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Etikettiermaschine In einer Etikettiermasc'hine, bei welcher eine
Druckluftquelle mit dein Leimbehälter verbunden und der Leim aus den Austrittsöttnungen
des Leimbehälters durch Druckluft herausgedrückt wird, nach Patent 659 385
dienen erfindungsgemäß Wandungsteile des bewegbar angeordneten Leimbehälters als
Leitn-leisten, die in an sich bekannter Weise die Etikette den zu etikettierenden
Werkstücken zuführen. Bei dieser neuen Anordnung werden offene, zur Verkrustung
neigende Leimbehälter, Leitnübertragungswalzen und ähnliche Teile vermieden. Ferner
treten auch die unerwünschten Begleiterscheinungen von Klebstoffpumpen und von langen,
gelenkigen, zu den bewegten Leimleisten führende 1_eimleitungen, durch welche der
Leim hindurcligepreßtwird, nicht auf. Die Zuführung des Leims erfolgt vielmehr auf
kürzestem \-Vege; die Sicherung der Leimzuführung ist durch die Anwendung der Druckluft,
deren Druck leicht geregelt und den jeweiligen Betriebsbedingungen angepaßt werden
kann, gewährleistet. Wenn bei einer solchen Anordnung gemäß der bereits in dem Hauptpatent
enthaltenen Vorschrift die Einwirkung der Druckluftquelle auf den mit dem Leimleisten
versebenen Leimbehälter durch das zugeführte zu etikettierende Werkstück vorzugsweise
mittels eines von den Werkstücken betätigten Fühlers ausgelöst wird, so wird den
Leimleisten zwangsläufig eine ausreichende Leimmenge nur dann zugeführt, wenn anschließend
eine Etikettierung erfolgt. Es wird also vermieden, daß beim Ausbleiben zu etikettierende
Werkstücke im Übermaß Leini auf die Leimleisten gebracht wird.
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Die Mündungen der zur Leimzuführung dienenden Bohrungen können beliebig
auf den zur Leimübertragung dienenden Flächen der Leimleisten verteilt werden. Wenn
nur wenige Mündungen vorgesehen werden, so erfolgt eine sparsame Beleimung nur an
einigen Punkten. Es ist besonders günstig, eine große Zahl kleiner :Mündungen über
die in Betracht kommende Fläche regelmäßig zu verteilen. Auf dein zu beleimenden
Etikett werden dadurch eine große Zahl kleiner Leimpunkte angebracht. Es werden
also sehr viele Punkte des Etiketts späterhin durch den Leimauftrag auf dem etikettierten
Werkstück gehalten; es wird vermieden, daß größere, unbeleimte Fl,ä; chen sich ausbeulen
oder von dem Werkstück abklappen. Durch die Anordnung vieler kleiner Leimpunkte
werden also hinsichtlich der guten Anlage des Etiketts an dem Werkstück die Vorteile
der Flächenbeleimung erreicht. Die aus vielen Punkten bestehende Beleimung besitzt
jedoch vor der Flächenbeleimung den Vorteil, d.aß die Etikette leichter wieder abgelöst
werden können, wenn das etikettierende Werkstück in eine lösende Flüssigkeit gebracht
wird. Diese Flüssigkeit kann nämlich ,ich schnell in die Streifen, die zwischen
den
Leimpunkten frei bleiben, ausbreiten und jeden Leimpunkt von
allen Seiten angreifen. Diese Möglichkeit des schnellen @lblösens des Etiketts ist
besonders wertvoll für Kellereibetriebe, d. h. für das Etikettieren von Fla.'=.l
schen.
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In den Fällen, in denen das Ablösen der Etikette nicht in Betracht
kommt und in denen eine möglichst vollständige Belehnung angestrebt wird, sind gemäß
weiterer Ausgestaltung der Erfindung in den zur Leimübertragung dienenden Flächen
der Leimplatten Rinnen angeordnet, die vorzugsweise mit den Mündungen der in den
Leimleisten vorgesehenen Leitungen in Verbindung stehen. Durch die den einzelnen
Bedarfsfällen angepaßte Anordnung der Rinnen liißt sich eine Streifenbeleiniung
oder eine Beleimung in Form eines Netzwerkes erreichen. Das Netzwerk kann so eng
gestaltet werden, daß die erzielte Beleiniung einer Flächenbeleimung nahezu gleichkommt.
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Es entspricht schließlich der Erfindung, die vorstehend gekennzeichnete
Etlkettiermaschine derart zu betätigen, daß die Einwirkung der Druckluft in dem
mit den Lehnleisten versehenen Leimbehälter in dein Augenblick hervorgerufen wird,
in dein die Leimleisten sich gegen den Etikettenstapel legen. Der lierausgepreßte
Leim quetscht sich dann zwischen die Leimleistenfläche und die Etikettenriickseite,
wodurch bewirkt wird, daß (las Etikett hinreichend fest an den Leimleisten haftet
und mit Sicherheit dem Stapel entnommen wird.
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Auf der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in einem Ausführungsbeispiel
dargestellt, und zwar zeigen: Abb. i den Grundriß einer Etikettiermaschine.
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Abb. 2 eine Vorderansicht der Leimleisten, Abb. 3 den Grundriß der
Leimleisten, teilweise ini Schnitt; Abb. .I zeigt die Abnahme des Etiketts vorn
Stapel, Abb. 5 (las Andrücken an die Flasche, Abb.6 das Abziehen des Etiketts von
den Leimleisten; Abb. ; stellt dar, wie (las an rler Flasche haftende Etikett glattgestrichen
und ein neues Etikett abgenommen wird; Abb. 8 zeigt eine andere Ausführung einer
Maschine finit waagerechten Leimleisten; Ahb. 9 zeigt die Einrichtung beim Belehnen
res Etiketts firn Seitenril3; Abb. io ist der Grundriß, Abb. i i die Vorderansicht
der Beleitneinrichtung.
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Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel (Abb. i) werden die auf
einer Förderkette i herangebrachten Flaschen 2 auf die Tragvorrichtung eines um
die Achse 3 bewegten Revolvertisches 4. geleitet und bei dessen Dre-"ung den einzelnen
Arbeitsstellen der Ma-@he zugeführt, worauf die Weiterleitung xT-,Flaschen auf die
zur Weiterbeförderung :'dienenden Kette erfolgt.
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Die Beleimung der Etikette erfolgt durch die Leimleisten 6 und 7,
welche durch \t'andungsteile des Leimbehälters 5 gebildet werden. In den Lehnleisten
sind Bolirtingen 8 angeordnet, durch welche der Leim aus dein Leimbehälter nach
außen dringen kann. Diese Bohrungen befinden sich in (lein Teil der Leimleisten,
der für die Beleintung der Etikette in Betracht kommt.
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In dem Leimbehälter wird zum Zweck des Herausdriickens des Leims durch
die Bohrung 8 im Gleichtakt mit dein Arbeiten der Etikettiermaschine ein Überdruck
durch Einführung von Druckluft in den I_einil>eliälter erzeugt. Die Druckluft wird,
wie in :11>b. i dargestellt ist, durch eine Drticlkltift(ltielle g geliefert und
durch die Leitungen io, 11, t2, die itn Leimbehälter münden, «-eitergeleitet. Die
Steuerung der Druckluft erfolgt mittels einer in die Leitung io eingebauten Luftklappe
15, die bei dein durch eine Flasche bewirkten Ausschwenken eines Fühlers 17 durch
das Gestänge 18, 19, 2o, -21 bewegt wird. Befindet sich eine Flasche 9 auf der Stelle
1, so drückt diese den Fühler 17 zur Seite und entlastet unter Vermittlung der Stange
i8 den Hebel der Luftklappe 1j, die unter der Wirkung der Feder 22 steht und dadurch
die Öffnung 23 der Leitung abschließt. Befindet sich keine Flasche auf cler
Arbeitsstelle I, dann bleibt der Fühler 17 unbeeinflußt, die Zugfeder 24 hält die
Stange 18 zurück. wodurch die Luftklappe 15 in der geöffneten Lage bleibt und die
von der Druckluftquelle c) erzeugte Druckluft durch die Öffnung =3 etltweichen kann,
ohne daß Leimtropfen aus dein Leinil>eliülter treten.
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Die Bewegung cles Leimbehälters 5 und der Leimplatten 6, 7 tun die
Achse 13 des Hebelarmes 14 erfolgt mittels bekanntet- Mittel. Beins Einschwenken
des I_eitnbeliältet-s in Richtung auf den 1--,tikettenkasten =5 nehmen die belehnten
Leimplatten 6, 7 (las vorderste Etikett vom Etikettenstapel 26 und schwenken
dann wieder zurück in die in Station 11 gezeigte Stellung.
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Der zum Herausdrücken der Leimtropfen durch die Durchbrüche, z. B.
die Löcher 8 der Leimplatten, nötige Überdruck in den zugehörigen Leitungen wird
im Gleichtakt niit dem :'lrbeiten der Etikettiermaschine erzeugt, so daß die Belehnung
der Leimplatten in dein für Beleimung der Etikette günstigsten Augenblick erfolgt.
Die Beleiniung kann als Punktbelehnung vorgesehen sein, wenn es
sich
darum handelt, die Etikette später wieder durch Aufweichen. des Klebstoffs abztilösen,
wie es bei Flaschen verlangt wird. Die Punkte können aber auch unter sich wieder
netzartig durch Rinnen verbunden sein (abb. io), wenn kein Wert auf späteres Wiederablösen,
sondern im Gegenteil auf festen Halt gelegt wird wie bei Schachteln o. cIgl. Die
Abb. io zeigt Rinnen 5o.
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Der Etikettenkastetl 25 (Abb. i) ist all dem einen Arin 27 eines tun
die Achse 28 zweiai-iiligen Hebels angeordnet, desanderer A1-11129 am Ende niit
einer Nase 30 verselleil ist. Attf diese Weise ist es möglich, beim
Ausbleiben einer Flasche infolge des Stillstandes der Führereinrichtung 1;, 18,
19, 20. =1, 31 den Etikettenkasten in seiner zurückgeschwenkten Lage stillzusetzen,
wodurch die Abnahme eines Etiketts unterbleibt, wenn keine Flasche zugeführt wird.
Der Hebelarm 31 stellt sich dann in die Bahn des Hebels 29, stützt sich gegen dessen
Nase 30 und verhindert so, daß der Etikettenkasten in die Abnahmestellung
des Etiketts vorgescllwungeil wird.
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Abb. d -zeigt ins Grundriß, wie die beleiniteil Leimplatten 6, 7 des
Leirnhehälters 5 das vorderste Etikett vorn Etikettenstapel26 abnehmen. Sie schwingen
dann in Richtung des Pfeiles zur Flasche und gelangen in die in .111b.5 dargestellte
Lage. Hier erfolgt die CTbergabe des Etiketts all die Flasche 2, indem der Andrücker
32 das beleimte Etikett durch eine Aussparung zwischen den Leinileisteti 6, 7 hindurch
all die Flasche andrückt. Der Andrücker 32 sitzt federnd an eirein schwingenden
Hebel 33. Er bewegt sich beim Weitertransport der Flasche iii Richtung des Pfeiles
s gemeinschaftlich mit dein Leimkasten 5, wobei sich das voll dem Andrücker 32 an
die Flasche angedrückte Etikett mit seinen Enden von den Leimplatten 6, 7 (Abb.
6) abzieht. Wie auch aus Abb. 2 zu ersehen ist, befindet sich zwischen den beiden
Leimplatten 6, ; eine "lttssparlng, durch die der Andrücker 3 2 leim Andrücken des
Etiketts hindurchgreift. Das abgezogene Etikett wird beim Weitertransport mittels
Anstreichern 35, 36, zwischen denen die Flasche 2 hindurc'libewegt wird, glattgestrichen
und gelangt hei der Weiterdrehung des Revolvertisches wieder zur Förderkette (Abb.
i).
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Die Arbeitsweise der Einrichtung zum Etikettieren ist folgende: Die
auf einer Tragvorrichtung 38 des Revolvertisches 37 zur Station I (Abb. i) gebrachte
Flasche 2 schiebt den Fühler i7 zur Seite. Hierdurch wird die Stange 18 so gezogen,
daß der v erbtindene Winkelhebel mit der Luftklappe i 5 die Öffnung 23 des Durchfhißschalters
schließt. Die voll der Druckluftquelle 9 erzeugte Druckluft kann nun nicht mehr
durch die Öffnung 23 entweichen, sondern sie wird durch die Leitung io, 1-2 zum
Leimbehälter 5 geführt. Durch den ins Leimbehälter entstandenen Überdruck wird ein
Teil des Leims durch die Löcher S nach außen gedrückt, wo er in Tropfenform erscheint.
Die so mit Leimtropfen versehene Leimplatte 6, 7 wird null durch den Arm i- gegen
den Etikettenstape126 geschwenkt, entnimmt dort das oberste Etikett und gibt es
beim Rückschwenker all die Flasche a1). Ein Andrücker 32 drückt das belehnte Etikett
in seinem mittleren Teil gegen die Flasche (Abb. 5). Während der Andrücker 32 das
Etikett noch fest an die Flasche drückt und rillt ihr mitgeht, bewegt sich (Abb.
5) der Lehnbehälter 3 zurück, und die Enden des Etiketts zielten sich voll den Leimleisten
6, 7 ah (Abb.6). Auf ihrem weiteren Weg mit dem Revolvertisch gclit die Flasche
zwischen elastischen Anstreichern 35, 36 hindurch, während die Lehnleisten erneut
beleimt werden und das nächste Etikett vorn Stapel rieliinen ('lbb. 7).
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Bleibt eine Flasche auf der Station I aus. so wird der Fühler 17 nicht
zurückgedrückt, die Luftklappe i 5 lüßt die Öffnung 23 des Durchlaßschalters offen,
so elaß durch diese die in der Druckluftquelle 9 erzeugte Druckluft wieder entweichen
kann, ohne Leins durch die Löcher der Lehnplatten stach außen zu pressen. Dabei
wird durch das Gestänge 18, 19, 20, 21, 31 die Bewegurig des Etikettenkastens 25
gesperrt. Das Einschwingen des Etikettenlmstens 25 und die Abtiahnne eines Etiketts
unterbleibt daher, so daß Verluste von Etiketten vermieden werden.
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Die in den Abb. 8 bis i i gezeigte Ausführungsform stellt eine Etikettierinaschie
mit waagerechten Leimleisten .Io für liegende Flaschen 41 dar. An den Leimbehälter
, (Abb. 8 und 9), in den die Druckltiftleitung :I3 mündet, schließt sich ein langer
Auslauf :I6 an, dessen obere Fläche .[o als Leimplatte dient und mit Löchern -1d.,
-15 für den Leimdurchgang versehen ist. Die durch die Leitung .I3 in den Leimbehälter
.I2 eingeführte Druckluft preßt den Leim in Tropfenform durch die Löcher .I4., :I5
der Leimplatte -.o. `Fenn die Etikettenkästen .17 gesenkt werden und sich das unterste
Etikett auf die bel.eimte Leimplatte q.o aufsetzt, haftet das Etikett auf der Leimplatte
und wird aus den Etikettenstapeln abgezogen, sobald die Etikettenkästen wieder aufwärts
bewegt werden.
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In Abb. io ist dieser Leimkasten im Grundriß dargestellt. Der Leim,
der durch die Löcher 44. 45 nach außen dringt, läuft auch in die die Löcher verbindenden
Rinnen 5o und erzeugt durch die netzartige Verbindung
der Rinnen
eine besonders gute Haltllarl:eit. Die Etikette .45, 4.9, die mit ihrem Enden beim
Aufsetzen auf den beleiniten Lehnplatten haften, werden beim Durchgang durch die
Leimplatten .4d. voll diesen abgezogen und haften dann auf der Flasche, worauf sie
voll Anstreichern 55, 56 noch all die Flasche allgestrichen «erden. `Vie aus Alb.
i i zu ersehen ist, werden die :\llstreicher 55, 56 einwärts geschwungen, wenn sie
die Etikette an die Flasche anstreichen. Durch die :@norchiung voll Rinnen 5o zwischen
den Lehnlöchern .1.1, .45 entstellt auf den Etiketten eine Fläcilenbeleiintlilg,
weil heim Durchgang der Flasche durch die Aussparung der Leimplatte das Etikett
von der Leimplatte über die Rinnen hinweggezogen und der Leim dabei breitgestrichen
wird.
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In den Fällen, in denen eine vollkommene Flächenbeleimting des Etiketts
gewünscht wird, kann auch von der folgenden Ausgestaltillig der Erfindung Gebrauch
gemacht werden.
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Die Leimplatte entspricht hierbei vollständig der GrUe des Etiketts,
so clal' das Etikett finit seiner gesamten Fläche auf der Leimplatte aufliegt. 1n
der in Betracht kommenden Fläche münden viele kleine Leitungen, all deren Mündungen
sich Rinnen anschließen. Das Etikett wird fest auf die Leimplatte gedrückt und dann
z. B. durch Zailgen. Greifer wler ähnliche Werkzeuge seitlich abgezogen. Hierdurch
wird der Leim verstrichen, so (1a13 eine gleichmäßige @l@ichenbeleimung der Etikettenrückseite
erfolgt.