DE557464C - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Gussstuecken aus Metall - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Gussstuecken aus Metall

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DE557464C
DE557464C DEA62946D DEA0062946D DE557464C DE 557464 C DE557464 C DE 557464C DE A62946 D DEA62946 D DE A62946D DE A0062946 D DEA0062946 D DE A0062946D DE 557464 C DE557464 C DE 557464C
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B22CASTING; POWDER METALLURGY
    • B22DCASTING OF METALS; CASTING OF OTHER SUBSTANCES BY THE SAME PROCESSES OR DEVICES
    • B22D7/00Casting ingots, e.g. from ferrous metals

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Continuous Casting (AREA)

Description

  • Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Gußstücken aus Metall Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung von Gußstücken aus Metall und insbesondere, jedoch nicht ausschließlich, auf die Herstellung von Gußblöcken (Ingots) aus Stahlguß.
  • Bei der Herstellung von Ingots aus Stahlguß, insbesondere von solchen größerer Ausmaße, kommen Veränderungen in der Kornbeschaffenheit im allgemeinen in verschiedenen Teilen des Ingots vor. Daraus ergeben sich Seigerungserscheinungen und Risse in den äußeren Teilen des Ingots in allen möglichen Formen (bei Ingots mit quadratischem oder vieleckförmigem Querschnitt Ingoteckenmarken). Im allgemeinen werden auch in der Nähe der Achse eines Ingots, insbesondere im oberen Teil, Fehler gefunden.
  • Die Erfindung bezweckt,- die Neigung für die Bildung solcher Fehler zu verringern und im allgemeinen einen Ingot größerer Festigkeit und besserer Beschaffenheit zu erzielen.
  • Gemäß der Erfindung wird zur Einführung bei einem bestimmten Abschnitt des Gießvorgangs, sogar nach Vollendung des Gusses, ein Metall mit niedrigem Schmelzpunkt oder eine Legierung in dem Raum vorgesehen, der zwischen der Form und dem Gußstück durch Zusammenziehen des letzteren und durch die Ausdehnung der Form entsteht. Ferner sind zweckmäßigerweise Mittel vorgesehen, durch welche die Höhe der freien Oberfläche des flüssigen, so eingefüllten Metalls nach Belieben geändert werden kann. Durch diese Mittel kann der hydrostatische Druck des noch flüssigen Metalls in dem äußeren Mantel des Gußstücks, wo die Erstarrung zuerst eintritt, in irgendeinem beliebigen Abschnitt durch den hydrostatischen Druck des flüssigen Metalls, das zwischen den Mantel und die Form eingeführt worden ist, ausgeglichen werden. Darüber hinaus wird durch das Vorhandensein von Metall zwischen Gußstück und Form die Kühlung des Gußstücks vergrößert, so daß durch Änderung der Höhe des. eingeführten Metalls der Betrag und die Art der Kühlung des Gußstücks durch Änderung des Spiegels des flüssigen Metalls geregelt werden kann. Soll dann das Gußstück aus der Form entfernt werden, so kann das eingeführte Metall vor dem Hochheben des Gußstücks ausfließen.
  • Wird bei der Durchführung des Herstellungsverfahrens nach der Erfindung ein Gußstück, z. B. ein großer Stahlingot, gegossen, so wird, nachdem eine bestimmte Menge Stahl in Form von flüssigem Metall ausgegossen worden ist, beispielsweise Blei in der Nähe des Bodens der Form, vorzugsweise durch eine öffnung auf der Seite der Form, in einem solchen Betrage zugelassen, daß der Spiegel des Bleis in einem geeigneten Abstand unterhalb der freien Oberfläche des Stahls aufrechterhalten bleibt, solange der Gießvorgang fortgesetzt wird. Hat man festgestellt, daß die Stärke des Mantels des Ingots so groß ist, daß sie dem hydrostatischen Druck des noch flüssigen Stahls im Innern des Ingots standhält, so kann der Flüssigkeitsspiegel des Bleis abgesenkt werden, so daß der Grad der Kühlung .des Ingots herabgesetzt wird. Bei Stahlingots ist es im allgemeinen wünschenswert, daß eine vollständige Erstarrung des unteren Teils eines Ingots vor der Erstarrung in dem oberen Teil eintritt und daß sie in Richtung nach oben fortschreitet, da sich ergeben hat, daß dann weniger Fehler in der Umgebung der Längsachse des Ingots auftreten. Dies kann gemäß der Erfindung auf bequeme Weise dadurch erreicht werden, daß man das flüssige Blei in dem unteren Teil der Form eine bestimmte Zeit lang verbleiben und es dann entweder in Abschnitten oder stetig hochsteigen läßt. Der Grad der Kühlung kann in den verschiedenen Teilen des Ingots durch Heben und Senken des Bleispiegels in der Form geändert werden. Die Änderung des Betrages und: der Verteilung der Kühlung des Ingots durch die beschriebenen Mittel kann mit anderen, für sich allein bekannten Maßnahmen, nämlich dem Erhitzen oder Abkühlen der Form, zusammen vorgenommen werden, wodurch der Betrag und die Verteilung der Kühlung des Ingots genauer geregelt werden kann. So kann z. B. zum Zwecke der Kühlung der Form Luft über einen Teil der äußeren Oberfläche geblasen werden. Zur Erzielung einer größeren Kühlwirkung kann die Oberfläche der Form mit Rippen versehen sein, oder die Formwand kann auf andere Weise so ausgestaltet sein, daß sie eine ausgedehnte Oberfläche für die Ableitung der Wärme bietet. An Stelle von Kühlluft kann in gleicher Weise ein gasförmiges oder ein anderes Heizmaterial verwendet werden, und wenn es in einem besonderen Abschnitt notwendig erscheinen sollte, die relativen Beträge der Erstarrung in verschiedenen Teilen eines Ingots zu betonen, so kann die Kühlung eines Teils einer Form zusammen mit der Erwärmung eines anderen Teils vorgenommen werden. In den Fällen, in denen die Wirkung des hydrostatischen Drucks auf den Mantel des Gußstücks für unwesentlich gehalten wird, kann das flüssige Metall in einem bestimmten Abschnitt des Gießvorgangs in die Form eingeführt werden, in einigen Fällen nach Vollendung des Gießvorgangs, einzig und allein zum Zwecke der Regelung der Kühlung, oder seine Einführung kann ausschließlich zu dem Zweck angewendet werden, um einen hydrostatischen Gegendruck an der äußeren Seite des Gußstückes zu erzeugen.
  • Für den Ein- und Austritt des flüssigen Füllmetalls kann eine öffnung oder ein Kanal geeigneter Größe in der Seitenwand der Form in der Nähe oder an dem Boden oder in dem Boden selbst hergestellt werden, und, wenn erforderlich, können Hilfsmittel, wie Kanäle, zur Verteilung des Füllmetalls an den Seitenwänden der Form vorgesehen werden. Bei einer Ausführungsform ist die genannte Öffnung beispielsweise mit einem Verschluß versehen, mit Mitteln, um ihn innen und außen zu verschrauben, um den Kanal für den Ein- und Austritt des flüssigen Füllmetalls nach Bedarf zu öffnen und zu schließen und um zu verhüten, daß das flüssige Metall in die Schlitze und Durchlässe eintritt, durch die das Füllmetall eingeführt wird. Das äußere Ende des Kanals steht durch eine Leitung mit einem Vorratsbehälter für das flüssige Füllmetall in Verbindung. Der Metallspiegel in der Form kann durch Veränderung der Höhe des flüssigen Metalls in dem Vorratsbehälter geregelt werden, oder der Vorratsbehälter kann die Gestalt eines Zylinders haben, der ein Gewicht oder einen lose befestigten Kolben enthält, dessen Druck geändert werden kann, wenn er auf die Oberfläche des darin befindlichen Metalls drückt, oder aber es kann ein ausreichender Zwischenraum zwischen dem Kolben, dessen Achse im wesentlichen senkrecht sein würde, und dem Behälter vorhanden sein, um zu gestatten, daß der Kolben wie ein Schieber wirkt, der die freie Oberfläche des flüssigen Metalls in dem Behälter und in der Form gemäß den Bewegungen des Kolbens steigen und fallen läßt. Bei einer anderen Ausführungsform kann der Spiegel des Füllmetalls in der Form mit Hilfe des Einlaßverschlusses oder -ventils und mit Mitteln geändert.und geregelt werden, die vorgesehen sind, um das Füllmetall ausfließen zu lassen. Es muß Vorsorge getroffen werden, um die ganze Metallmenge, die eingeführt werden soll, in einem geeigneten flüssigen Zustand zu erhalten. Um das Hineinfließen des Füllmetalls bis an alle Flächen des Ingots zu erleichtern, können eine oder mehrere Verteilungsleitungen vorgesehen werden. Dies könnte vorzugsweise dadurch erreicht werden, daß Teile der Formwand, die den Leitungen entsprechen, entfernt oder verschoben werden; eine solche Entfernung müßte nach dem Beginn des Gießens des Stahls und vor Eintritt des flüssigen Füllmetalls in die Form vorgenommen werden.
  • In der Zeichnung sind Ausführungsformen der Vorrichtung nach der Erfindung beispielsweise schematisch dargestellt.
  • Ab-b. i ist eine Draufsicht, teilweise im Schnitt, in der eine Ingotform und Mittel zur Lieferung des geschmolzenen Metalls, z. B. Blei, nach dem Boden der Form dargestellt sind.
  • Abb. a und 3 stellen in ähnlicher Weise wie Abb. i andere Verfahren dar, mit deren Hilfe man das geschmolzene Blei in den Boden der Form fließen lassen kann.
  • Abb.,. ist eine Ansicht, teilweise im Schnitt, in der Vorrichtungen zur Kühlung der Außenseite der Form bei verschiedenen Spiegelhöhen dargestellt sind.
  • In Abb. i ist eine Form für Stahlgußingots bei i im Schnitt dargestellt. Die Form ist in der Abbildung bis zu etwa einem Drittel mit geschmolzenem Stahl 2 gefüllt dargestellt; der Strahl flüssigen Metalls, der in die Form eintritt, ist mit 3 bezeichnet. 4 ist ein Behälter mit Blei, das mit Hilfe einer Heizvorrichtung in dem Raum 5 unterhalb des genannten Behälters in geschmolzenem Zustand gehalten wird. Der Behälter 4 ist in einer Höhe angeordnet, die über derjenigen liegt, bis zu der das flüssige Blei in der Ingotform steigen soll. Der Boden des. Behälter 4 steht durch eine Rohrleitung 6 -und durch ein Ventil 7 mit dem Boden der Form bei 8 in Verbindung. Das Ventil 7 wird durch eine Welle 9 angetrieben, die mit Hilfe eines Handrades io von einer Plattform i i aus in Umdrehung versetzt werden kann. Der Austritt aus dem Behälter 4 nach der Rohrleitung 6 wird durch ein von Hand betätigtes Ventil 12 geregelt.
  • Auf der anderen Seite der Form ist ein Standrohr 13 dargestellt, das mit dem Boden der Form bei 14 durch ein Ventil 15 in Verbindung steht, das eine ähnliche Bauart besitzt wie das Ventil 7. Das Ventil 15 wird durch eine Welle 16 und durch ein Handrad 17 betätigt.
  • 18 ist eine Vorrichtung zum Anzeigen des Standes, bis zu dem das Metall in dem Standrohr 13 emporgestiegen ist, und damit auch des Standes, bis zu dem das flüssige Blei in dem Raum zwischen dem Gusstück und der Formwand gestiegen ist. Eine solche Anzeige kann auf verschiedene Weise gegeben werden. Beispielsweise kann, wie in der Zeichnung dargestellt, ein biegsamer Draht i9 um eine Metalltrommel 2o herumgelegt sein, und die Lage des unteren Endes des Drahtes in dem Standrohr kann durch Drehung dieser Trommel eingestellt werden. Der Draht und das Metall in dem Standrohr bilden Teile eines elektrischen Stromkreises, der eine geeignete Stromquelle und eine Weck- oder Signalvorrichtung enthält, so das der Stromkreis geschlossen wird und ein Signal gegeben wird, wenn das Metall in dem Standrohr bis zu einer solchen Höhe steigt, das es das Drahtende berührt. Selbstverständlich können viele geeignete Vorrichtungen benutzt werden, und die beschriebene Vorrichtung ist nur beispielsweise genannt worden.
  • Um den Ausfluß des geschmolzenen Bleis von dem Boden der Form aus zu gestatten, kann ein Auslas 21 vorgesehen sein, der einen Absperrhahn irgendeiner geeigneten Bauart besitzt. Der Auslaß mündet in einen schrägen Trog und von da in einen geeigneten Behälter, der am Boden links in der Ecke der Abb. i angedeutet ist.
  • In Abb. 4, in der beispielsweise eine geeignete Ausführungsform eines Ventils dargestellt ist, um .den Eintritt in den Boden der Ingotform oder aus dieser heraus zu gestatten, ist 22 ein rohrförmiges Gehäuse, das den Hauptventilkörper bildet, der an der Wand des Gehäuses mit Hilfe eines Flansches 23 befestigt ist, und das ein Abzweigrohr 24 besitzt, welches mit Hilfe eines Flansches an das Rohr 6 (Abb. i) angeschlossen ist, das von dem Behälter 4 herkommt; ferner ist das Gehäuse mit einem Auslaß 21 versehen. Das, rohrförmige Gehäuse läuft in ein Endstück 25 aus, das eine Mündung 26 besitzt, durch die das Innere des Ventilkörpers mit dem Innern der Form in Verbindung gebracht werden kann. Diese Mündung ist mit einem Verschlusstück 27 versehen, durch welches sie geöffnet und geschlossen werden kann. An dem äußeren Ende des Körpers 22 befindet sich eine Stopfbüchse 28 mit Dichtungsmaterial irgendeiner beliebigen geeigneten Bauweise. Die Ventilstange 29, die in der Stopfbüchse 28 gleiten kann, ist mit dem VerschlusstÜck 27 durch einen Ansatz 31 verbunden, in welchem das innere Ende des Verschlusstückes 27 mit geringerem Durchmesser mit Hilfe eines Stifts 31 befestigt ist. Das äußere Ende der Ventilstange 29 besitzt verringerten Durchmesser und ist mit einem Schraubengewinde 32 versehen, in das eine Mutter 33, die ihrerseits mit schrägen Zähnen 34 versehen ist, eingreift. Die Mutter ist auf dem Schraubengewinde 32 mit Hilfe eines Kegelrades 35 drehbar, das an dem Ende der Ventilbetätigungsspindel9 befestigt ist. Die Mutter 33 wird in ihrer Lage mit Hilfe einer Platte 36 festgehalten, die von dem rohrförmigen Gehäuse 22 getragen wird und andererseits von einer Muffe 37, deren eines Ende an die Mutter 33 anstößt und deren anderes Ende an eine Kappe 38 angrenzt. Der im Durchmesser verringerte Teil der Ventilstange 29 gleitet in einer Öffnung in. der Kappe 38 hin und her und ist mit einem Keil oder mit einer Feder 39 versehen, um zu verhindern, das sich die Ventilstange dreht, wenn die Mutter 33 in Umdrehung versetzt wird. Es ist ohne weiteres einleuchtend, das, wenn die Mutter 33 mit Hilfe der Betätigungsstange 9 und des Handrades 1 o (Abb. 1) in dem einen oder in dem anderen. Sinne in Umdrehung versetzt wird, das Verschlusstück 27 in die Mündung 26 hinein- oder aus dieser herausbewegt wird. Eine Dichtung 4o aus Asbest oder einem anderen geeigneten Material, das der Temperatur des flüssigen Bleis standzuhalten vermag, kann zwischen dem Ansatz 3o und der inneren Stirnfläche des Endes 25 des Ventilgehäuses 22 vorgesehen werden. Das Ventil z5, durch das der Boden der Form mit dem Standrohr 13 in Verbindung steht, kann von ähnlicher Bauart sein wie das Ventil 7.
  • In Abb. z ist ein bis zu einem Drittel fertiggegossener Ingot- dargestellt. Sein unteres Ende ist erstarrt, so daß sich ein Raum 41 zwischen dem unteren Teil des Ingots und der Form infolge der Zusammenziehung des Ingots und bzw. oder infolge der Ausdehnung der Form bildet. Während des ersten Teils des Gießvorganges kann das Venti17 geschlossen gehalten werden, um zu verhindern, daß das zu gießende Metall aus der Form heraustritt. In einem beliebigen Abschnitt des Gießvorganges wird das Ventil 7 geöffnet, und man läßt flüssiges Blei von dem Behälter 4 aus in das Rohr 6 fließen durch Öffnen des Ventils 12 und hierauf in den Raum 41 zwischen dem Bodenteil des Ingots und der Form. Der Flüssigkeitsspiegel in dem Raum wird durch Betätigung des Ventils 12 geregelt. In der Zeichnung ist der Spiegel durch die Linie42 angedeutet. Das Ventil r5 ist ebenfalls offen und gestattet dem flüssigen Metall, in das Standrohr 13 zu fließen, durch welches sein Flüssigkeitsspiegel im Innern der Form angezeigt wird, wie dies vorstehend beschrieben ist. Es ist klar, - daß während des Gießvorgangs das Rohr 6, das Ventil 7 und das Standrohr 13 mit seinem Ventil 15 auf einer solchen Temperatur gehalten werden, um den Durchfluß des flüssigen Bleis von dem Behälter 4 nach dem Boden der Form in das Standrohr 13 oder je nachdem durch den Auslaß 2z zu gestatten. Dies kann durch äußere Erwärmung erreicht werden, beispielsweise mit Hilfe von Gasbrennern, die in geeigneter Weise angebracht, in der Zeichnung aber 'nicht dargestellt sind.
  • Das flüssige Metall kann auf diese Weise in irgendeinem Abschnitt des Gießvorganges oder sogar nach dessen Beendigung in die Form eingelassen werden, um die Abkühlung zu regeln und bzw, oder um einen geeigneten hydrostatischen Druck auf die Außenseite des Ingots je nach Bedarf auszuüben.
  • Trotzdem der untere Teil des Ingots oder Gußblocks auf dem Boden der Form bleibt oder ruht, hat es sich ergeben, daß das flüssige Füllmetall ohne Schwierigkeit in den Raum zwischen dem Ingot und der Form eindringt. In einigen Fällen können Hilfsmittel, wie Kanäle, die nicht in der Zeichnung dargestellt sind, vorgesehen werden, um das Füllmetall auf die Seiten der Form zu verteilen. In Abb. 2 ist eine Form z dargestellt, deren Boden mit Ventilen 7 und 15 versehen ist, die den oben beschriebenen. ähnlich sind, aber die eine etwas andere äußere Gestalt haben. Anstatt jedoch die Schwerkraft zu benutzen, um flüssiges Metall mit niedrigem Schmelzpunkt in den Boden der Form gelangen zu lassen, wird dies hier dadurch erreicht, daß der Druck eines geeigneten Gases, z. B. von Stickstoff, benutzt wird, der von einer Gasflasche 43 geliefert wird, an der ein Regulierventil 44 befestigt ist, und mit dessen Hilfe auf den oberen Teil eines Behälters, der in einem abgesperrten Behälter 45 Flüssigkeit enthält, Druck ausgeübt werden kann. In diesem Behälter befindet sich ein Metall mit einem niedrigen Schmelzpunkt, z. B. Blei, das mit Hilfe einer Heizvorrichtung in dem Raum 46 in flüssigem Zustand gehalten wird. Der Behälter 45 ist mit dem Ventil 7 durch eine Rohrleitung 47 verbunden und mit einem Manometer 48 versehen. Das Standrohr kann in diesem Falle entbehrt werden, und die Höhe, bis zu welcher das Blei in der Form hochsteigt, kann aus dem Druck, den das Manometer 48 anzeigt, geschätzt werden. Anstatt daß das Blei durch die Rohrleitung 2r herausgelassen wird, kann man es auch durch Verringerung des Drucks in den Behälter zurückfließen lassen.
  • In Abb. 3 ist ein anderes Verfahren zur Lieferung von Metall mit niedrigem Schmelzpunkt dargestellt. In diesem Fall können die Ingotform r und die Speiseleitung 47 mit einem Ventil 7 wie zuvor angeordnet werden; der bei 49 angedeutete Behälter, der das Metall mit dem niedrigen Schmelzpunkt enthält, besitzt jedoch eine beträchtliche Höhe in vertikaler Richtung und ist mit einem Drücker oder Kolben 5o ausgerüstet, der einen etwas geringeren Durchmesser besitzt als der Behälter, so daß in dem Raume zwischen dem Kolben und den Wänden des Behälters Metall frei hochsteigen kann. Es ist klar, daß durch Heben und Senken des Kolbens 5o in dem Behälter das Metall mit dem niedrigen Schmelzpunkt durch das Rohr 47 hindurch und durch den Raum am Boden zwischen dem Ingot und der Form nach Belieben hindurchgedrückt werden kann. Der Metallspiegel in der Form, der durch die Linie 42 angedeutet ist, wird offenbar der gleiche sein wie in dem Behälter 49. In diesem Falle kann also auch das Standrohr zur Anzeige des Spiegels entbehrt werden.
  • In Abb. 5 sind an sich bekannte Mittel zur äußeren Kühlung der Form dargestellt. Zu diesem Zweck ist die Form 51, die im Innern irgendeine beliebige Gestalt haben mag, zur Erleichterung der Kühlung an ihrer äußeren Oberfläche mit Rippen 52 o. dgl. versehen. Eine Muffe 53 aus Eisenblech besitzt obere und untere Platten 54, 55, die so gestaltet sind, daß sie mit den Rippen 52 zusammenwirken und mit Hilfe von Ketten oder Drahtseilen 5& nach Belieben an der Form aufwärts und abwärts bewegt werden können. Die Muffe besitzt Eintritts- und Austrittsöffnungen 57, 58 für den Eintritt und den Austritt von Kühlluft, die vorzugsweise nach oben über die Form fließt und dadurch in dem Teil der Form, an dem sich die Muffe gerade befindet, eine größere Kühlwirkung hervorruft als in anderen Teilen. Die Kühlwirkung wird auch im unteren Teil der Muffe oder wo die kalte Luft sonst zugelassen wird größer sein. In einigen Fällen kann die obere Platte 54 der Muffe weggelassen sein, und die darin befindliche Luft kann unmittelbar in die Atmosphäre ausblasen. Gewünschtenfalls können Vorrichtungen, wie sie in Abb. 5 dargestellt sind, zum Kühlen der Form, und zwar an einigen Stellen mehr als an anderen, in Verbindung mit Vorrichtungen zum Zulassen von flüssigem Metall zu dem unteren Teil der Form, wie dies oben beschrieben worden ist, angewendet werden.
  • In einigen Fällen können Mittel zum Heizen des oberen Endes des Ingots angewendet werden; z. B. kann der oberste Teil der Form, der in den Abbildungen mit 55 bezeichnet ist, mit einem schwer schmelzbaren Material geringer Wärmeleitfähigkeit gefüttert werden und mit Heizvorrichtungen ausgerüstet werden. Bei einer Ausführungsform kann der Kopfteil aus doppelten Wänden hergestellt sein, und der ringförmige Raum zwischen den Wänden, der eine Heizkammer bildet, kann zweckmäßigerweise mit gasförmigem oder flüssigem Brennstoff geheizt werden. In einigen Fällen, z. B. wenn es sich um sehr lange Ingots oder Gußblöcke handelt, kann es wünschenswert sein, Heizvorrichtungen an dem oberen Teil des Ingots getrennt von dem Kopfteil anzuwenden.
  • In einigen Fällen kann es nach Erstarrung der Wand des Ingots oder des Gußblocks bis zu einer genügenden Stärke wünschenswert erscheinen, den Betrag der Abkühlung des oberen Teils des Ingots zu verzögern, während in dem unteren Teil der Abtransport von Wärme verstärkt wird, beispielsweise mit Hilfsmitteln, wie sie oben beschrieben und in der Abb. 5 dargestellt sind. In diesem Falle kann außer einem Kühlmantel, wie er in Abb. 5 dargestellt ist, ein Wärmeisoliermantel oder eine Muffe angewendet werden, die mit der Kühlmuffe während des Erstarrens des Ingots oder Gußblocks von dem Boden nach oben gehoben werden kann. Ferner kann es wünschenswert sein, nach Erstarrung des unteren Teiles eines Ingots oder eines Gußblocks die Abkühlung zu verzögern, um die Entstehung von hohen inneren Spannungen zu verhindern. In diesem Fall können Mittel zur Wärmeisolierung oder Heizmittel unterhalb des Kühlmantels oder der Muffe verwendet werden.
  • Die Erfindung ist selbstverständlich nicht auf eine besondere, dargestellte und beschriebene Ausführung der Form oder der Hilfsvorrichtung beschränkt. Ferner ist die Erfindung selbstverständlich nicht auf Gußblöcke oder Ingots oder Stücke einfacher Gestalt beschränkt, sondern sie kann verwendet werden, um die Festigkeit und die Güte von Gußblöcken oder anderen Metallen als Stahl und von größeren oder komplizierteren Gußblöcken als die hier beschriebenen zu erhöhen.

Claims (7)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung von Ingots oder Gußstücken aus Metall, dadurch gekennzeichnet, daß in den Raum, der zwischen der Form und dem Gußstück durch die Zusammenziehung des Gußstücks und bzw. oder durch die Ausdehnung der Form entsteht, flüssiges Metall oder flüssige Metallegierung mit niedrigerem Schmelzpunkt als das zu vergießende Metall eingeführt wird.
  2. 2. Verfahren zur Herstellung von Ingots oder Gußstücken nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Höhe der freien Oberfläche des flüssigen eingeführten Metalls nach Belieben zu dem Zweck geregelt wird, daß dem hydraulischen Druck entgegengewirkt wird, der von dem noch flüssigen Metall im Innern des erstarrten äußeren Mantels des Gußstücks ausgeübt wird, und bzw. oder um den Wärmefluß von dem Gußstück zu der Form zu ändern.
  3. 3. Verfahren zur Herstellung von Gußstücken aus Metall nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß beliebige Teile der Form während oder nach Einführung des flüssigen Metalls oder der Metallegierung so gekühlt oder erwärmt werden, daß der Wärmeübergang von dem Gußblock durch die Temperatur der äußeren Teile der Form geregelt wird, auf welche die Wärme übertragen wird, in Verbindung mit der Regelung der Leitfähigkeit des Wärmepfades von dem Gußblock quer durch den Spalt oder durch das flüssige Metall oder die Metallegierung nach den äußeren Teilen der Form.
  4. 4. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche i bis 3, gekennzeichnet durch einen Behälter, der sich an einer höher gelegenen Stelle als die Form befindet und mit dem Innern der Form oder mit der näheren Umgebung des Bodens durch ein Rohr in Verbindung steht, um flüssiges Metall oder Legierung von dem Behälter zu der Form gelangen zu lassen, mit Ventilen zur Regelung der Menge flüssigen Metalls oder Legierung, die auf diese Weise zugelassen wird.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch q., bei der der Behälter für das flüssige Metall verschlossen ist und der Raum über dem flüssigen Metall durch ein Rohr und durch ein Regulierventil mit einer Gasquelle unter Druck in Verbindung steht.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch q., gekennzeichnet durch einen senkrechten, rohrförmigen oder zylindrischen Behälter für das flüssige Metall, der ein Gewicht oder einen lose befestigten Kolben enthält, dessen Druck geändert werden kann und der geeignet ist, auf die obere Fläche des flüssigen Metalls in dem Behälter zu wirken, wodurch die freie Oberfläche des flüssigen Metalls in dem Behälter und in der Form, j e nachdem ob sich der Kolben aufwärts oder abwärts bewegt, gehoben oder gesenkt werden kann.
  7. 7. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch z, a oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Form mit einem Mantel versehen ist, der an verschiedenen Stellen der Außenseite der Form angebracht sein und der mit Heiz-oder Kühlmitteln beschickt werden kann, um den Betrag des Wärmeverlustes von der Außenseite der Form an verschiedenen Stellen zu ändern, in Verbindung mit der Änderung des Spiegels des flüssigen Metalls, das in den Spalt' zwischen dem Gußblock und der Form eingeführt wird, und dadurch den Wärmeverlust aus verschiedenen Teilen des Ingots oder Gußstücks zu regeln.
DEA62946D 1930-08-15 1931-08-02 Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Gussstuecken aus Metall Expired DE557464C (de)

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Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE743697C (de) * 1942-07-09 1943-12-31 Dr Phil Otto Johannsen Verfahren zum Vergiessen von schwerschmelzbaren Metallen, insbesondere zum fortlaufenden Vergiessen von Stahl
DE763514C (de) * 1937-06-08 1952-09-15 Siegfried Junghans Verfahren zum Herstellen von Gussstraengen oder Bloecken aus Metallen
DE876748C (de) * 1940-04-21 1953-05-18 Deutsche Edelstahlwerke Ag Verfahren zum raschen Abkuehlen von hocherhitzten Koerpern

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