DE69019C - Matrizenprägmaschine - Google Patents
MatrizenprägmaschineInfo
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Classifications
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B41—PRINTING; LINING MACHINES; TYPEWRITERS; STAMPS
- B41J—TYPEWRITERS; SELECTIVE PRINTING MECHANISMS, i.e. MECHANISMS PRINTING OTHERWISE THAN FROM A FORME; CORRECTION OF TYPOGRAPHICAL ERRORS
- B41J3/00—Typewriters or selective printing or marking mechanisms characterised by the purpose for which they are constructed
- B41J3/38—Typewriters or selective printing or marking mechanisms characterised by the purpose for which they are constructed for embossing, e.g. for making matrices for stereotypes
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die nachstehend beschriebene Matrizenprägmaschine
gehört zur Gattung derjenigen Prägmaschinen, bei welchen eine Tastatur verwendet
wird, um Schriftzeichen nach einander in-Bewegung
zu setzen und-'in-eine plastische Masseeinzudrücken.
Ein von diesem Satz genommener Abgufs in Schriftmetall dient dann als Druckplatte.
Auf einer runden Grundplatte a mit einem centralen Loch sind in radialer Stellung zu
dem Loch am Umfang der Platte so viel Rohre b neben einander befestigt, als Schriftzeichen
gebraucht werden. Auf dem äufseren Rand der Grundplatte ist ein Kreisrohr c,
Fig. 3 und 4, gelagert, in welches die Rohre b sämmtlich einmünden. In einigem. Abstande
davon sind die radialen Rohre durch Rohrstücke d mit einander verbunden. Sowohl
gegen das Kreisrohr c als auch gegen die Rohrstücke d können die Rohre b durch
Hähne C1 und d1 abgeschlossen oder geöffnet
werden. Parallel zum Rohr c liegen noch zwei Rohre e und f, welche gegenüber jedem
Rohr b durch ein Rohrstück mit eingeschaltetem Hahn g mit einander verbunden sind.
Die Rohre c und e enthalten Druckluft, während die Rohrstücke d luftleer gemacht sind.
Um die Rohre in diesem Zustande zu erhalten, sind sie mit einer Luftdruck- und Saugpumpe
verbunden, welche je nach Bedürfnifs in Thätigkeit gesetzt wird.
In dem vorderen Ende jedes Rohres b befindet sich ein Kolben h und in dem hinteren
offenen Ende ein Stempel z, dessen Fufsplatte ein Schriftzeichen trägt. Kolben und Stempel
sind durch im Rohr geführte Seitenschienen k mit einander verbunden und wird das Rohr
hierzu zweckmäfsig quadratischen Querschnitt haben.
Unter dem centralen Loch der Grundplatte a wird die aus plastischer Masse bestehende, den
Satz aufnehmende Platte in später noch zu erläuternder Weise vorbeigeführt, und werden in
sie die betreffenden Schriftzeichen folgendermafsen eingedrückt.
Je ein Hahn C1 eines Rohres b ist einerseits
mit je einem Hahn Ii1 der beiden dem Rohr
zugehörigen Rohrstücke d und andererseits mit einer Taste / einer Klaviatur durch Hebel und
Zugschnüre verbunden (Fig. 2 und 12). Während die Hähne-.in einem Kreise liegen, sind
die Tasten / doch in gerader Flucht zu einander gelagert, was dadurch möglich geworden
ist, dafs die Verbindungszugschnüre theilweise über Rollen von den Hähnen zu den Tasten
geführt worden sind (Fig. 11 und 12). Somit
entspricht jede Taste einem Rohr b und dem Schriftzeichen des im Rohr befindlichen Stempels
i.
Es wird nun die Taste,, deren zugehöriges Schriftzeichen in die Satzplatte geprefst werden
soll, niedergedrückt. Dabei wird durch Hebel-
und Zugschnurübertragung der am Küken des Hahnes C1 sitzende Querhebel C2 so gedreht,
dafs der Hahn die Verbindung zwischen Kreisrohr c und Rohr b herstellt, wie bei dem
Rohr bi der Fig. 2 zu sehen ist. An dem
Hebel C2 ist im Gelenk eine kleine Klinke C3
angehängt, welche bei Drehung des Hebels über eine Stange m fortgezogen wird. Giebt
man nun die Taste wieder frei, so will eine Feder c. den Hebel C2 wieder zurückziehen,
was vorläufig aber nicht geschehen kann, da die Klinke c3 nur einseitig im Gelenk beweglich
ist, wahrend sie andererseits gegen einen Gelenkansatz C5 anstöfst und daher von der
Stange m gefangen gehalten wird.
Mit dem Querhebel C2 sind durch Hebelstangen
die Küken der Hähne di derartig verbunden
, dafs die letzteren die Rohrstücke d gegen das Rohr b absperren, wenn der Hahn C1
geöffnet wird.
Während dieser Hahnstellungen tritt Druckluft aus dem Kreisrohr c in das Rohr b und
treibt den Kolben h und den Schriftzeichenstempel i vorwärts. Der letztere stellt sich
über das centrale Loch der Grundplatte α und wird in dieser Lage durch einen Hebel η gehalten,
dessen Armende durch die Feder K1 in eine Vertiefung der Grundplatte einschnappt
(Fig. 4 und 9). Der Hebel η sitzt drehbar an einer der Führungsschienen k.
Ueber jedem Rohr b ist eine der vorerwähnten Stangen m drehbar und ein wenig verschiebbar
gelagert, und ihr vorderes Ende ist mit dem Kükenschlüssel des Hahnes g gelenkig verbunden,
während das andere, nach unten umgebogene Ende durch einen Schlitz in das Rohr b hineinragt (Fig. 3). Der Kolben h
besitzt eine abgeschrägte Oberfläche, mit welcher er, wenn er vorgeschoben wird, gegen
das umgebogene Hebelende stöfst und dieses ein Stück mitnimmt und gleichzeitig allmälig
anhebt. Während des Mitnehmens wird der ganze Hebel m so verschoben, dafs er den
Hahn g in eine die Rohre e und f verbindende Stellung dreht. Es strömt jetzt Luft
aus dem Rohr e in das Rohr f und wird weiter durch ein Rohr/j zu einem in Fig. 20
bis 22 angedeuteten Mechanismus geführt, welchen es veranlafst, einen Stempel Z1 auf den
Typenstempel i niederzudrücken und somit das Schriftzeichen in die weiche Platte einzupressen.
Im nächsten Augenblick geht der ^Stempel Z1 wieder hoch und ebenso durch den
Druck der Feder z2 der Typenstempel i. Der erstere hat einen Bund Z3, welcher beim
Stempelniedergang das bewegliche Ende M2 des
Hebels η niederdrückt und passirt (Fig. 9). Geht der Stempel hoch, so stöfst sein Bund
von unten gegen das .Hebelende M2, welches
dann nicht ausweichen kann, da es gegen einen Gelenkansatz stöfst. Es wird der Hebel η
so weit um seinen Drehpunkt gedreht, dafs sein anderes Ende aus der Plattenvertiefung
herausgehoben ist. Durch den Hebelmechanismus η H1 n2 wird also der Typenstempel i
jedesmal so lange mit Sicherheit unter dem Druckstempel z', festgehalten, als dieser den
Typenstempel behufs Prägung niederdrückt.
Das Auf- und Niederbewegen des Druckstempels I1 erfolgt durch eine kleine Druckluftmaschine
(Fig. 20 bis 22). Der Stempel bildet die Stange eines Cylinderkolbens f2,
welcher durch die aus dem Rohr fi in einen Schieberkasten und in den Cylinder eintretende
Luft bewegt wird. Andererseits ist der Kolben fs mit einem Schwungrad f3 verbunden,
welches mittelst eines Excenters jf4 und einer
Stange /5 den Cylinderschieber so umsteuert,
dafs die Luft abwechselnd auf die eine oder andere Kolbenfläche drückt. Für jede Typenprägung
ist ein Nieder- und ein Hochgang des Kolbens nöthig; das Schwungrad macht also eine Umdrehung. Hierauf mufs der Druckstempel
ix so lange in Ruhe bleiben, bis eine Taste / wieder gedrückt wird. Es mufs also
zunächst die Druckluftzuleitung gffx abgesperrt
werden, was in später beschriebener Weise erfolgt.
Aufserdem ist es auch zweckmäfsig, das Schwungrad zugleich mit der Druckluftabsperrung
mechanisch zu hemmen. Zu diesem Zwecke ist ein Riegel fü durch Schnüre mit
den einzelnen Hebeln m verbunden. Durch die erwähnte Verdrehung dieser Hebel, welche
die Oeffhung des Hahnes g zur Folge hat, wird der Riegel aus einem Einschnitt des
Rades . herausgehoben (Fig. 22) und das Rad kann sich umdrehen. Sobald, wie später noch
erklärt wird, der Hahn g wieder geschlossen wird und dabei der Hebel m in die Ursprungslage
zurückkehrt, fällt der Riegel in das Rad ein und hält es fest (Fig. 20 und 21).
Jedesmal, nachdem ein Schriftzeichen in die Platte eingeprefst worden ist, mufs eine Plattenverschiebung in Richtung der Zeile und nach
vollendetem Zeilensatz senkrecht zur Zeile erfolgen. Die Platte liegt auf einem Tisch ο
zwischen zwei festen Führungsschienen p, Fig. 11 und 13. Eine dritte Schiene P1 legt
sich quer vor die Platte und trägt eine Zahnstange p.2, in welche ein Zahnrad p3 einfafst.
Durch Drehung des Zahnrades wird die Schiene ρλ in Schlitzen der Schienen ρ entlang
geführt und dabei die Platte senkrecht zur Zeilenrichtung verschoben. Dies geschieht jedesmal,
nachdem eine Zeile geprägt ist.
Das Verschieben der Platte in der Zeilenrichtung erfolgt durch ruckweises Verschieben
der Tischplatte o, welche in Führungsnuthen des Tischgestelles gelagert ist. Parallel mit
der Zeilenrichtung sitzt an der Tischplatte 0 eine Zahnstange O1, die durch das Triebrad O2
bewegt werden kann. Auf jeder Seitenfläche des Triebrades o.2 sind im Kreise liegend Vertiefungen
angeordnet, und in je eine Vertiefung jeder Seite fafst die Nase einer Klinke q. Beide
Klinken sind durch ein Scharnier mit einer Zugstange qx verbunden und werden durch
eine Feder gegen einander und gegen das Triebrad gehalten (Fig. 15).
Zum Eindrücken eines Schriftzeichens in die Satzplatte wird, wie vorhin erwähnt, jedesmal
eine Taste / niedergedrückt. Jede Taste Z ist nun durch ihre besondere Hebelstange Z1 in
irgend einer .zweckmäfsigen Weise durch über Rollen geleitete Schnüre mit den Rohrhähnen
C1 dx und einer . der Stangen Z3 Z4 Z5
verbunden, welche mit zwei Hebeln Z2 einen um eine Achse Z6 schwingenden Rahmen
bilden. Der eine der . um Z6 drehbaren Hebel Z2 reicht mit einem Ansatz in eine
Schleife qi am unteren Ende der Zugstange qt
hinein (Fig. ι i). Zunächst werden beim Tastenniederdrücken
die vorhin beschriebenen Bewegungen des Kolbens h und des Stempels i
in dem betreffenden Rohr b ausgelöst, wobei der Hebel Z2 sich in der Schleife q4 nach
unten schiebt. Er stöfst gegen das untere Schleifenende, wenn das Eindrücken des Schriftzeichens
in die Satzplatte und Wiederanheben des Stempels i vollendet sind, und zieht die
Klinkenstange ql etwas herab. Hierdurch wird das Triebrad O2 ein wenig gedreht und Zahnstange
O1 mit Tischplatte ο um den erforderlichen Zwischenraum zweier Schriftzeichen verrückt.
Nach Freigabe der Taste werden die Hebel Z2, welche durch mehrere Querstangen
Z3 Z4 und Z6 mit einander verbunden sind, durch
eine Zugfeder q2 in die Ursprungslage zurückgeführt
und hierbei wird auch die Klinkenstange 2i wieder angehoben. Es werden die
Klinken q infolge der Abschrägung ihrer Nasenrücken aus den Radvertiefungen herausgedrängt
und schnappen in die nächst höher gelegenen wieder ein. Die Stange qi mufs natürlich im
Maschinengestell entsprechend geführt werden.
Wie bereits erwähnt, ,sind die beiden seitlichen, um eine Querwelle Z6 schwingenden
Hebel Z2 durch drei Querstangen Z3 Z4 Z5 mit
einander verbunden. Jede zu einer Taste Z zugehörige Zugstange Z1 kann nun an einer der
Querstangen durch einen an ihrem unteren Ende befindlichen Haken lösbar angebracht
sein, welcher die Querstange von unten umfafst. Man kann somit, wie soeben erwähnt,
die Zugstangen je nach Wunsch an eine der Querstangen anhängen. Durch diese Art Verbindung
wird aufserdem erreicht, dafs nur die von . den niedergedrückten Tasten . emporgezogenen
Zugstangen sich anheben, während die anderen Zugstangen und somit auch deren Tasten in Ruhe bleiben, weil die angehobene
unterhakte Querstange die ruhenden Zugstangen nicht mit anhebt, sondern in deren Haken
emporgleitet. Die oberen Stangenenden sind mit' den Tasten gelenkig verbunden.
Da bei einem Satz Schriftzeichen von verschiedener Breite vorkommen, so mufs auch
die Verschiebungsgröfse für die Satzplatte in der Zeilenrichtung entsprechend geregelt werden
können. Dies wird dadurch erreicht, dafs man die wirksamen Arme der Hebel Z2 verändert,
indem man die betreffende Tastenstange Z1 entweder an die Hebelquerstangen Z3
oder Z4 oder Z5 anhängt.
Die zu gleich breiten Buchstaben gehörigen Tasten Z sind in der Klaviatur zusammen neben
einander angeordnet.
Hat sich der vorbeschriebene Vorgang abgespielt, so hat der Kolben h den Hebel m ganz
aus dem Rohr b herausgehoben, und hierbei ist das Hebelende, welches bis dahin die
Klinke C3 gefangen gehalten hat, so weit gesenkt worden, dafs die Klinke nicht mehr
hinterfafst wird (Fig. 4 und 8) und deshalb die Feder C4 den Hahnhebel c2 zurückzieht, nachdem
die Taste Z freigegeben worden ist. Es kommen die Hähne C1 und dl dx in die Lage,
welche im Rohr b2 der Fig. 2 erkennbar ist; Hahn C1 ist geschlossen und Hähne dt dx sind
geöffnet worden. Damit ist das Rohr b mit den luftleeren Rohrstücken d d verbunden, infolge
dessen durch den äufseren atmosphärischen Ueberdruck der Kolben h gegen die Hähne
und mit ihm der Typenstempel i zurückgeschoben worden. Eine Feder mx bringt die
Stange m in ihre Ursprungslage zurück (Fig. 3) und schliefst damit den Hahn g zwischen den
Rohren e und f.
Nach jedem vollendeten Wort innerhalb einer Zeile wird eine besondere, seitlich zur Tastatur
liegende Taste r niedergedrückt, welche durch eine Zugstange T1 gleichfalls mit dem einen
Hebel Z2 und der Klinkenstange q{ verbunden
ist. Es wird alsdann der Tisch 0 gleichfalls etwas verschoben, ohne dafs aber vorher ein
Schriftzeichen in die Satzplatte eingedrückt worden ist. ■
Nachdem eine Zeile fertig gedruckt ist, mufs die Tischplatte ο wieder zurückgeschoben werden.
Hierfür wird ein besonderer Zahnräderantrieb O3 O4 benutzt (Fig. 13 a), dessen Rad O4
in die Zahnstange O1 eingreift. Es werden dann die Klinken q durch eine Schraube qs,
Fig. 15, aus den Vertiefungen des Rades o2
herausgehoben, so dafs man durch Drehen der Räder O3 oi die Tischplatte schnell zurückführen
kann.
Ist die Tischplatte zurückbewegt, so werden durch das Zahnrad ps die Zahnstange p2 und
durch diese die Schiene p{ um ein bestimmtes
Stück senkrecht zur Zeilenrichtung verschoben.
Die fertige Zeile gelangt über ein doppelschneidiges Messer s fort auf einen zweiten
Tisch t und hinter der Zeile wird aus der Satzplatte ein schmaler Längsstreifen herausgeschnitten,
die Zeile also als Streifen von der Platte abgetrennt (Fig. 11 und 20). Man drückt
nämlich die beiden Messerschneiden durch den Hebel S1 von unten in die Platte hinein und
schneidet dabei einen schmalen Streifen aus der Platte heraus. Dem Druck der Messerschneiden
entgegen wird die. Platte durch eine Leiste S2 auf den Tischen niedergehalten. Der
herausgeschnittene Streifen fällt durch einen Längsschlitz in der einen Messerklinge nach
unten aus der Maschine heraus.
Fig. ii, 20 und 23 geben diese Einrichtung
zu erkennen. Durch eine kleine Bewegung des Handhebels S1 wird unter Vermittelung
der Zugstange S3 und des Zahnbogens s(. die
am Tisch t gelagerte Messerstange S7 etwas
hochgehoben. Die beiden Messerschneiden s dringen von unten in die Satzplatte ein, während
diese oberhalb der Messerlücke durch die Leiste S2 niedergehalten wird (Fig. 20). Die
Messer werden aus zwei quer zu den Tischen liegenden Blättern mit oberen Schneidkanten
gebildet. Das eine Messerblatt ist mit einem so langen Schlitz versehen, dafs der abgeschnittene
Plattenstreifen durch diesen hindurchfallen kann.
Durch Bethätigung der Tasten wird dann die zweite Zeile gedruckt, die Platte wieder
vorgeschoben, die Zeile abgeschnitten, eine dritte Zeile gedruckt u. s. f. Schliefslich ist die
Tischplatte t mit einzelnen losen Zeilenstreifen bedeckt.
Beim Prägen der Zeilen ist es natürlich nicht möglich, das letzte Wort einer jeden
Zeile so zu setzen, dafs alle letzten Wörter genau senkrecht unter einander endigen. Es
ist dies aber für ein gutes Aussehen erwünscht, weshalb nachträglich das sogen. Ausschliefsen
vorgenommen werden mufs.
Zu dem Zwecke ist das Ende jedes Zeilenstreifens ungeprägt gelassen und das ungeprägte
Stück durch ein Messer vom Streifen abgeschnitten worden. Ebenso ist das Stück, welches das letzte Wort trägt, von dem übrigen
Zeilenstreifen abgeschnitten worden. Das betreffende Messer sitzt, wie die Schriftzeichen,
an einem der Stempel i und wird genau ebenso wie jedes Schriftzeichen durch einen Tastendruck
bethätigt. Es wird also, nachdem das vorletzte Wort einer Zeile geprägt ist, jedesmal
die Messertaste niedergedrückt, also ein Schnitt gemacht, dann das letzte Wort eingeprägt,
wiederum das Messer in Thätigkeit gesetzt und dabei das letzte Streifenende abgeschnitten.
Von sämmtlichen auf der Tischplatte t liegenden losen Zeilenstreifen sind also
das Stück mit dem letzten Wort und ein mehr oder weniger langes Endstück fortgeschnitten.
Es folgt jetzt das eigentliche Ausschliefsen, bestehend in dem Umtauschen der beiden abgeschnittenen
Stücke jedes Zeilenstreifens, so dafs also die letzten Wörter wirklich ans Zeilenende zu liegen kommen und ihre Abschlüsse
sich senkrecht unter einander befinden. Es wird sich zwar hierbei zwischen dem vorletzten
und letzten Wort ein bald gröfserer, bald geringerer Zwischenraum ergeben, der
durch das leere Stück ausgefüllt worden ist.
Dies fällt aber weniger in die Augen, als wenn die Zeilenenden nicht senkrecht unter einander
abschliefsen würden.
Um den Umtausch der beiden losen Stücke jedes Zeilenstreifens bewirken zu können,
schiebt der Setzer sämmtliche Zeilen von der Tischplatte t auf eine dritte Tischplatte h,
indem er an dem Knopf eines Hebels U1 zieht (Fig. 11). Das andere Ende des Hebels ist
nämlich mit aufserhalb der Seiten der Tischplatten gelegenen Stützen u2 versehen, welche
eine Schiene M3 tragen, die sich quer über das
vordere Ende des Tisches t legt (Fig. 20 und 23). Durch die Hebelbewegung senken sich die
Stützen U0 etwas und es senkt sich daher auch
die Schiene uä.
Gleichzeitig ist durch die Bewegung des Hebels M1 eine Riegelstange v, welche ein Gewicht
V1 unterfafst, von diesem fortgezogen worden. Das freigewordene Gewicht senkt sich
und dreht, da es mittelst einer Wickelschnur an der Achse eines Kegelrades V2 hängt, dieses
und das mit ihm gepaarte Rad V3 um. Letzteres greift in eine Zahnstange V4, welche seitlich
zu den beiden Tischplatten t und u geführt wird und in der die Schiene M3 in einem
besonderen Kopfstück V5 gelagert ist (Fig. 23 und 24).
Es wird nun durch das sich senkende Gewicht die Zahnstange so verschoben, dafs die
Schiene M3 über die Tischplatte t gegen den Tisch u fortbewegt wird und hierbei, weil sie
infolge ihrer Senkung dicht über die Tischfläche fortstreicht, die Zeilenstreifen auf die
Tischplatte u schiebt, wo das Ausschliefsen stattfinden soll.
Auf jeder Längsseite des Tisches u ist an je einer Querschiene w% eine Nadelreihe w bezw. W1
befestigt, zwischen welchen beiden die Zeilenstreifen liegen, und zwar so, dafs jedem Streifen
auf jedem Ende eine Nadelspitze gegenüberliegt (Fig. 17 und 18, sowie 25 und 26). Zunächst
werden sämmtliche Nadeln in die Streifenenden hineingeschoben, indem man je einen Doppelriegel n>2 , dessen Drehachse fest
auf der Tischplatte sitzt und dessen Riegelstangen in Oesen an der Querschiene' vv% einfassen,
durch Herausziehen seiner Stangen aus den Oesen von dem entsprechenden Nadelrechen
ablöst und alsdann Federn wz gegen
jeden Rechen wirken läfst. Die Nadelschienen n>% bewegen sich hierbei bis zu den festen
Tischschienen n>n vor. Sind die Nadeln in die
Streifenenden eingedrungen, so werden diejenigen Nadelspitzen, welche in die letzten abgeschnittenen
StreifenstUcke α eingedrungen sind, etwas angehoben, wozu der Nadelrechen auf
einer besonderen Drehplatte W4 gelagert ist
(Fig. 16), und die Tischplatte u in eine solche
geneigte Lage gebracht, dafs die abgeschnittenen, die letzten Zeilemvörter tragenden Stücke β an
die Stelle der hochgehobenen leeren Stücke rutschen, während die Zeilenstreifen selbst
durch die Nadeln des anderen Rechens festgehalten werden. Die Nadelspitzen mit den aufgespiefsten
Stücken α werden wieder niedergesenkt und die Stücke mit Hülfe eines Lineals x, Fig. 19, zwischen dessen Ansätzeyy
sie eingeklemmt werden, von den Nadeln abgezogen und in die entstandenen Zwischenräume
zwischen den Stücken β und den Streifen hineingelegt. Die Nadelrechen werden wieder
zurückgezogen und durch die Riegelstangen W2
wiederum festgestellt.
Der Satz ist jetzt fertig, und es kann von ihm ein Abgufs in Schriftmetall genommen
werden.
Schliefslich wird es zweckmäfsig sein, wenn der Setzer von seinem Platz aus den Satz übersehen
kann, was sich durch Anordnung von Spiegeln \ erreichen läfst (Fig. 11). Der eine
Spiegel ist in schräger Lage unter dem centralen Stempelloch der Grundplatte α angebracht
und seine Spiegelfläche liegt demnach über der mit Schriftzeichen zu versehenden
Zeile. Damit die einzelnen Stempel auf die Schriftzeichenplatte niedergedrückt werden
können, ist der Spiegel drehbar gelagert, und der niedergehende Stempel drückt den Spiegel
jedesmal bei Seite, während eine Gegenfeder ihn immer wieder in die richtige Schrägstellung
zurückschiebt, in welcher er das Schriftzeichenbild auf die anderen geeignet angebrachten
Spiegel überträgt.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Eine Matrizenprägmaschine, gekennzeichnet durch Rohre (bj, welche um ein centrales Loch einer Grundplatte (a) herum radial verlaufend angeordnet sind, ein Kreisrohr (d) durchsetzen, in ein zweites Kreisrohr (c) einmünden und mit beiden Kreisrohren derartig durch Hähne (C1 dx) in Beziehung stehen, dafs infolge Verbindung eines radialen Rohres (b) mit dem Druckluft enthaltenden Kreisrohr (c) ein Schriftzeichen- oder Messerstempel (i) aus dem ersten Rohr heraus, über das centrale Plattenloch geschoben und durch dieses von einem Druckstempel (I1) in die Platte aus plastischer Masse gedrückt wird, worauf infolge Schliefsens des Hahnes zwischen dem radialen Rohr (b) und Kreisrohr (c) und Oeffhens des Hahnes zwischen dem Rohr (b) und dem zweiten Kreisrohr (d), welches eine Luftleere enthält, der äufsere Luftdruck den vorgeschobenen Stempel (i) wieder in das Rohr (b) hineindrückt.Hierzu 3 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE69019C true DE69019C (de) |
Family
ID=342516
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT69019D Expired - Lifetime DE69019C (de) | Matrizenprägmaschine |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE69019C (de) |
-
0
- DE DENDAT69019D patent/DE69019C/de not_active Expired - Lifetime
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