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Empfänger mit selbsttätiger Schwund- und Trennschärferegelung Es ist
bekannt, eine selbsttätige Schwundregelung in Empfängern durch Änderung der Gittervorspannung
von Hochfrequenzverstärkerröhren mittels einer durch Gleichrichten der empfangenen
Hochfrequenz gewonnenen Regelspannung vorzunehmen. Desgleichen ist es bekannt, mit
dieser Regelspannung das Gitter von zusätzlichen Röhren zu steuern, deren. Anoden-Kathoden-Strecken
parallel zu den Schwingungskreisen des Empfängers liegen. Diese Röhren wirken beim
Empfang eines starken Senders dämpfend auf die Schwingungskreise und üben deshalb
gleichzeitig eine selbsttätige Trennschärferegelung aus. Wegen dieser doppelten
Wirkung können die beiden Regelungen nicht unabhängig voneinander arbeiten und auf
den günstigsten Wert eingestellt werden. . Es tritt vielmehr eine Rückwirkung der
einen Regelung auf die andere auf. Dieser Nachteil wird durch die Erfindung beseitigt.
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Nach der Erfindung wird ein Empfänger mit selbsttätiger Schwund- und
Trennschärferegelung in der Weise ausgebildet, daß in einem Teil der zur selbsttätigen
Trennschärferegelung veränderbaren Bandfilter die Dämpfung bei größerer Eingangsamplitude
verringert wird und die Kopplung so niedrig eingestellt ist, daß die Energieübertragung
des Trägers bei kleinerer Dämpfung größer wird.
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Die Abbildung zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung, welche
nachstehend näher erklärt wird. Es ist der Zwischenfrequenzteil eines Superhetempfängers
dargestellt, bestehend" aus den Zwischenfrequenzröhren 1, 3, 5 und 7. Der Empfangsgleichrichter
ist mit 9 bezeichnet. Die ersten beiden Röhren i und 3 sind über ein aus zwei abgestimmten
Schwingungskreisen bestehendes Bandfilter 2 i miteinander gekoppelt. Dieses Bandfilter
ist so bemessen, daß ein Band durchgelassen wird, welches i o kHz über und unter
der Zwischenfrequenz umfaßt. Als Kopplungsmittel zwischen den Röhren 3 und 5 dient
nur ein einzelner Schwingungskreis 23. Die Röhren 5 und 7 sowie 7 und 9 sind dagegen
wieder über je ein Bandfilter 27 bzw. 29 m_ iteinander gekoppelt.
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Links unten befindet sich ein Anodengleichrichter 4.1 mit einem Widerstand
55 im Anodenkreis. Dieser Gleichrichter richtet die Zwischenfrequenz, welche über
den regelbaren Kondensator 53 an sein Gitter geführt wird, zur Gewinnung der Regelspannung
für die selbsttätige Schwundregelung und für die selbsttätige Trennschärferegelung
gleich. Die an der Anode dieses Gleichrichters 41 auftretende Regelspannung regelt
die Steuergitter aller Zwischenfrequenzröhren 1, 3, 5 und 7, wodurch in bekannter
Weise eine selbsttätige Schwundregelung bewirkt wird.
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Die selbsttätige Trennschärferegelung geschieht wie folgt: Parallel
zum Schwingungskreis 23 liegt die Anoden-Kathoden-Strecke der Röhre 59, welche den
Schwingungskreis um so stärker dämpft, je größer die Eingängsamplitude
ist.
Da die an der Anode des Gleichrichters 41 auftretende Regelspannung hierfür nicht
den richtigen Regelsinn haben würde, wird die Zwischenfrequepe@@" röhre i gleichzeitig
als Phasenumkehrrälk` verwendet, indem in den Anodenkreis diese Röhre i ein Widerstand
71 gelegt ist, von dem die Regelspannung für die Dämpfungsröhre 59 abgegriffen
wird. Die Regelung erfolgt dann in bekannter Weise derart, daß bei zunehmender Eingangsamplitude
die Gittervorspannüng der Dämpfungsröhre 59 in positiver Richtung geändert wird,
so daß der Innenwiderstand der Dämpfungsröhre abnimmt. Da nun infolge der hierdurch
bewirkten Dämpfung des Schwingungskreises 23 gleichzeitig die Lautstärke abnimmt,
wird gemäß der Erfindung die Röhre 61 vorgesehen. Die Röhre 6 i, deren Anoden-Kathoden-Strecke
parallel zu der Primärseite des Bandfilters 27 liegt, wird im umgekehrten Sinne
wie die Röhre 59 gesteuert, da an das Gitter dieser Röhre die Schwundregelspannung
selbst gelegt ist. Infolgedessen wird die Gittervorspannung der Röhre 6 i beim Empfang
eines starken Senders negativer und ihre dämpfende Wirkung auf das Bandfilter 27,
welches durch einen Widerstand 73 zusätzlich gedämpft ist, geringer. Da die Kopplung
dieses Bandfilters so niedrig eingestellt ist, daß die Energieübertragung des Trägers
bei kleinerer Dämpfung größer wird, findet ein Ausgleich der zwischen den Röhren
3 und 5 verminderten Energieübertragung statt. Die Kopplung des Bandfilters 27 ist
also unterkritisch, denn nur dann steigt bei der Herunterregelung der Dämpfung die
Spitze .'der Resonanzkurve an. Die Form der Reso-;xi,lnzkurve ändert sich dabei
kaum, denn die ;;:flänkensteilheit bleibt bei miteinander gekoppelten Schwingungskreisen
bei verschiedener Dämpfung annähernd erhalten. Bei einer Verringerung der Dämpfung
wird die Resonanzkurve deshalb im wesentlichen nur an der Spitze etwas schmaler.
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Würde die Kopplung im Gegensatz zur Erfindung so eingestellt sein,
daß sie beim Empfang eines schwachen Senders kritisch ist, so würde beim Herunterregeln
der Dämpfung die Amplitude des von dem Bandfilter 27 übertragenen Trägers erhalten
bleiben, denn es treten nur zwei Spitzen auf der Resonanzkurve infolge der bei verminderter
Dämpfung einsetzenden Überkopplung auf. Die tiefste Stelle der Einsattelung wäre
dann genau so hoch wie die Spitze der Resonanzkurve bei der kritischen Kopplung.