DE72767C - Pflücker für Baumwoll-Erntemaschinen - Google Patents
Pflücker für Baumwoll-ErntemaschinenInfo
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Classifications
-
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- A01D46/00—Picking of fruits, vegetables, hops, or the like; Devices for shaking trees or shrubs
- A01D46/08—Picking of fruits, vegetables, hops, or the like; Devices for shaking trees or shrubs of cotton
- A01D46/14—Picking of fruits, vegetables, hops, or the like; Devices for shaking trees or shrubs of cotton using lint-from-plant pickers
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
Die bisher im Gebrauch befindlichen rotirenden Plücker können in zwei verschiedene
Klassen getheilt werden.
Bei der einen Klasse sind die rotirenden Plückerstiele von solchem Durchmesser, dafs
sie jeweilig der Baumwolle auf der Pflanze nur eine Seite des sich drehenden Theiles darbieten
und das Herausziehen der Baumwolle durch vorstehende Barte oder durch die anderweitig
rauh gemachte Oberfläche des sich drehenden Theiles bewirken. Die Faser wird dabei aus der Samenkapsel der Pflanze gewissermafsen
herausgehakt.
Bei der anderen Klasse sind die rotirenden Stiele von so kleinem Durchmesser, dafs sie,
gleichviel ob ihre Oberfläche rauh ist oder nicht, die Baumwolle dadurch aufnehmen, dafs
sie die Faser um den drehbaren Theil rund herum wickeln, sobald sie mit derselben !in
Berührung kommen und bevor noch das Abreifsen beginnt. Nachdem die in der Samenkapsel
befindliche Baumwolle auf den Stiel aufgewickelt ist, wird das Abreifsen dadurch
herbeigeführt, dafs beim Vorwärtsgang der Maschine die Faser über das Ende oder über
die Berührungsstelle des Pflückers hinaus zu einem Faden zusammengedreht wird.
Aehnlich dieser letzteren Art von Plückern arbeitet der Pflücker, welcher den Gegenstand
dieser Erfindung bildet. Er unterscheidet sich aber von der letzterwähnten Art dadurch,
dafs seine Wirkung nicht von der Form, sondern von seiner Zusammensetzung abhängt,
und dafs das Aufwickeln der auf der Pflanze befindlichen Baumwolle durch die Berührung
derselben mit einem den Pflücker bildenden Materialpfropfen von möglichst grofsem Volumen
bewirkt wird, wodurch das Absuchungsfeld des Pflückers erweitert wird. Die Verbindung
der Baumwolle in der Samenkapsel mit dem Materialpfropfen des Pflückers findet durch Zusammendrehen der Baumwollfaser
statt, aber an einer Stelle, die vorher nicht bestimmt werden kann, weil man nicht weifs,
wo die Baumwollfaser an dem Materialpfropfen haften bleiben wird.
Dieser rotirende Material pfropfen, welcher somit das Wesen der vorliegenden Erfindung
bildet, besteht aus Baumwollfaser oder anderer Faser in rohem bezw. nicht gesponnenem Zustande.
Auf den beiliegenden Zeichnungen ist der Pflücker dargestellt. Fig. ι zeigt denselben in
Seitenansicht und Fig. 2 zeigt ihn in Thätigkeit. Fig. 3 stellt den rotirenden Stiel für sich dar,
in einer Form, die sehr geeignet ist für die Aufnahme des Pflückmaterials.
Fig. 4 zeigt in senkrechtem Schnitt eine Vereinigung mehrerer Pflücker in einem gemeinsamen
Gestell, und Fig. 5 ist ein Schnitt nach der Linie x-x der Fig. 4.
A stellt einen passenden, sich drehenden Stiel dar, der je nach Wunsch biegsam oder
steif sein kann.
B ist ein röhrenförmiges, biegsames Lager für den sich drehenden Stiel A, und C ist das
bewegliche oder schwingende Gestell.
D ist das Fasermaterial des Pflückers, welches aus roher Baumwollfaser in ihrem natür
liehen Zustande, oder aus einem anderen rohen
Fasermaterial von ähnlichen Eigenschaften bestehen kann. Dieses Fasermaterial darf nicht
in gewebtem Zustande verwendet werden; es mufs aus biegsamen, äufserst dünnen, anhaftenden
Fasern bestehen, die zu einer unregelmäfsigen Masse vereinigt sind und Zwischen-.
räume zwischen sich lassen, so dafs die Fasermasse verschieden ist von anderen aus Fasern
gebildeten Körpern, wie Schnüre, Tuch oder anderen Textilerzeugnissen, in denen die Fasern
gesponnen und verwebt sind, wodurch sie eng mit einander in bleibender Form vereinigt
sind.
Das Fasermaterial D ist auf dem Stiel A in geeigneter Weise dauernd oder nur zeitweilig
befestigt. Beispielsweise ist in der Zeichnung die Befestigung mittelst einer Schnur α dargestellt,
welche mehrere Male um das Fasermaterial herumgeschlungen und deren Enden durch einen Knoten mit einander verbunden
sind. Der Stiel A ragt in die Baumwollmasse bis auf eine gewisse Länge hinein, um eine
Tragseele zu bilden, welche die Masse auf ihrer ganzen Länge möglichst concentrisch zu
der Achse hält, um welche sich das äufserste Ende des Stieles A dreht.
In Fig. 3 ist der Stiel A mit spitzen Barten b
versehen, welche so angeordnet sind, dafs die rohe Baumwolle, mit der Hand über die Barte
gedrückt, auf denselben verbleibt, und zwar so lange, bis es nöthig erscheint, dieselbe wieder
zu entfernen.
Der Mechanismus, welcher die Pflückerstiele in Drehung versetzt, kann beliebig sein. In
Fig. 4 und 5 ist ein geeigneter Mechanismus für diesen Zweck dargestellt. Mehrere aus
einer Gruppe von rotirenden Stielen bestehende Pflücker, wie deren einer in Fig. 4 dargestellt
ist, sind auf einem rotirenden Träger angeordnet, so dafs jeder Pflücker sich in dem Mafse rückwärts
dreht, als die ganze Erntemaschine auf dem Boden vorwärts bewegt wird. Durch diese rückläufige Bewegung der Pflücker wird
erreicht, dafs die einzelnen Pflückerstiele leicht zwischen die Zweige der Baumwollsträucher
hinein- und herausgehen und dieselben auf reife Samenkapseln absuchen.
Die in Fig. 4 und 5 dargestellte Bewegungsvorrichtung für die Pflückerstiele besteht aus
einer Antriebswelle E mit Zahnrädern F, in welche kleine Triebe G eingreifen, welche
durch die losen Rollen H in Eingriff gehalten
werden, die in geeigneter Weise in dem Gehäuse C gelagert sind. Jeder Trieb G treibt
zwei biegsame Stiele A, welche sich vom Trieb aus nach entgegengesetzten Richtungen hin erstrecken
und an ihren freien Enden die in Drehung zu versetzende Fasermasse tragen. Das Gehäuse C ist mit biegsamen Armen B
versehen, welche aus schraubenförmig gewundenem Draht oder aus anderem Material
bestehen, welches sich biegt, sobald es in Berührung mit den Zweigen der Pflanze kommt.
Die Stiele A drehen sich frei in den rohrartigen Armen B.
An Stelle dieser Antriebsvorrichtung kann auch eine andere geeignete angewendet werden,
wie z. B. die in den amerikanischen Patenten Nr. 427218 vom 6. Mai 1890 und No. 436770
vom 23. September 1890 beschriebenen Vorrichtungen.
Die Wirkungsweise des Pflückers ist in Fig. 2 dargestellt; dieselbe ist folgende: Das
Fasermaterial D, welches schnell rotirt, während er durch die Pflanze bewegt wird, bildet, sobald
er mit irgend einem Theile seines äufseren Umfanges mit der Baumwolle der Samenkapsel
in Berührung kommt, eine Zusammendrehung c durch Spinnwirkung, durch welche die Fasern
des Pflückers und der Samenkapsel, mit einander verbunden, sich in die Richtung der
Rotationsachse des Pflückers einstellen. Da das Spinnen fortfährt, so entsteht aus der Zusammendrehung
c sehr bald eine Schnur oder ein Seil, und ehe noch die rotirende Masse D sich
durch den Vorgang der Maschine weit genug durch die Pflanze hindurch und von der
Samenkapsel J fortbewegt hat, sind die beiden Fasermassen D und / durch die gesponnene
Schnur c genügend fest mit einander verbunden, um die Baumwolle J mitsammt dem
Boden der Samenkapsel von der Pflanze abzureifsen. Die auf diese Weise herausgezogene
Baumwolle hängt dann an der Verbindung c, bis sie die Abstreifvorrichtung der Maschine
in bekannter Weise von der Pflückermasse D entfernt.
Das zusammengedrehte Verbindungsstück c zwischen -D und / bildet sich aus dem Material
D des Pflückers, und zwar an einem Punkte, der so lange unbestimmt ist, bis eine
Berührung zwischen D und J stattgefunden hat. Alsdann ist auch die Rotationsachse bestimmt,
an welchem Theil der Oberfläche von D auch immer die anfängliche Berührung stattgefunden
haben mag. Da nun bei mehreren hinter einander folgenden Operationen die verbindende
Zusammendrehung c an verschiedenen Punkten der Oberfläche von D stattfinden wird, und
da die aus der Samenkapsel herausgerissene Baumwolle vor jedem neuen Eindringen des
Pflückers zwischen die Zweige der Pflanze von der Pflückermasse D abgerissen wird, so tritt
ein gewisser Ausgleich in der Abnutzung der rotirenden Pflückermasse D ein, der eine nachtheilige
Verdrehung oder Verzerrung derselben verhütet.
Der beschriebene Pflücker besitzt nach Angabe des Erfinders folgende Vortheile:
Der Absuchungsbereich innerhalb der Pflanze wird erhöht.
Claims (1)
- Der Pflücker bildet ein so zartes Mittel zum Absuchen der Zweige, dafs das' Abschlagen und Vergeuden irgend welcher reifen Theile von Baumwolle oder ein Beschädigen der erst theilweise reifen Theile, oder ein Beschädigen der Pflanze ausgeschlossen ist.Der Pflücker gestattet das Abtrennen der von der Pflanze abgerissenen Baumwolle vor jedem neuen Eindringen zwischen die Zweige der Pflanze, ohne dal's es nöthig wäre, die Drehung des Pflückers zu unterbrechen, wodurch die Anwendung einfacher Antriebsvornchtungen ermöglicht ist.Der Pflücker kann leicht und ohne Kosten auf dem Erntefelde ersetzt werden, da man nur nöthig hat, Baumwolle von der Pflanze auf dem Stiel des Pflückers zu befestigen.Paten τ-Ansprüche:Ein Pflücker für Baumwoll-Erntemaschinen, bestehend aus einer sich drehenden Masse aus Baumwolle oder anderer ähnlicher Faser, welche sich im natürlichen, nicht gewebten Zustande befindet, sich mit der Baumwolle der Pflanze durch Zusammendrehen verbindet und die Baumwolle von der Pflanze beim Weiterfahren der Maschine abreifst. Ein Pflücker der unter Anspruch ι. bezeichneten Art, sofern die sich drehende Masse aus Baumwoll- oder ähnlicher Faser auf einem rotirenden Stiel angeordnet ist, der sich mitten in die Masse hinein erstreckt, mit ihr fest verbunden ist und die Seele der Masse bildet.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE72767T | 1893-03-08 |
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| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE72767C true DE72767C (de) | 1894-01-03 |
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE189372767D Expired DE72767C (de) | 1893-03-08 | 1893-03-08 | Pflücker für Baumwoll-Erntemaschinen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE72767C (de) |
-
1893
- 1893-03-08 DE DE189372767D patent/DE72767C/de not_active Expired
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