DE69167A - Dämpf- und Maischapparat - Google Patents
Dämpf- und MaischapparatInfo
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Description
KAISERLICHES
Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet ein Dämpfer zum Auflösen (Aufschliefsen) von
harten Samenkörnern, wie Mais, Gerste, Korn u. s. w., und zwar unter Einwirkung von
schwach gespanntem Dampf, Wasser und einem Mahlwerk, so dafs die aufgelösten Samenkörner
als reine, nur schwach getrübte Flüssigkeit aus dem Apparat entfernt werden können. Diese
Flüssigkeit bildet dann eine Maische, die mit der denkbar höchsten Ausbeute weiter verarbeitet
werden kann.
Beiliegende Zeichnung zeigt diesen Dämpfer in:
Fig. ι in Vorderansicht, Fig. 2 im Querschnitt
nach der Linie x-x der Fig. 1, in Fig. 3 im Verticalschnitt nach der Linie y-y
der Fig. 2, Fig. 4 im Verticalschnitt nach der Linie %-% der Fig. 2. Fig. 5 und 6 zeigen in
gröfserem Mafsstabe die laufende obere Metallscheibe des Dämpfers in Seitenansicht und
Grundrifs. Fig. 7 und 8 zeigen ebenfalls etwas gröfser und in Seitenansicht und Grundrifs die
untere feste Mahlscheibe.
Der Dämpfer besteht aus einem äufseren, starken, eisernen, auf vier Füfsen α ruhenden,
mit Deckel b oben dicht verschliefsbaren, cylindrischen Gefäfs c, das mit Flüssigkeitsstandanzeiger
d, unterer Dampfeinströmung e, oberer Dampfeinströmung f, Abflufsrohr g, Fig. 1
und 3, Flüssigkeitsabtreibrohr h und Dampfableitungsrohr z, Fig. 4, versehen ist.
In diesem äufseren Gefäfs c befindet sich noch ein zweites kleineres, cylindrisches Eisenblechgefäfs
j, Fig. 3, das sich unten und oben konisch verengt und oben zu einer rauchfangartigen
Ueberströmungsröhre k ausgebildet ist.
Das Innere dieses seitlich durch Distanzbolzen / und unten durch den Boden m mit
dem äufseren Gefäfs e verbundenen Gefäfses j steht mit dem Innern des Gefäfses c nur durch
das Rohr k in Verbindung. Diese Communication kann durch das im oberen Konus η
des Gefäfses j befindliche grofse Ventil ο
unterbrochen werden, d.h. das Gefäfs j kann ganz abgeschlossen werden. Die Bethätigung
des Ventils 0 erfolgt von aufsen durch das Hebelsystem JPp1JJ2P3P4, Fig. 4, welches durch
den Hebel q mit dem Hahn r der Dampfableitungsröhre i derart in Verbindung steht,
dafs beim Schliefsen .des Ventils 0 der Hahn r
immer geöffnet wird, und dann Dampf durch das Rohr aus dem Dämpfer c austreten kann.
Dieser durch das Rohr i austretende Dampf wird'in einen über dem Dämpfer c angeordneten
Behälter s geleitet, um den daselbst befindlichen Samen vorzubereiten, d. h. feucht
und weich zu machen. Der so vorbereitete Samen wird durch den Lederschlauch t in
den Dämpfer c eingelassen, und zwar fällt er durch die obere Oeffnung des Dämpfers j und
die Röhre k in das Innere des Gefäfses j. Vom Gefäfs j führt ein Röhrchen u hinaus zu
einem Manometer v. Auch die untere Dampfzuleitung e führt durch den konischen Boden m
in das Innere von j, sowie auch die Ablafsröhre g zu j gehört. Die obere Dampfeinströmung
f und das Abtreibrohr h dagegen münden in den äufseren Behälter c.
In dem unteren Konus n> des Gefäfses j
befindet sich die Mahlvorrichtung für die Samenkörner. Dieselbe besteht aus der unteren
festen, mit innerem konischen Mahlkranz a1
versehenen Scheibe bl, welche längs des Mahlkranzes
a\ Fig. 7 und 8, zwei seitliche, symmetrisch angeordnete Schlitze c1 hat. Aufserdem
hat diese Scheibe bl in ihrer Ebene vier grofse,
symmetrisch angeordnete Oeffnungen dl, welche
mit vier eben solchen Oeffnungen cP der oberen rotirenden Mahlscheibe b2 derart correspondiren,
dafs bei der Drehung der oberen Scheibe b2 diese Oeffnungen d1 und d2 abwechselnd
sich einmal decken und dadurch einen freien Durchgang aus dem über den Mahlscheiben befindlichen Raum in den unter
diesen befindlichen Raum el herstellen oder sich dann wieder über einander verschieben
und dadurch den Durchgang absperren. Die obere Mahlscheibe b2^ Fig. 5, ist mit einem
äufseren konischen ■ Mahlkranz a2 versehen
(ähnlich wie bei Kaffeemühlen), der am unteren Rande tiefe Keileinschnitte f1 hat zur besseren
Zuführung des Mahlgutes (s. Fig. 5). Die Scheibe b2, Fig. 3, ist auf einer verticalen
Welle g1 aufgekeilt, welche oben in einem Querarm g'2, dann in der unteren Scheibe b1
und im Boden m geführt ist und unten in einem stellbaren Spurlager g3 ruht. Die
Welle gl kann durch die bekannte Hebel-
und Schraubenwinde \ιλ h2 h3, Fig. 4, gehoben
oder gesenkt werden. Dadurch hat man es also in der Hand, die obere Mahlscheibe b2
zu heben oder zu senken. Die Welle g1 ragt oben über den Querarm g2 hinaus, und ist daselbst
mit im linken Schraubengang angeordneten Rührarmen 21 versehen. Der Antrieb
der Welle erfolgt von unten durch konisches Getriebe J1J2 von rechts nach links. Die obere
Mahlscheibe b2 trägt ein mit schmalen Durchbrechungen kl, Fig. 5, und flantschenförmigem
Bord k2 versehenen Blechcylinder ks, in welchen
zwei verticale, am Querarm g2 befestigte Rührarme Z1, Fig. 4, hineinragen. Sowohl der
Zwischenraum zwischen Bord k2 und den Wandungen des Gefäfses j, als auch die
Durchbrechungen k1 sind so eng, dafs keine
ganzen Samen daselbst hindurch können,während die Flüssigkeit frei durchspülen kann.
Der Cylinder k3 ist an seiner Aufsen- und Innenfläche mit Schraubenflügeln m1 und n1
versehen. Die äufseren m1 liegen rechtsgängig und die inneren n1 linksgängig. Die letzteren
haben den Zweck, das Mahlgut in den Cylinder k3 hineinzubringen, während erstere das
zwischen den Mahlflächen hervorkommende Gut in die Höhe treiben.
Die Function des ganzen Dämpfers ist nun folgende:
Nachdem die in erwähnter Weise vorbereiteten und mit Wasser gemengten Samenkörner
in beschriebener Art in das Gefäfs j eingeführt sind, wird der Deckel b des
Dämpfers c geschlossen, ebenso das Ventil 0. Die Mahlscheibe b2 wird angehoben und in
nicht sehr rasche Drehung versetzt, während gleichzeitig Dampf von 1 Y2 Atmosphären durch
die Leitung e eingelassen wird. Dieser Procefs dauert 1Z2 Stunde lang, während welcher Zeit
die Samenkörner in Wasser und Dampf durch einander gerührt und durchweicht werden und
durch die Oeffnungen d2 und d] der Mahlscheiben
b2 und b1 in den Raum e1 gelangen.
Nach !/2 Stunde wird die Mahlscheibe b2
wieder gesenkt, und zwar so weit, dafs ein grobes Vermählen der Samenkörner erfolgt.
Die Geschwindigkeit derselben wird erhöht und nun beginnt ein eigenthümlicher Kreisprocefs
der Samenkörner. Die Rührflügel ζ1 der Welle g1 . sowie die Schraubenflügel n1
treiben die ganze Samenmasse nach abwärts in den Cylinder k3. Bei jedesmaliger Deckung
der bereits erwähnten Qeffnungen dl und d2
wird die Masse durch dieselben in den Raum el getrieben. Im nächsten Augenblick aber, wenn
die Oeffnungen dx und d'2 sich nicht mehr
decken, hat die Masse aus dem Raum e1 keinen Austritt mehr und wird zwischen die
Mahlflächen a1 und a2 getrieben. Aus diesen
gelangt sie oben grob vermählen heraus und wird durch die Schraubenflügel ml nach oben
getrieben; dieser Procefs wiederholt sich während Y2 Stunde. Nach dieser weiteren Y2 Stunde
wird die Scheibe b2 ganz niedergelassen und mit voller Geschwindigkeit angetrieben und
durch ι Stunde hindurch Dampf von 2 Atmosphären eingeleitet. Nun wiederholt sich derselbe
Kreisprocefs in so viel schnellerer Aufeinanderfolge, es werden die Samenkörner so
fein vermählen, dafs sie sich nach und nach durch den Einflufs von Dampf, Wasser und
das beständige Durchrühren der Masse vollständig zu einer fast klaren Flüssigkeit auflösen.
Nach Verlauf von 1 Stunde sammelt sich in dem Gefäfs j oben schon eine Schicht
ganz aufgelösten Samens, welche durch ein momentanes Oeffnen des Ventils ο aus dem
Gefäfs j ausgeworfen wird, und zwar infolge des Dampfdruckes, der die Flüssigkeit durch
das Rohr k ausstöfst. Die fertige Flüssigkeit
sammelt sich in dem äufseren Gefäfs c rings um das innere Gefäfs j. Dieses Ventil 0 wird
nun alle 10 Minuten in derselben Weise geöffnet, bis endlich die ganze Flüssigkeit im
Gefäfs c ist, was man durch das Schauglas d beobachten kann. Hierauf wird das Mahlwerk
und der untere Dampfzuflufs eingestellt und die Leitung h geöffnet. Durch Einlassen von
Dampf durch die obere Dampfleitung f kann dann die fertige Flüssigkeit durch das Rohr h
abgetrieben werden, um aus diesem in die Destillationsblasen zu gelangen, wo sie direct
verarbeitet wird, da sie eine fertige Maische bildet.
Claims (1)
- Patent-Ansprüche:
Ein Dämpf- und Maischapparat, bestehend aus einem äufseren, .mit Dampfeinströmung (f) und Maischab treib rohr (h) versehenen cylindrischen Gefäfs (c) und einem darin befindlichen kleineren, cylindrischen, mit konischer Decke (n) und konischem Boden (w) versehenen, durch ein Ventil (o) absperrbaren Gefäfs Q), welches unten mit Dampfeinströmung (e) und oben mit einem Ueberströmrohr (k) versehen ist, das den mit Wasser gemengten Samen in das Gefäfs Q) leitet und gleichzeitig zürn Auswerfen der fertigen Maische dient, die sich im äufseren Gefäfs sammelt,In dem in Anspruch i. gekennzeichneten Gefäfs j die Anordnung eines Mahlganges, bestehend aus einer unteren festen, mit innerem konischen Mahlkranz (λ1)-, zwei seitlichen Mahlgut-Zuführungsschlitzen (c1) und vier Kreisöffnungen (d2) versehenen Mahlscheibe (b1) und einer mit Rührarmen versehenen Mahlscheibe (b2) mit konischem äufseren Mahlkranz (a2).
In dem in Anspruch i. gekennzeichneten Gefäfs j die Anordnung eines Cylinders (k3) mit Schraubenflügeln (Tn1Tt1), welche die Samenmasse abwärts, das Mahlproduct hingegen aufwärts treiben.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE69167A true DE69167A (de) |
Family
ID=
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1054406B (de) | 1952-10-25 | 1959-04-09 | Jakob Carl | Einrichtung zum Aufschliessen staerkehaltiger Produkte durch Dampfeinwirkung |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1054406B (de) | 1952-10-25 | 1959-04-09 | Jakob Carl | Einrichtung zum Aufschliessen staerkehaltiger Produkte durch Dampfeinwirkung |
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