DE703158C - Verfahren zur Scheidung von Diffusionssaeften - Google Patents

Verfahren zur Scheidung von Diffusionssaeften

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DE703158C
DE703158C DE1933P0068654 DEP0068654D DE703158C DE 703158 C DE703158 C DE 703158C DE 1933P0068654 DE1933P0068654 DE 1933P0068654 DE P0068654 D DEP0068654 D DE P0068654D DE 703158 C DE703158 C DE 703158C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C13SUGAR INDUSTRY
    • C13BPRODUCTION OF SUCROSE; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED THEREFOR
    • C13B20/00Purification of sugar juices
    • C13B20/02Purification of sugar juices using alkaline earth metal compounds

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Biochemistry (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Non-Alcoholic Beverages (AREA)

Description

  • Verfahren zur Scheidung von Diffusionssäften In der Zuckerindustrie sind bekanntlich zwei Arten der Diffusionssaftgewinnung bzw. Reinigung zu unterscheiden. Nach der einen Art hat die Luft freien Zutritt zum Saft, während nach der anderen jeder Luftzutritt zum Saft ausgeschlossen wird. Zur ersteren Gattung gehören nicht nur die Zuckerrohr behandelnden Verfahren, sondern 'auch die früher üblichen Verfahren zur Rübenverarbeitung, nach welchen stark verfärbte Säfte erhalten werden. Zur letzteren Gattung gehören die neuerdings vorgeschlagenen Verfahren, nach welchen womöglich unter Luftabschluß gearbeitet werden sollte, um den bereits früher bekannten nachteiligen. Einfluß der Luft auf die Säfte zu vermeiden. Diese Mittel waren jedoch zu umständlich und kompliziert, so daß sie an der praktischen Durchführbarkeit scheiterten und überhaupt keinen Eingang in die technische Praxis gefunden haben:. Bei den Fachleuten -überwog zur Zeit der vorliegenden Erfindung die Ansicht, daß einfach Luft zur Gänze nicht ausgeschlossen werden kann und daß daher .eine gewisse Verfärbung der Säfte in Kauf genommen werden muß.
  • Erst die vorliegende Erfindung bot der Fachwelt eine vollkommen zufriedenstellende Lösung der Aufgabe, und zwar dies mit äußerst einfachen Mitteln, indem, anstatt den Luftzutritt zum Saft zu hemmen, wie bisher versucht wurde, die Zugabe des gesamten Scheidemittels zum Saft vorgenommen wird, bevor die Luft mit dem Saft in Berührung kommen kann. überraschenderweise hat es sich gezeigt, daß nach dieser vorzeitigen Einleitung der Scheidung gar keine Verfärbung des Saftes auch bei Luftzutritt stattfindet.
  • Gegenüber dem bisher üblichen Scheidungsverfahren, nach welchem Kalkmilch aus dem Meßgefäß (entweder in Scheidekästen oder unmittelbar in Saturationskästen) eingeführt und darin mit dem gegebenenfalls vorgewärmten Diffusionssaft einer gründlichen Durchmischung ausgesetzt wird, geschieht die Scheidung erfindungsgemäß derart, daß das Scheidemittel, wie z. B. Kalk, kontinuierlich dem Diffusionssaft bereits in der Abzugleitung, und zwar unmittelbar nach Austritt aus dem Diffuseur oder aber aus dem geschlossenen Fadenfänger zugeführt wird, bevor der Saft mit der Luft in Berührung kommen kann. Das Scheidemittel wird dann unmittelbar in der Abzugleitung mit dem Saft vermischt, wobei die beiden Stoffe auch genügend Zeit zur gegenseitigen Einwirkung finden.
  • Der Hauptvorzug dieser Art der Scheidung besteht darin, daß der Diffusionssaft mit dem Scheidemittel früher behandelt wird, als die darin enthaltenen Unreinigkeiten im Laufe der Zeit oder durch Berührung mit der Luft verdunkeln und den Saft verfärben können. Zugleich wird dadurch bis 500/0 der üblich vex@i#endeten Scheidemittelmenge erspart. Obzwar bei normalem Betrieb in neuerer Zeit der Scheidemittelbedarf ziemlich herabgesetzt und die Ersparnis daher keine bedeutende ist, gibt es doch manchmal stark verunreinigte Säfte, die große Mengen von Salzen und große Mengen von Melasse enthalten und daher auch hohe Scheidemittelmengen zur gründlichen Reinigung benötigen. In solchen Fällen wird dann die erfindungsgemäß erzielte Ersparnis an Scheidemittel eine bedeutende sein.
  • Bei der praktischen Durchführung des vorliegenden Verfahrens wird das Scheidemittel aus dem Meßgefäß kontinuierlich in die Saftleitung während des ganzen Abziehens eingeführt. Dabei wird vorzugsweise am Anfange zuerst der Scheidemittelzufluß und erst dann der Saftzufluß in die Saftleitung geöffnet, damit schon die zuerst ausfließende Saftmenge mit dem Scheidemittel früher als mit der Luft in Berührung komme. Der Scheidemittelzufluß wird zweckmäßig derart geregelt, daß der Inhalt des Meßgefäßes ohne Unterbrechung bis zum Einstellen des Saftabzuges aus dem Diffuseur ausreicht. Wird z. B. Kalk zur Scheidung benutzt, erfordert ein normaler Diffusionssaft mit 88 Reinheitsquotient je nach der Rübenqualität etwa i bis 2 o'o Ca0, auf Rübengewicht bezogen, gegenüber der bisher üblichen Menge von 3,5 bis .1,2 o.ö. Die auf diese Weise erzielte Saftmischung gelangt dann nach evtl. Anwärmung in die üblichen Saturationskästen. Die Scheidekästen entfallen daher gänzlich. Infolge des kleineren Scheidernittelbedarfes wird auch die Saturation vereinfacht. Regelmäßig kann die zweite Saturation gänzlich entfallen, und manchmal kann auch auf die Filtrierung mittels Aktivkohle verzichtet werden. Trotzdem «erden reine und klare Säfte erhalten, wodurch auch die Gewinnung von Weißware günstig beeinflußt wird.
  • Bei der aus der britischen Patentschrift 3 5 i i 6o bekannten Ausfällung der im Saft enthaltenen kolloidalen Verunreinigungen durch elektrolytische Einwirkung .von Schwefeldioxyd, vorteilhaft in flüssigem Zustande, wurde bereits vorgeschlagen, die zu behandelnden Säfte- mittels Kalkzusatz zu dem Rohsaft, gegebenenfalls auch während der Diffusion, z. B. im letzten Ditfuseur, vorerst auf den optimalen isoelektrischen Punkt einzustellen. Damit wurde jedoch keineswegs die Anleitung gegeben, die Zuckersäfte mit sämtlichem Scheidemittelzusatz zu versetzen, bevor die Säfte mit der Luft in Berührung kommen können. Bei der Durcharbeitung der Vorscheideverfahren wurde ferner gemäß Zeitschrift des Vereins der Deutschen Zuckerindustrie 1933, Techn. Teil, S. Zoo bis 313, bereits versucht, eine für die Alkalisierung ausreichende Kalkmenge unter verschiedenen Umständen mit Rohsaft zusammenzubringen, wobei auch eine gleichzeitige Zugabe von Saft und Vorscheidekalk in das Meßgefäß (Seite 203, Versuch ¢ der Tabelle V ) stattfand, ohne daß jedoch vorher im Zuleitungsrohr eine Vermischung von Saft und Kalk, noch bevor der Saft mit der Luft in Berührung kommen konnte, eintrat. Schließlich wurde laut Zeitschrift des Vereins der Deutschen Zuckerindustrie 1933, Techn. Teil, S. i i o, Versuche i und 2, ebenfalls schon der Gesamtkalk dem auf der Batterie anfallenden kalten Rohsaft im Meßgefäß zugegeben. Einige bei dieser kalten Scheidung in bezug auf Filtrierbarkeit und Saftfarbe erzielte Vorteile wurden in der diesbezüglichen Abhandlung auf die im kalten Rohsaft größere Löslichkeit des Kalkes zurückgeführt. Auch diesen 'Versuchsarbeiten lag die erfindungsgemäße Lehre samt der hierzu zugezogenen Erklärung fern.

Claims (2)

  1. PATrNTANsrui`cHr: i. Verfahren zur Scheidung von Diffusionssäften und insbesondere stark verunreinigten Säften, gekennzeichnet durch fortlaufende Einführung der Gesamtmenge des Scheidemittels in den Diffusionssaft während dessen Abziehung unmittelbar nach Austritt aus dem Diffuseur oder aus einem geschlossenen Fadenfänger, bevor der Saft mit der Luft in Berührung kom- men kann.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß am Anfang zuerst der Scheidemittelzufluß und dann erst der Saftzufluß in die Saftleitung geöffnet wird, wobei der Scheidemittelzufluß derart geregelt wird, um mit der gegebenen Menge bis zum Einstellen des Saftabzuges auszureichen.
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