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Nummernschalter mit Zusatzeinrichtung zur Unterdrückung bestimmter
Wahlvorgänge In Selbstanschlußfernsprechanlagen müssen an manchen Teilnehmerstellen
Nummernschalter vorgesehen werden, mit denen sich bestimmte Nummern nicht wählen
lassen. Beispielsweise dürfen Nebenstellen keine Fern- oder Schnellverkehrsverbindungen
herstellen, weil sonst die Gebühr leicht der Hauptstelle angerechnet werden könnte.
Die Beamtin kann nämlich die Nebenstelle nicht besonders darauf kontrollieren, ob
von ihr oder etwa von der Hauptstelle die Verbindung ausging.
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In manchen Fernsprechnetzen sind nun für Fern- und Schnellverkehrsamt
die Rufnummern oo und o9 vorgesehen. Die Zusatzeinrichtung der iNTummernscheibe
müßte also verhindern, daß gerade diese Nummern gewählt werden. Dies kann dadurch
geschehen, daß die Zusatzeinrichtung, nachdem an erster Stelle der Rufnummer eine
o gewählt wurde, eine vorbereitende Stellung einnimmt und aus dieser dann herausgeht,
wenn eine o oder eine 9 nachgewählt wird, und dabei die Stromstoßentsendung sperrt,
derart, daß die Stromstöße der zweiten Ziffer nicht mehr aussendbar sind. Wenn an
erster Stelle eine andere Ziffer als o gewählt wurde, so wird die Zusatzeinrichtung
ausgeschaltet, so daß sie weiter nicht mehr beeinflußt werden kann. Erst beim Einhängen
geht die Zusatzeinrichtun- in die Ruhestellung über, so daß sie ihre Aufgabe erst
bei der Herstellung einer neuen Verbindung wieder erfüllen kann.
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Ein Betrüger kann nun das Fern- oder Schnellverkehrsamt mittels einer
solchen Nummernscheibe doch erreichen, wenn er zunächst eine niedrige Ziffer vorwählt,
so daß die Zusatzeinrichtung, wie oben beschrieben, ausgeschaltet wird, und bei
der Wahl dieser Ziffer die Nummernscheibe langsam ablaufen läßt, indem er sie beispielsweise
mit der Hand abbremst. Die Stromstöße werden dadurch in die Länge gezogen, und die
Verbindung wird infolge der langen Schleifenunterbrechung, die auf das Amt ebenso
wie das Einhängen wirkt, ausgelöst. Darauf kann der Teilnehmer, ohne einzuhängen,
eine Verbindung zum Fern- oder Schnellverkehrsamt herstellen, weil die Zusatzeinrichtung
nicht mehr wirksam wird. Im Hauptpatent ist nun bereits vorgeschlagen worden, diesen
Betrug dadurch zu verhindern, daß am Nummernschalter Mittel vorgesehen sind, welche
den Nummernschalter gegen eine weitere Aussendung von Stromstößen sperren und gesperrt
halten, wenn die Ablaufgeschwindigkeit des Nummernschalters einen bestimmten Betrag
unterschreitet.
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Gemäß der vorliegenden Erfindung wird bei zu langsamem Ablauf des
Nummernschalters
ein Schaltglied betätigt, welches die weitere
Stromstoßgabe verhindert, ohne den Ablauf der Fingerscheibe selbst zu hemmen. Das
Schaltglied kann in verschiedener Weise
| auf die Stromstoßgabe einwirken. Entwede |
| kann es die weitere Aussendung der Stro |
| Stöße unmittelbar, beispielsweise durch Kure |
| schluß des Stromstoßkontaktes, verhindern;; |
oder es kann die Auslösung der obenerwähnten Zusatzeinrichtung bei der weiteren
Betätigung des Nummernschalters vorbereiten. Bei der zuerst genannten Ausführung
muß der betrügerische Teilnehmer, der keine weiteren Stromstöße infolge der Sperrung
des Stromstoßkontaktes aussenden kann, erst einhängen. Hierbei geht das in Sperrstellung
befindliche Schaltglied in die Ruhestellung über, ebenfalls wird die Zusatzeinrichtung
ausgelöst. Bei der zweiten Ausführung kann der Teilnehmer nach dem verlangsamten
Nummernscheibenablauf, der zur Auslösung der Verbindung führte, von vorn anfangen
zu wählen, ohne erst einzuhängen.
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Der erfindungsgemäße Nummernschalter hat den Vorteil, daß er beim
verlangsamten Ablauf nicht mechanisch gesperrt wird. Bei einer solchen mechanischen
Sperrung besteht die Gefahr, daß der Teilnehmer Gewalt anwendet und dadurch den
Nummernschalter beschädigt. Außerdem werden auch ohne Anwendung einer solchen Gewalt
schon durch die mechanische Sperrung des weiteren Ablaufs verhältnismäßig große
Kräfte notwendig, die kräftige und daher teuere Schaltglieder erfordern.
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Der erfindungsgemäße Nummernschalter kann auch für Nebenstellenanlagen
zur Verhinderung der Wahl des Fern- und Schnellverkehrsamtes benutzt werden. Hier
tritt noch die Schwierigkeit hinzu, daß der Teilnehmer meist erst eine oder auch
mehrere Ziffern vorwählen muß, um eine Amtsleitung zu erreichen. Gemäß der weiteren
Erfindung sind Schaltmittel angeordnet, die die Zusatzeinrichtung des Nummernschalters
erst nach Wahl dieser Vorziffern mit dem Nummernschalter kuppeln.
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In den Abb. i bis' 4 ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
Die Abb. i bis 3 zeigen einen Nummernschalter, bei dein das bei Unterschreitung
der bestimmten Ablaufgeschwindigkeit in Sperrstellung gehende Schaltglied die Auslösung
der Zusatzeinrichtung bei der Weiterwahl vorbereitet, und zwar zeigt die Abb. i
den Nummernschalter von hinten gesehen, die Abb. a eine Seitenansicht davon; die
Abb. 3 zeigt eine Ansicht auf die die Ablaufgeschwindigkeit kontrollierende Einrichtung.
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Die Abb.4 zeigt die zusätzlichen Schaltmittel, die für Nebenstellenanlagen,
bei denen die Amtsleitung erst durch Wahl einiger Ziffern erreicht wird, anzubringen
sind.
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An Hand der Abb. i soll zunächst die Zusatzeinrichtung beschrieben
werden, die die
| .errung der Rufnummern oo und o9 be- |
| Der wichtigste Teil dieser Zusatzein- |
| ng ist das Schaltsegment D. Dieses |
| 'ltsegment ist in der ebb. i in der Ruhe- |
stellung dargestellt, in die es beim Auflegen des Hörers übergeht. Der Hörer ist
jedoch als abgenommen vorzustellen. Das Schaltsegment wird in dieser Stellung dadurch
gesichert, daß eine Kugel in die Raste d eingedrückt wird. Das Schaltsegment D kann
nun außer der Ruhestellung drei «eitere Stellungen einnehmen. Wird als erste Ziffer
eine andere als o gewählt, so wird das Schaltsegment um seine Achse nach rechts
geschwenkt. Die Kugel fällt in die Raste dl ein. In dieser Stellung bleibt das Schaltsegment,
bis der Hörer eingehängt wird, Wird an erster Stelle eine o gewählt, so dreht sich
das Schaltsegment D nach links. Die Sperrkugel fällt in die Raste d2. Wird dann
nochmals eine o oder eine 9 gewählt, so geht das Schaltsegment in die Stellung d3.
In dieser Stellung wird durch die Isolierrolle b3 die Feder F betätigt, der Kontakt
f 1 also geöffnet und damit der Wählstromkreis unterbrochen. Die Einstellung des
Schaltsegmentes D erfolgt durch das mit den Schaltklinken a und b versehene Blech
B, welches fest auf der N ummernscheibenachse A sitzt. Im folgenden wird die Wirkungsweise
der Zusatzeinrichtung im einzelnen beschrieben.
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Nach ausgehängtem Hörer nehmen, wie bereits bemerkt, die Schaltmittel
die in den Abb. i bis 3 dargestellte Stellung ein. Es sei nun angenommen, daß der
Teilnehmer den Versuch macht, das Schnellverkehrsamt durch Wahl der Nummer o9 zu
erreichen. Wird die Fingerscheibe zum erstenmal bis zur o aufgezogen, so nimmt die
Nase b die Nase b1 des Schaltsegmentes D mit. Das Schaltsegment
D
geht infolgedessen in die Stellung d-. Die Nummernscheibe kann beim Freigeben
der Fingerscheibe ohne weiteres ablaufen, die Stromstöße gehen heraus. Wird nun
die 9 aufgezogen, so stößt die Nase b gegen die Nase b2, das Schaltsegment D geht
in die Stellung d3. Dabei stößt die Isolierrolle b3 gegen die Feder F, so daß die
Schleife, wie bereits erwähnt, geöffnet wird und die Verbindung infolgedessen, bevor
also noch die 9 gewählt werden konnte, zusammenfällt. Hängt dann der Teilnehmer
ein, so wird die Feder E heruntergedrückt. Dabei wird der Hebel G um seine Achse
g1 gedreht. Der obere, umgebogene Teil des Hebels G bewegt sich also in der Abb.
i nach rechts und drückt dabei gegen den Stift g des Schaltsegmentes D. Das
Schaltsegment
wird auf diese Weise in die Ruhestellung d gebracht.
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Dieselben Schaltvorgänge vollziehen sich bei Wahl der Nummer oo, da
das Schaltsegment D aus der Stellung d= sowohl beim Aufzug des Nummernschalters
bis zur g als auch bis zur o in die Schaltstellung d3 gebracht wird.
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Wählt der Teilnehmer an erster Stelle der Rufnummer eine andere Ziffer
als o, so. wird während des Aufzugs der Fingerscheibe das Schaltsegment D nicht
beeinflußt. Kurz bevor die Nummernscheibe in die Ruhestellung einläuft, wird durch
die Nase a der Hebel d mitgenommen. Dieser Hebel sitzt mit dem Schaltsegment D auf
derselben Achse und nimmt mittels des Anschlags a° das Schaltsegment mit, so daß
letzteres in die Stellung d 1 kommt. Der Hebel a1 kann sich rechts herum um seine
Achse gegen die Kraft einer Feder drehen. Er weicht also beim Nummernscheibenaufzug
der Nase a aus. In der Schaltstellung d 1 ist das Schaltsegment
D
ausgeschaltet, da die Nase b1 sich außerhalb des Weges der Nase b befindet.
Beim Einhängen des Hörers wird das Schaltsegment D durch die oben am Hebel C angeordnete
Nase e in die Ruhelage zurückgebracht.
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Wenn nun dieser Nummernschalter in Nebenstellenanlagen verwendet werden
soll, bei denen das Amt durch Vorwahl einer bestimmten Nummer erreicht wird, so
müssen, wie bereits bemerkt, die in der Abb. q. dargestellten zusätzlichen Glieder
eingebaut werden. Das Schaltsegment D geht "in diesem Falle nicht gleich nach dem
Aushängen des Hörers in die in der Abb. i gezeichnete Lage. Vielmehr kommt es in
diese Lage erst dann, wenn die zur Erreichung der Amtsleitung notwendige Anzahl
von Ziffern gewählt worden ist. Das wird durch das Zahnsegment 11I1 und die Schaltklinke
L bewirkt. Die Klinke L
schaltet das Zahnsegment M bei jedem Nummernscheibenablauf
um einen Schritt weiter. Nach einer bestimmten Anzahl von Schaltschritten kommt
der Hebel N gegen den Anschlag 0, wodurch das Schaltsegment D in die in der Abb.
i dargestellte Stellung gebracht wird. Der Hebel N des Zahnsegmentes 1V1
wird zweckmäßig einstellbar angeordnet. In der Abb. 4. sind drei Stellungen für
den Hebel N vorgesehen, die mit i, a, 3 bezeichnet sind.. Das Zahnsegment M wird
zweckmäßig so eingestellt, daß nach der Wahl der zur Erreichung der Amtsleitung
erforderlichen Ziffern die Schaltklinke L keinen Schaltzahn mehr erfassen kann.
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Wie in der Einleitung bereits bemerkt, könnte bei dem beschriebenen
Nummernschalter dadurch noch eine unerlaubte Verbindung zum Fern- oder Schnellverkehrsamt
hergestellt werden, daß der Teilnehmer die Nummernscheibe beispielsweise von der
Ziffer r aus langsam ablaufen läßt. Die Verbindung würde durch das langsame Ablaufen
der -Nummernscheibe ausgelöst werden, das Schaltsegment D würde sich aber bereits
in der Stellung d 1 befinden, so daß nun die Ziffern oo oder o9 eingestellt werden
könnten. Dies wird durch eine. Einrichtung verhindert, die bei verlangsamem Ablauf
der Nummernscheibe eine Sperrung herbeiführt. Mit der Impulsachse X ist eine genutete
Scheibe J federnd gekuppelt, Die Mitnahme der genuteten Scheibe J erfolgt durch
den Mitnehmerstift x. In die Nuten der Scheibe J kann der unter Federspannung stehende
Hebel H einfallen, wenn die Ablaufgeschwindigkeit der Nummernscheibe einen bestimmten
Betrag unterschreitet. Wie man aus der Abb. 3 erkennt, sind die Nuten il in den
ringförmigen Rand der Scheibe J seitlich eingeschnitten. Der vordere Teil des Hebels
H ist auf der in der Abb. 3 unteren Seite mit einer Nut h versehen, die derart bemessen
ist, daß darin der ringförmige Rand der Scheibe J nach dem Einfallen des Hebels
H aufgenommen werden kann. Durch das Einfallen des Hebels H wird also der weitere
Ablauf der Nummernscheibe in keiner Weise beeinträchtigt. In der eingefallenen Stellung
geht derTeil hl des Hebels H (Abb, 3) nach rechts. Dadurch wird der Hebel K um seine
Achse k= gedreht. Am anderen Ende des Hebels K befindet sich das Schaltglied k1,
das beim Umlegen des Hebels K in eine Aussparung des Auslösehebels C gerät. In dieser
Stellung bleibt das Schaltglied k1 so lange gesperrt, wie der Hebel H in die genutete
Scheibe J eingefallen ist. Das Schaltglied hl bleibt vorläufig ohne Wirkung. Wenn
nun der Teilnehmer, der weiß, daß die Verbindung infolge des langsamen Nummernscheibenablaufs
zusammengefallen und das Schaltsegment D ausgeschaltet ist, versucht, das Schnellverkehrsamt
zu wählen, so zieht er die Nummernscheibe wieder bis zur o auf. Dabei stößt nun
die Nase b gegen das Schaltglied hl, so daß auch der Auslösehebel C mitgenommen
wird. Es wird also dieselbe Wirkung ausgeübt, als hätte der Teilnehmer den Hörer
aufgehängt. Das Schaltsegment D geht in die in der Abb, i dargestellte Ruhelage
d. Der untere Teil cl (Abb. 3) des Hebels C drückt dabei den Hebel hl nach links,
,so daß der Hebel H aus der genuteten Scheibe J herausgeht. Um dies möglichst zu
erleichtern, sind die Nuten zum Innern der Scheibe hin abgerundet. Aus dem gleichen
Grunde ist die genutete Scheibe J mittels einer Feder beweglich gelagert. In dem
Augenblick, in welchem der Hebel H wieder in die Ruhelage zurückgeht, geht auch
das
Schaltglied k1 infolge der Wirkung der darüber angeordneten Schraubenfeder (Abb.
2) aus der Sperrstellung in die Ruhestellung zurück. Der Hebel C ist infolgedessen
auch freigegeben und geht in die in der Abb. i gezeichnete Lage. Zieht der Teilnehmer
nun die Nummernscheibe bis zur o auf, so geht, da das Schaltsegment D sich
in der Stellung d
befindet, dieses, wie oben beschrieben, in die Stellung
d2. Die Wahl der Nummern oo und og wird also nach dem verlangsamten Scheibenablauf
ebenso verhindert, als hätte der Teilnehmer vorher den Hörer eingehängt.