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Motorfahrzeug Die Erfindung bezieht sich auf ein Motorfahrzeug, das
sich durch eine neue vorteilhafte Bauart auszeichnet. -Das Ziel der Erfindung besteht
darin, ein geländegängiges Motorfahrzeug zu schaffen, das in' bezug auf Wendigkeit,
Kurvensicherheit und Fahrgeschwindigkeit den bekannten geländegängigen Fahrzeugen
mit motorischem Antrieb überlegen ist.
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Zu den geländegängigen Motorfahrzeugen, die sind, werden im allgemeinen
drei Gruppen von Fahrzeugen gerechnet, nämlich: .
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z. Radfahrzeuge, der vorliegenden Gattung entsprechend Motorräder
mit Beiwagen, _ 2. Gleiskettenfahrzeuge ohne Lauf- und Lenkr@danordnung und -3.
. Gleiskettenfahrzeuge mit Lauf- und Lenkradanordnung.
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. -Die. unter z. genannten Motorräder .mit Beiwagen können nur als
beschränkt geländegängig bezeichnet werden, da sie keinen Gleiskettenantrieb aufweisen.
Ferner besitzen große Breite, so daß sie für schmale Wege schlecht geeignet sind.
Auch ist die Kippgefahr derartiger Räder verhältnismäßig groß.
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Die unter 2. genannten Motorfahrzeuge, die sogenannten Gleiskettenfahrzeuge
ohne Lenkrädanordnung, überwinden zwar wesentlich besser als die unter i. genannten
Fahrzeuge unwegsame Gelände usw., indessen ist einmal nachteilig, daß zum Antrieb
eine regelmäßig große Motorleistung `erforderlich ist, zum andern besteht ein Nachteil
darin, daß keine großen Geschwindigkeiten auf der Straße erzielt werden können.
Dies liegt insbesondere daran, daß der reine Gleiskettenantrieb nach bekanntem Lenksystem
das Zickzackfahren in sich schließt. Die Bedienung muß .infolgedessen außerordentlich
achtsam sein; wenn etwas höhere Geschwindigkeiten erzielt werden sollen. Dies gilt
auch für die bekannten Motorfahrzeuge der vorerwähnten Art, bei denen, .'ähnlich
wie bei einem Motorrad; eine besondere Lenkereinrichtung einem entsprechenden Fahrersitz
und entsprechenden Be-
Um den Nachteilen der unter 2@genannten Motorfahrzeuge
zu begegnen, sind dann die unter 3. genannten Gleiskettenfahrzeuge mit Lauf- und
Lenkradanordnung entwickelt worden. Diese bekannten Fahrzeuge sind üb-' licherweise
mit zwei Lenkrädern ausgestattet; die ganz ähnlich wie die Vorderradanordnung eines
normalen Kraftfahrzeuges (Automobil), durchgebildet und mit einer entsprechenden
Steuerung versehen sind. Diese Fahrzeuge sind nicht besonders gut wendig, im übrigen
ist die Anordnung von zwei Lenkrädern mit Achse gleichbedeutend mit einem großen
Rollwiderstand und Lenkwiderstand im Gelände besonders mit lockerer Fahrbahn, wie
Sand, Schnee usw., ganz abgesehen davon, daß diese Bauart auch einen erhebli@hen
Gewichtsaufwand in sich schließt.
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In diesem Zusammenhang sind auch sogenannte gelenkte Bauarten erwähnenswert,
bei denen beispielsweise mit dem- Fahrgestell ein vorderes Lauf- und Lenkrad und
eine hintere Antriebseinrichtung vereinigt ist, welche ein Laufrad und eine Gleiskette
umfaßt. Diese ,Bauarten sind einmal in ihrer Durchbildung recht verwickelt, zum
andern lassen sich auch keine hohen Geschwindigkeiten erzielen, denn dafür ist der
Gesamtaufbau viel zu schwerfällig und auch der Bestimmungszweck dieser Bauarten,
als Zugmaschinen zu dienen, schließt die Verwendung derartiger Fahrzeuge für höhere
Fahrgeschwindigkeiten aus.
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Ein weiterer bekannter Vorschlag geht dahin, zwischen den beiden Gleisketten
ein Laufrad anzuordnen, das auch als Lenkrad d: 'eilen kann. Die Ausnutzung des
Laufrades als Lenkrad ist aber nur dann möglich, wenn die. Gleisketten derart angehoben
werden, daß sich- die Gleisketten mit ihren hinteren Enden a11 *Boden - abstützen.
Die Notwendigkeit dieser Maßnahme ergibt sich eben daraus, daß das Laufrad -zwischen
den- Gleisketten angeordnet ist und demgemäß -nicht unmittelbar zur Lenkung herangezogen
werden kann. Hierbei ist nachteilig, daß -sich nahezu .das gesamte Fahrzeuggewicht-
auf die Laufradachse beim Heranziehen zum Lenken überträgt und im übrigen von einem
Gleiskettenfahrzeug, das geeignet wäre, Geländeschwierigkeiten zu überwinden, nicht
mehr gesprochen werden kann. Wirkungsmäßig ist ein solches Fahrzeug in diesem Zustande
mit einem Dreiradfahrzeug zu vergleichen.
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. Durch die Erfindung werden die genannten Nachteile -vollständig.
vermieden und, wie eingangs erwähnt, ein geländegängiges Motorfahrzeug geschaffen,
das sich außerordentlich günstig in bezug auf seine Fahreigenschaften (Wendigkeit,
Kurvensicherheit, Fahr= geschwindigkeit @usw.) verhält.
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`Erfindungsgemäß .`ist .das einzige vordere Lauf- und Lenkrad mit
seinem Aufstützpunkt auf deal Boden mit einem solchen Abstand von dem vordersten
Auflagepunkt der beiden Gleisketten angeordnet, daß das Laufrad ausreichende Lenkfähigkeit
durch genügenden Bodendruck erhält. Auch erweist sich die Vorverlegung der Lauf-
und Lenkradanordnung insofern als Vorteil, als ein größerer Lenkausschlag möglich
wird, als dies bei jenen Bauarten der Fall ist, bei denen das Laufrad -zwischen
'den Ketten angeordnet ist.
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Iss liegt auf der Hand, daß ein derartiges, nur mit einem vorverlegten
Laufrad versehenes Gleiskettenfahrzeug den bekannten Gleiskettenfahrzeugen mit zwei
Lenkrädern deswegen überlegen ist, weil ein erheblich geringerer Fahr- und Lenkwiderstand
zu überwinden ist. Gewichtsmäßig ergeben sich sehr günstige Voraussetzungen, ganz
abgesehen davon, daß auch die Gewichtsverteilung in einem solchen Fahrzeug außerordentlich
zweckmäßig gewählt werden kann. Dies gilt sowohl für die Gewichtsverteilung der
Bemannung als auch für die Gewichtsverteilung, der Antriebsteile. So ergibt sich
auch eine recht günstige Schwerpunktslage, -welche die Fahr- und Standsicherheit
erhöht. Ein Fahrzeug der erfindungsgemäßen Bauart nimmt finit Leichtigkeit Unebenheiten
des Bodens und auch Gräben geringerer Breite, da in diesen Fällen das Lenkrad gleichsam
über die Untiefen des Bodens hinweg gleitet. Das Fahrzeug gemäß der Erfindung benötigt
auch eine geringere Breite und kann daher schmale Wege, insbesondere auch Gebirgswege,
befahren. Daß die Wendigkeit sehr groß ist, ergibt sich daraus, daß das einzige
Lenkrad stets im Bereich der äußersten Breite. des Fahrzeuges sich befindet. Dies
ist in gewissen Fällen für schmale Wege von Vorteil, insbesondere beim Anlenken.
Die Steuerung ist wesentlich einfacher als die Steuerung der 'Gleiskettenfahrzeuge
mit zwei vorderen gelenkten Laufrädern. - Auch die. Federung gestaltet sich einfacher.
Benn Geradeausfahren lassen sich erhebliche Gechwindigkeiten erzielen, ohne daß
der Fahrer eine besondere Sorgfalt aufzuwenden@hätte. Dies wirkt sich sehr günstig
auf -die Fahrsicherheit aus, ganz abgesehen davon, @daß der Fahrer eines derartigen
Fahrzeuges längst nicht so .ermüdet wie die Fahrer der bekannten geländegängigen
Fahrzeuge. -Die schon erwähnte günstige Gewichtsverteilung - innerhalb des erfindungsgemäßen
Fahrzeuges, die durch den Häupterfindungsgedanken gegeben ist, schließt auch eine
den Fahrbetrieb hindernde Kopflastigkeit bei abgenommenem Laufrad aus. -Besonders
vorteilhaft ist- es, wenn unter Beibehaltung -des F-läüpterfindungsgedärikeiis
der
Lenker auf ein an sich bekanntes Doppeldifferentialgetriebe einwirkt, da ja für
das Kurvenfahren zwei Einflüsse von ausschlaggebender Bedeutung sind, nämlich einmal
das Verhalten des vorderen Laufrades und zum anderen das Verhalten der Gleisketten.
Diese beiden Einflüsse sind aber dann gut aufeinander abgestimmt, wenn die durch
das Doppeldifferentialgetriebe gegebene Kurvensicherheit mit der Lenkfähigkeit des
vorderen Laufrades zusammenwirkt.
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Durch die Vorverlegung der vorderen Laufradanordnung sind auch räumlich
günstige Voraussetzungen geschaffen, insbesondere in der Hinsicht, daß der frei
werdende Platz zwischen den Gleisketten für die Unterbringung des Motors und die
dazugehörigen Aggregate ausgenutzt werden kann, was wiederum zur Folge hat, daß
der Platz über dem Motor mit Vorteil zur Unterbringung der- Sitze für die Begleitfahrer
ausgenutzt «-erden kann, da diese in einer durchaus angemessenen Höhenlage gegenüber
dem Fahrzeug als solchem sich befinden.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung wiedergegeben
und wird im folgenden beschrieben. Es zeigen: Abb. r ein Motorfahrzeug gemäß der
Erfindung in Seitenansicht in schematischer Darstellung, Abb. 2 das gleiche Fahrzeug
in Draufsicht, Abb. 3 dasselbe Fahrzeug in Vorderansicht. Für den Aufbau des Fahrzeuges
gemäß den Abb. r bis 3 ist die Kombination eines Gleiskettenantriebes i mit einer
aus einem Laufrad 2 bestehenden Laufradanordnung vorgesehen. Wie die Abbildungen
deutlich erkennen lassen, ergibt sich auf diese Weise ein motorradähnlicher Aufbau,
der insbesondere auch durch die symmetrische Anordnung des Laufrades 2 zu dem Gleiskettenantrieb
und die Verwendung der für ein Motorrad schwerer Bauart üblichen Bedienungsorgane
gegeben ist. So erkennt man in den Abbil@ dungen als Lagerung für das Laufrad 2
die übliche Gabel 3 mit dem Lenker ¢; auch die Federung kann in. üblicher Weise
ausgebildet sein. Der Sitz 5 des Fahrzeuges wird zweckmäßig in der für ein Motorrad
üblichen Weise hinter dem Lenker vorgesehen. Im Rahmen der Erfindung liegt auch
eine Anordnung, bei der das Laufrad mit der dazu .gehörigen Lenkereinrichtung usw.
hinter dem den Gleiskettenantrieb enthaltenden Aggregat vorgesehen ist. An Stelle
des gabelförmigen Lenkers 4 kann aber auch ein Steuerrad üblicher Ausführung vorgesehen
sein. Der Antriebsmotor ist in Abb. i in gestrichelten Linien bei 6 angedeutet.
Er befindet sich vorteilhaft :n der Nähe der Gleisketten, und zwar zwischen diesen
möglichst tief gelegen. Dadurch erhält der gesamte Aufbau eine tiefe Schwer-Uunktslage
und eine sehr große Seitenkipp-@estigkeit. Außer dem Fahrer, der das Fahrzeug bedient
und in der Nähe des Lenkers bei 5 seinen Sitz hat, lassen sich auf dem -Fahrzeug
noch weitere Sitze 7 und 8 unterbringen, denen in geeigneter Weise Fußstützen 9
und to zugeordnet sind.
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Mit dem Fahrzeug gemäß der Erfindung lädt sich auch ein Anhänger kuppeln,
und es ist weiterhin möglich, das Fahrzeug auch als Zugmaschine zu verwenden. Die
Eigenart des erfindungsgemäßen Aufbaues bringt es mit sich, daß mit dem Fahrzeugrahmen
ohne größere Schwierigkeiten ein Schneepflug verbunden werden kann, eine Maßnahme,
die sich insbesondere im Gebirge und im Winter als vorteilhaft erweist. Weiterhin
läßt sich an Stelle des Laufrades oder zusätzlich zu dem Laufrad auch eine Schneekufenanordnung
vorsehen, die an der Lenkerbewegung teilri itnnit.