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Druckloser Vergleichsanzeiger zur Beobachtung des Wasserstandes in
Schiffswasserrohrkesseln bei Schiffsschwankungen Der Wasserstand in .den Schiffswasserrohrkesseln,
insbesondere von Kriegsschiffen, wird in -der Regel bei Doppelendern durch zwei
Anzeigegeräte am vorderen Hauptstand und einem Anzeigegerät am hinteren Nebenstand,
bei Einendern durch zwei Anzeigegeräte am Hauptstand beobachtet. An jedem Anzeigegerät
dienen zwei Marken als Anhalt, die NW-Marke und die Leuchtmarke. Die NW-Mai-ke ist
fest ,am Anzeigegerät angebracht und bestimmt den niedrigsten Wasserstand bei kleiner
Fahrt. Die Leuchtmarke zeigt am Hauptstand den Betriebswasserstand bei kleiner Fahrt
an, dient .dagegen am Nebenstand dazu, die NW-Marke deutlicher sichtbar zu machen.
Der Unterschied zwischen dem niedrigsten und höchsten Wasserstand beträgt, absolut
gemessen, gewöhnlich 9o mm. Der Betriebswasserstand liegt dazwischen.
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Bei großer Fahrt hebt sich das Schiff je nach der Fahrgeschwindigkeit
am Vorderende mehr oder weniger, wobei sich der Kessel entsprechend schräg stellt.
Der Wasserspiegel im Kessel bleibt aber in der Waage, so daß die Anzeigemarken sämtlich
falsch anzeigen. Infolgedessen ist, besonders bei höherer Kesselbelastung, keine
genaue Wasserstandskontrolle möglich. Bei Doppelendern kann bei äußerster Schräglage
des Schiffes der Wasserstandsunterschied zwischen Haupt-und Nebenstand ungefähr
r oo mm betragen, bei Einendern wegen der kürzeren Obertrommel etwas weniger.
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Bislang half man sich bei Doppellendern damit, die Leuchtmarke am
Hauptstand bei stilliegendem Schiff auf Betriebswasserstand, am Nebenstand auf N@V-hla:rke
einzustellen. Man muß -dann aber bei den verschiedenen Fahrstufen den Wasserstand
nach einer Tabelle immer so viel über der Leuchtmarke am Hauptstand halten, daß
am Nebenstand mindestens NW eingehalten wird.
Um dieser Unsicherheit
abzuhelfen und den in allen Schüfslagen erforderlichen Betriebswasserstand genau
einhalten zu hönn-n, schlägt die Erfindung vor, außer den vorgeschriebenen Kesselwasserstandsanzeigern
aü beiden Kesselenden flüssigkeitsgefüllte kommunizierende Standrohre gleichen Querschnitts
vorzusehen.
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Es ist zwar 1n sich bekannt, einen Mindestwasserstand über der Feuerbüchse
von Lokomotivlzesbeln, also einen Punkt innerhalb der Kessellunge, durch kommunizierende
Rohre ungleichen Querschnitts zu iiber«-ach-n. Eine derartige Einrichtung trägt
aber den. besonderen Verhältnissen und Bedingungen beim Betrieb eines Schiffsi,-essels,
insbesondere Wasserrolirkessels, keine Rechnung. Eine Beschränkung des Wasserraumes
über der Feuerbüchse ist hier nicht erforderlich, so daß es überflüssig ist. einen
gefährdeten Punkt innerhalb der Kessellänge zu überwachen. Auch würde mit einer
derartigen Einrichtung bei Fahrt mit vorn gehobenem Kessel, also entsprechend der
Bergfahrt einer Lokomotive, ständig mit unternormalem Wasserstand gefahren werden,
falls man nicht mit Tabellen oder veränderlichen Zuschlägen arbeiten will.
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Durch den erfindungsgemäßen Vorschlag der Anordnung des Vergleichsanzeigers
wird der totale und tatsächliche Höhenunterschied zwischen Kesselvorder- und -rückwand,
der ja auch von den Wasserstandsanzeigern des Kessels-angezeigt wird, überwacht.
Ein Vergleich des veränderlichen Wasserstandes des Kessels, angezeigt durch die
Wasserstandsgläser, mit dem unveränderlichen Wasserstand, angezeigt durch die Meßgläser
des Vergleichsanzeigers, ergibt ohne Berechnungen oder Tabellen immer den tatsächlichen
Wasserstand oder Inhalt des Kessels.
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Die Zeichnungen -zeigen in Fig. 1, 2 und skizzenhaft Ausführungsbeispiele
für Doppel-und Einenderkessel. Fig. 4. und 5 zeigen den Vergleichsanzeiger im senkrechten
Schnitt und in Stirnansicht. Fig.6 ist ein waagerechter Schnitt nach a-h (Fig. 4).
Fig. ; zeigt Wasserstandsanzeiger und Vergleichsanzeiger vereinigt.
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Die Einrichtung arbeitet nach dem Gesetz der kommunizierenden Röhren.
Unmittelbar den Wasserstandsanzeigern i und a de, Haupt- und Nebenstandes benachbart
oder, mit diesen baulich verbunden sind die Vergleichsanzeiger 3 angeordnet, die
untereinander durch Stahlrohre 4. verbunden sind. Die Querschnitte der Flüssigkeitssäulen
in den Standrohren der Vergleichsanzeiger am Haupt-und Nebenstand sind einander
gleich. Bei drei Vergleichsanzeigern am Doppelenderkessel (Fig. ij sowie bei nur
einem Vergleichsanzeiger am Hauptstand eines Einenderkessels @Fig. 3) werden am
hinteren Ende Blindsteigerohre 5 angewandt, die mit den übrigen Anzeigern symmetrisch
zur Kippachse k- .i liegen. ' Will nian das Rollen des Schifies unberücksichtigt
lassen, so genügt es für Doppelenderkessel, wenn nur ein Wasserstandsanzeigc#r des
Ilauptstandes und der Wasserstandsanzeiger des Nebenstandes Vergleichsanzeiger erhalten,
die durch ein Stahlrohr,l verbunden sind, wie in Fig. a punktiert angedeutet ist.
Die Yergleichsanzeiger können in diesem Falle auch in Mitte Obertrommel zwischen
den regelrechten Wasserstandsanzeigern angeordnet sein, wie Fig.2 zeigt.
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Das ganze Vergleichsanzeigersystem ist mit einer farbigen, beispielsweise
Hellroten Flüssigkeit (vielleicht Öl i gefüllt, die nur wenig verdunstet.
Zur besseren Kenntlichmachung kann der hellrote Vergleichsflüssigkeitsspiegel noch
von hinten beleuchtet werden. Eingestellt wird der Flüssigkeitsspiegel in den Vergleichsanzeigern
bei stilliegendem Schul auf den Betriebswasserstand, also auf die Leuchttnarl>-en
6 am Hauptstand. Während der Fahrt des Schiffes werden nur der Wasserstand in ,den
Anzeigern i oder i und a und der Flüssigkeitsspiegel in den Vergleichsanzeigern
3 miteinander verglichen. Solange Wasserstandsspiegel und Vergleichsspiegel (Pendelleuchtmarke)
gleich hoch sind, weiß die Bedienung, daß der Kessel den richtigen Wasserinhalt
hat. Im anderen Falle wird die Speisung nachgeregelt, bis die beiden Spiegel wieder
gleiche Höhe haben. Mit ; ist die übliche Marke zur Kennzeichnung des niedrigsten
Wasserstandes bezeichnet. Am Nebenstand dient die Leuchtmarke 6 nur zur deutlicheren
Kenntlichmachung der NW-Marke 7.
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Eine zweckmäßige Bauart des Vergleichsanzeigers zeigen beispielsweise
die Fig. 4 bis ;. Das Glasstandrohr 8 des Vergleichsanzeigers ist in ein Blechgehäuse
9 eingesetzt und durch einen Stopfbuchsverschluß i o gegen die Rohrleitung 4. abgedichtet.
Das obere Glasrohrende liegt in einer Führung i i und wird von oben durch eine durchbohrte
Rändelschraube 1 2 festgesetzt. Zu beiden Seiten ist das Glasrohr durch quer gestellte
Bleche 13 " eingefaßt. Hinter dem Glasrohr ist im Blechgehäuse eine Leuchtquelle,
z. B. eine elektrische- Lampe 1,1, befestigt. Die Bleche 13 bewirken, daß, das Lampenlicht
nur nach vorn durch die Glasröhre austreten kann und damit die größte Beleuchtungswirkung
erzielt wird. Das Blechgehäuse besitzt hinten eine Öffnung, verschlossen durch einen
Schieber 16, zum Auswechseln der Lampe. Eine herausziehbare Mattscheibe 15 oder
andere durchsichtige Fläche schützt die
Leuchtquelle bei Beschädigungen
des Glasrohres.
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An der tiefsten Stelle des Rohrsystems 4 befindet sich eine Ablaßschraube
17. Nachgefüllt wird an einem der Glasstandrohre 8 nach Entfernen der R.ändelschraube
12. Die Verbindungsrohre werden möglichst kühl verlegt.
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Der Vergleichsanzeiger gemäß dem beschriebenen Beispiel ist als Zusatzgerät
für vorhandene Wasserstände gedacht; man könnte bei neuen Wasserständen zwecks Verringerung
der Abmessungen diese Vorrichtung gleich mit einbauen.