neuen Gerätes in zusaammengeklapptem Zustand, Fig. 2 eine Rückansicht und Fig. 3
eine Vorderansicht von Fig. I, Fig. 4 in größerem Maßstab die Anlenkung und Verriegelung
der Verlängerungsarme des Auflageporsters, Fig. 5 einen Schnitt durch das Gerät
in größerem Maßsteb, und zwar in der Gebrauchsstellung, Fig. 6 Einzelheiten des
Verriegelungsmechanismus in der Verriegelungsstellung, Fig. 7 eine Vorderansicht
des Gerätes in der Ruhestellung teilweise Im Schnitt, und zwar mit abgenommener
Borderwand, und Fig. 8 einen Schnitt nach der Linie 8-8 in Fig. 5.
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Das Gestell 1 hat im wesentlichen die Form eines rechtwinkeligen
vierseitigen Prismea, das zur besseren Standfestigkeit mit nach vorn und hinten
weit ausladenden Füßen 2 und mittels Scharnieren umlegbaren seitlichen Füßen 3 versehen
ist. Zwischen der Vorderwand 4 und der Hinterwand 5 ist ein Hohlraum 6 frei gelassen,
der die verschiebbare Stütze und den Betätigungsmechanismus aufnimmt. Er ist an
der Oberseite zum Teil durch einen Deckel 7 abgeschlossen. an der Vorderwand 4 ist
mittels eines Scharniers ein durch seitliceh Leisten begrenzt auszichbares tischchen
8 angelenkt. Wieter ist ebenfalls mit Scharnierren ein beispielsweise ein Unoversaltaschenlaboratorium
(für Har,-, Stuhl-, Serum-, Punktat- un magensaftuntersuchungen) enthaltendes Klappkästchen
9 angelenkt, das mit einer vorstehenden Leiset 10 versehen ist. In der Vorder- und
Hiinterwand 4 und 5 können noch Fächer 11 angeordnet sein, in die Untersuchungsgeräte,
wie z. B. Thermometer, Bandmaß, Stoppuhr, Hörrohr, Perkussionsilammer o. dgl., eingefiihrt
werden können.
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In dem Gestell 1 sind zwei Schächte 12 von quadratischem Querschnitt
ausgespart, in denen Zahnstange 13 gleiten. Diese sind an ihren oberen Enden mit
einem das Auflager bildenden Polsterstück 14 fest verbunden.
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Mittels Scharnnieren sind an dem Polsterstück 14 gepolsterte Arme
15 angelenkt, die mitteels federbealasteter Klikne 16 in der in Fig. 4 dargestellten
Gebrauchslage verriegelt werden könne. Zwei bei 16 drehbar gelagerte Hebel 18 sind
durch Federn 19 belastet und an ihren oberen Enden mittels einer Lieste 20 miteinander
verbunden, die gleichzeitig den von dem Deckel 7 nicht abgedeckten Teil abschließt.
An ihrer Außenseite trägt die Leiste 20 eiinen handgriff 21, und an ihrer Innenseite
ist sie zu einer Schneide 22 ausgebildet, die nach Art bon Sperrzähnen in die Zähne
dre Zahnstangen 13 eingreifen kann.
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Unterhalb der beiden Zahnstangen 13 ist in den Schächten 12 en Gleitstück
23 geführt.
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Dieses ist mit einer mittleren Bohrung versehen, mittels welcher es
auf einer im Gestell 1 fet angeordneten Führungsstange 24 geführt ist. Diese ist
von einer Schraubenfeder 25 umgeben und unten im Gestell 1 und oben in einem festen
anschlag 26 gelagert.
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Die Schraubenfedern 25 drücken also das Gleitstück 23 aufwärts. an
dem Gestell 1 sind bei 27 zwei doppelarmige Hebel 28 drehbar gelagert, die mittels
eines Fußtrittes 29 verbunden sind. Ihre inneren Enden wirken mit den unteren Enden
von weiteren im Gestell gelagerten doppelarmigen Hebeln 30 zusammen, deren ober
Enden auf die unteren Enden eines Paares bei 33 drehbar gelagerter doppelarmiger
hebel 31 drücken, deren innere oberen Enden als Sperrklinken 34 ausgebildet sind,
die mit dem Gleitstück 23 zusammenwirken. Außerdem drückt auf das äußere obere Ende
von 31 eine im Gestell befestigte Blattfeder 32 derart, daß im Ruhezustand die Sperrklinke
34 gegen das Gleitstück 23 gep@eß@ eird. an dem Polsterstück 14 ist ferner, etwas
gegen die beiden Zahnstagen 13 nach hinten zu versetzt, eine längere Stange 35 von
T-förmigem Querschnitt befestigt. Sie triigt in ihrem unteren teil eine mit einem
im Gestell drehbar gelagerten Ritzel 37 zusammenwirkende Zahnstange 36. Diese Ritzel
37 kämmt mit einem weiteren, nur auf einem Teil seines Umfanges gezahnten Ritzel
38, das auf einer im Gestell gelagerten Welle 39 sitzt, auf der auch zwei an ihren
äußeren Enden mit einer Achse 41 verbundene Stützen 40 für das Tischchen 8 befestigt
sind. Die Achse 41 ist vorteilhafterweise von einer das Tischchen 8 unterst+tzenden
Walze 42 umgeben. die Stützen sind in der der Walze 42 entgegengesetzten ricthung
über die Welle 39 hinaus verlängert und an ihrer Unterseite zu Anlaufflächen 43
abgerundet. Die Oberseite 44 des hinteren Endes jeder Stütze 40 wirkt mit
einem
doppelarmigen Hebel 45 zusammen.
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Beide Hebel 45 sind mittels einer gemeinsamen Welle 46 in dem Gestell
drehbar ge: lagert und mit Federn 47 belastet. An ihren oberen Enden sind sie mittels
einer mit einem Druckknopf 50 versehenen Leiste 49 miteinander verbunden.
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An der Rückseite des Gestells ist noch eine Lade 51 für Sera-Ampnllen
angeordnet, und zu beiden Seiten des Gestelles sind Verbandstoffrollen, Leukoplast
o. dgl. enthaltende Kästechen 62 leicht abnehmbar angeordnet, die mit schlitzen
zum Herasziehen der Streifen versehen sind. Unter diesen ist ein-oder beidseitig
ein Universalsterilisatortaschenbesteck 54 mit Instrumentarium befestigt.
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In der in den Fig. I bis 3 und 6 dargestellten Lage befindet sich
das erfindungsgemäße Gerät in seiner Ruhestellung. Das Tischdlen 8 ist an die Vorderwand
4 angeklappt und sichert gleichzeitig auch das hochgeklappte Kästchen 9 durch Reibung
vor dem Herabklappen. Das Gleitstück 23 wird durch die Sperrklinken 3+ in seiner
unteren Lage festgehalten, die Schraubenfeder 25 ist daher zusammengepreßt. Um das
Gerät in die in Fig. 5 dargestellte Gebrauchsstellung zu bringen, tritt man auf
den Fußtritt 29. Über die Hebel 28 und 30 werden die Sperrklinken 34 ausgelöst,
das Gleitstück 23 schnellt daher unter der Wirkung der Federn 25 hoch, bis es an
den Anschlag26 a,nzuliiegen kommt, und drückt dabei auch die Zahnstangen 13 mit
dem Polsterstück 14 aufwärts. Mit diesem geht aber auch die Zahnstange 36 hoch und
dreht über die Ritzel und 38 die Stützen 40 in die in Fig. 5 dargestellte Lage im
Uhrzeigersinn in Fig. 5. Dabei drücken die Anlaufflächen 43 auf die Hebel 45 und
drehen diese entgegengesetzt dem Uhrzeigersinn so lange, bis sie von diesen abgleiten.
Von diesem Augenbfick an drücken die Hebel 45 auf die Oberseiten 44 der Stützen
40 und drehen diese so lange weiter, bis das Tischchen 8 waagerecht steht. Bei dieer
Drehung gelangt das Ritzel 37 außer Eingroff mit dem Ritzel 38, da ihm jetzt dessen
ungeazahnter Teil gegenübersteht. Das Tischchen 8, ds jetzt ausgezogen werden kann,
hat bei seiner Bewegung mittels der Leiste 10 das Kästchen g freigegeben und abwärts
gedreht, so daß Idieses die weitere Drehung unter dem Einfluß der Schwerkraft ausführen
kann.
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Wenn man das Aufiagepolster 14 höher verstellen will, dann braucht
man nur an ihm zu ziehen, will man es aus einer höheren in eine tiefere Stellung
bringen, dann zieht man den Handgriff 21 nach links und läßt die Schneide 22 nach
Errechen der gewünnschten Stellung wieder in die entsprechenden Zähne der Zahnstangen
13 einschnappen. Da jetzt dem Ritzel 37 keine Zähne des Ritzels 38 mehr gegenüberstehen,
werden die Stützen 40 von dieser Bewegung nicht beeinglußt.
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Um das Gerät wieder in die Ruhestellung zu bringen, schiebt man vorerst
das Auflagepolster 14 in die tiefste Stellung, und sodann drückt man es fest nieder.
Dabei drücken die Zahnstangen I3 auf das Gleitstück23, und dessen untere Kante dreht
beim Auflaufen auf die schrägeAnlauffläche der Sperrklinken 34 die Hebel 31 auswärts.
Nach Erreichen der Ruhestellung sichern die beiden Sperrklinkern 34 wieder das Gleitstück
23 in der unteren Lage. Rfan drückt sodann auf den Druckknopf 50, wodurch die unteren
Enden der Hebel 45 von den Oberseiten 44 der Stützen 40 abgleiten und das Tischchen
8 unter dem Einfluß der Schwerkreft herunterklappen kann. Wenn dabei der gezahnte
Teil des Ritzels 38 mit dem Ritzel 37 wieder in Eingriff gelangt, so kann sich letzteres
ungehindert drehen, da bei eingedrücktem Gleitstück sich die Zahnstange 36 unterhalb
des Bereiches des Ritzels 37 befindet. Das Kästchen 9 wird sodann aufgeklappt und
hält durch die Reibung seiner Außenkante an dem Tischchen S.
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Die Ausbildung des Gerätes und seiner Betätigungs- und Verriegelungsvorrichtungen
kann in jeder anderen geeigneten Weise erfolgen, ohne vom Rahmen der Erfindung abzuweichen.
Die im Ausführungsbeispiel dar gestellte und beschriebene Ausgestaltung erleichtert
aber die Benutzung des Gerätes, da es mit einem Handgriff in Gebrauchsstellung gebracht
und mit zwei Handgriffen wieder in die Ruhestellung versetzt werden kann. Es kann
noch vorteilhaft sein, beispielsweise durch ein geeignetes Gestänge, die Leiste
20 in der Ruhestellung des Stuhles derart zu verriegeln, daß sie nicht herausgezogen
werden kann, und dadurch ein unbeabsichtigtes Herausziehen des Auflagepolsters zu
verhindern Diese Verriegelung kann z. B. mit dem Fußtritt 29 oder dem Gleitstück
23 gekuppelt sein.
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Das Auflagepolster kann. wenn es herausgenommen wird, auch behelfsmäßig
als Krücke und Stützgerät verwendet werden, insbesondere wenn beispielsweise nach
Art eines Stativs teleskopartig ausziehbare Verlängerungsstücke vorgesehen werden.
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Das erfindungsgemäße Geräat kann aus jedem beliebigen geeigneten
Werkstoff hergestellt sein, wie z. B. bei dem Ausführungsbeispiel angenommen aus
Holz. Besonders zweckmäßig ist aber seine Ausführung aus Metall, für welchen Fall
sich nur geringfügige, das Wesen der Erfindung nicht berührende konstruktive Änderungen
ergeben.