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Diese
Erfindung betrifft Verfahren und Vorrichtungen zur Aufteilung von
biologischen Proben in Mikrovolumenanteile, basierend auf der Tendenz
wässriger
Proben, in den hydrophilen Zonen der Vorrichtungen zurückgehalten
zu werden, während
sie von den hydrophoben Zonen der Vorrichtungen im wesentlichen
abgestoßen
werden.
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Die
Erfassung und Auszählung
von Mikroorganismen wird in vielen Umfeldern durchgeführt, darunter in
der nahrungsmittelverarbeitenden Industrie (Testen auf Verunreinigung
von Nahrungsmitteln durch Mikroorganismen wie E. coli und S. aureus),
das Gesundheitswesen (Testen von Proben von Patienten oder sonstigen klinischen
Proben auf Infektion oder Kontamination), die Umweltanalytik, die
pharmazeutische Industrie und die kosmetische Industrie).
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Auf
dem Wachstum basierende Erfassung und Auszählung von Mikroorganismen wird
im allgemeinen durchgeführt,
indem entweder flüssige
Nährstofflösungen (Analyse
der wahrscheinlichsten Anzahl, most probable number(MPN)) oder halbfeste
Nährstoffböden (Agar-Petrischalen)
verwendet werden. Auszählung
mit der flüssig-MPN-Methode
wird üblicherweise
erreicht, indem 10-fache Verdünnungsreihen
einer betrachteten Probe in Sätze
von gleichen Reagenzgläsern
mit selektiven Nährmedien
und chemischen Indikatoren eingebracht werden. Die Reagenzgläser werden
bei erhöhter
Temperatur bebrütet
(24 – 48
Stunden), und danach auf Wachstum von Organismen untersucht.
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Eine
auf der Anzahl von positiven und negativen Reagenzgläsern in
jedem Satz beruhende statistische Formel wird verwendet, um die
Anzahl der in der ursprünglichen
Probe vorhandenen Organismen zu schätzen.
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Dieses
Verfahren, die MPN-Analyse durchzuführen, hat mehrere Nachteile.
Es ist arbeitsaufwendig wegen der mehrfachen Verdünnungs-
und Pipettierschritte, die für
die Durchführung
der Analyse nötig
sind. Zusätzlich
ist es in der Praxis nur durchführbar,
Sätze von
drei bis fünf
Reagenzgläsern
für jede
Verdünnung zu
verwenden. Das führt
dazu, dass die 95% Vertrauensgrenzen für eine MPN-Schätzung der
Mikrobenkonzentration extrem weit sind. Zum Beispiel hat eine auf
drei Reagenzgläsern
basierende MPN-Schätzung
von 20 95%-Vertrauensgrenzen von 7 bis 89.
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Im
Gegensatz zu dem oben beschriebenen Verfahren kann eine direkte
Zählung
der lebenden Mikroorganismen in einer Probe erhalten werden, indem
die Probe unter Verwendung eines Nährmediums, das ein Geliermittel
enthält,
auf einer definierten Fläche
ausgestrichen wird. Das Geliermittel (Agar) verhindert die Diffusion
der Organismen während
dem Bebrüten
(24–48
Stunden), so dass in dem Bereich, in dem der ursprüngliche
Organismus aufgebracht wurde, eine Kolonie entsteht. Es gibt allerdings
eine Grenze der Anzahl von Kolonien, die auf eine gegebene Fläche von
Nährmedium
passen, bevor das Zusammenwachsen mit benachbarten Kolonien das
Zählen
schwierig macht. Das macht es meist nötig, verschiedene Verdünnungen
jeder Probe durchzuführen.
Zusätzlich
sind die Klassen von chemischen Indikatormolekülen, die zur Identifikation
individueller Typen von Mikroorganismen, die in einer gemischten
Population vorliegen, verwendet werden können auf solche beschränkt, die
ein Produkt erzeugen, das in dem gelierten Nährmedium unlöslich ist.
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Zusätzlich zu
diesen Nachteilen erfordern sowohl die derzeit verwendete MPN-Analyse
als auch Gel-basierende Systeme eine relativ lange Bebrütungszeit,
bevor ein positives Signal erfasst werden kann.
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DE-A-37
32 142 bezieht sich auf ein Herstellungsverfahren eines Glaselements
mit einer Maske und einen Stempel zur Durchführung des Herstellungsverfahrens.
Insbe sondere werden mittels hydrophoben Bereichen des Stempels hydrophile
Bereiche erzeugt.
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US-Patentschrift
5,229,163 betrifft eine Mikrotiter-Platte, die eine Vielzahl von Reaktionsmulden
zur Durchführung
von immunogenen Reaktionen enthält.
Der Boden der Reaktionsmulde hat eine innere Oberfläche, die
im wesentlichen hydrophil ist, und eine Seitenwand der Reaktionsmulde
hat eine innere Oberfläche, die
im wesentlichen hydrophob ist.
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GB-A-2
106 539 offenbart einen Teststreifen für die Auszählung der wahrscheinlichsten
Bakterienanzahl von Mikroorganismen in Flüssigkeiten oder Suspensionen,
wobei eine biologische Probe in Volumen von einmal 50 ml, fünfmal 10
ml und fünfmal
1 ml aufgeteilt werden kann.
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Die
Erfindung basiert auf der Entdeckung, dass biologische Flüssigkeitsproben
mit nur minimaler Manipulation durch Personal in diskrete Mikrovolumen
aufgeteilt werden können.
Das Aufteilungsverfahren verwendet Vorrichtungen, die hydrophile
flüssigkeitszurückhaltende
Zonen haben, die von hydrophoben trockenbleibenden Flächen umgeben
sind. Das Verfahren und die Vorrichtungen stellen ein System zur
Erfassung und Auszählung
von Mikroorganismen und anderen biologischen Materialien bereit,
das die mit den derzeit verwendeten Systemen zusammenhängenden
Probleme löst.
Das System ist ein flüssigkeitsbasierendes
System, das die effiziente und wirksame Aufteilung der Probe in
diskrete Mikrovolumen zum Testen erlaubt, und eine schnelle Erfassung
und Auszählung
erlaubt.
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Im
Fall der MPN-Analyse für
die Erfassung und Auszählung
von Mikroorganismen erlauben die hier beschriebenen Vorgehensweisen
die Verwendung von wasserlöslichen
Indikatorarten, und reduzieren oder eliminieren die Notwendigkeit
der bei der herkömmlichen
MPN-Analyse üblicherweise
benötigten
mehrfachen Verdünnung.
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Ganz
allgemein ist ein Grundzug der Erfindung ein Verfahren zur Aufteilung
einer wässrigen,
flüssigen Probe
in diskrete Mikrovolumen, das folgendes umfasst:
- a)
Bereitstellen einer Vorrichtung zum kultivieren eines Mikroorganismus,
wobei die Vorrichtung eine Auswerteoberfläche hat, wobei die Auswerteoberfläche flüssigkeitszurückhaltende
Zonen umfasst, und eine hydrophobe trockenbleibende Fläche zwischen
den Zonen, wobei jede Zone die Flüssigkeitsrückhaltekapazität eines
Mikrovolumens hat; und
- b) in Kontakt bringen der flüssigen
Probe mit der Auswertungsoberfläche,
so dass die flüssige
Probe in die hydrophilen flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen verteilt wird.
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Die
Zonen können
eine Beschichtung oder Ablagerung eines Auswertungsreagens, wie
eines Nährmediums
oder einer Indikatorsubstanz umfassen. Geeignete Indikatorsubstanzen
umfassen ohne Einschränkung
Farbindikatoren, fluoreszierende Indikatoren, lumineszierende Indikatoren
und elektrochemische Indikatoren. Für die Zwecke dieser Anwendung
bedeutet der Begriff "elektrochemisch" einen chemischen
Indikator, der bei Reaktion mit dem Mikroorganismus den Widerstand
oder die Leitfähigkeit
der Probe ändert.
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Die
Zonen können
eine einheitliche Größe haben,
wobei jede Zone eine Flüssigkeitsrückhaltekapazität von etwa
0,01 bis etwa 25 Mikrolitern, vorzugsweise etwa 1 bis etwa 2 Mikrolitern
hat.
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Die
Kulturvorrichtung kann zum Beispiel etwa 10 bis etwa 10 000 hydrophile
flüssigkeitszurückhaltende
Zonen aufweisen, vorzugsweise etwa 400 bis etwa 600 flüssigkeitszurückhaltende
Zonen.
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Die
hydrophilen flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen können
Mikrovolumenmulden umfassen, die von hydropholen Erhöhungen umgeben
sind. Alternativ dazu kann die Kulturvorrichtung trockene Flächen umfassen,
die einen behandelten nanostrukturierten Film umfassen. In weiteren
alternativen Ausführungsformen können die
hydrophilen flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen hydrophile Fasermaterialien umfassen, die aus der Auswertungsoberfläche hervortreten.
Das Fasermaterial kann aus hydrophilen absorbierenden Scheiben oder hydrophilem,
nichtgewebtem Faserschlaufenmaterial hergestellt sein.
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In
einer alternativen Ausführungsform
kann die Kulturvorrichtung mehrere Sätze von hydrophilen flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen umfassen, wobei jeder dieser Sätze Zonen von einheitlicher
Größe aufweist, wobei
die Sätze
sich in der Flüssigkeitsrückhaltekapazität unterscheiden,
und die Vorrichtung mindestens zwei Sätze von Zonen aufweist.
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In
einem anderen Aspekt ist ein Grundzug der Erfindung eine Kulturvorrichtung
zum Erfassen und Auszählen
eines Mikroorganismus, wobei die Vorrichtung eine Auswerteoberfläche umfasst,
wobei die Auswerteoberfläche
flüssigkeitszurückhaltende
Zonen umfasst, und eine hydrophobe trockenbleibende Fläche zwischen
den Zonen, wobei jede Zone die Flüssigkeitsrückhaltekapazität eines
Mikrovolumens hat, und mindestens einige der Zonen ein Auswertungsreagens
umfassen.
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Der
Begriff "Mikroorganismus", wie er hier verwendet
wird, umfasst alle mikroskopischen Organismen und Zellen, einschließlich, aber
nicht beschränkt
auf Bakterien, Mykoplasmen, Ricksettien, Spirocheten, Hefen, Schimmel,
Protozooen, sowie mikroskopische Formen von eukaryotischen Zellen,
zum Beispiel einzelne Zellen (kultiviert oder direkt aus einem Gewebe
oder Organ erhalten) oder kleine Zellklumpen. Mikroorganismen werden
nicht nur erfasst und/oder ausgezählt, wenn Ganze Zel len direkt
erfasst werden, sondern auch wenn solche Zellen indirekt erfasst
werden, wie durch die Erfassung und Quantifizierung von Zellfragmenten, von
der Zelle herrührenden
biologischen Molekülen
oder Nebenprodukten der Zelle.
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Die
Begriffe "hydrophob" und "hydrophil" haben hierin die
im Fachgebiet allgemein verstandenen Bedeutungen. So hat ein "hydrophobes" Material eine geringe
oder keine Affinität
für Wasser,
während
ein "hydrophiles" Material eine relativ
starke Affinität
für Wasser
oder wässrige
Medien hat. Die relativen Hydrophobien oder Hydrophilien der hier
beschriebenen Vorrichtung sind so, dass die Aufteilung von flüssigen Proben beim
Auftragen der Probe im wesentlichen in die hydrophilen flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen sichergestellt ist. Die nötigen
Ausmaße
der Hydrophobie und Hydrophilie können je nach der Art der Probe
variieren, aber können
leicht auf der Basis einfacher empirischer Beobachtung der flüssigen Proben
beim Auftragen auf die Vorrichtung angepasst werden.
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Andere
Vorteile der Erfindung werden aus der folgenden detaillierten Beschreibung
und den Figuren hervorgehen.
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1 ist
eine perspektivische Ansicht einer Ausführungsform einer Auswertungsvorrichtung.
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2 ist
eine Ansicht von oben einer Auswertungsvorrichtung, die Sätze von
hydrophilen flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen hat, die in der Flüssigkeitsrückhaltekapazität der Mikrovolumen
variieren.
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3 ist
eine schematische Darstellung einer Auswertevorrichtung, die einen
hydrophoben nanostrukturierten Film umfasst.
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4 ist
eine schematische Darstellung einer Auswertungsvorrichtung, in der
die hydrophilen flüssigkeits zurückweisenden
Zonen aus Papierscheiben hergestellt sind.
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5a ist
eine perspektivische Ansicht einer Auswertungsvorrichtung, in der
die hydrophilen flüssigkeitszurückweisenden
Zonen aus ungewebtem Faserschlaufenmaterial hergestellt sind.
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5b ist
eine vergrößerte Annsicht
von oben der in 5a dargestellten Vorrichtung.
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6a ist
eine Photographie der Ansicht von oben einer Auswertevorrichtung,
in der die Auswertungsoberfläche
hydrophil ist.
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6b ist
eine Photographie der Ansicht von oben einer Auswertevorrichtung
mit hydrophilen flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen und hydrophoben trockenbleibenden Zonen.
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Diese
Erfindung betrifft das Aufteilen von biologischen Proben in Mikrovolumen-Probenanteile
für die signalbasierende
Erfassung und Auszählung
von Mikroorganismen in Flüssigkeitsproben.
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Unter
den Problemen, die im Fachgebiet beim Testen von flüssigen Proben
auf Mikroorganismen auftreten, sind die relativ langen Bebrütungszeiten,
die Notwendigkeit, mehrfache Pipettierschritte für die getesteten Teilvolumina
zu unternehmen, und die Notwendigkeit eines relativ großen Probenvolumens
zum Testen.
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Die
vorliegende Erfindung stellt eine Lösung für diese und andere mit dem
Testen verbundene Probleme dar.
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Es
werden Verfahren und Vorrichtungen bereitgestellt, um eine flüssige Probe
in Mikrovolumen-Abteilungen einer Testvorrichtung aufzuteilen, wobei
nur eine minimale Manipulation der flüssigen Probe durch den Labor techniker
oder anderes Personal erforderlich ist. Ein „Mikrovolumen", wie der Begriff
hier gebraucht wird, bezieht sich auf ein Volumen von weniger als
etwa 25 Mikrolitern, und umfasst Volumen im Bereich von weniger
als einem Mikroliter. Die Erfinder der vorliegenden Erfindung haben
entdeckt, dass die Verwendung von Mikrovolumen bei der signalbasierenden
Erfassung von Mikroorganismen in flüssigen Proben zu einer merklichen
Verkürzung
der zum hervorrufen eines erfassbaren Signals nötigen Bebrütungszeit führt. Weil kürzere Bebrütungszeiten in diesem Bereich
höchst
wünschenswert
sind, bietet dieses Merkmal der Erfindung einen deutlichen Vorteil.
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Zusätzlich zum
Erreichen kürzerer
Bebrütungszeiten,
kann die Verwendung von Mikrovolumina beim Testen von flüssigen Proben
die Verwendung von erheblich kleineren Testproben erlauben. Sehr
kleine Testproben sind manchmal nötig aufgrund der sehr kleinen
Volumen der Probenquellen. Kleine Volumen der Testproben sind manchmal
auch wünschenswert,
zum Beispiel zur Erleichterung der Handhabung oder des Transports
der Probe zu einer Einrichtung, die das Testen durchführt.
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Die
Erfinder der vorliegenden Erfindung haben eine Anzahl von neuartigen
Vorrichtungen zur Aufteilung von biologischen flüssigen Proben in diskrete Mikrovolumen
innerhalb von hydrophilen flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen (auch als "flüssigkeitszurückhaltende
Zonen" oder "Zonen" bezeichnet) entwickelt.
Nicht einschränkende
Beispiele dieser Vorrichtungen umfassen: mikrogeprägte oder
gepresste Filme, die eine Vielzahl von Mikroabteilungen haben, zum
Beispiel Mikrovolumen-Mulden, die als flüssigkeitszurückhaltende
Zonen fungieren, wobei die Fläche
zwischen den Mulden ("trockenbleibende
Fläche") hydrophob ist,
und die Mulden hydrophil sind; nanostrukturierte hydrophobe Filme,
in denen diskrete flüssigkeitszurückhaltende
Bereiche des Films hydrophil sind, und zum Zurückhalten von Mikrovolumina
einer flüssigen
Probe zum Testen geeignet sind; und Vorrichtungen, die hydrophile
flüssigkeitszurückhaltende
Zonen und hydrophobe trockenbleibende Flächen haben, wobei eine gegebene
hydrophile Zone aus hydrophilem Fasermaterial hergestellt ist, und
nach oben oder unten aus der Ebene der umgebenden trockenbleibenden
Fläche
hervorsteht.
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Vorteilhafterweise
erlauben die oben zusammengefassten Vorrichtungen das Testen von
flüssigen Proben
unter Verwendung von Mikrovolumenanteilen in einer einzigen Vorrichtung,
wodurch die Notwendigkeit getrennter Gefäße bei solchen Tests eliminiert
wird. Eine Testprobe kann auf Hunderte oder sogar Tausende von diskreten
flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen aufgeteilt werden, was die Anzahl der Datenpunkte in einem Test
der flüssigen
Probe erheblich erhöht.
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Eine
besonders nützliche
Anwendung dieser Verfahren und Vorrichtungen ist in der wachstumsbasierenden
Erfassung und Auszählung
von Mikroorganismen in flüssigen
Testproben. Solche wachstumsbasierende Erfassung und Auszählung ist
sehr wichtig beim Testen von Nahrungsmittel-, Umwelt-, klinischen,
pharmazeutischen, kosmetischen und anderen Proben auf Verunreinigung
mit Mikroorganismen. Die Verfahren und Vorrichtungen dieser Erfindung
erlauben das effiziente, akkurate, bequeme und kostengünstige Testen
solcher Proben.
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Eine
bevorzugte Verwendung der Verfahren und Vorrichtungen der vorliegenden
Erfindung für
solche mikrobiologischen Tests ist bei der MPN-Analyse. Bei der
traditionellen MPN-Analyse werden Verdünnungsreihen (10-fache Verdünnung) einer
betrachteten Probe erstellt, und in gleicher Menge in Sätze von
gleichen Reagenzgläsern
mit selektiven Nährmedien
und chemischen Indikatoren pipettiert. Die Reagenzgläser werden bei
erhöhter
Temperatur bebrütet
(24 – 48
Stunden), und danach auf Wachstum von Organismen untersucht. Eine
auf der Anzahl von positiven und negativen Reagenzgläsern in
jedem Satz beruhende statistische Formel wird verwendet, um die
Anzahl der in der ursprünglichen
Probe vorhandenen Organismen zu schätzen. So wie es derzeit verwendet
wird, hat dieses traditionelle Verfahren mehrere Nachteile. Es ist
arbeitsaufwendig wegen der mehrfachen Verdünnungs- und Pipettierschritte,
die für
die Durchführung
der Analyse nötig
sind. In der Praxis werden üblicherweise
nur Sätze
von etwa drei bis fünf
gleichen Reagenzgläsern
für jede
Verdünnung verwendet.
Das führt
dazu, dass die 95%-Vertrauensgrenzen für eine MPN-Schätzung
der Mikrobenkonzentration mit diesem verfahren extrem weit sind.
Zum Beispiel hat eine auf neun Reagenzgläsern (3 zehnfache Verdünnungen)
basierende MPN-Schätzung
von 20 95%-Vertrauensgrenzen von 7 bis 89.
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Die
Verwendung von Verfahren und Vorrichtungen der vorliegenden Erfindung
bei der MPN-Analyse überwindet
mehrere der obengenannten Schwierigkeiten. Der Arbeitsaufwand ist
stark reduziert, weil kein Pipettieren in die individuellen Reagenzgläser nötig ist,
und wenig oder kein Schütteln,
Rühren
oder sonstige Manipulationen benötigt
werden. Statt dessen wird die Probe auf die Mikrovolumen der flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen verteilt, indem einfach die flüssige Probe mit der Vorrichtung
in Kontakt gebracht wird. Zusätzlich sind
weniger Verdünnungen
der Probe nötig,
wenn große
Anzahlen von flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen auf der Vorrichtung vorliegen. Die relativ große Anzahl
von flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen bietet auch eine genauere Schätzung der Mikrobenkonzentration.
Das liegt daran, dass die entsprechend größere Anzahl von Datenpunkten
ein entsprechend engeres Vertrauensintervall bietet.
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Dementsprechend
stellt die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Erfassung (inklusive
Auszählung) eines
Mikroorganismus in einer flüssigen
Testprobe bereit. Das Verfahren umfasst das Verteilen von Mikrovolumina der
Testprobe auf eine Vielzahl von hydrophilen flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen einer Auswerteoberfläche.
Die Auswertevorrichtung kann jede Vorrichtung sein, die eine Auswerteoberfläche umfasst,
die eine Vielzahl von hydrophilen flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen aufweist, wobei jede Zone die Flüssigkeitsrückhaltekapazität eines
Mikrovolumens hat. Die Vorrichtung umfasst auch trockenbleibende
Flächen
zwischen den Zonen, die hydrophob sind und im wesentlichen flüssigkeitsfrei
bleiben, nachdem die biologische Probe in die flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen verteilt worden ist. Nicht einschränkende Beispiele solcher Auswertevorrichtungen
umfassen die hierin Beschriebenen.
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Die
flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen in der Auswertevorrichtung sind vorzugsweise von einheitlicher
Größe, und
jede Zone hat eine Flüssigkeitsrückhaltekapazität von etwa
0,01 bis 25 Mikrolitern der flüssigen
Probe. Vorzugsweise hat jede Zone eine Flüssigkeitsrückhaltekapazität von etwa
0,1 bis etwa 10 Mikrolitern, und insbesondere von etwa 1 bis etwa
2 Mikrolitern. Die Auswertevorrichtung umfasst vorzugsweise zwischen
1 und etwa 100 000 flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen, insbesondere etwa 10 bis etwa 10 000 Zonen, insbesondere
etwa 200 bis etwa 5000 Zonen, und insbesondere etwa 400 bis etwa
600 Zonen.
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Die
Verwendung einer Vorrichtung mit 400 bis etwa 600 hydrophilen flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen ist im Zusammenhang mit dem Testen einer Flüssigkeitsprobe
auf Mikroorganismenkonzentration unter Verwendung der MPN-Analyse besonders
nützlich.
Bestimmte gesetzliche Anforderungen können es nötig machen, dass ein Testverfahren
fähig sein
muss, einen Mikroorganismus in einer Probe von ein bis fünf Millilitern
zu erfassen. Diese Probengröße ist Standard
für mikrobiologisches
Testen in der nahrungsmittelverarbeitenden Industrie. So wäre zum Beispiel
eine Auswerteoberfläche
mit 500 hydrophilen flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen, wobei jede Zone eine Flüssigkeitsrückhaltekapazität von etwa
2 Mikrolitern hat, sehr nützlich für das Testen
einer 1-ml-Probe.
Eine flüssigkeitszurückhaltende
Zone mit einer Kapazität
von 2 Mikrolitern erlaubt die rasche Entwicklung eines erfassbaren
Signals gemäss
der Erfindung, und die Verwendung von etwa 400 bis etwa 600 Zonen
stellt eine genügend
große
Anzahl von Datenpunkten bereit, um das Vertrauensintervall für eine MPN-Berechnung
wesentlich zu verbessern. Zusätzlich
ist es machbar, eine manuelle Auszählung der flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen, die ein positives Testergebnis für den Mikroorganismus aufweisen, durchzuführen. Die
Verwendung von Vorrichtungen, die wesentlich mehr als 400 flüssigkeitszurückhaltende Zonen
umfassen, kann aus praktischen Gründen das instrumentenunterstützte oder
automatische Auszählen erfordern.
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Die
flüssige
Testprobe kann jede interessierende Probe sein, aus jeder Quelle.
Die Probe kann direkt auf die Vielzahl der flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen verteilt werden, oder die Probe kann vor der Verteilung auf
die Zonen verdünnt
werden. Die Entscheidung, ob eine Verdünnung der Probe nötig ist,
wird von einer Vielzahl von Faktoren wie der Probenquelle und dem
Alter abhängen,
und eine solche Entscheidung ist eine Routinefrage für Fachleute.
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Die
flüssige
Testprobe kann selektive Nährmedien
für die
untersuchten Mikroorganismen enthalten, und/oder eine Indikatorsubstanz,
die in Gegenwart von wachsenden Mikroorganismen ein Signal erzeugt. Wahlweise
kann das Nährmedium
ein Geliermittel enthalten, das beim "Verkapseln" der wachsenden Mikroorganismen hilft.
Solche Geliermittel sind Fachleuten bekannt und umfassen jedes wasserabsorbierende
Material, das bei Zugabe einer wässrigen
Flüssigkeit
zu einem Gel wird.
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Alternativ
dazu können
das selektive Nährmedium
und/oder die Indikatorsubstanz als Beschichtung oder sonstige Ablagerung
in einer flüssigkeitszurückhaltenden
Zone anwesend sein, in genügender
Menge, um die gewünschten
Konzentrationen zu erhalten, wenn ein Mikrovolumen der flüssigen Testprobe
in die Zone verteilt wird. So eine Beschichtung kann zum Beispiel
erreicht werden, indem eine Lösung
des Nährmediums (mit
oder ohne Geliermittel) und/oder der Indikatorsubstanz in die flüssigkeitszurückhaltende
Zone eingebracht oder verteilt wird, und die Lösung getrocknet wird, um eine
Beschichtung oder Ablagerung des Nährmediums und/oder der Indikatorsubstanz
in der Zone herzustellen.
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Eine
große
Bandbreite von selektiven Nährmedien
für eine
große
Bandbreite von interessierenden Mikroorganismen ist bekannt, wie
auch eine große
Bandbreite von Indikatorsubstanzen für eine große Bandbreite von Mikroorganismen,
und jede(s) dieser Nährmedien
oder Indikatorsubstanzen ist für
die Verwendung bei dem erfindungsgemäßen Verfahren geeignet. Ein
Vorteil der vorliegenden Erfindung ist, dass lösliche Indikatoren verwendet
werden können,
da die Diffusion durch das Einschließen der wässrigen biologischen Probenflüssigkeit
in den hydrophilen flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen verhindert wird.
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Verschiedene
Verfahren können
verwendet werden, um eine flüssige
Testprobe auf die flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen zu verteilen. Mehr als ein Verfahren kann für eine spezielle
Vorrichtung anwendbar sein, obwohl das bevorzugte Verfahren in einem
gewissen Umfang von der Konfiguration einer speziellen Auswertevorrichtung
abhängig
sein kann. Zum Beispiel kann bei Vorrichtungen aus Filmen, die hydrophile
Mikrovolumen-Mulden enthalten, oder bei denen die Zonen hydrophiles
Fasermaterial umfassen, das aus der Ebene der Auswerteoberfläche hervorsteht,
die Probe über
die Vorrichtung gegossen oder pipettiert werden, und die Probe auf
die flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen verteilt werden, indem die Vorrichtung gekippt oder geschaukelt wird.
Alternativ dazu kann die Auswerteoberfläche wie in Beispiel 4 beschrieben
in die Probe eingetaucht werden. Beim Entfernen der Auswerteoberfläche aus
der flüssigen
Probe wird Flüssigkeit
in den hydrophilen flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen zurückgehalten
und ist desgleichen im wesentlichen von den hydrophoben trockenbleibenden
Flächen
ausgeschlossen.
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Nachdem
die Probe auf die hydrophilen flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen der Auswertevorrichtung verteilt ist, können verschiedene Auswertungen
durchgeführt
werden, abhängig
von der gewünschten
Verwendung. Für
die Erfassung oder das Auszählen
von Mikroben kann die Auswertevorrichtung bebrütet werden, während einer
genügend
langen Zeit, um mindestens einen Zellteilungszyklus des Mikroorganismus
zuzulassen. Für
diese Zwecke wird die Vorrichtung im Allgemeinen bei etwa 25 °C bis etwa
45 °C bebrütet, vorzugsweise
bei etwa 30 °C
bis etwa 37 °C.
Die Bebrütungszeit
für die
Bakterienerfassung variiert. Die Erfassungszeit für die meisten
Bakterien variiert von etwa 20 Minuten bis etwa 24 Stunden, um ein
messbares Wachstum zu erzeugen, das durch die Indikatorsubstanz
in der bebrüteten
flüssigen
Testprobe angezeigt wird. Diese relativ kurze Bebrütungszeit
bedeutet einen deutlichen Vorteil über die derzeit verwendeten
Erfassungsverfahren, die üblicherweise
Bebrütungszeiten
von etwa 24 Stunden oder mehr erfordern.
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Nach
der Bebrütung
der Auswertevorrichtung wird die Gegenwart oder Abwesenheit des
Mikroorganismus in den flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen (und damit in der flüssigen
Testprobe) erfasst. Die Art der Erfassung hängt von der Art der bei dem
Verfahren verwendeten Indikatorsubstanz ab. Jede Indikatorsubstanz,
die fähig
ist, ein erfassbares Signal bereitzustellen, kann verwendet werden.
Solche Indikatorsubstanzen umfassen, aber sind nicht beschränkt auf
Farbindikatoren, fluoreszierende Indikatoren, lumineszierende Indikatoren
und elektrochemische Indikatoren. Die Gegenwart oder Abwesenheit
von Mikroorganismen in einer Zone kann visuell erfasst werden, mit
dem bloßen
Auge oder mikroskopisch, wenn ein Farbindikator oder ein lumineszierender
Indikator verwendet wird. Wenn eine fluoreszierende Indikatorsubstanz
verwendet wird, können
Ausrüstung
und Verfahren zur Erfassung von fluoreszierenden Signalen für die Erfassung
verwendet werden. Es gibt zahlreiche Indikatorsubstanzen und Signalerfassungssysteme,
inklusive Systemen zur Erfassung von elektrochemischen Veränderungen,
die in Fachkreisen zur Erfassung von Mikroorganismen bekannt sind,
und jede solche Substanz kann gemäss der vorliegenden Erfindung
verwendet werden.
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Die
Erfassung von Mikroorganismen in den flüssigen Proben kann des weiteren
das Auszählen
einer Mikroorganismenzahl in der flüssigen Testprobe umfassen.
In einer bevorzugten Ausführungsform
wird die Auszählung
unter Verwendung der MPN-Analyse durchgeführt. Wenn die Anzahl der flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen, die den Mikroorganismus enthalten, bestimmt wurde, kann eine
MPN-Berechnung unter Verwendung der bekannten MPN-Techniken durchgeführt werden.
Wenn gewünscht,
kann die Anzahl der Mikroorganismen in einer individuellen Zone
dann unter Verwendung bekannter Techniken bestimmt werden, zum Beispiel,
die Signalintensität
im Vergleich zu einem bekannten Standard, oder durch Plattenbestimmung
des Inhalts der Zone. Vorteilhafterweise erlaubt die große Anzahl
von flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen in dem Verfahren der Erfindung engere Intervalle der 95%-Vertrauensgrenzen
bei einer MPN-Analyse einer flüssigen Testprobe.
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Aufgrund
der großen
Anzahl von flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen, die in einer einzigen Vorrichtung hergestellt werden können, ist
es möglich,
eine einzige Vorrichtung für
die Erfassung und Auszählung
verschiedener interessierender Mikroorganismen zu verwenden, wobei
die Vorteile der Erfindung beibehalten werden. Zum Bei spiel kann
eine einzige flüssige
Testprobe auf die Gegenwart oder Konzentration von E. coli und S.
aureus getestet werden. Ein Teil der Auswertevorrichtung kann hydrophile
flüssigkeitszurückhaltende Zonen
für die
Erfassung und Auszählung
eines dieser Mikroorganismen enthalten, während ein zweiter Satz von
Zonen auf die Erfassung und Auswertung eines anderen interessierenden
Mikroorganismus ausgerichtet sein kann. Dies wird erreicht, indem
zum Beispiel für
die Mikroorganismen spezifische Nährmedien und/oder Indikatorsubstanzen
in den jeweiligen Sätzen
von flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen eingeschlossen werden. Alternativ dazu können alle flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen Auswertereagenzien enthalten, die für die gleichzeitige Erfassung
mehrerer Mikroorganismen gedacht sind. Zum Beispiel kann E. coli
mit einer fluoreszierenden Indikatorsubstanz erfasst werden, während gleichzeitig
andere Coliforme mit einer Farbindikatorsubstanz erfasst werden.
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In
einer anderen Ausführungsform
kann der Verteilungsschritt die Verteilung von Teilmengen der flüssigen Testprobe
auf eine Vielzahl von flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen einer Auswertevorrichtung umfassen, wobei die Auswertevorrichtung
eine Vielzahl von Sätzen
von Zonen umfasst. Jeder Satz hat Zonen einheitlicher Größe, und
die Vorrichtung hat mindestens zwei Sätze von Zonen. Zum Beispiel
kann die Auswertevorrichtung eine Vielzahl von Reihen umfassen,
wobei die hydrophilen flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen in einer gegebenen Reihe die gleichen Flüssigkeitsrückhalteeigenschaften haben.
Diese Eigenschaft erlaubt die Verteilung der flüssigen Testprobe in verschiedene
Testprobengrößen innerhalb
einer einzigen Auswertevorrichtung. Bei der MPN-Analyse gibt diese
Eigenschaft einen wesentlichen Vorteil dadurch, dass bei einer hoch konzentrierten
Probe eine Größe mit entsprechendem
Volumen ausgewählt
werden kann, und eine MPN-Analyse in einem einzigen Verteilungsschritt
in einer einzigen Vorrichtung durch geführt werden, ohne die Notwendigkeit,
Verdünnungsreihen
zu erstellen.
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Wie
oben erwähnt,
kann das Verfahren dieser Erfindung durchgeführt werden unter Verwendung
jeder Auswertevorrichtung, die hydrophile flüssigkeitszurückhaltende
Zonen und hydrophobe trockenbleibende Zonen umfasst, in Abhängigkeit
von der durchgeführten
besonderen Ausführungsform.
Die Erfinder der vorliegenden Erfindung haben mehrere neuartige
Vorrichtungen entwickelt, die für
die Verwendung mit den Verfahren dieser Erfindung geeignet sind.
Es folgen nicht einschränkende
Beispiele solcher Vorrichtungen.
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Bezogen
auf 1 umfasst eine Vorrichtung 10 ein Substrat 12,
das eine Vielzahl von hydrophilen flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen in Form von hydrophilen Mikrovolumenmulden 14 aufweist.
Das Substrat 12 kann aus jedem Material gefertigt sein,
in dem Mikrovolumenmulden geformt werden können, und in dem die Mikrovolumenmulden
ihre jeweiligen Formen während
der nützlichen
Lebensdauer der Vorrichtung 10 beibehalten. Das Substrat 12 kann
zum Beispiel aus Polymerfilmen oder anderen geeigneten Materialien
hergestellt werden. Geeignete Polymere umfassen ohne Einschränkung Polyethylen,
Polypropylen, Polyimide, Fluoropolymere, Polycarbonate, Polyurethane
und Polystyrene. Falls ein gegebenes Polymer nicht genügend hydrophil
sein sollte, kann es behandelt werden, um ihm Hydrophilität zu verleihen.
Zum Beispiel kann dem Film eine oberflächenaktive Substanz beigefügt werden,
um Hydrophilität
zu verleihen. Fachleute werden andere Mittel erkennen, um Oberflächenhydrophilität zu verleihen.
Mikrovolumenmulden 14 können
mit jedem für
das Substratmaterial 12 geeigneten Verfahren geformt werden.
Solche Verfahren umfassen ohne Einschränkung thermisches Prägen, Gussprägen, Laserbohren, Ätzen mit
reaktiven Materialien, oder Laminieren einer Folie aus gemustertem
Material, das eine Vielzahl kleiner Öffnungen umfasst, auf einen
Träger film.
Polyethylen- oder Polypropylenfilme können zum Beispiel pressgeprägt oder
extrusionsgeprägt
werden, und können
verschiedene Pigmente oder Netzmittel umfassen.
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Wieder
unter Bezug auf 1 ist die Fläche 13 zwischen den
Mikrovolumenmulden 14 ("trockenbleibende
Fläche") hydrophob gefertigt.
Das dient dazu, zu verhindern, dass wässrige Flüssigkeit eine Brücke zwischen
den Mikrovolumenmulden 14 bildet, so dass die gegenseitige
Kontamination verhindert wird. Die trockenbleibende Fläche 13 kann
auf verschiedene Arten hydrophob gemacht werden. Zum Beispiel kann
die trockenbleibende Fläche
auf einem Extrusionsgeprägten
Polyethylenfilm, der durch beimischen eines Netzmittels hydrophil
gemacht wurde, durch übertragen
einer dünnen
Schicht von acryliertem Silikon oder anderem hydrophoben Material
auf die trockenbleibende Fläche
hydrophob gemacht werden.
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Die
Vorrichtung 10 kann jede gewünschte Anzahl von Mikrovolumenmulden
umfassen. Zusätzlich kann
die Vorrichtung 10 relativ große Reservoirs oder andere Unterteilungen
umfassen, die geeignet sind, größere Flüssigkeitsvolumen
aufzunehmen, um eine geeignete Feuchtigkeit in der Vorrichtung aufrechtzuerhalten.
Obwohl die Anzahl der Mikrovolumenmulden für bestimmte Anwendungen, wie
Voruntersuchungen, relativ klein sein kann (z.B. 2–50), erlauben
die kleinen Größen der
Mikrovolumenmulden die Herstellung einer relativ großen Anzahl
von Mulden auf einer einzigen Vorrichtung 10. Vorzugsweise
hat die Vorrichtung etwa 10 bis etwa 10 000 flüssigkeitszurückhaltende
Zonen, insbesondere etwa 200 bis etwa 5000 Zonen, und insbesondere
etwa 400 bis etwa 600 Zonen. Die Vorrichtung 10 kann eine
Population von Mikrovolumenmulden 14 einheitlicher Größe aufweisen,
obwohl die Mulden nicht eine einheitliche Größe haben müssen. Zum Beispiel kann die
Vorrichtung 16, wie sie in 2 dargestellt
ist, Sätze
(z.B. Reihen) von Mik rovolumenmulden aufweisen, bei denen die Volumen
innerhalb eines Satzes konstant sind, aber zwischen den Sätzen variieren.
Wie in 2 dargestellt, können die Volumen inkrementell über eine
Anordnung von Sätzen
von Mulden variieren, wobei die kleineren Mulden 18 Volumen
von weniger als einem Mikroliter aufnehmen, und die größeren Mulden 20 Volumen
im Mikroliterbereich aufnehmen. Es ist sogar möglich, dass die größten Mulden
in einer Vorrichtung, wie sie in 2 abgebildet
ist, Mulden 22 umfassen, die nicht als "Mikrovolumen"-Mulden einzuordnen wären. Solche
Mulden können
eine Flüssigkeitsrückhaltekapazität von zum
Beispiel wesentlich mehr als 25 Mikrolitern aufweisen.
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In
einer alternativen Ausführungsform
kann das Substrat 12 mit einem hydrophoben nanostrukturierten
Film beschichtet sein. So können
zum Beispiel Polyimid- oder Fluorpolymerbahnen mit organischen Pigmenten,
Blei, Gold und anderen Materialien dampfbeschichtet werden, um spezifische
nanostrukturierte Filme zu erzeugen, dann durch Beschichten mit
einer organisierten Molekülzusammensetzung,
wie Oktadecylmercaptan oder einem Fluorkohlenstoffthiol, wie in
der Patentanmeldung WO 96/34697 beschrieben hydrophob gemacht werden.
Relativ hydrophile Mikrovolumenmulden und andere flüssigkeitszurückhaltende
Zonen können
geformt werden, indem die hydrophoben nanostrukturierten Elemente
von ausgewählten
Bereichen des Substrats 12 entfernt werden. Dies kann auf
verschiedene Arten erreicht werden, einschließlich, aber ohne Einschränkung auf
Verkapselung/Delaminierung und Laserabtragung wie unten in Beispiel
3 beschrieben.
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Eine
repräsentative
Vorrichtung 24 mit einem nanostrukturierten Film ist schematisch
in 3 dargestellt. Solche Vorrichtungen können durch
einfaches Eintauchen in eine wässrige
Probelösung
mit Probe beladen werden. Zu diesem Zweck kann die Vorrichtung 24 einen
Griff 26 aufweisen. Der Griff 26 erlaubt es dem Personal,
die Vorrichtung 24 auf jede gewünschte Tiefe bis inklusive
dem völligen
Untertauchen der Vorrichtung 24 in die Flüssigkeitsprobe
einzutauchen wobei ein Kontakt der Finger des Personals mit der
Probe vermieden wird. Nach dem Entfernen von Vorrichtung 24 aus
der Probe verbleibt flüssige
Probe nur auf den Stellen der hydrophilen flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen 28 auf der Vorrichtung.
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Die
Bebrütung
und Erfassung werden dann wie oben beschreiben durchgeführt.
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Auswertevorrichtungen
können
auch mit hydrophilen flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen hergestellt werden, die aus hydrophilen absorbierenden Materialien
konstruiert sind, die auf einer hydrophoben Oberfläche angeordnet
sind. Zum Beispiel können
die Zonen aus absorbierenden Papieren mit runden, ovalen, viereckigen,
mehreckigen oder sonstigen geeigneten Formen konstruiert sein. Wie
in 4 illustriert, können zum Beispiel Scheiben
aus ungeleimtem Baumwolllinter-Papier 30 auf einen silikonbeschichteten
Film 32 auflaminiert werden, um die hydrophilen flüssigkeitszurückhaltenden
Bereiche zu bilden, die aus der Ebene der umgebenden hydrophoben
Oberfläche 36 hervorstehen.
Alternativ dazu können
die hydrophilen flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen aus ungewebtem Faserschlaufenmaterial konstruiert werden,
das gleichermaßen
aus der Ebene der umgebenden trockenbleibenden Fläche hervorsteht
(herausragt). Zum Beispiel kann die Auswertevorrichtung 38 wie
in den 5a und 5b illustriert,
ein Blatt von hydrophobem Polypropylenfilm 40 umfassen,
der Anordnungen von Vorsprüngen 42 umfasst,
die aus netzmittelhaltigem ungewebtem Faserschlaufenmaterial hergestellt
sind.
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Auswertungsreagenzien
können
auf die flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen der Auswertungsvorrichtungen beschichtet oder auf andere Art
darin abgelagert werden. Solche Auswertungsreagenzien können ohne Einschränkung Nährstoffe
für das
Wachstum der Mikroorganismen, Geliermittel, Indikatorsubstanzen
wie Farbindikatoren, lumineszierende Indikatoren und elektrochemische
Indikatoren umfassen.
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Die
Auswertungsreagenzien können
in den flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen durch eins von zahlreichen den Fachleuten bekannten Verfahren
zur Immobilisierung von Auswertungsreagenzien immobilisiert werden.
Solche Verfahren umfassen zum Beispiel das Eintrocknen von Flüssigkeiten,
die Auswertereagens enthalten in den Zonen, sowie andere Verfahren,
um Biomoleküle
und andere Auswertereagentien nicht kovalent mit dem festen Substrat
zu verbinden. Alternativ dazu können
verschiedene Verfahren verwendet werden, um Auswertereagentien mit
Fachleuten wohlbekannten Techniken kovalent an das Substratmaterial 12 in
den flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen 14 zu binden.
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Wie
oben besprochen erlaubt die Gegenwart von hydrophilen flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen mit Flüssigkeitsrückhaltekapazität für Mikrovolumen
die Auftrennung einer flüssigen
Testprobe in eine relativ große
Anzahl von Testvolumen. Die Fähigkeit,
eine flüssige
Probe in Mikrovolumenanteile aufzutrennen, und MPN oder andere Auswertungen
ohne gegenseitige Kontamination zwischen den Teilvolumen durchzuführen, ist
ein Vorteil dieses Verfahrens und dieser Vorrichtungen.
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Besondere
Ausführungsformen
dieser Erfindung werden im Detail besprochen werden, und die im Rahmen
der vorliegenden Erfindung möglichen
Variationen ist erwähnt
worden. Es gibt eine Vielzahl alternativer Techniken und Verfahren,
die Fachleuten zugänglich
sind, die es gleichermaßen
erlauben würden,
die beabsichtigte Erfindung durchzuführen
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BEISPIELE
-
Die
folgenden Beispiele werden angeboten, um beim Verstehen der vorliegenden
Erfindung zu helfen, und sollen nicht als Begrenzung des Anwendungsgebietes
der Erfindung missverstanden werden. Wenn nicht anders angegeben,
beziehen sich alle Teile und Prozente auf das Gewicht
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Beispiel 1
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Kulturvorrichtungen
aus geprägtem
Film
-
Kulturvorrichtungen
aus geprägtem
Film, die eine Vielzahl von Mikroabteilungen aufweisen, und für die Erfassung
von Mikroorganismen in einer flüssigen
Testprobe verwendet werden können,
wurden wie in diesem Beispiel beschrieben hergestellt.
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Die
hydrophilen flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen können
in einem Substrat mit einer Anzahl von verfahren geformt werden,
Beispiele dafür
sind thermisches Prägen,
Gussprägen,
Laserbohren und Ätzen
der Oberfläche
mit reaktiven Materialien. Detaillierte Beschreibungen, wie Aussparungen
oder Mikrovolumenmulden in Polymerfilmen hergestellt werden können sind
in den US-Patentschriften 5,192,548, 5,219,462, 5,344,681 und 5,437,754
zu finden. Die folgenden Beschreibungen sind repräsentativ
für die
besonderen Kulturvorrichtungen aus geprägtem Film, die in den nachfolgenden
Beispielen verwendet wurden.
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A. Gepresste geprägte Filme,
die eine Vielzahl von Mikrovolumenmulden aufweisen
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Polyethylen
(Harz #18BOA von Eastman Chemical Company), das 10 Gewichtsprozent
TiO2 TiO (50%/50% Polyethylen Pigmentkonzentrat)
enthält
und 0,5 Gew.% Netzmittel Triton X-35 (Sigma Chemical Company) oder
Polypropylen wurde zu einem Film gegossen (4 mil Dicke). Der Film
wurde in Blätter
geschnitten und auf ein photolithographisch geätztes Werkzeug aus Magnesiumlegierung
gestapelt (etwa 20 Blätter), das
in der US-Patentschrift 5,219,462 beschrieben ist, und dazu gedacht
ist, eine Vielzahl von Mikrovolumenmulden zu formen. Das geätzte Magnesiumwerkzeug
wies Vorsprünge
auf, die in den in den folgenden Beispielen beschriebenen Mustern
angeordnet waren. Die gestapelten Polyethylenblätter wurden auf einer geheizten
hydraulischen Presse (132 °C,
1,4 N/m2, 120 Sekunden Haltezeit) geprägt, wie
in der US-Patentschrift 5,219,462 beschrieben. Die Proben wurden
abkühlen
gelassen, und dann das Werkzeug entfernt, um einen einlagigen Film
zu erhalten, der das Negativbild des Werkzeugs aufwies.
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B. Extrusionsgeprägte Filme,
die eine Vielzahl von Mikrovolumenmulden aufweisen
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Photolithographisch
geätztes
Ausgangswerkzeug wurde mittels Transfer-Haftklebstoff an einer Stahlwalze
befestigt. Die in Beispiel 1A beschriebene Zusammensetzung aus Polyethylen,
Pigment und Netzmittel wurde gemischt und durch Extrusion auf die
Walze gegossen, wie in US-Patentschrift 5,192,548 beschrieben. Auf
die gleiche Art wurden auch geprägte
Filme ohne das Netzmittel Triton X-35 hergestellt.
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C. Extrusionsgeprägte Filme
mit hydrophober trockenbleibender Fläche
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Extrusionsgeprägte Polyethylenfilme,
die das Netzmittel Triton X-35 enthielten wurden gemäß Beispiel 1B
hergestellt. Die Fläche
zwischen den Mikrovolumenmulden (trockenbleibende Fläche) wurde
hydrophob gemacht, indem eine dünne
Schicht acrylierten Silikons (Goldschmidt FC 711), die 4,8% eines
Vernetzungsmittels (Darocur 1173) enthielt, mit einem Walzenauftrags-
Be schichtungsapparat (Straub Design Co.) auf sie übertragen
wurde. Die hydrophobe Beschichtung wurde gehärtet, indem der Film unter
Stickstoffatmosphäre ultravioletter
Strahlung ausgesetzt wurde, dabei wurde eine UV-Lampe von Fusion Systems mit einer Hg-Lampe
verwendet, die eine Dosis von 85 millijoule/cm2 lieferte.
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Beispiel 2
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Beimpfungsverfahren (Verfahren,
das eine Vielzahl von Mikrovolumenmulden verwendet)
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A. Beimpfung mit Indikatorlösung
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Eine
wässrige
Lösung,
die (als Kontrastmittel) Phenolrot-Indikator enthielt, wurde mit
einer Pipette auf silikonbehandelte und nicht silikonbehandelte
geprägte
Polyethylenfilme (Beispiele 1C bzw. 1B) aufgetragen, die eine Vielzahl
von Mikrovolumenmulden aufwiesen (etwa 1,3 μl/Mulde). Die Mikrovolumenmulden
waren hexagonal angeordnet (etwa 19 Mulden/cm2)
und jede Mulde hatte die Form eines umgekehrten Kegelstumpfes, der
einen Durchmesser von etwa 1,9 mm an der Oberfläche und 1,0 mm an der tiefsten
Stelle hatte, die etwa 1,1 mm tief lag. Die Mikrovolumenmulden wurden
wie in US-Patentschrift 5,219,462 beschrieben gefüllt, indem
die verdünnte
Probelösung
mit der Kante einer Rasierklinge den Film entlanggezogen wurde.
Die Proben, die mit der hydrophoben Silikonbeschichtung behandelt
waren, wiesen eine Verteilung der Flüssigkeit in die einzelnen Mikrovolumenmulden
ohne Brückenbildung
zwischen den Mulden auf, während
bei den unbehandelten Filmen Brückenbildung
beobachtet wurde.
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B. Beimpfung mit mikroorganismenhaltigen
Proben
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Das
Verfahren zur Beimpfung von Kulturvorrichtungen aus geprägten Filmen,
die eine Vielzahl von Mikrovolumenmulden aufweisen, mit bakterienhaltigem
Medium wurde in diesem Beispiel demonstriert. Die beimpften Vorrichtungen
wurden verwendet, um E.-coli-Bakterien zu erfassen und auszuzählen.
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Eine Übernacht-Bouillonkultur
von E. coli ATCC 51813 (etwa 109 KBE/ml
im Medium Tryptic Soy Broth (Trypton-Soja Bouillon) wurde seriell in das
Medium Violet Red Bile (Kristallviolett-Galle, 7,0 g/l Bactopepton, 3,0
g/l Hefeextrakt und 1,5 g/l Gallsalze) verdünnt, das 4-Methylumbelliferyl-β-D-glucuronid
(0,5 mg/ml) enthielt (MUG, Biosynth International, Naperville, IL).
Die Verdünnung
wurde auf die ungefähre
Bakterienkonzentration von 100 KBE/ml hergestellt. Die verdünnte Probe
(0,5 ml) wurde mit einer Pipette auf silikonbehandelte und nicht
silikonbehandelte geprägte
Filme (406 Mikrovolumenmulden) aufgebracht wie in Beispiel 2A beschrieben.
Die beimpften geprägten
Filme 43 wurden in Petrischalen gelegt und während 12
Stunden bei 37 °C
bebrütet.
Achtundzwanzig Mikrovolumenmulden 44 zeigten scharfe, diskrete
Fluoreszenzflecken auf dem silikonbehandelten Film 46 (6b).
Dagegen wurde auf dem unbehandelten Film (6a) signifikante
gegenseitige Verunreinigung von einer Mulde zur anderen beobachtet.
Für den
silikonbehandelten Film entsprachen 28 positive Mulden einem MPN-Wert
(wahrscheinlichste Anzahl) von 58 KBE/ml, berechnet mit der Formel
MPN = N ln (N/N-X), wobei N die Gesamtzahl der gefüllten Mulden
ist, und X die Gesamtzahl der Mulden, die eine positive Reaktion
zeigen.
-
Die
Ergebnisse dieses Beispiels zeigen, dass Mikroorganismen leicht
unter Verwendung einer Kulturvorrichtung aus geprägtem Film,
der eine Vielzahl von Mikrovolumenmulden aufweist, erfasst und ausgezählt werden
können,
und dass die gegenseitige Verunreinigung von einer Mulde zur anderen
vermieden werden kann, indem die erhöhte Fläche zwischen den Mulden mit
einer hydrophoben Substanz beschichtet wird.
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Beispiel 3
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Kulturvorrichtungen
aus nanostrukturiertem Film
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Kulturvorrichtungen
aus nanostrukturiertem Film, die eine Vielzahl von hydrophilen flüssigkeitszurückhaltenden
Mikrovolumenzonen aufwiesen, die auf einem Substrat angeordnet waren,
das mit einem hydrophoben nanostrukturierten Film beschichtet war,
wurden wie in diesem Beispiel beschrieben hergestellt.
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A. Nanostrukturierter
Film
-
Verfahren
zur Erzeugung nanostrukturierter Oberflächen sind in den US-Patentschriften
4,812,352 und 5,039,561 offenbart. Kurzgefasst wurde das organische
Pigment C.I. Pigment Red 149 (American Hoechst-Celanese, Somerset,
NJ) in einer Dicke von 250 nm auf ein 0,0125 nm dickes, 30 × 30 cm
großes Blatt
einer Polyimidfolie aufgedampft, das zuvor mit etwa 700 Å Platin
metallbedampft worden war. Die Probe wurde in einem Vakuumofen bei
264 °C mehr
als 30 Minuten lang geglüht,
was ausreichend war, um das Pigment PR 149 zu einer dichten Verteilung
von diskreten kristallinen "Whiskern" (Nadeln) umzuformen,
die senkrecht zu der Folienfläche
ausgerichtet waren. Die Whisker wurden mit einer Massenäquivalentdicke
von 2500 Å Gold
beschichtet, was zu einer gleichartig geformten Beschichtung von
Goldpartikeln führte,
etwa 2 μm
hoch und etwa 0,15 μm
im Durchmesser, mit einer Flächendichte
(Anzahl) von 5 pro μm2, bestimmt mit dem Rasterelektronenmikroskop.
-
Alternativ
wurde das Polyimid durch durchsichtiges Fluorenon-Polyester (FPE,
3M Co.) ersetzt, und mit 50 Å Gold
beschichtet, was die Oberflächenaufladung
beim Abscheiden des PR 149 verhinderte, wobei es aber im wesentlichen
transparent blieb.
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B. Hydrophober nanostrukturierter
Film
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Der
nanostrukturierte Film wurde dann hydrophob gemacht, indem er 4
Stunden lang in eine 0,1 mM Lösung
von C8F17(CH2)11SH in Äthanol eingetaucht
und danach mit reinem Äthanol
abgespült
und luftgetrocknet wurde. Für
die resultierende stark hydrophobe Oberfläche wurden identische Fortschreite-
und Rückzugskontaktwinkel
von 178 ° für Wasser
gemessen. Dieses Verfahren ist in der Patentanmeldung WO 96/34697 beschrieben.
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C. Kulturvorrichtungen
aus nanostrukturiertem Film
-
Kulturvorrichtungen
aus nanostrukturiertem Film wurden hergestellt unter Verwendung
eines Verkapselungs-Delaminierungs-Verfahrens, wie in US-Patentschrift
5,336,558 beschrieben. Kurzgefasst, wurden Stücke des nanostrukturierten
hydrophoben Filme in 1,5 × 2
cm breite Streifen geschnitten. Ein 0,25 mm dickes perforiertes
Metallblech, das eine quadratische Anordnung von Löchern mit
1,5 mm Durchmesser und etwa 4 mm gegenseitigem Abstand aufwies,
wurde über
die nanostrukturierte Seite des Streifens gelegt. Ein schnellhärtendes
Vinyl-polysiloxan-Verkapselungsmaterial (3M EXPRESS Zahnabdrucksmaterial,
3M Co.) wurde großzügig über das
Stahlblech aufgetragen, so dass das Material durch die Löcher drang
und die nanostrukturierten Whisker verkapselte. Nach einigen Minuten
war das Abdruckmaterial gehärtet,
und das Stahlblech wurde entfernt, wodurch die nanostrukturierten
Elemente nur an den Stellen der Lochanordnung sauber von der Polyimidfolie
abgezogen wurden. Das freigelegte metallbeschichtete Polyimidsubstrat
in den Bereichen unter den Löchern
war relativ hydrophil im Vergleich mit dem Rest der Oberfläche. Dies
wurde demonstriert, indem die Streifen in eine wässrige Lösung getaucht wurden, und beobachtet
wurde, dass kleine Tröpfchen
nur an der Anordnung von freigelegten Stellen oder Zonen hängen blieben.
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Alternativ
und bevorzugt wurde Laserabtragung verwendet, um die nanostrukturierten
Elemente von der Polyimidfolie zu entfernen, um die gewünschte Anordnung
von relativ hydrophilen flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen bereitzustellen. Die Streifen von nanostrukturiertem hydrophobem
Film wurden mit einem Nd-YAG-Laser abgetragen, der einen Kollimatorstrahl
von 1 mm Durchmesser hatte und in Güteschaltung mit Pulsen von
etwa 2 mJoule und 60 Nanosekunden betrieben wurde. Einzelne Pulse
wurden verwendet, um Reihen von Zonen mit 1 mm Durchmesser bei 4
und 5 mm Mittelpunktsabstand abzutragen.
-
Größere Zonen,
Quadrate von etwa 1,6 × 1,6
mm, wurden hergestellt, indem neun Zonen mit 1 mm Durchmesser in
einer 3 × 3-Matrix überlagert
wurden. Die erzeugte Kulturvorrichtung aus nanostrukturiertem Film
mit 40 (4 × 10)
Zonen wurde am Anfang 1 Minute lang in Wasser eingetaucht, um die
abgetragenen Zonen hydrophil zu machen. Nach dem Herausziehen der
Platte hatte jede der 40 Zonen einen halbkugelförmigen Tropfen mit 1 mm Durchmesser
an ihr hängen.
-
Beispiel 4
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Beimpfungsverfahren
-
(Verfahren unter Verwendung
von Kulturvorrichtungen aus nanostrukturiertem Film)
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A. Beimpfung mit wässriger
flüssiger
Probe
-
Um
eine Kulturvorrichtung aus nanostrukturiertem Film (Beispiel 3C)
zu beimpfen, und die Menge der damit selektiv entnommenen Flüssigkeit
zu messen, wurde eine Platte mit 12 hydrophilen flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen, deren Größe von 1
bis 2,5 mm Durchmesser variierte (Durchschnitt 2 mm) in reines Wasser eingetaucht,
und die Menge des auf die Zonen entnommenen Wassers wurde gravimetrisch
bestimmt. Die Platte wurde zuerst mit einer kleinen Entnahmegeschwindigkeit
von etwa 3 Sekunden/cm eingetaucht. Nach dem Herausnehmen wurde
die Rückseite
der Platte mit einem Papiervlies berührt, um Wassertropfen, die
an der Rückseite
der Polyimidplatte hängen
könnten
zu entfernen, und die Platte wurde dann auf eine Massenwaage gelegt
(0,1 mg Mindestempfindlichkeit) und die Masse 15 Sekunden später aufgezeichnet.
Dies wurde 15 mal wiederholt. Der Mittelwert und die Standardabweichung
der Masse der 12 Wasserzonen war 3,7 +/– 0,2 mg, was ein mittleres
Zonenvolumen von 0,310 μl
+/– 5%
ergab. Das Verfahren wurde dann mit einer schnellen Entnahmegeschwindigkeit
wie derholt, bei der die Platte in einer Zeit auf etwa 0,1 Sekunden
geschätzten
Zeit aus dem Wasser gezogen wurde. Bei dieser Geschwindigkeit war
die Flüssigkeitsmenge,
die an den hydrophilen Zonen verblieb größer, weil die Flüssigkeit
keine Zeit hatte, sich zu "strecken" und dynamisch auszugleichen.
Der Mittelwert und die Standardabweichung der 15 Versuche war 6,0
+/– 0,5
mg, was ein durchschnittliches Zonenvolumen von 0,5 μl +/– 12% ergab.
-
B. Beimpfung mit S. aureus-haltigen
Proben
-
Das
Verfahren zur Beimpfung von Kulturvorrichtungen aus nanostrukturierten
Filmen, die eine Vielzahl von flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen für
Mikrovolumen aufweisen, mit bakterienhaltigem Medium wurde in diesem
Beispiel demonstriert. Die beimpften Vorrichtungen wurden verwendet,
um die Bakterien S. aureus (Beispiel 4B) und E. coli (Beispiel 4C)
zu erfassen und auszuzählen.
-
Eine
Mischung (5 μl)
von geschmolzenem (etwa 60 °C)
bakteriologischem Wachstumsmedium BHI (Brain Heart Infusion, Hirn-Herz-Bouillon,
Becton Dickinson and Co.) und Agar (1,2% Gewicht/Volumen) wurde auf
die hydrophilen Zonen der wie in Beispiel 3C hergestellten Kulturvorrichtungen
aus nanostrukturiertem Film verteilt. Die Agar-"Flecken" wurden bei Raumtemperatur abkühlen und
fest werden gelassen. Eine Platte wurde kurz in eine wachsende Kultur
von Staphylococcus aureus (etwa 108 Zellen/ml)
in BHI-Bouillon-Medium getaucht. Andere Platten wurden in gleicher
Weise in 1:10- und 1:1000-Verdünnungen
der S.-aureus-Kultur getaucht, die 107 bzw.
105 Zellen/ml darstellten. Die Platten wurden
in Plastik-Petrischalen gelegt, die wassergesättigtes Filterpapier enthielten,
um die Feuchtigkeit aufrechtzuerhalten, und 4 Stunden lang bei 37 °C bebrütet. Die
Platten wurden dann in eine Lösung
getaucht, die 900 μl
HEPES-Puffer (Sigma Chemical Co., pH 8,0), 120 μl fluoreszierende Indikatorlösung (1,0 mg/ml
Boc-Val-Pro-Arg-AMC HCl (NovaBiochem, San Diego, CA) in 72 mM Triethanolamin,
144 mM NaCl, pH 8,4) und 30 μl
Human-Prothrombin (Sigma Chemical Co., 50 mg/ml in 5 mM Tris-Puffer,
50 mM NaCl, pH 8, 0) enthielt. Die Platten wurden eine weitere Stunde
unter den gleichen Bedingungen wie oben beschrieben bebrütet, und
dann unter UV-Licht untersucht (etwa 366 nm, Mineralite, UVP, Inc.,
San Gabriel, CA). Die Zonen, die Agar-Medium, Bakteriensuspension und Indikatorlösung enthielten,
zeigten alle sichtbare, intensiv blaue Fluoreszenz, im Vergleich
zu keiner sichtbaren Fluoreszenz in den Kontrollproben, die ohne
Bakterienzusatz hergestellt wurden. Es wurde keine gegenseitige
Verunreinigung zwischen den Zonen beobachtet.
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C. Beimpfung mit Proben,
die E. Coli enthielten
-
Agar-Medium
wurde hergestellt, indem die folgenden Zutaten gemischt wurden:
Gelatine pankreatisch verdaut (10 g, Peptone G, Acumedia Manufactureres,
Inc., Baltimore, MD), Bacto Bile Salts Number 3 (Gallensalze, 2,5
g, Difco Labs, Detroit, MI), Agar (6 g, Difco Labs) und vollentsalztes
Wasser (500 ml). Die Mischung wurde gerührt und auf 100 °C erhitzt,
bis der Agar geschmolzen war, zum Sterilisieren 15 Minuten bei 121 °C autoclaviert,
und dann zum Festwerden auf Raumtemperatur abkühlen gelassen. Eine IPTG-Stammlösung wurde
hergestellt aus filtersterilisiertem (0,2 mm) Isopropyl-β-D-Galactosid (IPTG,
CalBiochem Corp, La Jolla, CA) in vollentsalztem Wasser (200 mg/ml)
und bis zur Verwendung bei –20 °C gelagert.
Eine MU-Gal-Stammlösung
wurde hergestellt aus 4-Methylumbelliferyl-β-D-galactosid (MU-Gal) in N,N-Dimethylformamid
(10 mg/ml) und bis zur Verwendung bei 4 °C aufbewahrt. Unmittelbar vor
der Verwendung wurde das Agar-Medium bei 100 °C geschmolzen, und 25 ml wurden
in ein steriles 50-ml-Reagenzglas transferiert. Die IPTG-Stammlösung (12,5
ml) und die MU-Gal-Stammlösung
(150 ml) wurden dann in die abgekühlte (etwa 60 °C) Agar-Suspension
eingemischt. Die Mischung wurde sofort (in 4-μl-Teilmengen) auf die Kulturvorrichtungen aus
nanostrukturiertem Film übertragen,
wie in Beispiel 4B beschrieben. Nach dem Abkühlen auf Raumtemperatur wurden
die Platten in eine Kultur von E. Coli ATCC 51813 getaucht, die
sich mitten in der exponentiellen Wachstumsphase befand (etwa 108 Zellen/ml in LB-Medium 3), und in individuell
befeuchteten Petrischalen bei 37 °C
bebrütet.
Nach 4 Stunden Brutzeit wurden die Platten mit einer Mineralite-UV-Lampe
auf Fluoreszenz geprüft.
Die beimpften Zonen zeigten etwas mehr Fluoreszenz als in den nicht
beimpften Zonen beobachtet wurde. Die Platten wurden dann während weiterer
16 Stunden bebrütet
und wieder geprüft.
Die beimpften Zonen zeigten signifikant mehr blaue Fluoreszenz als
die nicht beimpften Zonen. Die mit durchsichtigem Filmsubstrat (Beispiel
3A unter Verwendung von FPE) hergestellte Platte war besonders bequem
zu messen, weil sie von einer Seite beleuchtet und von der anderen
Seite angeschaut oder photographiert werden konnte. Es wurde keine
gegenseitige Verunreinigung zwischen den Zonen beobachtet.
-
Beispiel 5
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Kulturvorrichtungen
mit absorbierenden Scheiben
-
Kulturvorrichtungen
mit absorbierenden Scheiben, die eine Vielzahl von absorbierenden
Scheiben aufweisen, die auf einer hydrophoben Oberfläche angeordnet
sind, und für
die Erfassung und Auszählung
von Mikroorganismen in einer flüssigen
Testprobe verwendet werden können,
wurden wie in diesem Beispiel beschrieben hergestellt.
-
Ein
Blatt absorbierenden Materials (Scheicher & Schüll Papier Güte 903, absorbiert etwa 4,5
g Wasser/100 cm2) wurde an einen silikonbeschichteten
Rexam-Film (Grade #15819 D 2MIL CL PET MM34P/000 mit einem durchsichtigen 2
mil dicken Polyester-Film als Substrat, Rexame Release, Oak Brook,
IL) laminiert, unter Verwendung eines Acryl-Haftklebers (Pressure
sensitive adhesive, PSA), der den Farbindikator 2,3,5-Triphenyl-2H-tetrazoliumchlorid
(TTC) (Amresco, Solon, OH) enthielt. Das Material wurde mit TSB-Nährmedium
gesättigt,
das 0,5% der fluoreszierenden Indikatoren 4-Methyl-umbelliferylphosphat
(100 μg/ml,
Sigma, St. Louis, MO) und 4-Methyl-umbelliferyl-α-D-Glucosid
(50 μg/ml,
Sigma) enthielt, mit einem drahtumwickelten Stab abgewischt und
10 Minuten lang bei 110 °C
getrocknet. Kreisförmige
Scheiben von etwa 0,635 cm Durchmesser wurden aus dem Laminat ausgestanzt
und die silikonbeschichtete Trägerschicht
entfernt. Die Scheiben mit PSA wurden dann auf ein anderes Blatt
Rexam silikonbeschichtetem Film aufgeklebt, so dass die Scheiben
in parallelen Reihen mit gleichmäßigen Abständen angeordnet
waren. Die Filme mit den aufgeklebten Scheiben wurden mit Gammastrahlung
der Dosis 8,9 kGy bestrahlt, auf die gewünschte Größe geschnitten, und dann mit
Klebeband in eine Petrischale geklebt, so dass jede Schale ein Stück Film
mit 20 Scheiben enthielt. Basierend auf gravimetrischen Messungen
hatte jede Scheibe in den so hergestellten Kulturvorrichtungen eine
Flüssigkeitsrückhaltekapazität von etwa
40 μl.
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Beispiel 6
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Beimpfungsverfahren
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(Verfahren, das Kulturvorrichtungen
mit absorbierenden Scheiben verwendet)
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Das
Verfahren zur Beimpfung von Kulturvorrichtungen mit absorbierenden
Scheiben, die eine Vielzahl von flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen (absorbierenden Scheiben) aufweisen, mit bakterienhaltigem
Medium wurde in diesem Beispiel demonstriert. Die beimpften Vorrichtungen
wur den verwendet, um E.-coli-Bakterien zu erfassen und auszuzählen.
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Eine
Kultur von E. coli ATCC 51813 wurde verdünnt, um Suspensionen herzustellen,
die etwa 10 KBE/ml und 1 KBE/ml enthielten. Proben (1 bis 2 ml)
der Suspensionen wurden mit einer Pipette auf die in Beispiel 5
beschriebenen Kulturvorrichtungen aufgebracht. Überschüssige flüssige Probe wurde abgegossen, wodurch
etwa 0,8 ml auf der Vorrichtung zurückgehalten wurden (20 Scheiben,
etwa 40 μl
Flüssigkeit
pro Scheibe). Die beimpften Vorrichtungen wurden 23 Stunden lang
bei 35 °C
bebrütet
und unter Uv-Licht untersucht. Die Anzahl von Scheiben, die Fluoreszenz
aufwiesen, wurde für
jede Vorrichtung gezählt,
und die wahrscheinlichsten Anzahlen (MPN-Werte) unter Verwendung der in Beispiel
2B beschriebenen Formel berechnet. Die MPN-Werte pro Milliliter
wurden berechnet, indem der erhaltene Wert durch das Gesamtvolumen
der Probe (0,8 ml) geteilt wurde. Die Ergebnisse sind in Tabelle
6a dargestellt, und mit Auszählungen,
die aus Standardtests mit PETRIFILMTM-Coliformenzählplatten
(3M Co.) erhalten wurden verglichen. Die fluoreszierenden Scheiben
zeigten oft die rote TTC-Farbe,
meistens als separate Flecken innerhalb der Scheiben. Es wurde keine
gegenseitige Verunreinigung zwischen den absorbierenden Scheiben
beobachtet.
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Die
Ergebnisse dieses Beispiels zeigen, dass Kulturvorrichtungen mit
absorbierenden Scheiben, die eine Vielzahl von absorbierenden Scheiben
auf einem hydrophoben Film angeordnet haben, leicht beimpft werden
können,
und für
die Erfassung und Auszählung
von E. Coli verwendet werden können,
wobei die erhaltenen Werte vergleichbar sind mit den mit handelsüblichen
Coliformenzählplatten
PETRIFILMTM erhaltenen Werten.
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Beispiel 7
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Beimpfungsverfahren
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(Verfahren, das Kulturvorrichtungen
mit hydrophilen Fasern verwendet)
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Das
Verfahren zur Herstellung und Beimpfung von Kulturvorrichtungen
mit hydrophilen Fasern, die eine Vielzahl von flüssigkeitszurückhaltenden
Zonen (ungewebte Faserschlaufen) aufweisen, mit Indikatorlösung und
bakterienhaltigem Medium wurde in diesem Beispiel demonstriert.
Die Beimpften Vorrichtungen wurden zum Erfassen und Auszählen von
E.-coli-Bakterien verwendet.
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A. Herstellung der Vorrichtung
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Ein
Blatt hydrophoben Polypropylenfilms, der eine Anordnung von relativ
hydrophilen Vorsprüngen aus
netzmittelhaltigen, ungewebten Polypropylen-Faserschlaufen aufwies,
wurde hergestellt wie in US-Patentschrift 5,256,231 beschrieben.
Das Blatt wurde auf die gewünschte
Größe geschnitten
und mit Klebeband in den Boden einer Petrischale eingeklebt, um
eine Kulturvorrichtung zu bilden. Jede Vorrichtung enthielt Film
mit etwa 200 Faserschlaufenvorsprüngen, in einem hexagonalen
Muster in parallelen Reihen mit gleichmäßigem Abstand. Jeder halbkugelförmige Vorsprung
war an der Basis sechseckig (Seitenlänge etwa 3 mm, Höhe etwa 2
mm) und hatte eine Flüssigkeitsrückhaltekapazität von etwa
15 μl Flüssigkeit.
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B. Beimpfung mit Indikatorlösung
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Eine
Probe (1 ml) eines Phosphatpuffers ("Butterfield", Fisher Scientific), der (als Kontrastmittel)
Phenolrotindikator enthielt, wurde mit einer Pipette auf die Mitte
der Vorrichtung gegeben. Es wurde beobachtet, dass sich die Flüssigkeit
durch Kapillarkräfte
radial vom Beimpfungspunkt in die Faserschlaufenvorsprünge verteilte.
Es wurde beobachtet, dass sich die Flüssigkeit schnell in die Schlaufenvorsprünge verteilte,
während sie
von den hydrophoben trockenbleibenden Polypropylenflächen "abtrocknete". Etwa 65 der 200
Vorsprünge wurden
gefüllt.
Es wurde keine Brückenbildung
der farbigen Flüssigkeit über die
trockenbleibenden Flächen zwischen
den Schlaufenvorsprüngen
beobachtet.
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C. Beimpfung mit mikroorganismenhaltiger
Probe
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Eine Übernacht-Bouillonkultur
von E. coli ATCC 51813 (etwa 109 KBE/ml
im Medium Tryptic Soy Broth (Trypton-Soja-Bouillon) wurde seriell in das
Medium Violet Red Bile (Kristallviolett-Galle, 7,0 g/l Bactopepton, 3,0
g/l Hefeextrakt und 1,5 g/l Gallsalze) verdünnt, das 4-Methylumbelliferyl-β-D-glucuronid
(0,5 mg/ml) enthielt. Es wurde eine Verdünnung von 10–8 hergestellt,
was einer Bakterienkonzentration von etwa 10 KBE/ml entspricht.
Eine Probe (1 ml) wurde auf den Film in der Mitte einer Kulturvorrichtung
mit hydrophilen Fasern (Beispiel 7A) pipettiert, wie in Beispiel
7B beschrieben. Nach der Beimpfung wurde die Petrischale zugedeckt und
mit Isolierband versiegelt, um Verdampfung zu verhindern. Die Vorrichtung
wurde dann umgedreht und 19 Stunden lang bei 37 °C bebrütet. Nach der Bebrütung wurde
die Anzahl der Vorsprünge,
die unter Bestrahlung mit 365 nm Fluoreszenz zeigten gezählt. Es
wurden fünf
separate, einzelne Vorsprünge beobachtet,
die signifikante Fluoreszenz aufwiesen. Zwischen den Vorsprüngen wurde
keine Fluoreszenz beobachtet, was anzeigt, dass keine gegenseitige
Kontamination auftrat. Der MPN-Wert wurde unter Verwendung der in
Beispiel 2B beschriebenen Formel zu 5 KBE/ml berechnet.
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Die
Ergebnisse dieses Beispiels zeigen, dass Kulturvorrichtungen mit
hydrophilen Fasern, die eine Vielzahl von Zonen mit hydrophilen
Fasern auf einem hydrophoben Film angeordnet haben, leicht mit bakterienhaltigen
flüssigen
Proben beimpft werden können,
und für
die Erfassung und Auszählung
von E. Coli verwendet werden können.
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Verschiedene
Modifikationen und Abänderungen
dieser Erfindung werden Fachleuten augenscheinlich sein, ohne vom
Anwendungsgebiet dieser Erfindung abzuweichen, und es sollte verstanden
werden, dass diese Erfindung nicht auf die hier beschriebenen illustrativen
Ausführungsformen
beschränkt
ist.