DE69920303T2 - Verfahren zur Herstellung einer dekorierten Fliese , entsprechende Vorrichtung zum Füllen der Pressformhohlräume und so hergestellte Fliese - Google Patents

Verfahren zur Herstellung einer dekorierten Fliese , entsprechende Vorrichtung zum Füllen der Pressformhohlräume und so hergestellte Fliese Download PDF

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Description

  • Die Erfindung betrifft Ladevorrichtungen für die Pressformen von Fliesenformpressen.
  • Die Aufgabe dieses Patentes besteht in der Bereitstellung eines Ladesystems für die Formgebungspressform, welche die Formung einer Fliese ermöglicht, deren sichtbare Oberfläche verschieden verteilte, nebeneinanderliegende oder teilweise übereinander gelagerte einzelne ein- oder mehrfarbige Äderungen oder Flecken aufweist.
  • Dieses Patent stellt auch das Verfahren zur Herstellung der Fliese und die Fliese selbst bereit.
  • Beim Stand der Technik werden mehrfarbige Wirkungen auf der Fliesenoberfläche durch die Beschickung der Formgebungspressform mit verschiedenartig miteinander gemischten farbigen Pulvern erhalten, um eine sogenannte, in ihrer Masse gefärbte Fliese zu erhalten, das heißt bei der die verschiedenfarbigen Äderungen über ihre gesamte Dicke verteilt sind und auf der sichtbaren Oberfläche der Fliese erscheinen.
  • In der EP 605930 ist ein Verfahren zur Herstellung von trocken pressgeformten Keramikfliesen offenbart, die in dem Keramikkörper verteilte Äderungseffekte aufweisen, und welches die Formung einer Masse von Körnchen oder Pulvern umfasst, wobei Strömungsrohre mindestens in den oberen Bereichen der Masse deutlich unterscheidbar fließen, wobei durch die Schwerkraft von dem unteren Teil der Masse eine Pulverschicht mittels separater ausgewählter Beschickungsöffnungen herausgezogen wird. Das Verfahren wird mittels einer Anlage mit einem Fülltrichter realisiert, der die von einem alternativen Verteiler mit mindestens zwei Beschickungskanälen zugeführten Pulver enthält. Unter dem Fülltrichter ist ein Gitter zur Beschickung eines Matrizenstempels mittels einer die Beschickungsöffnungen für das Pulver festlegenden Mehrheit von Umlenkblechen verschiebbar angebracht.
  • In der EP 822044 ist ein System zum Laden einer weichen Masse aus mehreren Komponenten in die Pressformen von Keramikfliesen formenden Pressen offenbart, wobei die Pressformen mindestens einen Formgebungshohlraum zur Verdichtung von Fliesen, aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Schicht aus Pulverwerkstoff vorübergehend auf einem beweglichen horizontalen Band positioniert, und mittels des Bandes mindestens eine Schicht von Pulverwerkstoff in den mindestens einen Hohlraum übertragen wird, ohne dass diese eine horizontale Verlagerung erfährt.
  • In der EP 894591 , die unter Art. 54(3) EPC fällt, ist ein System zum Laden von in Keramikpressformen vorgesehenen Formgebungshohlräumen mit einer weichen Masse offenbart, die aus mindestens zwei übereinanderliegenden Schichten von Pulverwerkstoffen mit unterschiedlichen Merkmalen besteht, welches das Füllen des Pressformhohlraumes mit einer ersten Mischung aus Pulverwerkstoff, das Verdichten des Werkstoffes auf gesteuerte Art und Weise, und Ablagern eines zweiten Pulverwerkstoffes auf dem verdichteten Werkstoff in einer solchen Menge umfasst, dass die Befüllung des Formgebungshohlraumes vor dem Pressen vollendet wird. Die Anlage zur Realisierung des Systems weist einen Lade-Trägerschlitten auf, der mit einem gitterartigen Abteil versehen ist, welches eine Rahmenkonstruktions-Trägereinrichtung aufweist, die zum Verdichten einer ersten Schicht von weicher Masse innerhalb des Pressformhohlraumes mittels einer Walze auf gesteuerte Art und Weise angeordnet ist, und weist einen kleinen Fülltrichter zum Zuführen einer zweiten Schicht von weicher Masse direkt in den Pressformhohlraum nach dem Verdichten der ersten Schicht auf.
  • Beim Stand der Technik ist es jedoch nicht möglich, Fliesen zu erhalten, bei welchen die sichtbare Oberfläche bei jedem Hub der Presse wesentliche programmierte Farbunterschiede aufweist.
  • Die Aufgabe dieses Patentes besteht genau darin, ein Herstellungsverfahren und eine Pressformhohlraumlade vorrichtung bereitzustellen, die es ermöglichen, dass das Erscheinungsbild der oberen Oberfläche jeder Fliese in dem Moment seiner Ausbildung in der Pressform programmiert wird.
  • Eine weitere Aufgabe besteht darin, in der Lage zu sein, die Programmierung zwischen einem Hub und dem nächsten in Echtzeit zu verändern.
  • Die Aufgabe der Erfindung wird durch eine Vorrichtung oder ein Verfahren gelöst, wie sie/es jeweils in den unabhängigen Ansprüchen 1 und 14 beansprucht wird.
  • Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen 2 bis 13 und 15 bis 18 offenbart.
  • Die Erfindung löst die Aufgabe auch durch eine Beschickungsvorrichtung für die Pressformen der Fliesenformungspresse, die einen gewöhnlichen Lade-Trägerschlitten aufweist, der unter der Einwirkung bekannter Einrichtungen zwischen einer Werkstoffladeposition und mindestens einer Werkstoffentladeposition in Übereinstimmung mit dem Pressformhohlraum hin- und herbewegbar ist. Genauer ausgedrückt weist der Trägerschlitten eine Anzahl von Tonladeabteilen auf, die gleich der Anzahl von Pressformhohlräumen ist, und die dieselben Abmessungen wie die Hohlräume aufweist. Die Ladehohlräume werden mittels bekannter Einrichtungen mit Ton beschickt.
  • Gemäß der Erfindung ist vor jedem Ladeabteil ein erster Fülltrichter vorgesehen, der dieselben Abmessungen wie der Pressformhohlraum aufweist und angeordnet ist, um innerhalb des Hohlraumes kleine Mengen von Pigmenten oder von zerstäubtem Ton zu verteilen, der mit hohen Konzentrationen an Pigmenten gefärbt ist, die das Erscheinungsbild der sichtbaren Trittfläche der Fliese festlegen.
  • Die Pigmente werden dem ersten Fülltrichter mittels Spendereinrichtungen zugeführt, welche die genaue und programmierte Verteilung von Massen in der Form ermöglichen, die sich teilweise miteinander vermischen sollen.
  • Die Pigmentbeschickungseinrichtungen weisen eine Reihe von Mikrospendern auf, die entweder aneinander angrenzend, oder in einer Gruppe gruppiert über einem zweiten Fülltrichter ausgerichtet sind, der dieselbe Querabmessung wie der darunterliegende erste Fülltrichter aufweist, der starr mit dem Trägerschlitten verbunden ist.
  • Die Mikrospender sind als eine Gruppe über dem zweiten Fülltrichter mit einer programmierten Hin- und Herbewegung verschiebbar, während welcher jeder von ihnen oder mindestens einer von ihnen ein oder zwei Mal kleine Mengen des jeweiligen Pigmentes entlädt.
  • Jeder Mikrospender ist mit seiner eigenen unabhängigen Öffnungs- und Verschlussblende versehen.
  • Der zweite Fülltrichter ist mit einem unteren Schieber versehen, der unterschiedlich ausgebildete Öffnungen aufweist und zum Öffnen veranlasst wird, wenn der zweite Fülltrichter über dem starr mit dem Trägerschlitten verbundenen ersten Fülltrichter liegt.
  • Nachfolgend wird auf Pigmente Bezug genommen, wobei dieser Begriff auch zerstäubten und gefärbten Ton umfasst.
  • Die betriebsmäßigen und baulichen Merkmale der Erfindung werden an Hand der Beschreibung einiger bevorzugter Ausführungsformen desselben offensichtlicher, die nachfolgend mittels eines nicht begrenzenden Beispiels gegeben, und in den dazugehörigen Zeichnungen veranschaulicht sind.
  • 1 ist eine Teilschnitt-Seitenansicht einer ersten Ausführungsform der Vorrichtung der Erfindung.
  • 2 ist eine Grundrissansicht der ersten Ausführungsform der Vorrichtung der Erfindung.
  • 3 ist ein Schnitt auf der Linie III-III von 2.
  • 4 ist eine vergrößerte Ansicht einer der Komponenten der Vorrichtung der Erfindung.
  • 5 ist eine Teilschnitt-Seitenansicht einer zweiten Ausführungsform der Vorrichtung der Erfindung.
  • 6 ist eine Grundrissansicht der zweiten Ausführungsform der Vorrichtung der Erfindung.
  • 7 ist eine Teilschnitt-Seitenansicht einer dritten Ausführungsform der Vorrichtung der Erfindung.
  • 8 ist eine Teilschnitt-Seitenansicht einer vierten Ausführungsform der Vorrichtung der Erfindung.
  • 9 ist eine Teilschnitt-Seitenansicht einer fünften Ausführungsform der Vorrichtung der Erfindung.
  • 10 ist ein Diagramm eines in dem Prozessor der Vorrichtung der Erfindung programmierten möglichen Glasierpulververteilungszyklus.
  • In 1 ist eine mit einer Pressform 2 versehene gewöhnliche Presse 1 mit einem einzelnen Hohlraum 3 dargestellt. Unter Bezugnahme auf 1 ist auf der Seite der Presse 1 ein Rahmen 4 vorhanden, der einen Tisch 40 trägt, dessen Vorderkante mit der Hinterkante der Presse 1 in Kontakt steht, und entlang welcher sich der gewöhnliche Lade-Trägerschlitten 5 unter der Einwirkung bekannter, nicht dargestellter Einrichtungen bewegt.
  • Der Trägerschlitten 5 weist einen äußeren Rahmen 50 auf, der an sich ein Ladeabteil 51 aufweist, welches mit einem inneren Gitter 510 versehen ist, welches dieselben Abmessungen wie der Hohlraum 3 der Pressform 2 aufweist. Der Trägerschlitten 5 weist an seiner Vor derseite einen Schieber mit Schaber 52 und einer Bürstenwalze 53 auf. Der erste Fülltrichter 54 liegt auf der Rückseite der Bürstenwalze 53.
  • Genauer ausgedrückt weist der erste Fülltrichter 54 zwei aus Metall konstruierte schräge Teile 540 und 541 auf, wovon mindestens eines oben drehbar angebracht und unten mittels nicht dargestellter, bekannter Einrichtungen mit dem anderen in Kontakt steht, die dasselbe öffnen und schließen.
  • Wenn sich der Trägerschlitten 5 in seiner eingefahrenen Position befindet, liegt der erste Fülltrichter 54 unter der Vorrichtung 7 zum Verteilen der farbigen Pulver zum Dekorieren der sichtbaren oder Trittfläche der Fliese.
  • Die Verteilvorrichtung 7 weist einen von einem nicht dargestellten, an der Basis befestigten Rahmen getragenen zweiten Fülltrichter 8 auf, und weist einen sich entlang des zweiten Fülltrichters 8 bewegenden Trägerschlitten 9 auf, der identische Mikrospender 10, 11, 12 und 13 trägt, deren Anzahl in dem veranschaulichten Beispiel vier beträgt.
  • Genauer ausgedrückt weist der zweite Fülltrichter 8 dieselbe Querabmessung wie der Hohlraum 3 der Pressform 2 auf, und ist unten mit einem Schieber 80 zum Öffnen und Schließen versehen. Der Schieber 80 weist verschieden geformte, nicht dargestellte Öffnungen auf, wodurch eine zufällige Verteilung der in dem zweiten Fülltrichter 8 enthaltenen farbigen Pulver innerhalb des darunterliegenden ersten Fülltrichters 54 ermöglicht wird. Der Schieber 80 wird durch eine gewöhnliche Zylinder-Kolben-Einheit 14 betätigt.
  • Der Trägerschlitten 9 bewegt sich so entlang der oberen Öffnung des zweiten Fülltrichters 8, dass er in denselben hinein die in den Mikrospendern 10, 11, 12, 13 enthaltenen verschiedenfarbigen Pulver zuführt. Der Trägerschlitten 9 wird insbesondere entlang von zwei Führungen 15 und 16 mittels Rädern 150 verschoben, die mit der Führung 15 und dem mit der Führung 16 verbundenen Gleitstück 160 verbunden sind. Der Trägerschlitten 9 wird von einem Schrittmotor 17 angetrieben, dessen Welle an einer Rolle 18 befestigt ist, über die der Zahnriemen 19 läuft und die mittels bekannter Einrichtungen mit der starr mit dem Trägerschlitten 9 verbundenen Halterung 20 verbunden ist.
  • Jeder Mikrospender 10, 11, 12, 13 ist mit seiner eigenen Blende 21 zum Öffnen und Schließen seiner unteren Öffnung versehen. Wie in 3 dargestellt, werden die Blenden von einer Zylinder-Kolben-Einheit 22 bekannter Art betrieben.
  • Schließlich sollte bemerkt werden, dass die Vorrichtungen 10, 11, 12, 13 Pulver mit derselben oder einer anderen Farbe enthalten, welche ihnen mittels bekannter, nicht dargestellter Einrichtungen zugeführt werden.
  • Der Betrieb der Motorisierung der gesamten Anlage und Antriebseinrichtungen wird von einem Prozessor gesteuert, der deren Betrieb auf die folgende Art und Weise lenkt.
  • In 1 ist der Trägerschlitten 5 in der eingefahrenen Position dargestellt, wobei der Prozessor die Befüllung des Ladeabteils 51 mittels bekannter, nicht dargestellter Einrichtungen veranlasst. Gleichzeitig durchläuft der Trägerschlitten 9 mindestens einen Bewegungshub entlang der oberen Öffnung des Fülltrichters 8, so dass die unteren Öffnungen 100, 110, 120, 130 der Mikrospender 10, 11, 12, 13 den gesamten Bereich der oberen Öffnung bedecken, um Maße von unterschiedlich gefärbten Pulvern abzulagern. Es sollte bemerkt werden, dass jedes der Maße eine Pulvermenge zwischen 0,1 und 50 Gramm, und bei reinen Pigmenten vorzugsweise zwischen 0,1 und 12 Gramm umfasst. Der Ladezyklus für den Fülltrichter 8 ist in dem Prozessor vorprogrammiert.
  • Ein Beispiel eines Ladezyklus ist in 10 dargestellt.
  • Unter Bezugnahme auf 10 enthält der Mikrospender 10 rote Pigmente (R), der Mikrospender 11 enthält blaue Pigmente (B), der Mikrospender 12 enthält rote Pigmente (R) und der Mikrospender 13 enthält weiße Pigmente (W). Der Prozessor gibt dem Trägerschlitten 9 den Befehl, zwei nach außen gerichtete Hübe und Rückhübe entlang des Fülltrichters 8 auszuführen, um wäh rend eines jeden einzelnen Hubes die programmierte Anzahl von Maßen von Pulvern in dem gewünschten Abstand gesondert abzulagern.
  • Unter erneuter Bezugnahme auf 10 lagert der Mikrospender 13 während des ersten nach außen gerichteten Hubes neun Maße von weißer Farbe (W) in dem zweiten Fülltrichter 8 ab, während des ersten Rückhubes lagert der Mikrospender 11 ein Maß von blauer Farbe (B) ab, und der Mikrospender 12 lagert ein Maß von roter Farbe (R) ab, während des zweiten nach außen gerichteten Hubes lagert der Mikrospender 11 drei Maße von blauer Farbe (B), und der Mikrospender 12 drei Maße von roter Farbe (R) ab, und schließlich lagert der Mikrospender 11 während des letzten Rückhubes zwei Maße von blauer Farbe (B), und der Mikrospender 12 zwei Maße von roter Farbe (R) ab.
  • Nach dem Laden des zweiten Fülltrichters 8 lagert dieser seine farbigen Pulver in dem ersten Fülltrichter 54 ab und der Trägerschlitten 5 rückt vor, bis das Ladeabteil 51 genau über dem Hohlraum 3 der Pressform 2 positioniert ist, um den in dem Ladeabteil 51 enthaltenen Ton in den Hohlraum 3 der Pressform 2 zu entladen.
  • Dann fährt der Trägerschlitten 5 zurück, wobei der Fülltrichter 54 dazu veranlasst wird, während dieser Rückwärtsbewegung die farbigen Pulver auf dem in dem Hohlraum 3 vorhandenen Ton abzulagern. Es sollte bemerkt werden, dass der Moment des Öffnens der unteren Öffnung des Fülltrichters 54, der von dem Prozessor unter Verwendung bekannter Einrichtungen mechanisch oder elektronisch steuerbar ist, dann eintritt, wenn er auf die Vorderkante des Hohlraumes 3 trifft, wobei sich diese untere Öffnung schließt, wenn er auf die Hinterkante des Hohlraumes 3 trifft.
  • Es sollte auch bemerkt werden, dass der Zyklus, in dem die farbigen Pulver in den zweiten Fülltrichter 8 geladen werden, nur einen einzigen Durchgang des Trägerschlittens 9 entlang der Fülltrichteröffnung umfassen könnten. In diesem Fall werden die Mikrospender 1013 dazu veranlasst, die Maße von farbigen Pulvern in Abhängigkeit von der Art der zwischen den Maßen zu erreichenden Mischungen gleichzeitig oder aufeinanderfolgend abzulagern.
  • Die veranschaulichte Ausführungsform der Erfindung ermöglicht die Erzeugung von Fliesen, wobei deren Trittfläche unter Bezugnahme auf den Hohlraum 3 der Pressform 2 der dazugehörigen Zeichnungen nach oben zeigt.
  • Die Vorrichtung der Erfindung ist auch in der Lage, Fliesen mit nach unten gerichteter Trittfläche zu erzeugen. Zu diesem Zweck ist in 5 und 6 die zweite Ausführungsform der Erfindung dargestellt. In diesen Figuren sind die mit den Einrichtungen der vorangegangenen Ausführung identischen Einrichtungen mit denselben Zahlen angegeben.
  • Diese zweite Ausführungsform unterscheidet sich von der ersten in der zur Ablagerung des Tones in dem Hohlraum 3 der Pressform 2 vorgesehenen Einrichtung. In dieser Hinsicht wird der Ton nicht durch das Ladeabteil 51, sondern durch einen Vorschub-Fülltrichter 25 in dem Pressformhohlraum 2 abgelagert. Genauer ausgedrückt wird der Fülltrichter 25 entlang eines Abdeckelementes 26 vorwärts bewegt, welches eine mittige Öffnung 260 mit denselben Abmessungen wie der Pressformhohlraum 3 aufweist. Das Abdeckelement 26 weist auch eine Vorderkante 261 und eine Hinterkante 262 auf, auf welcher der Fülltrichter bei jedem Hub anhält, wobei deren Zweck im Schließen der unteren Öffnung des Fülltrichters 25 besteht.
  • Bei dieser Ausführungsform steuert der Vorrichtungsprozessor seinen Betrieb auf die folgende Art und Weise.
  • In 5 ist der Trägerschlitten 5 in seiner eingefahrenen Position dargestellt, in welcher der zu verdichtende weiche Werkstoff (Ton und farbige Pulver) mittels eines nicht dargestellten bekannten Verteilers in den Fülltrichter 25 geladen wird. Gleichzeitig führt die Vorrichtung 7 die farbigen Pulver dem ersten Fülltrichter 54 zu. Es sollte bemerkt werden, dass die Vorrichtung 7 und die Bauteile, aus welchen sie besteht, genau dieselben Vorgänge wie bei der vorangegangenen Ausführungsform beschriebenen durchlaufen.
  • Nachdem das Laden beendet ist, wird der Trägerschlitten 5 vorgerückt, und wenn die untere Öffnung des Fülltrichters 54 auf die Hinterkante des Pressformhohlraumes 3 trifft, erhält der Fülltrichter 54 von dem Prozessor den Befehl, die farbigen Pulver auf die Basis des Hohlraumes zu verteilen, während der Trägerschlitten weiter vorgerückt wird. Die Glasierpulververteilung endet, wenn die untere Öffnung des Fülltrichters 54 auf die Vorderkante des Pressformhohlraumes 3 trifft.
  • Die Vorrückbewegung des Trägerschlittens hört auf, wenn die Öffnung 260 in dem Abdeckelement 26 genau über dem Pressformhohlraum 3 liegt. An diesem Punkt veranlasst der Prozessor den Fülltrichter 25, einen Bewegungshub entlang der Öffnung 260 zu durchlaufen, um den Ton in den Pressformhohlraum 3 über der durch den Fülltrichter 54 abgelagerten farbigen Pulverschicht abzulagern.
  • Der Trägerschlitten wird dann wieder in seine Ladeposition eingefahren.
  • In 7 ist eine dritte Ausführungsform der Erfindung dargestellt, die sich von der veranschaulichten Ausführungsform in der Einrichtung zum Laden des Tones in den Pressformhohlraum 3 unterscheidet.
  • Bei dieser Ausführungsform weist der Lade-Trägerschlitten 5 einen hinteren Fülltrichter 30 auf, dessen untere Öffnung durch den Tisch 40 verschlossen ist, auf welchem entlang der Trägerschlitten 5 verschoben wird. Der Trägerschlitten trägt an seiner Vorderseite einen Schieber mit Schaber 52 und die Bürstenwalze 53, hinter welcher sich ein Fülltrichter 54 befindet. Zwischen dem Fülltrichter 54 und dem Fülltrichter 30 ist ein Raum vorhanden, der dieselben Abmessungen wie der Pressformhohlraum 3 aufweist.
  • Der Prozessor der Vorrichtung steuert deren Betrieb auf die folgende Art und Weise.
  • In 7 ist die Vorrichtung der Erfindung in der Position zum Laden des zu verdichtenden Werkstoffes dargestellt.
  • In dieser Position wird der Fülltrichter 30 mit der zum Füllen des Hohlraumes 3 erforderlichen Menge an Ton gefüllt, wobei die Vorrichtung 7 gleichzeitig die farbigen Pulver in dem darunterliegenden Fülltrichter 54 ablagert, welche die Dekoration auf der Trittfläche der Fliese ausbilden sollen.
  • Nach dem Laden des Tones und der farbigen Pulver wird der Trägerschlitten 5 vorgerückt, und während dieser Bewegung wird der in dem Fülltrichter 30 enthaltene Ton entladen, wobei der Trägerschlitten danach zum Einfahren veranlasst wird, und der Fülltrichter 54 die farbigen Pulver während dieses Einfahrens auf dem in dem Hohlraum 3 vorhandenen Ton ablagert.
  • In 8 ist eine vierte Ausführungsform der Erfindung dargestellt, die sich von der veranschaulichten Ausführungsform in der Einrichtung zum Verteilen der farbigen Pulver innerhalb des Pressformhohlraumes 3 unterscheidet.
  • Bei dieser Ausführungsform weist der Lade-Trägerschlitten 5 das mit einem Gitter 510 versehene Ladeabteil 51 auf, an dessen Vorderseite aufeinanderfolgend ein durch nicht dargestellte gewöhnliche Einrichtungen angetriebenes, und von dem Trägerschlitten 5 getragenes Band 27, die Bürstenwalze 53 und der Schieber mit Schaber 52 vorgesehen sind.
  • Durch diese dritte Ausführungsform wird die Erzeugung einer Schicht aus verschieden angeordneten farbigen Pulvern auf dem Band 27 bereitgestellt. Die Pulver werden mittels eines über dem Band 27 liegenden, und durch die Verteilvorrichtung 7 beschickten Fülltrichters 31 auf dem Band 27 abgelagert.
  • Zu diesem Zweck wird das Band 27 durch die Vorrichtung der Erfindung während dem Laden des Trägerschlittens 5 veranlasst, sich in Richtung des Pfeils von 8 zu bewegen, während der zuvor von der Vorrichtung 7 mit Pulvern beschickte Fülltrichter 31 auf demselben eine Schicht aus verschiedenfarbigen gemischten Pulvern ablagert. Gleichzeitig wird das Ladeabteil 51 mittels nicht dargestellter bekannter Einrichtungen mit Ton befüllt. Nach dem Laden des Trägerschlittens 5 rückt dieser vor, bis das Ladeabteil 51 genau in Übereinstimmung mit dem Pressformhohlraum 3 positioniert ist, um darin den in ihm enthaltenen Ton abzulagern. Der Trägerschlitten wird dann eingefahren, wobei das sich bewegende Band 27 die farbige Pulverschicht während dieser Rückwärtsbewegung auf dem in dem Hohlraum 3 vorhandenen Ton ablagert. Es sollte bemerkt werden, dass die Geschwindigkeit, mit der sich das Band bewegt, gleich der Geschwindigkeit der Rückwärtsbewegung des Lade-Trägerschlittens 5 ist, wenn eine praktisch gleichförmige Schicht von Glasierpulvern in dem Hohlraum 3 abzulagern ist, wobei die Bandgeschwindigkeit ansonsten gemäß dem Grad der Ungleichförmigkeit der zu erreichenden Schicht variieren kann.
  • In 9 ist eine weitere Ausführungsform der Vorrichtung der Erfindung dargestellt.
  • Bei dieser Ausführungsform werden die farbigen Pulver dem Fülltrichter 54 durch ein darüber liegendes motorisiertes Band 28 zugeführt, auf dem durch die Vorrichtung 7 eine Schicht aus Pulvern erzeugt wird.
  • Auf diese Weise ist auf dem Band 28 immer eine Schicht aus gemischten farbigen Pulvern vorhanden, die durch die Vorrichtung 7 jedes Mal aufgefüllt wird, wenn das Band 28 vorgeschoben wird, um den Fülltrichter 54 zu befüllen.
  • Es sollte bemerkt werden, dass der Pressformhohlraum 3 durch dieselben, bei der ersten Ausführungsform de tailliert beschriebenen Vorgänge geladen wird, wobei die Glasierpulver auf die bereits beschriebene Art und Weise in den Fülltrichter 8 der Vorrichtung 7 geladen werden.

Claims (18)

  1. Vorrichtung zum Laden von Pulver und farbigen Pigmenten in den Hohlraum (3) einer Keramikfliesenpressform (2), die einen gewöhnlichen Lade-Trägerschlitten (5) zum Übertragen des zum Formen des Fliesenkörpers vorgesehenen Pulvers in den Pressformhohlraum (3) aufweist, wobei der Trägerschlitten (5) einen ersten Querfülltrichter (54) aufweist, der vor dem Ladeabteil des Trägerschlittens (5) positioniert ist und der dann, wenn sich der Trägerschlitten (5) in einer seiner zwei Bewegungsbahn-Endpositionen befindet, unter einem zweiten Fülltrichter (8) liegt, der mit einem unteren Schieber (80) versehen und an der Maschinenbasis befestigt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die obere Öffnung des zweiten Fülltrichters (8) von einer Reihe von Pigment-Mikrospendern (10, 11, 12, 13) durchquert wird, die von einem Trägerschlitten (9) getragen sind, der mit einer Hin- und Herbewegung in einer seitlich zu der Bewegung des sich hin- und herbewegenden Trägerschlittens (9) verlaufenden Richtung und entlang von zwei seitlichen Führungen (15) und (16), die mit der Maschinenbasis und dem zweiten Fülltrichter (8) einstückig ausgebildet sind, verschiebbar ist, wobei der Trägerschlitten (9) von einem Elektromotor (17) angetrieben und jeder Mikrospender (10, 11, 12, 13) mit einer unteren Öffnungs- und Verschlussblende (21) versehen ist.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Gruppe von Mikrospendern (10, 11, 12, 13) auf einem über der Öffnung des zweiten Fülltrichters (8) mit einer Hin- und Herbewegung verschiebbaren Trägerschlitten (9) positioniert ist.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Elektromotor (17) ein Elektromotor mit geregelter Vorrückbewegung ist.
  4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der unter dem zweiten Fülltrichter (8) positionierte Schieber (80) aus einem zylindrischen Ausschnitt besteht.
  5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Ausschnitt unter der Einwirkung einer Zylinder-Kolbeneinheit (14) zwischen einer Verschlussposition und einer Öffnungsposition drehen kann.
  6. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der mit dem Lade-Trägerschlitten (5) verbundene erste Fülltrichter (54) mit Einrichtungen zu seinem Öffnen und Schließen versehen ist.
  7. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie einen quer zu der Maschinenvorschubrichtung verlaufenden Rahmen aufweist, der über der Oberfläche liegt, auf welcher der Lade-Trägerschlitten gleitet, wobei der Rahmen zwei seitliche Führungen (15, 16) zum Verschieben des die Mikrospender (10, 11, 12, 13) tragenden Schlittens und einen mittels einer Zahnriemenübertragung (19) mit dem Schlitten verbundenen Motor (17) mit geregelter Vorrückbewegung aufweist.
  8. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein programmierter elektronischer Prozessor die Bewegungen des Trägerschlittens (9), das gleichzeitige Öffnen und Schließen mindestens eines der Mikrospender (10, 11, 12, 13) und das Öffnen und Schließen des Schiebers (80) des zweiten Fülltrichters (8) koordiniert.
  9. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem ersten Fülltrichter (54) und dem zweiten Fülltrichter (8) ein motorisiertes Band (27, 28) positioniert ist, welches die von dem zweiten Fülltrichter herunterfallenden Pigmente aufnimmt und transportiert.
  10. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Band (27) die Pigmente während der Vorschubbewegung des Trägerschlittens (5) direkt in den Pressformhohlraum (3) entlädt, wobei ein Sammelfülltrichter (31) zwischen dem zweiten Fülltrichter und dem Band (27) vorgesehen ist.
  11. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Ladeabteil des Trägerschlittens (5) ein Gitter (510) aufweist.
  12. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Ladeabteil des Trägerschlittens (5) einen dritten Fülltrichter (25, 30) aufweist.
  13. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der dritte Fülltrichter (25) mit einer Hin- und Herbewegung auf dem Trägerschlitten (5) verschiebbar ist.
  14. Verfahren zur Herstellung einer mit Oberflächendekorationen versehenen Keramikfliese, welches das Laden einer gewünschten Menge von weichem Werkstoff in Form von zerstäubtem Ton mittels eines gewöhnlichen, sich hin- und herbewegenden Trägerschlittens (5) umfasst, der einen ersten Fülltrichter (54) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass – in einem feststehenden zweiten Fülltrichter (8) eine programmierte Anzahl kleiner Maße von farbigem Pulver mittels mindestens zweier Mikrospender (10, 11, 12, 13), die jeweils mit einer von einer zeitlich gesteuerten Blende verschlossenen Öffnung versehen sind und im Verhältnis zu dem feststehenden zweiten Fülltrichter (8) eine Hin- und Herbewegung in einer seitlich zu der Bewegung des sich hin- und herbewegenden Trägerschlittens (5) verlaufenden Richtung ausführen, in dem gewünschten Abstand voneinander gesondert gelagert wird, – dem einstückig mit dem sich hin- und herbewegenden Lade-Trägerschlitten (5) ausgebildeten ersten Fülltrichter (54) bei jedem Hin- und Herbewegungshub des Lade-Trägerschlittens (5) die programmierte Anzahl von Maßen durch Schwerkraft zugeführt wird; – die Maße mittels des sich hin- und herbewegenden Lade-Trägerschlittens (5) gemeinsam mit dem weichen Werkstoff in den Pressformhohlraum (3) übertragen werden.
  15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausgabe auf der Grundlage der Zeitdauer erfolgt, in der die Blende (21) geöffnet ist.
  16. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass der farbige Werkstoff durch Fallen zwischen die Mikrospender (10, 11, 12, 13) und den zweiten Fülltrichter (8) teilweise gemischt wird.
  17. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jedes der kleinen Maße von farbigem Pulver eine Pulvermenge zwischen 0,1 und 50 Gramm umfasst.
  18. Verfahren nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass jedes der kleinen Maße von farbigem Pulver vorzugsweise eine Pulvermenge zwischen 0,1 und 12 Gramm umfasst.
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