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Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen kinematographischer Kombinationsbilder
mit bewegtem Hintergrund In Filmen finden häufig Kombinationsbilder mit bewegtem
Hintergrunde Anwendung. Beispielsweise kann bei der Wiedergabe von Titelschriften
oder Reklameschriften oder @ähnlichen Trickaufnahmen durch ein bewegtes Muster im
Hintergrunde die Bildwirkung der stillstehenden Schriften oder Gegenstände infolge
der Belebung des Bildes wesentlich erhöht werden. Bisher machte die Herstellung
der Filmstreifen für derartige Bilder besondere Mühe; es mußte niämlic!h entweder
der Bildstreifen zunächst für den beweglichen Hintergrund Aallein hiergestellt und
dann die Schrift einkopiert werden, oder die Bewegung des Hintergrundes wurde durch
das. sorg. Trickverfahren hergestellt, bei dem jedes Bild einzeln im Ruhezustan:de
angefertigt und zwischen zwei Aufnahmen eine Veränderung am Aufnahmegegenstand durchgeführt
wurde.
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Der Zweck der Erfindung liegt in der Vermeidung der genannten Mängel;
das neue Verfahren soll also die Möglichkeit geben, d;aß die Textbuchstaben und
der bewegte Hintergrund mit einer einzigen Aufnahmefolge in einer Zeit hergestellt
werden können, die flicht wesentlich länger als die Spielzeit des Bildstreifens
isst. Zur Lösung dieser Aufgabe wird nach der Erfindung der bewegte Hintergrund
durch eine künstlich verursachte Bewegung von verschieden gefärbten oder im Helligkeitswert
voneinander abweichenden Flüssigkeiten erzeugt. Die benötigte Vorrichtung besteht
aus einem Behälter, der die Flüssigkeiten enthält und, der mit Vorrichtungen versehen
ist, durch die die Flüssigkeiten künstlich in Beweg üng gesetzt werden, wie durch
Rührwerke, durch Flüssigkeitsstrahlen, duirch Luftstrahlen oder auch durch Zu- und
Abflüsse bei :elftsprechendem Gefälle. Durch die Anwendung der Flüssigkeiten .als
Träger des Musters ergeben sich unter der Wirkung der Bewegungsmittel fließende
Bewegungen. Gleichzeitig ist durch geringe Abänderung .der angewendeten Mittel die
Erzeugung immer neuer Muster mit veränderter bildmäßiger Wirkung möglich. Dabei
ist es ohne weiteres möglich, wie bekannt, .gleichzeitig mit dem bewegten Hintergrund
die Textbuchstaben oder andere Zeichen und Bilder in das' Bildfeld der Aufnahmekamera
zu bringen, so daß der Zweck erreicht ist, mit einer einzigen Aufnahmereihe von
normaler zeitlicher Bildfolge die gewünschten Kombinationsbilder zu erhalten.
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Zu der Einfärbung der Flüssigkeiten ist zu bemerken, d@aß sowohl mischbare
Flüssigkeiten als auch nichtmischbare Flüssigkeiten Verwendung finden können. Die
.erfordierliche verschiedene Färbung oder der verschiedene Helligkeitswert kann
dabei dadurch erreicht werden, da:ß den Flüssigkeiten Farblösungen zugesetzt werden.
Zweckmäßig werden die Vorrichtungen zum Bewegen der Flüssigkeit außerhalb der Bildfläche
der Aufnahmekamera angeordnet, so daß das Bild
lediglich die Bewegung
selbst, aber nicht die Ursache der Bewegung zeigt. Dias Verfahren ist für -die Herstellung
farbiger Filme genau so geeignet wie für die Herstellung von Schwarz-Weiß-Filmen.'
Bei der Verwendung von Ölfarben" die in dünner Schicht auf einer schwereren Flüssigkeit,
also etwa auf Wasser, schwimmen, lassen sich besonders eigenartige bewiegte Muster
erzielen. Dabei ist zu bemerken, daß die Bewegung verschiedenfarbiger Ölfarben,
auf Flüssigkeiten bereits bei der Herstellung von Buntdruckpapieren bekannt ist.
Bei der Herstellung von bunt bemusterten Papieren wurden dabei die Farben auf einen
Flüssigkeitsspiegel aufgeg geben, dann. wurde ,den Farben eine Bewegung erteilt,
um ein neues, starres Muster zu erreichen, und schließlich wurde der so hergestellte
Farbenfilm auf ein Papierb:ahn übertragen. Bei,dem bekannten Verfahren wurde also
die Bewegung nur dazu benutzt, um einen Endzustand zu erreichen, also .ein .unbewegliches
Muster zu erzeugen. Beim vorliegenden Verfahren wird dagegen der Bewegungszustand
als solcher als Mittel zur Erzeugung immer neuer Bewegungsbilder benutzt.
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Zur weiteren Erläuterung der Einzelheiten der Erfindung ist in der
Zeichnung eine Vorrichtung für die Ausführung des Verfahrens als. Beispiel dargestellt,
und zwar zeigt Abb.I eine Seitenansicht der Vorrichtung teilweise im Schnitt und
Abb. Il eine Aufsicht auf den für die Bildung des Musters bestimmten Flüssigkeitsbehälter
nach Abb. I.
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Mit i ist der Flüssigkeitsbehälter bezeichnet, der die Flüssigkeit
2 enthält, beispielsweise Wasser. Eine zweite und eine dritte Flüssigkeit, wie flüssige
Ölfarbe, wird tropfenweise auf die Wasseroberfläche au)fgebracht. Hierzu sind an
einem Rande des Behälters i eine Reihe von Tropfröhrchen 3 angeordnet; denen durch
das Rohr .4 die Farbe zugeführt wird. Durch die Tropfröhrchen 5 wird eine andere
Farbe auf die Wasseroberfläche ,aufgebracht; die Tropfröhrchen 5 werdenaus dem Röhr
6 gespeist. Da die Ölfarbe mit dem Wasser nicht mischbar ist, bilden die beiden
Farben auf der Oberfläche der Flüssigkeit eine filmähnliche Schicht von wechselnder
Färbung. An der Vorrichtung befinden sich eine Anzahl verschiedener Bewegungsmittel
für die schwimmende flüssige Farbe, die einzeln für sich oder zu mehreren gemeinsam
in Tätigkeit gesetzt werden können. Eins der Bewegungsmittel ist die Welle 7, die
einzelne propellerähnliche Schaufein B trägt und durch einen beliebigen Antrieb
9 ,antreibbar ist. Bei der Drehung bewegen die einzelnen Schaufeln die surf der
Grundflüssigkeit schwimmende Ölfarbe gleichzeitig seitlich und vorwärts in einem
bestimmten Rhythmus und er zeugen damit eine Bewegung des Musters. Eine weitere
Bewegung kann dadurch erzielt werden, daß: durch düsenähnliche Zuflüsse io die Tragflüssigkeit
in einer teils wirbehiden und teils fortschreitenden Bewegung gehalten, wird. Zusammen
mit der Tragflüssigkeit z bewegen sich dann auch die auf der Flüssigkeit schwimmenden
Ölfarbenschichten. Der am Behälter i einseitig angeordnete Überlauf i i, in dem
die überschüssige Flüssigkeit abläuft, trägt ebenfalls zur Bewegung bei, und zwar
in dem Sinne, daß die Muster von rechts nach links sich über den ganzen Trog hinweg
bewegen. An der Auslaufseite des Behälters i ist noch eine Wälze 12 angeordnet,
die einen Antrieb 13 besitzt und die den Farbfilm von der Oberfläche des
Behälters ;abzieht und damit ebenfalls erreicht, d,äß immer neue Muster die Aufnahmefläche
durchwandern, die zivisehen den Rühreinrichtungen 8 und ia und den gegenüberliegenden
Endpunkten der Bewegung iz und 12 liegt. Die abgelaufene Flüssigkeit und die verbrauchte
Farbe werden in dem Behälter 1q: aufgefangen,.
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Dias in der ;geschilderten Weise erzeugte Muster kann im auffallenden
Licht oder auch bei durchscheinendem Licht aufgenommen werden. Zur Erzeugung des,durchscheinenden
Lichtes ist bei dem dargestellten Beispiel der Behälter i aus Glas ausgeführt, sein
Boden 15 ist also durchsichtig. Unter .der Aufnahmefläche ist eine Beleuchtungseinrichtung
zum Anstrahlen des Bodens aufgestellt, die ,aus einer Mattscheibe 16 zur Verteilung
des Lichtes und aus den Lichtquellen i y besteht. Mit Hilfe dieser Einrichtung ist
es möglich, die die Bildfläche durchwandernden Muster gewissermaßen als Schattenbilder
mit der kinematographischen Kamera 18 aufzunehmen.
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Die ,gleichzeitig mit dem bewegten Hintergrund ;aufzunehmenden Teile,
z. B. die Buchstaben der Titel oder andere Bilder, werden auf die Glasplatte i9
.aufgelegt. Die Glasplatte z9 ist mit der Kamera 18 starr verbunden und :gemeinsam
mit dieser Kamera in senkrechter Richtung beweglich. Auch hierdurch ist eine zusätzliche
Bewegungsmöglichkeit für die Muster erreicht, da ,die Muster bei dieser Bewegung
größer werdend oder kleiner werdend erscheinen. Außerdem ist bei dem dargestellten
Beispiel die Kamera zusammen mit dem Träger z 9 und den darauf laufgelegten Buchstabenkörpern
2o um :die Kameraachse drehbar. Eine Drehung der Achse erzeugt also im Bilde ebenfalls
eine Drehbewegung der Muster, wodurch beliebig zusammengesetzte Bewegungen ohne
weiteres erreichbar sind.
Die ,als Beispiel dargestellte Vorrichtung
lä.ßt ohne weiteres erkennen; daß noch eine große Zahl von Abwandlungsmöglichkeiten
für das Verfahren und die Vorrichtung gegeben ist. Beispielsweise kann die aufgetropfte
ölfarbe ersetzt oder ergänzt werden durch die Zuführung von Farblösungen, .die sich
mit der Tragflüssigkeit mischen. Die Propellerwelle 7 kann ebenfalls durch andere
mechanische Musterbildner ergänzt oder ersetzt werden, beispielsweise durch feststehende
oder bewegliche Gitter, die die Flüssigkeiten in geradlinige oder seitlich bewegte
Streiften aufzuteilen vermögen und gegebenenfalls. auch Wirbelbilder erzeugen. Auch
noch während des Diurch;ganges der Flüssigkeiten durch die Bildfläche ist die Beeinflussung
der Bewegung möglich. Beispielsweise können :am Boden des Behälters i durchsichtige
Körper 21 angeordnet werden, die die Strömung beeinflussen und ebenfalls Wirbel
erzeugen können. Die Bewegung der Flüssigkeiten kann auch noch durch Luftströme
erfolgen, wobei die Luftströme selbst unsichtbar sind, während ihre Wirkung an ,der
Bewegung des Musters sichtbar wird.
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Mit einer einzigen Vorrichtung ist also eine Vielzahl neuer und -eigenartiger
Wirkungen erzielbar. Dabei sind nicht nur Bewegungen in einer einzigen Aufnahmeebene
möglich, sondern es lassen sich auch durch räumliche Bewegungen eigenartige Muster
erzielen. Steigt beispielsweise ein am Grunde des Flüssigkeitsbehälters i zugeführter
Tropfen von ölfarbe in der Flüssigkeit anf, so breitet er sieh bei der Ankunft an
der Oberfläche plötzlich paus, während bei der Zufuhr wasserlöslicher Farben Wolken
entstehen,. Beide Gebilde können in beliebiger Weise durch die bereits genannten
Mittel bewegt und wieder fortgebracht werden.
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Selbstverständlich kann das geschilderte Verfahren zier Herstellung
von. Kombinationsbildern mit ;anderen bereits bekannten Verfahren iund Vorrichtungen
zur Herstellung von Trickfilmen verbunden werden. Die Bilder können ,also beispielsweise
durch Spiegelung mit anderen Aufnahmen vereinigt oder durch weitere Bewegungen der
Kamera in bekannter Weise verändert werden.