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Additives Dreifarbenfilmverfahren Die Erfahrung in der Praxis der
Mehrfarben'kinematograp'hie lehrt, daß, ,die Verfahren der subtraktiven Methoden
die Farnen der Natur nicht in zufriedenstellender Weise wiedergeben. Die ;additiven
Methoden dagegen !ergeben recht befriedigende Resultate; doch bereiten diese bei
der Projektion Schwierigkeiten, weil die gebräuchlichen Filmvorführmaschinen zeitlich
nur -ein Bild projizieren können.
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Bei den additiven Verfahren werden die Naturfarben durch, die Mischung
farbiger Lichtstrahlen .erzielt. Es g@laugen auf der Projektionswand pur ,die farbigen
Lichter der einzelnen Teilbilder zur Wirkung, während die geschwärzten Stellen der
Silberbäder entsprechend ihrer Dichte -das Licht absorbieren.
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Die Absorption der Projelktionslichtstrahlen ,kann aber auf andere
Weise erfolgen, als durch die Schwärzung der Bildsubstanz selbst. Erfindungsgemäß
wird die Schirmwirkung der Farbstoffe untereinander gleichzeitig zur Färbung der
Projektionglichtstrahlen, wie zur Bildung der Grundteilbilder herangezogen.
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Die im Entwickler ;geschwärzten Silberteilbilder werden in monochrome
Faxbistoffbilder umgewandelt, deren Farbe undurchlässig, für die ihren Farbausizug
entsprechenden. Lichtfilter ;ist. WWd 2z. B. das, dem roten negativen Grtuidteilbilde
entsprechende Positiv in. ein blaues Farbstoffbild umgewandelt, so absorblert das
hei der Projektian.in den Lichtstrahlengang leinzuschaltende rote Lichtfilter das
blaue FarUstofbild :gradationslmäßig genau so, als ob das Positiv aus ges_ch'wärztem
Silber bestünde. Ebenso werden die ,grünen und blauen Grundteilbxlder, in Farbstoffbilder
umgewandelt, von den ihnen entsprechenden Lichtfiltern verschlickt.
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Der Vorteil dieses Verfahrens ist, daß: zwei Grundteilbilder, wie
bei dein subtraktiven Zweiifarhenverfahmen; einander deckend und in :einem Bildfelde
liegend; auf deinem Bil'dtr4g'er angeordnet werdexi können, @o daß beide Teilböfder
ein Gesamtbild ergeben, die jedoch! erfindungsgemäß nur zur additiven Wirkung gelangen
und @i,cht, wie bereits, bielkamnt, :subtraktiv oder kombiniert subttaktiv und .additiv
(eng Äsche Patentschrift q.00 a6¢ und deutsche Patentschrift 565 999). ' Die Farbe-
des einen Teilbildes, die- von. dem dem andern Teilbilde zugehörigen Lichtfilter
völ-lig hindurchgelassen zvixd, wirkt zugleich mit ,diesem gemeinschaftlich
als Lichtfilter für das andere Teilbild. Ekn nur rote Lichts@trah= len reflektierender
Teil ödes Aufnahmeobjektes wird z. B. im blauen negativen Grundteilbil'de nicht
geschwärzt; @er erscheint in dem in ein rotes Farbstoffbild umgewandelten Positivbild
rot, wähnend derselbe Teil ,des: Aufnahmeobjektes: im roten Grundteilbilde; das
in ein blaues. Farbstoffbilld umgewandelt wurde; völlig lichtdurchlässig ist. Tritt
das rote Lichtfilter bei der in den
LichtstrahleAgang, so wird -das
blaue Bild absorbiert und -dessen Lichter rot angefärbt. Der rote Teil des Aufnahmeobjektes,
der im blauen positiven Bilde als gesättigtes rotes .. Licht ,auf der Projektionswand
erscheinen soll,; würde, wenn das rot gefärbte aus schwarzem" Silber bestände, kein.
Licht hindurchlassen; da :es aber in ein rotes Farhstoffbild umgewandelt wurde,
wirkt diese Stelle als Lichtfilter, weil das rote Licht von dem roten Lichtfilter
völlig hindurchgelassen wird. Tritt das blaue Lichtfilter in den Strahlengang, so
wjxd diese rote Stelle von dem blauen Lichtfilter völlig absorbiert und erscheint
schwarz auf der Projektionswand.
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Die Heranziehung der Schirmwirkung der Farbstoffe zur Bildung der
Grundteilbilder gestattet nun eine vollkommene additive Dreifarbensynthese durch
Anwendung der zu naturwahren Farbenbildern unerläßlichen drei Grundteilbilder tauf
einem Filmstreifen, die hinter den Lichtfiltern Rot, Grün und Blau zur Projektion
gelangen.
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Es -werden also gemäß der Erfundungbeim In-Aktion-Treten des roten
Filters die Schwärzungen des blau angefärbten Grundteilbildes in die rote Grundfarbe
und beim Eintreten des blauen Filters in den Strahlengang die Schwärzungen des orangerot
angefärbten blauen Grundteils in die blaue Grundfarbe verwandelt. Während der Projektion
findet zeitlich getrennt ;eine Mischung der roten und blauen Strahlen statt, die
sich mit den grünen Strahlen des orangerot angefärbten grünen Grundteilbildes in
den Augen des Betrachters zu einem additiven Gesamtbild verschmelzen.
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Bei dem Verfahren nach der deutschen Patentschrift 565 999 werden
dagegen nicht die vom Original reflektierten (primären), sondern die vom Original
absorbierten (sekundären) Farben in dieselben sekundären Farben verwandelt. Dies
entspricht der Theorie der subtraktiven wie bereits oben angegeben: Durch das Verfahren
der Erfindung werden in einfacher Weise naturwahre Bilder erhalten, was bei dem
bekannten substraktiven Verfahren nicht der Fall ist.
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Erfindungsgemäß wind dieses bewerkstelligt, indem auf einem mit zwei
Emulsionsschichten versehenen Filmstreifen, die in Farbstoffbilder umgewandelten
drei Grundtei.lbilder dergestalt aufgebracht werden, daß das rote und blaue Teilbild
in einem Bildfelde übereinanderliegend angeordnet werden, während Lias grüne Teilbild
in der Längsrichtung des Filmstreifens unter dem Gesamtbilde des röten und blauen
Teilbildes aufgebracht wird, so daß auf dem Filmstreifen ein Gesamtbild des roten
und blauen Teilbilden mit .einem Grünteilbilde abwechselt: Die Projektion erfolgt
mittels einer Oberflächenspiegelvorrichtung, die das Gesamtbild des .,,roten und
blauen Teilbildes und das grüne ''@tl3.d ;gleichzeitig auf der Projektionswand t@r.DecckuAg
bringt, und einer rotierenden fichtfiltervorrichtung, die aus roten, blauen und
;grünen Lichtfiltersegmenten besteht und die auf die schwarze Filmabzugsdeckblende
gesetzt wird. schwarze dem Augenblick der gleichzeitigen Projektion der drei Grundteilbilder
macht die Lichtfiltervorrichtüng mit der Filmabzugsdeckblendeeine volle Umdrehung,
so daß in kurzer Zeitfolge nacheinander die drei Grundtelbilder zur additiven Gesamtwirkung
;gelangen. Der Abzug des Filmstreifens erfolgt bildweise, so -daß stets ein Gesamtbild
des roten und blauen Teilbildes und ein grünes Grundteilbild gemeinschaftlich zur
Projektion gelangen.
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Die Ausübung des Verfahrens ist wie folgt Zur Aufnahme der Objekte
werden in bekannter Weise zwei negative Filmstileifen verwendet, die, Schicht auf
Schicht gepreßt, am Bildfenster der Aufnahmekamera vorbeigeführt werden. Der eine
ist panchromatisch, der andere orthochromatisch. Bildet der Aufnahmegegenstand eine
Tafel, auf der nebeneinander ein schwarzes, ein rotes, ein gelbes, ein ;grünes,
ein blaues und ein weißes Feld angeordnet sind (s: Abb. i), so ist die Schwärzung
der negativen grünen und blauen Gru.udteilbilder auf dem orthochromatischen Film
wie in den Abb.2 und 3. Wie aus der Abb-. -- ersichtlich, sind nur die den
weißen und blauen Feldern der Farbtafel entsprechenden Teile des Grundteilbildes
belichtet, in der Abb. 3 nur die tuen weißen, gelben und ;grünen Feldern der Farbtafel
entsprechenden. Die Abb. q. zeigt die Schwärzung der -Emulsion des panchromatischen
Negativs hinter dem grünen Grundteilbilde des oxthochromatischen. In dieser Abbildung
erscheinen nur die den weißen, gelben und roten Feldern der Farbtafel entsprechenden
Teile belichtet.
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Nach der Aufnahme werden die Negative, wie ;gebräuchlich, :entwickelt,
fixiert usf. Auf dem orthochromatischen Filmstreifen befinden sich abwechselnd die
gradationsmäßig ;geschwärzten blauen und grünen Grundteilbilder (s. Abb. 5), auf
.dem panchromatischen abwechselnd die roten und nur im Weiß gedeckten Bildfelder
(Abb. 6).
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Nun werden die Bilder der beiden Negative auf einen doppelseitig emulsionierten
positiven Filmstreifen dergestalt aufkopiert, daß auf der einen Emulsionsseite die
blauen und grünen Grundteilbilder der entsprechenden des orthochromatischen Films
entstehen, auf der andern Schichtseite in genauer Deckung
mit den
blauen Grundteilbildern, die roten des panchromatischen Films. Die nur- im Weiß
gedeckten Bildausschnitte des panchromatischen Films werden abgedeckt. Nach dem
Entwickeln, Fixieren usw. des positiven Filmstreifens befinden sich auf der einen
Schichtseite, in der Reihenfolge abwechselnd, die ;geschwärzten blauen und grünen
Grundteilbilder, ,auf der andern Schichtseite abwechselud ein rotes Grundteilbild
mit einem silberlosen, nur aus Gelatine bestehenden Bildfeld. Jetzt werde die blauen
und grünem Grundteilbilder in bekannter Weise in rote Farbstoffbilder - umgewandelt,
die auf der andern Schichtsieibe des positiven Films angeordneten roten Grundteilbilder
in bekannter Weisse in Berliner Blaubilder. In einem schwachen, etwa io%igen Fixierbade
wird dann kurz das Silber sämtlicher Bilder völlig entfernt, so daß die Bilder aus
reinen Farbstoffen bestehlen. Die Umwandlung der Silberbilder in. Farbstoffbilder
kann auch auf andere Weise erfolgen, wie z. B. durch Umwandlungder Silberbilder
in bekannter Weise in Beizfarbenbilder oder- dadurch, daß. die Grundteilbilder mittels
Chromatverfahrenund Imbibition hergestellt werden. Nach dein, Trocknen des Filmstreifens
werden maschinell die bilderlosen .Gelatineausschnitte der die nunmehr blauen Grugdteilbilder
tragenden Schichtseite des Positivfilms gleichmäßig grün angefärbt. Diese grün angefärbte
Gelatineschicht dient als Lichtfilter für das rote Farbstoffbild, .das dem ,grünen
Grundteilbilde entspricht. Der fertige Filmstreifen trägt nunmehr in der Längsrichtung
abwechselnd die Gesamtbilder der roten und blauen Grundteilbilder und die gradationsmäßig
schwarz mit grünen Lichtern erscheinenden grünen Grundteilbilder. Dwe Bilder repräsentieren
sich .auf dem Filmstreifen, wie in Abb,. 7 veranschaulicht. r stellt das- grüne
Grundteilbild dar, 3 .das blaue, q. das rote. Das grüne und blaue Teilbild sind
rote Farbstoffbilder, das rote ein blaues Farbstoffbil.d. Die Gelatine des Bildausschnittes
a ist grün angefärbt. a, b, c, d, e, f sind die Abbifdungen des schwärzen,
roten, ,gelben, grünen, blauen und weißen Feldes der Farbtafel in Abb. r. Wie aus
der Abbildung ersichtlich, sind im Bild r a, b, e ,geschwärzt, in den Bildern
3 und q. a und d: -Um den fertigen, nach dem Verfahren hergestellten Filmstreifen
zu projizieren, wird das Bildausschnittfenster der Filmvorführmaschinen nach oben
und unten um 9,5 mm erweitert und die Oberflächenspegelvorrichtung :angesetzt,
die am Obj,ektivhalter befestigt wird. Bei der Abrollung des Filmstreifens ;gelangen
stets gleichmäßig zwei Bilder zur Projektion, sein Gesamtbild des blauen und roten
Teilbildes und :ein ,grünes Teilbild. Der Fortschub des Filmstreifens erfolgt bildweise,
so daß stets ein Gesamtbild des roten und blauen Grundteilbildes abwechselnd einmal
mit dem in der Länge des Filmstreifens .unter ihm hegenden, das 'andere Mal mit
dem über ihm liegenden grünen Grundteilbild zur gemeinschaftlichen Projektion gelangt.
In den Lichtstrahlengäng des Objektivs wird. eine rotierende Lichtfilterkombinationeingeschaltet,
die .aus nebeneinander angeordneten Lichtfiltern Rot; Grün und Blau besteht und
auf die schwarze Filmabzugädeckblende aufgesetzt wird. Diese macht mit der Filmabzugsdeckblende
bei der Projektion der drei Grundteilbilder eine Umdrehung, so daß die Filter Rot,
Grün und Blau in schneller Zeitfolge nacheinander die Grundteilbilder,, die ,ihren
Farben entsprechen, auf der Projektionswand zur Wirkung gelangen lassen und dort
zu einem Gesamtbilde verschmelzen. Bei der genormten Vorführschnelligkeit von a¢
Bildern in der Sekunde weckseln die drei Lichtfilter .etwa zoomal in der Sekunde.
Bekanntlich ist ein Farbenwechsel von 48 Perioden in der Sekunde bereits nicht mehr
wahrnehmbar.
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Dias -Verfahren eignet sich gut für den Tonfilm. Die,Tonskala wird,
wie usuell, auf der einen Längsseite des Filmstreifens -zwischen den Bildern- und
der Perforation angeordnet, im vorliegenden Falle neben den in Berlinerblau überführten
roten Grundteilbildern. . Die Tonskala wird zugleich mit den Teilbildern ebenfalls-
in Berlinerblau überführt. ' Die Filmvorführung erfolgt, wie bereits :ausgeführt,
mit 2q. Bildern in der Sekunde, so daß die Tonskala in üblicher. Schnelligkeit durch
die Tonwiedergabevorrichtun,g geführt wird. -Die Anwendung der Eigenschaft der Lichtabsorption
der Farbstoffe untereinander zur, Bildung der Grundteilbilder erlaubt eine Variation
des Verfahrens dahingehend, daß anstatt- dreier Grundteilbilder nur zwei verwendet
werden, die so modifiziert sind, daß sie zusammen das fehlende Grundteilbild jergänzen.
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-Es werden von der Farbtafel in Abh. r zwei negative Farbauszugsteilbild@er
hergestellt. Dias ,eine entspricht den vom Aufnahmeobjekt reflektierten weißen,
roten, gelben und teilweise grünen Lichtstrahlen, das andere den weißen, blauen,
grünen und gelben Lichtstrahlen. Das rote negative Grundteilbild .erscheint wie
in Abb.8 geschwärzt, das blaugrüne negative Grundbeilbild wie in Abb.9. Von den
negativen Bildern werden Positive angefertigt, die in einem Bildfelde in der Dicke
der Emulsionsschicht sich ;genauestens deckend übereinmuderliegen. Das
rote
Grundteilbild wird in ein Berlinerblaubild, das blaugrüne Grundteilbild in ein gelbrotes
Farbstoffbild umgewandelt; die Anfärbung des letzteren geschieht dergestalt, daß
das blaugrüne Grundteilbild in zwei in der Dicke der Emulsionsschicht überlagernde
Farbstoffbilder, ein orangerotes und ein rein gelbes, umgewandelt wird. (Abt. yo)
/j// ist das blaue Teilbild, 111111 das gelbe und @`W das rote: Beide Grundteilbilder
bilden zusammen ein farbiges Gesamtbild. Durch ein additives Rotfilter betrachtet,
erscheint das blaue Farbstoffbild gradationsmäßig geschwärzt; das .gelbe und rote
Bild sind unsichtbar. Durch ein additives Blaulichtfilter betrachtet, erscheint
das gelbe und rote Bild gradationsmäßig geschwärzt, und das blaue Bild ist unsichtbar.
Betrachtet man nun das Gesamtbild durch ein additives Grünlichtfilter, so erscheinen
beide Teilbilder zusammen gradationsmäßig geschwärzt; bis auf die in der Farbtafel
in Abb. i dargestellten Felder: Gelb, Grün und Weiß, die unsichtbar sind. Es entsprechen
die beiden Teilbilder der -Gradationsskala eines geschwärzten Silberpositivs nach
einem ,grünen Teilbilde der Farbtafel in Abb. i (s. Abb. i i).
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Zur Ausübung des Verfahrens werden zur Aufnähme Zwei negative Filmstreifen
benutzt, wie zu Anfang der Patentschrift beschrieben. Die Enaulsionsschicht des
orthochromatischen Films wird jedoch so orangerot angefärbt, daß die Schicht außer
den weißen, gelben, roten Lichtstrahlen auch noch einen gewissen Teil der grünen
Lichtstrahlen passieren läßt. Bei der Aufnahme entstehen auf dem orthochromatischen
Film die blaugrünen Grundteilbilder, auf dem panchromatischen die roten. Nach dem
Entwickeln, Fixieren usw. wird von dem orthochromatischen Negativfilm ein positiver
Film A hergestellt, der zur heiteren Herstellung der Kopien dient. Nun werden auf
-einem einschichtigen, gewöhnlichen, positiven Filmstreifen, auf welchem bereits
durch dessen. Celluloidträger die gleichzeitig mit den Negativen oder später auf
einem besonderen Filmstreifen aufgenommene Tonskala aufkopiert wurde (das Aufkopieren
der Tonskala kann auch gleichzeitig mit der Kopierung der blaugrünen Grundteilbilder
erfolgen), die Bilder des panchromatischen Negativfilms ebenfalls durch den C.ellüloidträger
hindurchkopiert. Der Filmstreifen wird entwickelt, ;gewässert, jedoch nicht fixiert.
Sodann -werden die Teilbilder und die Tonskala in Berliner Blaubilder umgewandelt.
Nach genügendem Wässern wird der Filmstreifen im Dunkeln getrocknet. Nach dem Trocknen
werden die Bilder des Positivfilms A in genauer Deckung mit den blauen Bildern auf
die Schichtseite des Filmstreifens kopiert, dergestalt, daß die neben den Bildern
liegende Tonskala voll belichtet wird. Der Filmstreifen wird nunmehr in einem alkalifrelen
Entwickler :entwickelt. Auf den blauen Bildern befinden sich nunmehr schwarze Negativbilder,
die sich sehr gut in die blauen Bilder einfügen (Abt. 1a). Die blaue Tonskala wird
von einer schwarzen Silberschicht völlig bedeckt; in. der Abb: i z zeigt die- Schraffierung
//// das blaue Teilbild die Schraffierung 1111 das schwarze Negativbild:
Nach dem Unterbrechen der Entwicklung wird das geschwärzte Silber m einem an sich
bekannten Bromölbleichbad gebleicht und die unmittelbar an den Silberpartikelch.en
liegende Gelatineschicht gehärtet. Hierauf gelangt der Filmstreifen in- ein schwaches,
etwa i o o/o -ges Fixierbad, in welchem das Silber vollkommen aus der Schicht entfernt
wird. Nach genügendem Wässern wird der Filmstreifen ,getrocknet. Es. befinden sich
nunmehr auf demselben die geklärten blauen Teilbilder und die blaue Tonskala sowie
unsichtbare Bilder, die gradationsmäßig aus gehärteter und unggehärteter Gelatine
bestehen. jetzt wird die urgehärtete Gelatine meinem gelben Farbbade, bestehend
aus Pinatypie Gelb, gutdurchgefärbt, kurz in Wasser abgespült und der Filmstreifen
in ein blaurotes Bad gebracht (Pin;atypie Rot). In diesem Farbbade bleibt der Filmstreifen
nur so lange, bis die Bilder, durch ein additives Grünfilter betrachtet, schwarz
erscheinen. Es wird nur ,ein Teil der an der Oberfläche liegenden urgehärteten Gelatineschicht
angefärbt. Durch die Eig @enschaft der Pinatypiefarbstoffe, urgehärteteGelatineanzufärben,
gehärtete dagegen nicht, bilden sich die beiden in der Dicke der Emulsionsschicht
getrennt liegenden Farbstoffbilder Gelb und Orangerot. Der Filmstreifen ist naqh
dem Trocknen zur Vorführung bereit. Diese geschieht dergestalt, daß an die Filmabzugsdeckblende,
wie früher Ikschrieben, die kreisförmige, aus roten, grünen und bläuen Filtersegmenten
bestehende Lichtfiltervorrichtung aufgesetzt wird. Bei der Projektion werden die
drei Gründteilbilder in kurzer Reihenfolge nacheinander auf der Projektionswand
zu einem naturfarbenen Gesamtbilde verschmolzen, :das der Farbtafel in Abb. i entspricht.