DE72544C - Verfahren zur Erzeugung von Disazofarbstoffen auf der Wollfaser - Google Patents

Verfahren zur Erzeugung von Disazofarbstoffen auf der Wollfaser

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DE72544C
DE72544C DENDAT72544D DE72544DA DE72544C DE 72544 C DE72544 C DE 72544C DE NDAT72544 D DENDAT72544 D DE NDAT72544D DE 72544D A DE72544D A DE 72544DA DE 72544 C DE72544 C DE 72544C
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wool fiber
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disazo dyes
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bath
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DENDAT72544D
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FARBWERKE VORM. MEISTER LUCIUS & BRÜNING in Höchst a. M
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09BORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
    • C09B35/00Disazo and polyazo dyes of the type A<-D->B prepared by diazotising and coupling
    • C09B35/02Disazo dyes

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
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Description

KAISERLICHES
PATENTAM
Bekanntlich hat das Verfahren, Azofarbstoffe auf der Baumwolle zu erzeugen, grolse Bedeutung für die Färberei-Industrie erlangt; dagegen ist es bisher nicht gelungen , ein Verfahren der Entwickelung von Azofarbstoffen auf der Wollfaser zu finden, welches technische Bedeutung beanspruchen könnte und besondere Vortheile vor dem Färben mit den fertigen Farbstoffen böte. Insbesondere liefert auch die in der Patentschrift Nr. 62075 erwähnte Erzeugung der Combination von Naphtylenviolett mit Aminen, Diaminen, Phenolen etc. auf der Wollfaser, wobei ein Tetrazofarbstoff entsteht, keine befriedigenden Resultate.
Wir haben nun gefunden, dafs, ausgehend von primären Azofarbstoffen, welche eine diazotirbare Amidogruppe enthalten, man auf der Wollfaser Disazofarbstoffe erzielen kann, welche technisch von höchster Bedeutung sind.
Die von uns angewandten primären Azofarbstoffe sind wahre Wollfarbstoffe, welche in saurem Bade vollständig egal aufziehen. Als besonders geeignet haben sich hierbei diejenigen Azofarbstoffe erwiesen, welche sich von den Phenylen-, Toluylen- und Naphtylendiaminen ableiten und nach dem Typus:
N U2 — -R' — N = N — R"
zusammengesetzt sind. Während nun die meisten Disazofarbstoffe im Gegensatz zu primären Azofarbstoffen die Wolle, besonders Stückwaare, sehr ungleichmäfsig (»schipperig«) anfärben, deshalb sehr schwierig anzufärben sind und ihre Verwendung für viele Artikel der Wollindustrie bisher sogar ausgeschlossen war, gelingt es nach unserem Verfahren, bei welchem der primäre Farbstoff zuerst aufgefärbt und dann in den Disazofarbstoff übergeführt wird, höchst egale Färbungen zu erzielen. Hierdurch wird es ermöglicht, eine ganze Reihe werthvoller Farbstoffe zu verwenden, welche, wenn aufserhalb der Faser hergestellt und direct aufgefärbt, infolge der ihnen abgehenden Egalisirungsfähigkeit von der Verwendung für die Wollfärberei ganz oder theilweise ausgeschlossen sind. Es vereinigen sich bei unserem Verfahren die Vortheile der primären Farbstoffe — leichtes Egalisiren — mit den Vortheilen der Disazofarbstoffe — tiefere Nuance und gröfsere Echtheit — in glücklichster Weise. Mit besonderem Vortheil lassen sich hierbei auch die Sulfosäuren der Phenole verwenden, und es gelingt die Fixation der Farbe auf der Wolle um so besser, je mehr Sulfogruppen in den Componenten des Farbstoffes enthalten sind.
Beispiel I: Dunkelblau auf Cachemir. 100 kg Cachemir werden in einem passenden Bottich unter Zusatz von 4 pCt. Schwefelsäure und ι ο pCt. Glaubersalz mit 1 kg Farbstoff, welcher aus Acetylphenylendiamin durch Diazotiren und Kuppeln mit Chromotropsäure und nachheriges Verseifen der Acetylgruppe erhalten wurde, durch einstündiges Kochen angefärbt. Der Cachemir wird hierauf gespült und durch ein kaltes Bad passirt, das auf ι cbm mit 3 kg Nitrit und 20 kg Salzsäure beschickt ist. Man spült wieder und bringt nun auf ein kaltes Bad, welches im Cubikmeter 300 g ß-Naphtol und 2,5 1 Natronlauge von
36° B. enthält. Nach halbstündigem Umziehen und darauffolgendem Spülen ist der Cachemir egal tiefblau gefärbt.
Beispiel II: Schwarz auf Kammgarn.
ι oo kg Kammgarn werden in einem passenden Bottich mit 3 kg des aus 1 · 4-Nitro-anaphtylamin durch Diazotiren und Kuppeln mit R - Salz und nachherige Reduction mit Schwefelnatrium erhaltenen Farbstoffes unter Zusatz von 10 pCt. Weinsteinpräparat angefärbt, dann wie bei Beispiel I in das Nitritbad gebracht und zum Schlufs in einem Bade umgezogen, das im Cubikmeter 216 g m-Phenylendiamin enthält. Man erhält so ein egales Tiefschwarz von sehr guter Wasch- und Lichtechtheit.
Beispiel III: Bläuliches Prune auf
Diagonalstoff.
Die Waare (100 kg) wird wie üblich im sauren Bade in der 5 ο fachen Menge Wasser mit 4 pCt. Schwefelsäure, 10 pCt. Glaubersalz und ι pCt. Farbstoff aus ρ - Nitranilin und R-SaIz (nachträglich reducirt) 1 Stunde kochend gefärbt, dann gespült, im Nitritbade, welches im Liter 7,5 ecm Nitritlösung (1:5) und 5 ecm Salzsäure von 21 ° (1:1) enthält, 15 Minuten kalt diazotirt, gespült und im frischen Bade mit 2 g salzsaurem a-Naphtylamin und 1 g essigsaurem Natron pro -Liter bezw. 2 g m - Phenylendiamin-Base pro Liter bezw. 2 g Natronsalz der Nevile-Winther'schen Säure pro Liter J/4 Stunde kalt entwickelt.
Beispiel IV: Marineblau.
Die Waare wird wie üblich im sauren Bade
in der 50 fachen Menge Wasser mit 4 pCt.
Schwefelsäure, 10 pCt. Glaubersalz und 1 pCt.
Farbstoff aus m-Nitro-o-toluidin und Chromotropsäure (reducirt) 1 Stunde kochend gefärbt, dann gespült, im Nitritbade, welches im Liter 7,5 ecm Nitritlösung (1:5) und 5 ecm Salzsäure von'2i° (1:1) enthält, 15 Minuten kalt diazotirt, gespült und im frischen Bade mit dem Natronsalz der β - Oxynaphtoesäure, 2 g pro Liter, bezw. 2 g Natronsalz der Amidonäphtoldisulfosäure des Patentes Nr. 69722 pro Liter bezw.. 2 g Natronsalz des Orthokresols pro Liter l/i Stunde kalt entwickelt.
Beispiel V: Dunkles Marineblau.
Die Waare wird wie üblich im sauren Bade in der 50 fachen Menge Wasser mit 4 pCt. Schwefelsäure, 10 pCt Glaubersalz und 1 pCt. Farbstoff aus ρ - Nitranilin und Chromotropsäure (reducirt) 1 Stunde kochend gefärbt, dann gespült, im Nitritbade, welches im Liter 7,5 ecm Nitritlösung (1:5) und 5 ecm Salzsäure von 2i° (1 : 1) enthält, 15 Minuten kalt diazotirt, gespült und im frischen Bade mit 2 g Natronsalz der Nevile-Winther'schen Säure bezw. 2 g m-Phenylendiamin bezw. 2 g salzsaurem a-Naphtylamin und 1 g essigsaurem Natron pro Liter Y4 Stunde kalt entwickelt.

Claims (2)

Patent-Anspruch: Verfahren zur Erzeugung von Disazofarbstoffen auf der Wollfaser, darin bestehend, dafs man auf der Wollfaser durch Auffärben im sauren Bade fixirte primäre Azofarbstoffe, welche eine diazotirbare Amidogruppe enthalten, durch nach einander erfolgende Behandlung:
1. in angesäuerten Nitritbädern und
2. in mit essigsaurem Natrium versetzten oder schwach alkalischen Bädern von Phenolen, Oxycarbonsäuren und Aminen, sowie deren Sulfosäuren
in Disazofarbstoffe überführt.
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