DE742074C - Verfahren zum Entgiften von cyanidhaltigen Abwaessern - Google Patents

Verfahren zum Entgiften von cyanidhaltigen Abwaessern

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DE742074C
DE742074C DED79332D DED0079332D DE742074C DE 742074 C DE742074 C DE 742074C DE D79332 D DED79332 D DE D79332D DE D0079332 D DED0079332 D DE D0079332D DE 742074 C DE742074 C DE 742074C
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cyanide
detoxification
cyanate
lime
wastewater containing
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Expired
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DED79332D
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Dr Helmut Beier
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Evonik Operations GmbH
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Degussa GmbH
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C02TREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02FTREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02F1/00Treatment of water, waste water, or sewage
    • C02F1/72Treatment of water, waste water, or sewage by oxidation
    • C02F1/76Treatment of water, waste water, or sewage by oxidation with halogens or compounds of halogens
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
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    • C02F1/00Treatment of water, waste water, or sewage
    • C02F1/72Treatment of water, waste water, or sewage by oxidation
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    • C02F2101/00Nature of the contaminant
    • C02F2101/10Inorganic compounds
    • C02F2101/16Nitrogen compounds, e.g. ammonia
    • C02F2101/18Cyanides

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Description

  • Verfahren zum Entgiften von cyanidhaltigen Abwässern Bei der Gewinnung von Kupfer und gegebenenfallsr@ noch anderen Metallen, insbesondere von Zink, aus solche und Cyanid enthaltenden Flüssigkeiten ist vorgeschlagen worden, daß man die Lösungen, mit Ätzalkali, Kalk o. dgl. auf einen für die nachfolgende oxydierende Behandlung geeigneten Alkalitätsgrad einstellt und sie dann mit Oxydationsmitteln, wie Halogenen, insbesondere Chlor, Hypochlorit, Wasserstoffsuperoxyd u. dgl., behandelt, bis die vollständige Überführung von Kupfer in die zweiwertige Form und von Cyani.d in Cyanat erfolgt ist, worauf das aus der alkalischen Lösung ausgeschiedene Kupferoxyd von :der Lösung getrennt wird.
  • Gegenstand der Erfindung ist ein VerfaIiren zur Entgiftung von cyanidhaltigen Abwässerri, die keine Metallsalze enthalten oder deren Gehalt an iAetallsalzen so gering ist, daß sie praktisch vernachlässigt werden können. Derartige Abwässer fallen z. B. bei der Zementierung von Eisen, Stahl u. dgl. mit Hilfe von Cyaniden und ganz allgemein bei solchen Lidustrien an, bei denen Blausälxre in die Abwässer geht.
  • Nach der Erfindung erfolgt,die Entgiftung von cyanidhältigen Abwässern, welche frei sind von Metallsalzen oder solche nur in zu vernachlässigenden Mengen enthalten, im Sinne des eingangs erwähnten Verfahrens, nämlich dadurch, daß man die Lösungen mit Hilfe alkalischer Stoffe auf einen für .die oxydierende Behandlung geeigneten Alkalitätsgra,d einstellt und sie alsdann einer für die Überführung des Cyanids in Cyanat geeigneten oxydierenden Behandlung unterwirft.
  • Zum Alkalischmachen der Lösungen kann man z. B. Ätzalkali, Soda, Ätzkalk, gegebe nenfalls mehrere derartige Mittel, z. B. Atzkalk und Ätzalkali, verwenden. Als geeignete Oxydationsmittel kommen z. B. Halogene, insbesondere Chlor, Hypochlorite, z. B. Natriumhypochlorit oder Chlorkalk, ferner Wasserstoffsuperoxyd usw. in Betracht. Der Oxydationsvorgang kann bei gewöhnlicher oder erhöhter Tempergttr, z. B.` bei etwa q.o bis 8o°, durchgeführt werden. Er wird so lange fortgesetzt, bis das gesamte Cyani,,I in ungiftiges Cyanat umgewandelt ist. Das Cyanat kann dabei eine mehr oder weniger weitgehende Verseifung erfahren.
  • Es hat sich gezeigt, daß Abwässer ö,,.dgl.; welche an sich alkalisch sind, zumeist für tiie erfolgreiche Durchführung des Verfahrens nicht ohne weiteres geeignet sind, sondern noch eines Zusatzes von alkalischen Stoffen, wie Ätzalkali oder Ätzkalk, bedürfen, um einen blatten und vollständigen Verlauf des Oxydationsvorgangs zu sichern. Die Menge der alkalischen Zusatzstoffe richtet sich nach der Art des Abwassers, .der Art der Zusätze und der Art des Oxydationsverfahrens. Der für die Oxydation bestgeeignete Alkalitätsgrad kanw,durch einfache Vorversuche leicht ermittelt werden.
  • Bei Verwendung von Kalk zum Alkalischmachen der Lösung kann derselbe mit Vorteil in gebrannter Form eingeführt werden und die Ulöschungswärme zum Anwärmen der Lösung nutzbar gemacht werden. Ebenso kann man z. B. durch Einleiten von z. B. Chlor in stark alkalische Lösungen Neutralisationswärme erzeugen und für den Vorgang nutzbar machen.
  • Es ist bereits bekannt, die Oxydation von Cyaniden mittels unterchlorig- oder unterbromi:gsauren Salzen durchzuführen. Bei diesem Verfahren muß die Oxydation außerordentlich langsam und vorsichtig und unter Kühlung vorgenommen werden, .da anderenfalls .die Bildung von Halogencyan nicht zu vermeiden ist. Für ein Verfahren zum Entgiften von Abwässern kommt dieses Verfahren, bei welchem außerordentlich lang-min und vorsichtig gearbeitet «erden muß, aus wirtschaftlichen Gründen von vornherein nicht in Betracht. Das bekannte Verfahren mußte aber als Abwässerungsentgiftungsverfahren insbesondere auch schon deshalb ausscheiden, weil zumindest mit der Gefahr der Bildung von Halogencyan gerechnet werden muß und kein Fachmann für die Entgiftung von Abwässern zu einem Verfahren greifen wird, bei :dem die Entstehung eines neuen Giftes zu befürchten ist. Auch aus dem ebenfalls bekannten Verfahren, gemäß welchem wasserlösliche Cyanate, insbesondere N atriumcyanat, in fester Form erhalten werden können, wenn man in die alkalischen, stank konzentrierten Lösungen von Cyaniden direkt Chlor einleitet bzw. Brom einträgt, konnten Schlüsse auf ein in seiner Durchführung so wesentlich verschiedenes Verfahren wie das vorliegende nicht gezogen werden. Dies war um so weniger möglich, als nach :dem bekannten Verfahren mit stark konzentrierten Lösungen gearbeitet wird und im Gegensatz zu vorliegendem Verfahren außerordentlich große Mengen von Ätznatron zugefügt werden. Es war durchaus nicht voraussehbar, daß in verdünnten bzw. stark verdünnten Lösungen die Gefahr der Halogenbildung, welche nach dem obenerwähnten bekannten Verfahren nur bei außerordentlich langsamem und vorsichtigem Arbeiten und unter Kühlung zu vermeiden ist, sich auch durch Zusatz alkalischer Stoffe vermeiden lasse. Beispiele i. :251 eines cyanidhaltigen Abwassers mit i g KCN/1 werden mit Zoo g Ätznatron alkalisch gemacht und bei gewöhnlicher Temperatur :mit 2oo:g Chlorkalk (etwa 350!0 aktives Chlor) versetzt. Die Suspension wird einige Zeit mittels Rührwerks in Bewegung gehalten und alsdann filtriert. Das Filtrat ist frei von Cyanid.
  • a. 5o 1 eines cyanidhaltigen Abwassers, enthaltend i g KCN/1 werden mit 400 g gelöschtem Kalk und doog Chlorkalk versetzt. Das Gemisch wird hierauf einige Zeit gerührt und alsdann durch Absitzenlassen geklärt. Das vom Niederschlag getrennte Wasser ist entgiftet.
  • 3. In 50 i eines mit 400 g gelöschten Kalks alkalisch gemachten und auf q0 bis 6o° vorgewärmten Abwassers, welches i g KCN/l enthält, leitet man unter Rühren der Flüssigkeit so lange Chlor ein, bis das gesamte Cyanid oxydiert bzw. das dabei entstandene Cyanat unter Ammoniakentwicklung teilweise oder vollständig unter Bildung von Bicarbonat verseift ist.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Entgiften von Cyanid enthaltenden Abwässern, die keine oder nur geringe Mengen von Metallsalzen enthalten, :dadurch gekennzeichnet, daß man dieselben durch Zusatz alkalischer Stoffe, wie Ätzal'kali, Kalk u. dgl., auf einen für die oxydierende Behandlung geeigneten Alkalitätsgrad einstellt und das -Cyanid durch Behandlung mit Oxydationsmitteln, ,vie z. B. Chlor, Hypochlorit, Wasserstoffsuperoxyd u. dgl, bei gewöhnlicher oder erhöhter Temperatur in Cyanat bzw. Verseifungsprodukte des Cyanats überführt.
DED79332D 1938-11-27 1938-11-27 Verfahren zum Entgiften von cyanidhaltigen Abwaessern Expired DE742074C (de)

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