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Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung geformter, mit Radiumemanation
in beliebiger Menge gleichmäßig beladener, bei gewöhnlicher Temperatur fester plastischer
Stoffe, wie Paraffin, Wachs o. dgl.
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Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung
zur Herstellung geformter, mit Radiumemanation in beliebiger Menge gleichmäßig beladener,
bei gewöhnlicher Temperatur fester plastischer Stoffe, wie Paraffin, Wachs o. dgl.,
unter Verwfen, dung eines Beladungsgefäßes, blei dem ein mit beweglichem Kolben
versehener Zylinder verwendet wird, der an dem dem Kolben entgegengesetzten Ende
mit einem abschließbaren Ansatz versehen ist, wobei der radioaktive Stoff in dem
Zylinder gas dicht gelagert und ein Ventil im Kolben angeordnet ist, oder ähnlicher
Beladungsgefäße. Bei der Benutzung dieser Gefäße werden salbenartige und bei gewöhnlicher
Temperatur feste Stoffe gfeschmolzen in das evakuierte Beladungsgefäß eingesaugt
und durch Schütteln mit der Em.anation gleichmäßig beladen. Auch die Entleerung
der Aktivierungsvorrichtung kann insbesondere bei Substanzen wie Paraffin, Wachs
o. dgl. nur in der Wärme erfolgen, solange die Füllung noch flüssig ist. Kühlt aber
emanationsbaltiges Paraffin, Wachs 0. dgl. an der Luft ab, so entweicht ein T'eil
der wertvollen Emanation in die Luft. Vor allem lassen sich jedoch solche radioaktiven
festen Stoffe nicht in kompakter Masse verwenden, sie müssen vielmehr noch geformt
werden, was erneute Bearbeitung mit weiteren Emanationsverlusten bedingt.
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Um diese Mängel zu beheben, wird nach der Erfindung an den Stutzen
des Beladungsgefäßes eine evakuierbare Form luftdicht angeschlossen, in die die
noch flüssige ernanationshaltige Masse unter Vakuum entleert wird.
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Die Verwendung in Formen gegossener, erstarrender, emanations'baltiger
Massen ist bisher weder vorgeschlagen noch versucht worden. Man befürchtete mit
Recht, besonders bei Gußstücken mit großer Oberfläche, wie Platten aus aktiviertem
Paraffin o. dgl., beim einfachen Gießverfahren Verluste an wertvoller Emanation
und glaubte, mit emanationshaltigen Salben, die auch in abgekühltem Zustand aus
dem geschlossenen Beladungsgefäß herausgedrückt werden können, den gleichen Zweck
zu erreichen. Man verkannte die großen Vorteile, die sich bieten, wenn plastische
Massen von jeder gevunschten Form gleichmäßig mit beliebigen bzw. vorgeschriebenen
Mengen von Emanation beladen werden.
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Will man beispielsweise Wunden an der IÆörperoberfläche mit Emanation
behandeln, dann gestattet die Salbentherapie keinen völlig
gleichmäßigen
Auftrag und kann vor allem nicht verhindern, daß die durch die Körperwärme dünner
werdende Salbe in Vertiefungen der Wunde hineinfließt. Dadurch ergeben sich zwangsläufig
eine nicht regelbare Verteilung der Salbe und verschieden starke Einwirkung der
Emanation. Demgegenüber wird eine dünne, gIeichmäßig mit Emanation beladene Paraffinplatte,
die sich der Körperoberfläche innigst anschmiegt, an allen Stellen dieselbe Strahlung
gewährleisten. Außerdem hat die letztgenannte Behandlungsart den großen Vorzug,
schnell und bequem, insbesondere aber sauber, anwendbar zu sein. Bei tiefer gelegenen
Wunden bzw. bei der Emanationseinwirkung auf verschiedene innere Organe verbietet
sich die Verwendung aktiviert, er Salben meistens von selbst, während durch die
Erfindung gerade auf diesem Gebiet ganz neue Anwendungsmöglichkeiten erschlossen
werden.
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Bei den zu Platten, Stäben, Strängen, Kugeln, Ovalen usw. geformten
Körpern lassen sich die Strahlungsmenge und Form den erforderlichen Verhältnissen
anpassen. Außer den von der Berührungsfläche ausgehenden Alphastrahlen gelangen
auch die Beta- und Gammastrahlen aus dem Innern der Wachsschicht zur Auswirkung,
so daß bei entsprechend starker Aktivierung die Strahlung beliebig gesteigert werden
kann bis zur nekrotischen Wirkung bei malignen Tumoren usw.
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Als Form lassen sich zwei beliebig große und beliebig gestaliete
Platten mit ineinandergreifenden Rändern benutzen. Die einander zugekehrten Seiten
der Platten sind entweder glatt, wenn es sich um die Herstellung von radioaktiven
Scheiben oder Platten aus Paraffin, Wachs o. dgl. handelt, oder gerillt bzw. hslbkugelig
ausgebuchtet oder in entsprechend anderer Weise gemustert, wenn Stäbchen, Stränge,
Kugeln, Ovale usw. in Frage kommen. Durch entsprechende Einlagen oder verschieden
starke Dichtungen am Rande der Formplatten ist der gegenseitige Abstand der Platten
zu regeln, so daß Scheiben des radio aktiven Paraffins usw. von wechselnder Stärke
erhalten werden können.
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Die beiden die Form bildenden Platten werden in der z. B. bei Autoklaven
üblichen Weise zusammengeschraubt. Ein gegebenenfalls durch die Deckelplatte geführtes
Verbindungsrohr dient zum Anschluß an den Mischbehälter; ein weiteres ähnlich geführtes
Rohr stellt die Verbindung mit der Außenluft bzw. der Luftpumpe hier.
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Um die vorzeitige Erstarrung der geschmolzenen Masse in der Form
zu verhüten bzw. um die Form gut füllen und die Erstarrung richtig leiten zu können,
muß die Form vorgewärmt und alsdann gekühlt werden. Bei größeren und infolgedessen
schwereren Formen, die sich nicht ohne weiteres in ein Gefäß mit heißem bzw. kaltem
Wasser legen lassen, wird man Doppel- bzw. Mantelplatten mit Zu-und Ableitungen
für Dampf bzw. warmes und kaltes Wasser wählen.
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Aus den Zeichnungen, die eine beispiels weise Ausführungsform der
Vorrichtung darstellen, gehen die Einzelheiten der Erfindung klar hervor, und zwar
zeigen Abb. I die Form, größtenteils im Schnitt, Abb. 2 ein Paar anders gestalteter
Formplatten, geschnitten, Abb. 3 eine Formplatte nach Abb. 2 in Aufsicht.
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Nach Abb. 1 ist an den Auslaßstutzen 1 des nicht wiedergegebenen
Aktivierungsgefäßes mit dem Hahn 2 mittels der Muffe 3 das Füllrohr 4, das in den
Innenraum 5 der Form führt, angeschlossen. Der Innenraum 5 ist begrenzt von der
Oberplatte 6 und der Grundplatte 7, wobei die Deckplatte 6 am Rande mit dem Vorsprung
8 in die entsprechende Aussparung 9 der Platte 7 eingreift und durch den auswechselbaren
Einiage- oder Dichtungsring bzw. -rahmen 10 die Abdichtung und Regelung des Abstandes
bleider Platten erfolgen. In üblicher Weise sind an die Platte 7 bei II, 11'...
Flügeischrauben I2, I2E... angelenkt, denen die Lager 13, 13'... an der Platte 6
entsprechen. Selbstverständlich können auch geeignete Bügeischrauben zur Verbindung
beider Platten benutzt werden.
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Durch das Rohr 14 wird die Verbindung des Innenraumes 5 mit der Außenluft
bzw. der Luftpumpe hergestellt. Die Formplatten 6 und 7 sind mit glatten Innenfiächen
als ummantelte Platten ausgebildet und besitzen die Zu- und Ableitungen 15, I bzw.
16, 16' für D.ampf bzw. warmes und kaltes Wasser.
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In den Abb. 2 und 3 ist im Schnitt und in Aufsicht eine andere Ausführungsart
der Formplatten gezeigt. Die Platten 6' und 7' besitzen an den einander zugekehrten
Seiten halbkugelige Aussparungen 17 und I8 bzw. halbzylindrische Auskerbungen 19
und 20. Im übrigen sind selbstverständlich auch bei den Formen nach Abb. 2 und 3
die in Abb. 1 dargestellten Vorrichtungen zum Füllen, Evakuieren, Abdichten usw.
vorgesehen.
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Während in der Form nach Abb. I Scheiben bzw. Platten von aktiviertem
Paraffin, Wachs o. dgl. gegossen werden, dienen die in Abb. 2 und 3 wiedergegebenen
Formen zur Herstellung von Kugeln, Stäbchen usw.
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Die Arbeitsweise ist folgende: Die bei geschlossenem Hahn 2 an das
Aktivierungsgefäß angeschlossene Form wird durch Anziehen der Schrauben I2, 12'...
abgedichtet und durch Rohr 14 evakuiert. Ist das gewünschte Vakuum erreicht, so
wird Rohr 14 durch einen nicht dargestellten Hahn geschlossen
und
nach entsprechender Vorwarnung der Platten 6 lund 7 durch Öffnen des Hahnes 2 der
Inhalt des Beladungsbehälters in die Form gesaugt. Die Füllung der Form kann noch
durch den Druck des beweglichen Kolbens im Aktivierungsgefäß unterstützt werden.
Gegebenenfalls sind in den Formplatten entsprechende Gußkanäle vorzusehen.