DE695683C - Kuenstlicher Kreiselquerhorizont fuer Fahrzeuge - Google Patents
Kuenstlicher Kreiselquerhorizont fuer FahrzeugeInfo
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- G—PHYSICS
- G01—MEASURING; TESTING
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- G01C21/12—Navigation; Navigational instruments not provided for in groups G01C1/00 - G01C19/00 by using measurements of speed or acceleration executed aboard the object being navigated; Dead reckoning
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Description
Vorliegende Erfindung· bezieht sich auf einen sog. k'ünstlichen Querhorizont, der zur
. Verwendung auf Wasser- und Luftfahrzeugen bestimmt ist, um auf den schwankenden Plattformen
derselben die wahre Querhorizontalrichtung dauernd festzulegen, wie es sowohl für navigatorische Zwecke als auch für die
Bedienung von militärischen Geräten, wie z. B. Geschützen, erforderlich ist.
Die Festlegung- der Horizontalstellung einer einzigen Richtung auf einer bewegten Unterlage
der schwankenden Plattform eines in Fahrt befindlichen Wasser- oder Luftfahrzeuges
läßt sich in an sich bekannter Weise
grundsätzlich vermittels eines einzigien Kreisels bewirken, welcher mit seiner Präzessions-'
achse vertikal zu einer kardanisch aufgehängten, der Einwirkung des Schwerefeldes unterliegenden
Plattform mit quer zur Eahrtrich-
tüng angeordneter horizontaler Drehachse gelagert ist.
Bei der praktischen Durchführung der Stabilisierung einer Achse mit .einem einzigen
derartigen Kreisel zeigt es sich aber, daß. der Kreisel bei Fahrtbeschleunigungien und beim
Beschreiben von Kurven durch das Fahrzeug, insbesondere bei großen Geschwindigkeiten
des letzteren, so stark beschleunigungsempfindlich ist, daß die Präzession seiner Präzessionsachse
nicht mehr als zuverlässiges Steuerglied für an der Plattform angreifend«
Ausgleichsmomente benutzt werden kann.
Die Anordnung mehrerer, um zwei zueinander senkrechte, Achsen stabilisierender
Einzelkreisel auf derselben kardanisch gelagerten horizontalen Plattform, die außerdem
noch im Azimut gerichtet gehalten wird, ist bekannt. Ferner ist eine S'tabiüsierungsvorrichtung
vorgeschlagen worden, bei der auf einem nur um eine Achse kippbaren Kardanglied
ein zur Vorstabilisierung' dienendes Paar gegenläufiger, miteinander gekuppelter Stabilisierungskreisel
gleichen Impulses angeordnet ist und so einen sog. Trägheitsrahmen bildet,
an welchem wiederum ein zweiter gleichartiger Trägheitsrahmen drehbar gelagert ist, dessen
Kreiselpaar um eine zur Empfindlichfceitsachse des ersten Trägheitsrahmens senkrecht
stehende, horizontale Empfindlichkeitsachse stabilisiert.
Gemäß der Erfindung werden zwei mit ihren Präzessionsachsen vertikal zur kardanisch
aufgehängten Plattform angeordnete Kreisel angewandt, welche mit ihren horizontalen
Drehachsen mit Bezug auf die Drehachse der Plattform spiegelbildlich zueinander angeordnet sind und mit der Kippachse der
Plattform je einen Winkel einschließen, welcher von 900 verschieden ist.
Die Aufrechterhaltung der Mittellage der 6» Kreisel, welche für deren Arbeitsfähigkeit, erforderlich
ist, erfolgt in üblicher Wieise dadurch, daß jedem Kreisel ein Laufgewicht
zugeordnet ist, welches beim Herauswandern
der Kreisel aus der Mittellage eine Verschiebung erfährt, sobald die Abweichung einen
gewissen Wert erreicht hat.
Die mit der Stabilisierungseinrichtung aus.-'
gerüstete Plattform muß ebenfalls in üblicher' Weise ihren Schwerpunkt unterhalb ihres Auf-"
hängepunktes besitzen, wobei für die Horizontalstellung der Plattform bei wechselnden
Fahrzeuggeschwindigkeiten und Drehungen
ίο um die Vertikalachse die Relation bestehen
muß: m · a · ν = 1, wobei tn die Gesamtmasse
des aufgehängten Systems, α den Abstand des Schwerpunktes desselben vom Aufhängepunkt,
ν die Fahrzeuggesehwindigkeit und / die Im-
ί5 pxilsfeomponente beider Kreisel in der Querrichtung bedeutet (vgl. Patent 373 393)· ·
Im Hinblick auf diese zu erfüllende Bedingung muß wegen der Veränderlichkeit der
Größe ν noch eine andere in der Gleichung vorkommende Größe verändert werden. Die
beiden Größen, für welche die Möglichkeit der Veränderung besteht, sind die Größen a
und /. Man muß also jedesmal wenigstens eine dieser Größen der jeweiligen Fahrzeuggeschwindigkeit
anpassen.
Bei den beiden auf .den Zeichnungen dargestellten Ausführüngsformen der Erfindung
erfolgt die Anpassung in dem Falle der in
Fig. ι und 2 dargestellten Ausführungsform durch Veränderung der Größe«, während bei
der in Fig. 3 dargestellten Ausführungsform
die Anpassung durch Veränderung der' Größe / erfolgt. Demgemäß ist bei der Ausführungsform nach Fig. 1 und 2 die Plattform mit
einem einstellbaren Pendelgewicht versehen, dessen Antrieb unter Steuerung durch die
Fahrtmeßanlage steht. Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 3 werden zur Ermöglichung
der Änderung der Impulskomponente / die Kreisel auf besonderen Plattformen angeordnet,
die drehbar auf der Hauptplattform sitzen, so daß die Winkel, welche die horizontal
liegenden Kreiselachsen mit der Drehachse der tragenden Plattform einschließen,
geändert werden können, wobei diese Änderung ebenfalls unter Steuerung durch die
Fahrtmeßanlage erfolgt.
Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 1 und 2 ist die Plattform, auf welcher die
Kreisel gelagert sind, mit 1 bezeichnet. Diese Plattform ist um die Achse 2 in dem Rahmen 3
drehbar gelagert, welcher seinerseits um die Achse 4 drehbar ist, so daß die Plattform 1
eine kardanische Aufhängung besitzt. Auf der Plattform 1 sind in geeigneten Haltern 5a, 5''
zwei Kreisel 6a, 6b so gelagert, daß ihre Präzessionsachsen
7a bzw. ib senkrecht zur Plattform
stehen, während ihre Drehachsen 8a, 8Ä
mit der Aufhängeachse 2,2 einen von 900 verschiedenen Winkel einschließen. Die Ausgleichsgewichte
sind mit ga, gb bezeichnet und
auf Spindeln ios, ΐοδ gelagert, welche in Abhängigkeit
von der Drehung von auf den , Präzessionsachsen sitzenden Kontaktarmen
.11«, 11*, denen Kontaktbahnen 12 zugeordnet
sind, auf welchen sie zu schleifen vermögen, ■verstellt werden. Die Richtung der Spindeln
■■Ίο", ιob ist senkrecht zur Nullage der Kontaktarme
11", 11 *.
Die Platte 1 ist starr mit einem Pendel 15 verbunden. Auf der Stange des Pendels 15
sitzt verschiebbar ein Gewicht 16. Dieses Gewicht kann nach der Darstellung der Zeichnung
durch einen Motor 17 eingestellt werden, welcher eine Schraubenwelle 18 zu drehen vermag,
auf der das Gewicht läuft. Der Motor 17 steht unter Steuerung durch die Fahrtmeßanlage
des Fahrzeugs.
Bei jedesmaliger Änderung der Fahrgeschwindigkeit erfolgt eine Verstellung des
Laufgewichts 16 entsprechend der durch die oben angegebene Gleichung gegebenen Bedingung.
Die Verstellung hat zur Folge, daß sich das Laufgewicht 16 bei jeder Fahrzeuggeschwindigkeit
auf der Pendelstange in einer solchen Lage befindet, daß die bei dieser Geschwindigkeit
wirkende Zentrifugalkraft solche Präzessionsbewegungen der Kreisel zur Folge hat,
daß der Präzessionswinkel dem Drehxingswinkel
des Schiffes um seine Hochachse gleich ist. Der Kreisel behält somit dauernd gegenüber
der Plattform unverändert seine Lage bei. Die Verwendung zweier Kreisel, die in
der angegebenen Weise zueinander orientiert sind, bewirkt dabei, daß die Plattform nicht
nur um die Querachse, sondern zugleich auch um die Längsachse des Fahrzeugs stabilisiert
wird.
Bei auftretenden Schlinger- und Stampfbewegungen dagegen präzedieren die Kreisel
um die Achsen 7°, 7b und steuern mittels der
Kontakteinrichtungen 11α, 116, 12 die Laufgewichte
ga, gb, welche durch ihre Verstellung die
Einflüsse der Schlinger- und Stampfbewegungen aufheben.
Bei der Aueführungsform nach Fig. 3 tritt zu der Ausführungsform nach Fig. 1 das Neue
hinzu, daß jedem der beiden Kreisel, welche nebst ihren Zusatzeinrichtungen in F%. 3 mit
den gleichen Bezugszeichen -bezeichnet sind wie in Fig. 1, eine besondere Plattform 13°
bzw. 13* zugeordnet ist, welche Plattformen
drehbar auf den Präzessionsachsen 7a, 7b der
Kreisel sitzen und bei dieser Ausfühxungsform die Ausgleichsgewichte 9 mit den Spindeln
ι ο tragen. Die beiden Plattformen 13",
136 sind mit einem gemeinsamen Antrieb,
bestehend in einer Schnecke 14, versehen. Es ist hierbei vorausgesetzt, daß beide Kreisel
gleichen Impuls besitzen. Andernfalls müßte für jede der Plattformen ein besonderer,
ihrem Impuls angepaßter Antrieb vorgesehen sein· Der Antrieb der Plattformen ist in
Abhängigkeit von der Fahrzeuggeschwindigkeit zu halten und kann im besonderen auch
selbsttätig durch einen von einem Geschwindigkeitsmesser gesteuerten Motor oder eine
sonstige Einrichtung· erfolgen.
Bei Verwendung der Einrichtung .gemäß Fig. 3 kann man auf ein einstellbares Gewicht
zur Veränderung der Schwerpunktlage der Plattform ι verzichten.
Die Wirkung ist dann bei richtiger Bemessung des Antriebs der Schnecke 14 in
Abhängigkeit von der Fahrzeuggeschwindigkeit so, daß bei bloßer Drehung des Fahrzeugs
in einer Kurve, ohne daß Schlinger- oder Stampfbewegungen auftreten, eine Präzessionsbewegung
der Kreisel gegenüber dem Rahmen nicht erfolgt.
Claims (3)
- Patentansprüche:ι. Künstlicher Kreiselquerhorizont für Fahrzeuge" mit auf einer kardanisch aufgehängten, dem Schwerefeld unterliegenden Plattform gelagertem Stabilisierungskreisel, dessen, Präzessionsachse senkrecht zur Plattform und dessen Drehachse horizontal liegt, dadurch gekennzeichnet, daß die Stabilisierung der Plattform durch Zusammenwirken zweier Stabilisierungskreisel (6°, 6b) erfolgt, welche beide senkrechte Präzessionsachsen (7a,7b) haben und mit ihren mit Bezug auf die Kippachse· der Plattform spiegelbildlich zueinanderliegenden horizontalen Drehachsen (8ß, 8b) mit der Kippachse der Plattform 'einen von 900 verschiedenen Winkel einschließen.
- 2. Kreiselhorizont nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß den beiden auf der in der horizontalen Lage zu stabilisierenden Plattform (1) angeordneten Kreiseln (6a, 66) um ihre Präzessionsachsen (ja,7b) drehbare Plattformen (i3a, I36) zugeordnet sind, welche mit Ausgleichsgewichten (ga, gb) ausgestattet sind, die unter dem Einfluß von Präzessionsbewegungen der Kreiselachsen eine selbsttätige Verstellung erfahren.
- 3. Kreiselhorizont nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß beide Kreisel gleichen Impuls besitzen und" daß die ihnen zugeordneten Plattformen (i3a, 13s) mit einem, gemeinsamen Antrieb (14) versehen sind, durch den sie in Abhängigkeit von der Fahrgeschwindigkeit des Fahrzeugs von Hand oder selbsttätig verstellt werden.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE695683T | 1930-03-11 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE695683C true DE695683C (de) | 1940-08-30 |
Family
ID=6607508
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1930695683D Expired DE695683C (de) | 1930-03-11 | 1930-03-11 | Kuenstlicher Kreiselquerhorizont fuer Fahrzeuge |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE695683C (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2462541A (en) * | 1945-10-17 | 1949-02-22 | Norden Lab Corp | Erecting system for gyroscopes |
| US2865207A (en) * | 1952-09-20 | 1958-12-23 | Edward J Poitras | Gyro-vertical element |
| US5024112A (en) * | 1986-12-09 | 1991-06-18 | Noel Carroll | Gyroscopic apparatus |
-
1930
- 1930-03-11 DE DE1930695683D patent/DE695683C/de not_active Expired
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2462541A (en) * | 1945-10-17 | 1949-02-22 | Norden Lab Corp | Erecting system for gyroscopes |
| US2865207A (en) * | 1952-09-20 | 1958-12-23 | Edward J Poitras | Gyro-vertical element |
| US5024112A (en) * | 1986-12-09 | 1991-06-18 | Noel Carroll | Gyroscopic apparatus |
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