DE3732142C2 - Verfahren zur Herstellung einer mit einer Maske versehenen Glasplatte sowie Stempelkörper zur Durchführung des Verfahrens - Google Patents
Verfahren zur Herstellung einer mit einer Maske versehenen Glasplatte sowie Stempelkörper zur Durchführung des VerfahrensInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer mit einer Maske
versehenen Glasplatte für Zellenkulturzwecke sowie einen Stempelkörper zur
Durchführung des Verfahrens.
Ein derartiges Verfahren ist allgemein bekannt. Zum Anlegen einer Vielzahl
einzelner, voneinander getrennter Zellkulturen oder Zellpräparationen werden
üblicherweise auf einer Glasplatte Zellkulturfelder aufgebracht, indem eine
Abdeckfolie, die einzelne freie Felder aufweist, als Maske auf die Glasplatte
aufgelegt und in die freien Felder die Zellen eingesetzt werden. Die Folie ist
dünn, aber leicht erhaben und verbleibt auf der Glasplatte (Glasobjektträger).
Insbesondere werden diese Kulturen zur Herstellung von Zytopräparaten
verwendet. Hierzu läßt man spontan adhesionsfähige Zellen sich anheften, oder
es werden die nicht abgedeckten Objektträgerfelder mit Poly-L-Lysin oder
Lektinen beschichtet, das das Adhärieren von suspendierten Zellen auf dem
Objektträger ermöglicht. Diese Objektträger können dann zusätzlich in einer
Zentrifuge zentrifugiert werden, wobei der Grad der Abflachung der Zellen
durch die Drehzahl der Zentrifuge steuerbar ist.
Eine andere Möglichkeit, Kulturfelder anzulegen, ist in der DE-OS 29 02 026
beschrieben. Gemäß dieser Schrift wird ein biologisches Gefäß verwendet,
bestehend aus einer Glasplatte und einem wabenförmigen, flexiblen Körper aus
Kunststoff, dessen Unterseite eine ebene, glatte Haftfläche aufweist, über die
nach Aufsetzen dieses Körpers auf die Glasplatte sich der Körper festsaugt.
Der Körper besteht aus flüssigkeitsdicht haftendem, kautschukelastischem,
nicht zytotoxischem Kunststoff. Die einzelnen Kammern können mit Zellkulturen
gefüllt werden; der Wannenkörper kann jederzeit von der Glasplatte wieder
entfernt werden.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur
Herstellung einer Vielzahl mit gleicher Maske versehener Glasplatten zu
schaffen, wobei die Möglichkeit gegeben ist, sehr kleine voneinander getrennte
Kulturfelder anzulegen, die durch hydrophobe, aber nicht erhabene Bereiche
voneinander getrennt sind, ohne daß hierzu aufwendige Verfahrensschritte
erforderlich sind sowie ein entsprechendes Hilfsmittel zur Durchführung des
Verfahrens anzugeben.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß mit einem Stempelkörper
hydrophobe, die Maske bildende, zusammenhängende Flächenbereiche erzeugt
werden, die hydrophile unbeschichtete Bereiche umschließen, auf denen Zellen
aufgebracht werden können. Dadurch, daß ein Stempelkörper verwendet wird,
können sehr fein strukturierte Masken auf eine Glasplatte aufgebracht werden.
Diese Stempeltechnik erlaubt gleiche Masken wiederholt auf einzelne
Glasplatten aufzudrucken. Hydrophobe Flächenbereiche, die die einzelnen
Kulturfelder voneinander trennen, können dadurch erzielt werden, daß der
Stempelkörper auf seiner Stempelfläche, die sehr glatt sein sollte, vor den
einzelnen Stempelvorgängen mit einer hydrophoben, zellenunempfindlichen
Stempelmasse bedeckt wird. Hierzu eignet sich insbesondere eine ein Silikonöl
oder eine ein Silan enthaltende Masse, die sehr dünn aufgebracht werden kann
und allen Anforderungen, insbesondere durch ihre nicht toxischen
Eigenschaften, der Zellpräparation gerecht wird. Es besteht auch die
Möglichkeit, einen Stempelkörper aus Silikonkautschuk zu bilden und diesen
Stempelkörper unter leichtem Druck auf die einzelnen Glasplatten aufzulegen.
Es hat sich gezeigt, daß bereits nach kurzem Aufsetzen des Stempelkörpers aus
Silikonkautschuk im Bereich von einigen Minuten auf eine solche Glasplatte,
die eine sehr glatte Oberfläche aufweist, ein Silikonfilm verbleibt. Der
Stempelkörper aus durchpolymerisiertem Silikon kann dazu geeignet sein,
minimale Mengen an Silikon an die Glasplatte abzugeben. Um eine gleichmäßige
Maske zu erzielen, sollte der Stempel aus Silikonkautschuk unter leichtem
Druck auf die Glasplatte aufgesetzt werden und für mehrere Stunden, bevorzugt
über etwa acht bis zehn Stunden, beispielsweise über eine Nacht, dort
verbleiben. Gegebenenfalls kann der Stempelkörper geringfügig während dieser
Zeit beschwert werden.
Weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der
nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispieles anhand der Zeichnung.
Es zeigt
Fig. 1 einen Stempel zur Durchführung des Verfahrens,
Fig. 2 eine Ansicht auf die Unterseite des Stempelkörpers nach Fig. 1 und
Fig. 3 eine Glasplatte mit einer hydrophoben Maske, die runde hydrophile
Felder umschließt.
Ein Stempelkörper 1 aus Silikonkautschuk ist, wie Fig. 1 zeigt, an die
Unterseite eines Trägers 2, der an einem Griff 3 gehandhabt werden kann,
angeklebt. Der Stempelkörper 1 besitzt vorstehende Stege 4, die mehrere
Hohlräume 5 umschließen. Diese Hohlräume 5 sind entsprechend der gewünschten
Größe der zu erzeugenden Kulturfelder gewählt, die auf einer Glasplatte 6, wie
sie Fig. 1 zeigt, gebildet werden sollen. Hierzu wird der Stempelkörper 1 auf
die Glasplatte 6 aufgedrückt, bis sich der Stempelkörper 1 mit seiner glatten
Stempelfläche
7 auf der Glasplatte 6 festsaugt. Der Stempelkörper 1 aus
Silikonkautschuk, der sehr weich sein sollte, zeigt bereits nach kurzer Zeit
ein adhesives Haften an der Glasplatte 6, das zur Folge hat, daß beim Abnehmen
des Stempelkörpers 1 von der Glasplatte 6 eine Maske in Form von auf die
Glasplatte 6 aufgedruckten haftenden Streifen 8 aus Silikon entstehen.
Bevorzugt wird der Stempel vor dem Aufdrücken auf die Glasplatte 6 mit einer
Stempelmasse in Form eines Silikonöles oder einer ein Silan enthaltenden Masse
bedeckt, die dann an die Glasplatte 6 abgegeben wird. Hierzu ist die
Stempelfläche 7 des Stempelkörpers 1 mikroporös ausgebildet, damit der
Stempelkörper 1 Stempelmasse aufnehmen kann.
Fig. 3 zeigt eine abgewandelte Ausführungsform, bei der auf die Glasplatte 6
eine Maske 9 aus einer hydrophoben Masse aufgestempelt ist, die mehrere
kreisrunde hydrophile Flächen 10 umschließt; in diesen Bereichen 10 können
Zellen angesetzt werden.
Claims (7)
1. Verfahren zur Herstellung einer mit einer Maske versehenen Glasplatte für
Zellenkulturzwecke, dadurch gekennzeichnet, daß mit einem Stempelkörper
hydrophobe, die Maske bildende, zusammenhängende Flächenbereiche erzeugt
werden, die hydrophile unbeschichtete Bereiche umschließen, auf denen
Zellen aufgebracht werden können.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzennzeichnet, daß ein
Stempelkörper aus Silikonkautschuk verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und/oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß auf die
positive Fläche der Stempelkörpers vor ihrem Aufdrücken auf die Glasplatte
eine hydrophobe, zellenunempfindliche Stempelmasse aufgebracht wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Stempelmasse
ein Silikonöl verwendet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Stempelmasse
eine Silan enthaltende Masse verwendet wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
der Stempelkörper für mindestens 10 Stunden auf die Glasplatte aufgesetzt
wird.
7. Stempelkörper zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß er aus Silikonkautschuk besteht.
Priority Applications (1)
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Applications Claiming Priority (1)
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| DE19873732142 DE3732142C2 (de) | 1987-09-24 | 1987-09-24 | Verfahren zur Herstellung einer mit einer Maske versehenen Glasplatte sowie Stempelkörper zur Durchführung des Verfahrens |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE3732142A1 DE3732142A1 (de) | 1989-04-06 |
| DE3732142C2 true DE3732142C2 (de) | 1995-12-21 |
Family
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Family Applications (1)
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