DE716840C - Als Kursweiser fuer laengs eines geographischen Grosskreises zu steuernde Fahrzeuge geeignetes Geraet (Grosskreisweiser) - Google Patents

Als Kursweiser fuer laengs eines geographischen Grosskreises zu steuernde Fahrzeuge geeignetes Geraet (Grosskreisweiser)

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DE716840C
DE716840C DEB162680D DEB0162680D DE716840C DE 716840 C DE716840 C DE 716840C DE B162680 D DEB162680 D DE B162680D DE B0162680 D DEB0162680 D DE B0162680D DE 716840 C DE716840 C DE 716840C
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Description

  • Als Kursweiser für längs eines geographischen Großkreises zu steuernde Fahrzeuge geeignetes Gerät (Großkreisweiser) Es ist bekannt, daß die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten .der Erdoberfläche auf dein .durch. diese beiden Punkte gelegten Großkreis liegt. Unter einem beliebigen Großkreis wind verstanden die Schnittlinie der Erdoberfläche mit einer durch den Erdmittelpunkt gehenden, aber im übrigen beliebig orientierten Ebene. Dia -die Lage einer Ebene durch drei Punkte bestimmt wird, so :gehört zu zwei voneinander entfernten Punktender Erdoberfläche ein bestimmter Großkreis, .der mit der Erdachse einen bestimmten Winkel einschließt.
  • Bei größeren Entfernungen ist man bereits bisher bestrebt, sich :dem Ziel auf dem Großkreis zu nähern. Bei Verwendung der bekannten Kompasse als Orientierungsgeräte ist das jedoch nur mit Annäherung möglich; denn bei Einhaltung eines bestimmten Kurses bewegt man sich, abgesehen vom Äquator und einem Meridian, nicht auf einem Großkreis, sondern auf einer Loxodrome, die die Meridiane unter dem gleichen Winkel schneidet und mithin in einer Sp:irall.inie zu dem Nord- oder Südpol führt. Man .geht daher, um annähernd eine Bewegung auf einem Großkreis zu erzielen, so vor, daß man nach gewissen Zeitabständen den Kurs ändert, derart, daß die Gesamtbahn sich aus Loxodromstücken zusammensetzt im Sinne einer Annäherung an den den Ausgangsort und,das Ziel verbindenden Großkreis.
  • Ideal für die Orientierung längs eines geographischen Großkreises würde naturgemäß ein Gerät sein, das den einzuhaltenden Großkreis selbst zeigt und demgemäß kurz als Großkreisweiser zu bezeichnen wäre. Die Schaffung eines derartigen, bisher nicht bekannten Gerätes ist Ziel der Erfindung. Sie beruht auf der Ausnutzung :des Umstandes, daß bei Einhaltung des zu fahrenden Großkreises :der Winkel zwischen der Erdachs und der Fahrtkreisachse (Polachse der Bewegungsbahn) einen bestimmten von dem Großkreis abhängigen Wert besitzt. Demgemäß enthält das neue Gerät Mittel, die gestatten, festzustellen, ob der vorgenannte Winkel zwischen Fahrtkreisachse und Endachse innegehalten wird.
  • Ehe auf :die Erfindung selbst eingegangen wird, sei noch geprüft, welche Verhältnisse sich ergeben, wenn man ein nach der Erdachse und ein nach der Fahrtkreisachse orientierbares Organ und weiterhin Mittel zur überwachung des Winkels zwischen den beiden Organen vorsieht. Wird das mit einem solchen Gerät ausgerüstete Fahrzeug zunächst so gesteuert, d.aß der Winkel zwischen den hei.den genannten Organen den durch -len Großkreis zwischen Ausgangsort und Ziel be-"lingten Wert einnimmt, und wird dann weiterhin das Fahrzeug während der Fahrt so gesteuert, daß dieser Wert stets eingehalten wird, so bewegt sich das Fahrzeug auf dein gew=ünschten Großkreis. Für das nach .der Fahrtkreisachse zu orientierende Organ könnte ein gegen die Erddrehung kompensiertes Kreiselpendel benutzt werden. Auf die nähere A.ushildung dieses Kreiselpendels braucht hier nicht eingegangen zu werden, da derartige Kreiselpendel an sich bekannt sind und z. B. in einer Ausführungsform »,den Gegenstand des deutschen Patents 513 546 bilden. Die Einstellung des nach der Erdachse zu orientierenden Organs könnte in' der Weise erfolgen, daß zunächst -Nie richtige Einstellung von Hand entsprechend der geographischen Position des betreffenden Ortes, z. B. des Ausgangsortes, herbeigeführt und diese Orientierung mit Hilfeeines dein betreffenden Organ zugeordneten kräftefreien Kreisels stabilisiert wird. Derartige Kreisel sind naturgemäß nicht imstande, das betreffende Organ für eine sehr lange Zeit zu stabilisieren, man müßte daher zweckmäßig Mittel vorsehen, die gestatten, die Orientierung des betreffenden Organs von Zeit zu Zeit, z. B. in Abständen von einer oder mehreren Stunden, von Hand zu korrigieren.
  • Genauer und einfacher wird die Ausführung jedoch, sofern man gemäß der Erfindung die Orientierung des als Kursweiser für längs eines geographischen Großkreises zu steuernde Fahrzeuge dienenden Gerätes nach einem astronomischen Fixpunkt vornimmt. Demgemäß besteht die Erfindung darin, daß ein auf einen astronomischen Fixpunkt richtbares Visier derart um zwei Achsen drehbar ist, daß diese beiden Achsen hinsichtlich des von ihnen eingeschlossenen @,#"inl;els auf den Winkel zwischen Erdachse und Achse des zu fahrenden Großkreises einstellbar sind und eine Vorrichtung zum Rückdrehen des Visiers um die eine Achse entsprechend der Bewegung des Gerätes relativ zur Erde sowie eine Vorrichtung ;,um Rückdrehen des Visiers um die andere Achse entsprechend der Umdrehung (leg Erde um ihre Achse vorgesehen sind. Intolge,dessen wird das Visier, sofern inan des besseren Verständnisses wegen (las neue Gerät zunächst einmal als relativ zur Erde ortsfest betrachtet, stets auf den astronomischen Fixpunkt gerichtet bleiben, nachdem es einmal richtig orientiert war. Bewegt sich das Gerät auf einem Großkreis, so siii,d an sich hinsichtlich der Orientierung des Gerätes zum astronomischen Fixpunkt die gleichen Verhältnisse gegeben, als ob das Gerät relativ zur Erde t-:rtsfest geblieben wäre, dafür aber die I@rae um die Achse rles Großkreises eine Zusatzdrehung ausführen würde (scheinbare F_r;ldrehung). Sofern nun auch diese scheinbare Drehung .der Erde ausgeglichen wird, muß notwendigerweise das Visier auf den astronomischen Fixpunkt gerichtet bleiben. Die scheinbare Erddrehung ergibt sich aus der Fahrtgeschwindigkeit des mit dein neuen Gerät ausgerüsteten Fahrzeuges. Wird diese in irgendeiner geeigneten Weise ermittelt und wird entsprechend der daraus sich ergehenden scheinbaren Erddrehung das Visier mit der Fahrt uin die nach der Fahrtkreisachse orientierte Drehachse verstellt, so muß also das Visier stets auf den astronomischen Fixpunkt gerichtet bleiben, sofern das zu steuernde Fahrzeug sich auf dem Großkreis bewegt. Ein Auswandern des astronomischen Fixpunktes aus dein Fadenkreuz @!es Visiers in einer bestimmten Richtung gibt .demnach ein Kriterium dafür, daß das zu steuern#ie Fahrzeug von dein Großkreis abgewichen ist. Fs ist also lediglich das Fahrzeug so zu steuern. daß f der astronomische Fixpunkt im Nullpunkt der einen Koordinate des Fadenkreuzes bleibt. Bei der letztgenannten Ausführung war rler besseren Erläuterung wegen zunächst neben einer kontinuierlichen Rückdrehung des Visier: entsprechend der wahren Erddrehung auch eine kontinuierliche Rückdrehung des Visiers um die nach der Fahrtkreisachse orientierte Drehachse entsprechend der scheinbaren Erddrehung angenommen. Indes ist ein kontinuierlicher Ausgleich der scheinbaren Erd,clrehung und eine genaue Ermittlung der Fahrtgeschwindigkeit bzw. überhaupt eine Ermittlung der Fahrtgeschwindigkeit nicht erforderlich, wie sich aus der folgenden Beschreibung des in der Zeichnung dargestellten Ausfiihrungsbeispieles ergibt.
  • In Fig. i ist das Gerät in Seitenansicht. teilweise im Schnitt dargestellt. Es wird vorzugsweise auf einer in an sich bekannter Weisse, z. B. mit Hilfe eines Kreisels, stabilisierten horizontalen Plattform aufgestellt. Das Gerät umfaßt einen vertikalen Tubus i, der über das .Schneckengetriebe 2 und die 1-lan,1-kurbel 3 gemäß der Skala 4. um eine lotrechte Achse drehbar ist. An dem Tubus i bzw. einem Ansatz ist ein Tubus 5 drehbar gelagert, der mittels des Schneckengetriebes 6 und der Handkurbel 7 nach der Skala 8 um eint horizontale Achse H-H drehbar ist. An dein horizontalen Tubus 5 ist wiederum schwenkbar z. B., wie dargestellt, mittels eines Z_vlindergelenkes 5, 9u der Tubus c) gelagert. Die Einstellung dieses Tubus relativ zum Tubus 5 erfolgt über einen Bedienungsknopf io. der an einem mit dem Tubus 5 verbundenen Arm >,, gelagert ist. Die Achse des Bedienungsknopfes io trägt ein Zahnrad i i. das mit einem 7ahnra-d,segment 91,4es Teiles 9" kämmt. Der Einstellwinkel, d. h. der Winkel, unter dem der Tubus 9 bzw. seine geometrische Achse E-E zu dem Tubus 5 bzw. dessen geometrischer Achse H-H geneigt ist, kann aus der Stellung des vom Bedienungsknopf io getragenen Zeigers io" auf der Skala 12 abgelesen werden. Der Tubus 9 trägt unter Vermittlung eines drehbaren Zwischentubus 13 das eigentliche relativ zum Tubus 13 drehbare Visier 1.4. Es ist um die geometrische Längsachse E-9 des Tubus 9 drehbar und über das Stirnradgetriebe 15 mit einem vom Tubus 9 getragenen Uhrwerk 16 gekuppelt. pos von dem Visier 14. erfaßte Bild wird von den in die Tuben 1, 5, 9 und 13 eingebauten optischen Teilen auf @die Bildebene 17 geworfen, welche ein- Fadenkreuz mit zwei rechtwinklig zueinander verlaufenden Fäden 17, und 171, enthält (vgl. Fig. 3).
  • Das Gerät enthält einen irn Visier 14 befindlichen Spiegel 18, der urn- die Achse 18" entsprechend der Deklination des benutzten astronomischen Fixpunktes eingestellt wird. Weiterhin ist zur Bildaufrichtung ein Dov eprisma i9 in dem Zwischentubus 13 vorgesehen. Dieses Doveprisma ist um die geometrische Achse E-E entsprechend seinem Zweck jeweils um die Hälfte des vom- Visier 14 zurückgelegten Winkelweges zu drehen. Hierzu ist der das Prisma i9 tragende Tubus 13 über das Stirnradgetriebe 2o mit dem Uhrwerk 16 gekuppelt. Die Übersetzung der -beiden Getriebe 15--und 2o ist so gewählt, daß der Tubus 13 jeweils die Hälfte-,dies vom Visier 1,4 zurückgelegten Winkelweges zurücklegt,- so daß also, wenn (das Visier 14 einen Winkelweg von 36o° beschreibt, der Tubus 13 nur einen. Winkelweg von i8o° zurücklegt. Im Tubus 9 ist (las Objektiv 9-1 untergebracht. In der Bildebene dieses Objektivs befindet sich innerhalb Ales Gelenkes 5a,. 9" ein mit dem Gelenkteil 9f, verbundener Spiegel 22. Von @diesem-geht.,der Strahlengang zu dem Spiegel 23, der initteL5 einer am Gelenkteil 5, gelagerten. Achse 23« drehbar ist. Es ist leicht einzusehen, daß der Spiegel 293 jeweils um den halben Winlzel.'#veg zu drehen ist; um den der Tubus g und damit auch der Spiegel 22 relativ zum Tubus 5 gedreht wird, damit der ausfallende Strahl seine Richtung parallel zum Tubus 5 behält. - Es - ,empfiehlt sich, den Spiegel 23 zum Zwecke der selbsttätigen Einstellung bei der Schwen= kung des Tubus g mit dem Einstellorgan- i o zu kuppeln. Im .dargestellten Ausführungsbeispiel dient hierzu ein Stirnradgetriebe 2q., .5, von welchem,das Zahnrad 24 von der Spiegelochse 23R und -da.s-. Zahnrad 25 von der Achse des Bedienungsknopfes io getragen wird. Das Übersetzungsverhältnis ist gemäß den obigen Ausführungen. .so gewählt, :daß bei Drehung des Bedienungsknopfes io der =Spiegel 23 tim die Hälfte des Winkels verdreht wirrt, um den das Rohr 9 und der mit ihm verbundene Spiegel 22 verdreht wird. Von dem Spiegel 23. verläuft der Strahlengang über das Objektiv 26. :das Doveprisma 27, das Objektiv 28, über clie beiden Umlenkprismen 29 und 3o zur Bil.dcbene 17. Der besseren Übersicht wegen ist der Strahlengang vereinfacht -dargestellt.
  • Der besseren Anschaulichkeit wegen ist in Fig. i der die Bildebene 17 enthaltende Tubus parallel zum Tubus 5 verlaufend dargestellt. Für die Beobachtung der Bildebene 17 ist es jedoch vorteilhafter, wenn entgegen der Darstellung nach Fig. i der .die Bildebene 17 enthaltende Tubus eine Lage besitzt, die gegenüber der dargestellten um 9o° versetzt ist, so daß also der betreffende Tubus senkrecht zum Tubus 5 verläuft. Entsprechend wäre das Prisma 30 zu drehen.
  • Es versteht sich, daß statt der zur Erläuterung .dargestellten optischen Teile auch andere optische Teile benutzt werden können. Insbesondere gilt das auch für das innerhalb des. Gelenkes 5" 9, befindliche sog. optische Gelenk. Da die verwendeten optischen Teile als solche nicht den Gegenstand der Erfindung bilden, braucht auf weitere Einzelheiten bezüglich der Optik nicht eingegangen zu werden.
  • Der Tubus 5 bzw.. seine geometrische Achse H-H stellt die nach der Fahrtkresachse zu orientierende Drehachse des Visiers 14 dar, während der Tubus 9 bzw. seine geometrische Achse E-E die nach ider Erdachse zu orientierende Drehachse des Visiers 14. ,darstellt. Demgemäß dient das -Uhrwerk 16 zur Rückdrehung :des Visiers entsprechend der wahren Erddrehung. Mit Rücksicht darauf, ,daß der Tubus 5 bzw. seine geometrische Achse H-H diejenige Achse darstellt, die nach der Fahrtkreisachse zu orientieren ist, so wird. das Gerät auf !dem nach ihm zu steuernden Fahrzeug so aufgestellt, däß die Achse H-H in der Horizontalebene senkrecht steht zur Fahrtrichtung des Fährzeuges, i:m allgemeinen also; sofern von einer Abtrift abgesehen wird, wird die .Achse H-H senkrecht stehen zur Längsachse des Fahrzeuges. Zu Beginn der Fahrt wird :der Tubus 9 relativ zum Tubus 5 so geschwenkt, d@aß der von ihnen bzw. ihren geometrischen Achsen H-H und E-E eingeschlossene Winkel gleich ist dem Winkel zwischen-,der Polachse des zu fahrenden Großkreises und, der Erdachse. Diese Einstellung wird dann -weiterhin wäbreil,ci der Fährt nicht mehr geändert. -Zur Erläuterung . der Wirkungsweise sei Bezug genommen auf Fig. 2. In dieser ist,der Erdball dargestellt mit dein Äquator A und der Drehachse NS. G .ist der von einem Fahrzeug, z. B. ,dem schematisch dargestellten Luftfahrzeug F, zu fahrende Großkreis. Die Polachle dieses Großkreises ist mit G' bezeichnet. Von dem neuen Großkreisweiser sind in Fig. 2 nur Glas Visier i-. und :die beiden Drehachsen E-E und H-H angedeutet. Wie schon oben erwähnt, wird bei Antritt der Fahrt der Wilikel zwischen der Drehachse E-E und der Drehachse H-H gleichgemacht dem Winkel zwischen der Polachse NS der Erde und der Polachse G' des Großkreises G. Es sei zunächst angenommen, daß das Fahrzeug sich richtig eingestellt habe und damit auch die Achse H-H parallel orientiert sei zur Achse G'. Weiterhin möge durch Drehung des Visiers 1:4 um die Achse H-H die Achse E-E in eine parallele Lage zur Erdachse NS belangt sein. Ist nun weiterhin das Visier 14. relativ zur Achse E-E entsprechend der Ortszeit nach einer an der Achse E-E bzw. dein zugehörigen Tubus vorgesehenen Skala eingestellt, so wird im Mittelpunkt des Fadenkreuzes 17" und 17b, der Bildebene (vgl. Fig. 3 j der astronomische Fixpunkt, z. B. :die Sonne, sichtbar sein. Bewegt sich das Fahrzeug F auf dein Großkreis G, so sind hinsichtlich der dadurch bedingten Änderung der Lage des Orientierungsgerätes die Verhältnisse,die gleichen, als ob das F sich im Erdmittelpunkt 0 befände und uni seine Otterachse, die parallel läuft zur Achse H-H, drehen würde. Verlegt man also einmal des besseren Verständnisses wegen das Fahrzeug F parallel zu sich selbst in den Erdmittelpunkt 0, so sieht man leicht ein, daß eine volle Umdrehung des Fahrzeuges F um seine Querachse gleichkommt einer Fahrt des Fahrzeuges F um die Erde auf dem Großkreis G und d,aß hierbei die Achse E-E sich auf einem Kegelmantel um ,die Achse G' bewegt. Um also-die Orientierung der Achse E-E parallel zur Erdachse zu erhalten, ist es notwendig, entsprechend der Bewegung des Fahrzeuges F -las Visier 14 um die Achse H-H relativ zum Fahrzeug zurückzudrehen. Bewegt sich das Fahrzeug auf dem Großkreis G um die Erde, so vollführt demnach das Visier 14 um die Achse H-H eine volle Umdrehung relativ zum Fahrzeug. Es ist leicht einzusehen, daß auf diese Weise die Achse E-E parallel zur Erdachse NS orientiert gehalten werden kann. Setzt die Nachdrehung des Visiers 14. um die Achse H-H für eine gewisse Zeit aus, so wird das Bild des astronomischen. Fixpunktes in der Bildebene 17 aus dem Faden 17b, auswandern. Um also die richtige 'Nachdrehung zu erhalten, braucht man nur bei der Bedienung .des Gerätes darauf zu achten, daß das Bild des astronomischen Fixpunktes auf dem Faden 17b verbleibt.
  • Eine Abweichung des Fahrzeuges aus der Bahn des zu fahrenden Großkreises G ergibt hinsichtlich der Orientierung ges neuen Gerätes gleiche Verhältnisse, wie wenn man das Fahrzeug wiederum in den Mittelpunkt 0 der Erde verlegt und es um seine Hochachse au: der Ebene des Großkreises G herausdreht. Man sieht leicht ein, daß eine solche -'erdrehung es Fahrzeuges, die gleich ist der Abi weichung von :dem zu fahrenden Großkreis, eine Verschiebung des Bildes des astronomischeu Fixpunktes in Richtung des Fadens 17b zur Folge hat. Es, läßt sich daher aus der Stellung des Bildes des astronomischen Fixpunktes im Felde des Fadenkreuzes 17u und 17v sowohl feststellen, ob das Fahrzeug sich auf dem zu fahrenden Großkreis bewegt, wie auch feststellen, ob das Visier 14. in richtiger Weise um die Achse H-H nachgedreht ist. Wenn also z. B. in einem gewissen Zeitpunkt sich das Bild B des astronomischen Fixpunktes an der in F -g. 3 gezeigten Stelle innerhalb des Fadenkreuzes 17, und i 7 b befindet, so ergibt sich aus dieser Stellung, daß einmal das Visier 14 um die Achse H-H nicht hinreichend nachgedreht ist. Man wird daher zunächst das Visier 14 um die Achse H-H so weit drehen, bis das Bild des astronomischen Fixpunktes indie Stellung i31 gelangt. Daraufhin wird weiterhin das Fahrzeug so gesteuert, bis das Bild des astronomischen Fixpunkte längs des Fadens 17v in .den Schnittpunkt der beiden Fäden 17« und 17v gelangt, also in =die Lage B2. In @ gleicher Weise kann man bei Fahrtantritt verfahren. Man wird also nach dem Aufstieg, sofern es sich um ein Luftfahrzeug handelt, zunächst das Fahrzeug uni seine Hochachse so,drehen, bis das Bild des astronomischen Fixpunktes innerhalb lies Feldes des Fadenkreuzes sichtbar wird. Das Folgende geht so vor sich, wie beschrieben.
  • Aus obigen Darstellungen geht hervor, daß der Winkel, um den das Visier 14 um rlie Achse H-H, nach einmaliger Orientierung zu Beginn der Fahrt, zum Ausgleich der scheinbaren Erddrehung im Laufe der Fahrt gedreht worden ist, ein eindeutiges Maß gibt für den zurückgelegten Fahrtweg. Das neue Gerät kann mithin gleichzeitig als Wegemesser benutzt werden. Außerdem ergibt sich aus der Geschwindigkeit, mit der die Achse H-H zum Ausgleich her scheinbaren Erddrehung zu drehen ist, die Geschwindigkeit des Fahrzeuges über Grund. Das neue Gerät kann mithin auch zur Ermittlung der letzteren Größe verwendet bzw. mitbenutzt werden.
  • Zur Nachdrehung des Visiers 1.4 um die Achse H-H kann eine selbsttätige Vorrichtung verwendet werden, z. B. ein Antrieb. dessen Geschwindigkeit von einer Einrichtung gesteuert wird, die :die Geschwindigkeit des Fahrzeuges über Grund ermittelt. Diese Einrichtung, die an sich bekannt ist, braucht dabei keineswegs sehr genau zu arbeiten, sofern man die Möglichkeit der Korrektur von Hand vorsieht. Im letzteren Falle verwendet man zweckmäßig ein Differentialgetriebe, dessen Planetenradachse mit der einzustellenden Achse H-H gekuppelt ist und auf dessen eines Seitenrad der vorgenannte, von einem Fahrtinesser .gesteuerte Antrieb arbeitet und dessen anderes Seitenrad mit- einer Handkurbel versehen ist zur Eindrehung der Korrekturen von Hand gemäß der Beobachtung der Stellung -des Bildes des astronomischen Fixpunktes im Felde des Fadenkreuzes 17a und 17L.
  • Oben war noch nicht,der Einfluß einer z. B. durch eine Wasserströmung oder eine Luftströmung bedingten Abtrift berücksichtigt. Auch,dieser Einfluß kann in einfachster Weise ausgeglichen werden. Hierzu wird eine Hilfseinrichtung benutzt, die gestattet, den Winkel zwischen der Polachse des Fahrtkreises und der Querachse des Fahrzeuges zu ermitteln. Geräte dieser Art sind an sich bekannt. Es sei z. B. verwiesen auf Patent 513 546. Entsprechend,dem vorgenannten Winkel wird das neue Orientierungsgerät mittels der Kandkurbel 3 um seine lotrechte Achse gedreht. Es ist leicht einzusehen, daß sich dann, sofern das Gerät im übrigen, wie oben beschrieben, bedient bzw. nach ihm :gesteuert wird, sich das Fahrzeug trotz der Abtrift auf dem Großkreis bewegt.
  • Die Ermittlung des für die Einstellung des Gerätes erforderlichen Winkels zwischen der Polachse des Großkreises und der Erdachse kann durch Rechnung aus den geographischen Daten des Ausgangsortes und Zieles ermittelt werden. Sehr viel einfacher läßt sich der betreffende Winkel mit Hilfe des in Fig.4 dargestellten Hilfsgerätes ermitteln. Es besteht aus einem Globus 40, auf den Breitenkreise und Meridiankreise aufgetragen sind. Um eine zum Globus 4o feste Achse 41 ist ein Bügel 42 drehbar, an dem eine Halbkugel 43 schwenkbar ist. Die Drehachse der Halbkugel 4.3 bezüglich des Bügels 42 und,die Drehachse des Bügels 42 bezüglich des Globus 40 schneiden sich senkrecht im Mittelpunkt des Globus 40. In der dargestellten Stellung fällt die obere Kante der Halbkugel 43 mit d em Äquator des Globus 40 zusammen. Die Halbkugel 43 trägt eine Skala 43" an der ihre Neigung mittels,des Zeigers 42, ablesbar ist.
  • Die Bedienung ,des Gerätes geht folgendermaßen vor sich; Soll beispielsweise,der die beiden Punkte 01 und. 0.2 verbindende Großkreis bzw. der von der Polachse des Großkreises mit -der Erdachse eingeschlossene Winkel gefunden werden, so wind die Halbkugel 43 durch Schwen-Dung und erforderlichenfalls durch Drehung des Bügels 42 in eine solche Lage gebracht, d@aß ihre Stirnkante .die beiden Orte 01 und 02 tangiert. An der Skala 43, kann dann der gesuchte Winkel abgelesen werden.
  • Eine zweite, noch wesentlich einfachere und hinsichtlich der Ablesung genauere Ausführung ges Hilfsgerätes zeigt Fig. 5. Es besteht lediglich aus dem Globus 4o und dem relativ zum Globus 40 drehbaren Teil 45, der aus einer Halbkugel und einem als Zeiger ausgebildeten Viertelkreis 45, besteht. Da der Viertelkreis sich ebenfalls der Krümmung -des Globus 4o anpaßt, wird der Globus 40 unverlierbar innerhalb des Teiles 45 gehalten. Die Bedienung :des Gerätes geht wieder so, vor sich, daß die Halbkugel 45 relativ zum Globus 40 so gedreht wird, bis ihre Stirnkante den Abgangsort und das Ziel verbindet. Die Lage d er Spitze des Zeigers 45, innerhalb der Breitenkreisteilung zeigt dann den gesuchten Winkel zwischen der Polachse des Großkreises und der Erdachse an. Der Umstand, daß bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 5 die Breitenkreise des Globus als Skala für die Ablesung,des gesuchten Winkels benutzt werden, hat den Vorteil, daß die Skala und :damit auch die Genauigkeit der Ablesung sehr groß wird. Bei beiden Ausführungen nach Fig.4 und 5 kann natürlich statt der Halbkugel 43 bzw. 45 ein aus ihr durch Fortlassung der Kalotte entstandener Ring verwendet werden.
  • Bei der Ausführung nach Fig. i ist das Blickfeld 17 an .dem Tubus z bzw. an einem vom Tubus i abzweigenden Tubus angeordnet. Statt dessen könnte natürlich auch .das Blickfeld an dem Tubus 5 bzw. an einem von diesem abzweigenden Seitentubus angeordnet' werden.
  • Es besteht unter Anwendung an sich bekannter Hilfsmittel die Möglichkeit, die Nachstellung,des Gerätes und die Steuerung des Fahrzeuges im Sinne der Erhaltung des Bildes,des astronomischen Fixpunktes im Nullpunkt des Fadenkreuzes selbsttätig durchzuführen. Hierzu könnte z. B. von einer Anzahl Photozellen Gebrauch gemacht «-erden, die im Kreis um,den Nullpunkt des Fadenkreuzes 17" 17L angeordnet werden und zum Teil auf .die den Kurs des Fahrzeuges bestimmenden Steuermittel und zum anderen Teil auf einen Antrieb zur Nachstellung des Visiers um die j Achse H-H arbeiten. Damit wird also sowohl die selbsttätige Nachdrehung des Gerätes wie auch die selbsttätige Steuerung des Fahrzeuges im Sinne ,der Einhaltung des zu fahrenden Großkreises erreicht. Statt Verwendung mehrerer Photozellen kann .die Bildebene 17 auch mit einer einzigen Photozelle nacheinander .in Richtung zweier Koordinaten abgetastet werden.
  • Das neue Gerät kommt insbesondere in Betracht zur Orientierung von Luftfahrzeugen bei Hochflügen (Stratosphäre.nflügen). Da bei derartigen Hochflügen das Luftfahrzeug sehr ruhig liegen wird, wird sich unter Umständen --in e z. B. mit Hilfe eines Kreisels o. dgl. stabilisierte besondere Plattform für das neue Gerät erübrigen. Statt das gesamte Gerät zu stabilisieren, genügt es auch; wenn bei im übrigen unstabilisierter Aufstellung lediglich die Bildebene 17 bzw. das zugehörige Fadenkreuz 17u, 17b, stabilisiert wird.
  • De Bedeutung des neuen Gerätes insbesondere für Hochflüge tritt hervor, wenn man beachtet, daß im allgemeinen bei Hochflügen keine Sicht zur Erde besteht und daher keine Möglichkeit gegeben ist, sich nach Punkten der Erdoberfläche zu orientieren. Das gleiche gilt aber auch bei Flügen über See, so daß auch hier das nette Gerät einen wesentlichen Fortschritt bringt. Endlich kann natürlich das Gerät auch für Wasser- und Landfahrzeuge benutzt werden. Soweit die letzteren in Betracht kommen, ist vor allem gedacht an Fahrten über öde, unbewohnte Strecken, z. B. Wüsten.
  • Als astronomischer Fixpunkt, nach dem das neue Gerät zu orientieren ist, war oben die Sonne genannt. Statt dessen kann aber auch irgendein anderer astronomischer Fixpunkt benutzt werden. Der Umstand, daß die astronomischen Fixpunkte bei bedecktem Himmel von der Erde aus nicht zu sehen sind, ist bei Hochflügen bedeutungslos, da sie über der Wolkendecke durchgeführt werden und daher stets Sicht auf den Sternenhimmel gestatten.
  • Das neue Gerät wird aber auch dann verwendet werden können, wenn keine Sicht auf den Sternenhimmel gegeben ist. Allerdings ist in diesem Fall ein Hilfsgerät erforderlich, welches die Stellung des astronomischen Fixpunktes, nach welchem das Gerät orientiert wird, nachbildet. Wird z.B. die Sonne als astronomischer Fixpunkt benutzt, so wird man aus der auch eine Wolkenschicht durchdringenden Strahlung, insbesondere Wärmestrahlung, der Sonne ihre Stellung am Sternenhimmel mit Hilfe einer empfindlichen Bolometeranordnun.g o. dgl. bestimmen und nachbilden können. Wird also diese Bolometeranordnung entsprechend der Stellung der Sonne eingestellt und hiernach wiederum das in Fg. i dargestellte Gerät orientiert, so besteht die Möglichkeit, auch bei bedeckten Himmel (las Gerät zu benutzen.

Claims (7)

  1. PATFNTANSPRL?CIIF i. Als Kursweiser für längs eines geographischen Großkreises zu steuernde Fahrzeuge geeignetes Gerät (Großkreisweiser), dadurch gekennzeichnet, daß ein auf einen astronomischen Fixpunkt-richtbares Visier (14, 180) derart um zwei Achsen (E-T und I-1-1r) drehbar ist, laß diese beiden Achsen hinsichtlich des von ihnen eingeschlossenen Winkels auf den Winkel zwischen Erdachse und Achse des zu fahrenden Großkreises einstellbar sind, und eine Vorrichtung zum Rückdrehen des Visiers um die eine Achse (H-H) entsprechend der Bewegung des Gerätes relativ zur Erde sowie eine Vorrichtung zum Rückdrehen des Visiers um die andere Achse (E-E) entsprechend der Umdrehung der Erde um ihre Achse (NS) vorgesehen sind.
  2. 2. Gerät nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß -die Vorrichtung zurn Rückdrehen des Visiers (1d., 18) um die zweite, zur Erdachse parallele Achse (E-E entsprechend der Eigendrehung der Erde in einem selbsttätigen Antrieb (i6), insbesondere einem Uhrwerk besteht.
  3. 3. Gerät nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung zum Rückdrehen des Visiers (i4, 18) um die eine zur Fahrtkreisachse parallele Achse (H-H) entsprechend der Bewegung des Gerätes relativ zur Erde in einem Handantrieb (7) oder einem von Hand steuerbaren oder korrigierbaren selbsttätigen Antrieb besteht. .d.
  4. Gerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß mit dem selbsttätigen Antrieb, mittels dessen das Visier (i4, 18) um eine zur Fahrtkreisachse parallele Achse (H-H) entsprechend der Fahrt zurückgedreht wird, ein Fahrtmesser in Steuerverbindung steht.
  5. 5. Gerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in :der Bildebene (bei 17) ein Fadenkreuz (17a, 17b,) solcher Orientierung angeordnet i ist, daß die Austvanderung des Bildes des astronomischen Fixpunktes aus dem einen Faden (17a) ein Kriterium für -die -,#Lb-,veichung der Fahrtbahn von :dem innezuhaltenden Großkreis ist.
  6. 6. Gerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch ein optisches Gelenk (5u, 9a, 22, 23) an dem Kreuzungspunkt er beiden Drehachsen (H-H und E-E) des Visiers (i4, i8).
  7. 7. Gerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch lichtempfindliche Steuermittel zum selbsttätigen Nachstellen des Gerätes und Einstellen des Fahrzeugkurses. B. Gerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine stahilisierte Plattfarm für seine Aufstellung. g. Gerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Bildebene (bei i7), in der das Bild des astronomischen Fixpunktes entworfen tos t to t15 12O wird bzw. das Fadenkreuz (I 7q, i;;,) stabilisiert ist, bei unstabilisierterAufstellung der übrigen Teile des Gerätes. i o. Gerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine die Stellung des astronomischen Fixpunktes mit Hilfe strahlenempfindlicher Mittel erfassende und nachbildende Hilfseinrichtung und Benutzung dieser Nachbildung als Orientierungspunkt für die Einstellung des Gerätes. i i. Hilfsgerät zur Ermittlung des Winkels zwischen der Polachse des zu fahrenden Großkreises und der Erdachse, dadurch gekennzeichnet, daß es aus einem Globus (4o) und einer relativ dazu verschieblichen Halbkugel (43 bzw. 45) oder einem aus einer Halbkugel durch Fortlassung der Kalotte entstehenden Ring besteht. 1a. Hilfsgerät nach Anspruch i i, dadurch gekennzeichnet, daß die Halbkugel (45) bzw. der sie ersetzende Ring einen als Zeiger (45a) ausgebildeten Viertelkreis enthält, vorzugsweise unter Benutzung der Breitenkreise als Skala für :die Angabe des gestüchten Winkels.
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