DE69906C - Verfahren zur Herstellung orthopädischer Corsets - Google Patents
Verfahren zur Herstellung orthopädischer CorsetsInfo
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- A61—MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
- A61F—FILTERS IMPLANTABLE INTO BLOOD VESSELS; PROSTHESES; DEVICES PROVIDING PATENCY TO, OR PREVENTING COLLAPSING OF, TUBULAR STRUCTURES OF THE BODY, e.g. STENTS; ORTHOPAEDIC, NURSING OR CONTRACEPTIVE DEVICES; FOMENTATION; TREATMENT OR PROTECTION OF EYES OR EARS; BANDAGES, DRESSINGS OR ABSORBENT PADS; FIRST-AID KITS
- A61F5/00—Orthopaedic methods or devices for non-surgical treatment of bones or joints; Nursing devices ; Anti-rape devices
- A61F5/01—Orthopaedic devices, e.g. long-term immobilising or pressure directing devices for treating broken or deformed bones such as splints, casts or braces
- A61F5/02—Orthopaedic corsets
- A61F5/024—Orthopaedic corsets having pressure pads connected in a frame for reduction or correction of the curvature of the spine
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Description
KAISERLICHES
PATENTAM
PATENTSCHRIFT
KLASSE 80: Gesundheitspflege.
Pateiitirt im Deutschen Reiche vom 28. October 1892 ab.
Die Herstellung orthopädischer Corsets erfolgte bisher in der Weise, dafs von der durch
Ausrecken in möglichst normale Lage gebrachten, unförmlichen Körperstelle zunächst
ein Gypsabdruck, hiernach ein Holzmodell und hiernach wiederum ein Eisenmodell gefertigt
wurde, welch letzteres schliefslich in das eigentliche
Corset (Schnürleib) eingefügt wurde. Diese Herstellungsart ist zeitraubend, kostspielig
und aus mehrfachen Gründen wenig zuverlässig.
Das Verfahren der vorliegenden Erfindung vermeidet nicht allein diese Uebelstände, sondern
gestattet gleichzeitig eine allmälige Ueberführung der betreffenden Körperstelle in die
normale Lage, ohne der Person Schmerzen zu bereiten.
Auf. der beiliegenden Zeichnung ist in Fig. 1 je die Hälfte des Vorder- und Rückentheiles
eines Schnürleibgerippes dargestellt, wie solches der verwachsenen Person an den Körper angelegt
und angepafst wird. Das Gerippe besteht nach Art der bekannten mechanischen Schnittmusterapparate aus Längs-, Quer-, Armloch-,
Schulter- und Halsstäben, welche gegen einander verschiebbar und durch lösbare Verschlüsse mit einander verbunden sind. Die
Vorder- und Rückentheile selbst sind durch Haken und Oesen oder dergleichen mit einander
lösbar verbunden. Die Verstellbarkeit des Ganzen nach Länge und Weite gestattet ein genaues Anlegen an die Körperformen.
Nachdem dies geschehen, wird das genau passende Gerippe wieder vom Körper abgenommen.
Nunmehr werden sämmtliche Verschlüsse, welche bisher zur Verbindung der einzelnen Stäbe gedient haben, entfernt und
die Stäbe in der angepafsten Stellung an ihren Kreuzungspunkten dauernd mit einander vernietet,
wie Fig. 2 der Zeichnung veranschaulicht. Nur an- derjenigen Stelle, Wo der verwachsene Körpertheil sich befindet, unterbleibt
vorläufig die Vernietung; die lösbaren Verschlüsse werden hier noch nicht entfernt. Der
Rückenthei! wird jetzt mit den beiden Hälften des Vordertheiles gleichfalls fest verbunden und
das Ganze bis auf die erwähnte Stelle in gewöhnlicher Weise mit Stoff überzogen und
dem Körper angezogen, wie Fig. '6 der Zeichnung darstellt. Man kann nun an der anormalen
Körperstelle die noch frei liegenden Corsetstücke von Zeit zu Zeit um ein Weniges straffer
anziehen und dadurch nach Wochen oder Monaten den Körper allmälig in die normale
Haltung zurückgewöhnen. Ist dies erreicht, so werden nach Entfernung der lösbaren Verschlüsse
auch die übrigen Stäbe mit einander dauernd vernietet und mit Stoff überzogen.
Der so hergestellte Schnürleib wird zur ferneren Sicherung der gewonnenen normalen Körperhaltung
auch fernerhin getragen. Namentlich bei Kindern und jungen Leuten beiderlei Geschlechts,
bei welchen das Uebel noch nicht veraltet ist, wird das beschriebene Verfahren
mit Erfolg Anwendung finden, wie ja die Jugend bei Herstellung orthopädischer Corsets
fast ausschliefslich in Frage kommt. Das Schnürleibgerippe besteht aus den Längsstäben
α und den Querstäben b, welche oben von den Armloch-, Schulter- und Halsstäben
begrenzt werden. Die Stäbe werden an den Kreuzungspunkten durch lösbare Verschlüsse c
mit einander verbunden.
Die Längsstäbe α bestehen aus einer Anzahl
neben einander liegender Stahldrähte, deren beiderseitige Enden in flachen Hülsen d stecken.
Die Enden des mittleren Drahtstäbchens sind bei e fest mit den Hülsen d verbunden, während
die übrigen Drahtenden nur etwa bis zur Hälfte in die Hülse lose hineinreichen. Infolge
dieser Zusammensetzung kann sich der flache Längsstab α wie ein einzelner Rundstab nach
allen Richtungen hin biegen, namentlich also auch übereck, d. h. in seiner eigenen Ebene,
was bei verkrümmtem, seitwärts abweichendem Rückgrat von besonderer Wichtigkeit ist.
Die Verschlüsse c bestehen aus einem flachen Gehäuse/ mit seitlichen Durchgängen g und g1
für die Längs- und Querstäbe und mit einer oberen Aussparung h, über welcher ein Excenter
i mit Griff k in Lagern / drehbar angeordnet ist (Fig. 4). Bei niedergeklapptem
Griff k sind die durch das Gehäuse gehenden Stäbe unverschiebbar festgeklemmt; bei hochgeklapptem
Griff k dagegen ruht der flache Theil i1, Fig. 5, des Excenterhebels über den
Stäben, so dafs diese verschoben werden können.
Um nun nach dem beschriebenen Verfahren die Verschlüsse c von den Stäben abziehen
und diese dauernd vernieten zu können, sind folgende Einrichtungen getroffen. Sämmtliche
Längs- und Querstäbe sind zweitheilig.
Die Unterplatte der Verschlufsgehäuse f besitzt in der Mitte das kleine Loch m; die
. Drehungsachse η der Excenterhebel i k ist herausschiebbar angeordnet. Um zwei Stäbe
in der eingenommenen Lage mit einander zu vernieten, hält man dieselben zunächst mit der
Hand in dieser Lage fest, entfernt hierauf den Stift η und Excenterhebel i k und kann nun
mit einer Lochzange, die unterhalb in die Gehäuseöffnung m eingeführt wird, das erforderliche
Nietloch in die Stäbe einpressen. Nachdem auf diese Weise sämmtliche Nietlöcher gemacht sind, werden die Verschlufsgehäuse f
über die Stabenden abgezogen und die dauernden Vernietungen vorgenommen. Fig. 7 stellt eine Armstütze dar, welche bei
Schnürleibern für mit hängenden Schultern behaftete Personen Anwendung findet. Dieselbe
besteht aus dem starren Stab o, welcher verlänger- und verkürzbar ist und dessen
unteres Ende in der Hüftengegend am Schnürleib befestigt wird, sowie aus der halbmondförmigen Stützplatte p, in welcher der Arm
ruht und welche durch zeitweise Verlängerung des Stabes 0 allmälig höher gerückt wird. Die
Armstütze ist in Fig. 6 einpunktirt.
Fig. 8 der Zeichnung endlich stellt eine Schutz- und Druckvertheilungsplatte q mit
Lederüberzug oder dergleichen dar, welche die kranke Körperstelle gegen Drücken des noch
unüberzogenen, nachstellbaren Schnürleibtheiles schützt und gleichzeitig zur gleichmäi'sigen Vertheilung
des von letzterem ausgeübten Druckes dient (s. auch Fig. 6).
Claims (2)
- Patent-Ansprüche:ι . Ein Verfahren zur Herstellung orthopädischer Corsets aus gegen einander verschiebbaren Längs- und Querstäben (a b), welche mittelst Klemmverschlüsse (c) lösbar mit einander verbunden sind und nach ihrer genauen Einstellung am Körper bis aut den die kranke Körperstelle deckenden Theil unter Entfernung der lösbaren Verschlüsse (c) dauernd mit einander vernietet und mit Stoff überzogen werden, während der übrige Theil vorläufig nachstellbar bleibt und bis zur Erreichung einer normalen Körperhaltung allmälig nachgestellt und erst dann gleichfalls dauernd vernietet und mit Stoff überzogen wird.
- 2. Bei orthopädischen Corsets der unter 1. gekennzeichneten Art die Anwendung flacher, nach allen Richtungen hin biegsamer Längsstäbe (a), bestehend aus einer Anzahl rieben einander liegender Stahldrähte, deVen mittlerer Draht an den Enden mit einer flachen Hülse (d) fest verbunden ist, während die Enden der übrigen Drähte lose ' in diese Hülse eingreifen.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE69906C true DE69906C (de) |
Family
ID=343329
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT69906D Expired - Lifetime DE69906C (de) | Verfahren zur Herstellung orthopädischer Corsets |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE69906C (de) |
-
0
- DE DENDAT69906D patent/DE69906C/de not_active Expired - Lifetime
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