DE660273C - Verfahren zur Reinigung fetter OEle - Google Patents

Verfahren zur Reinigung fetter OEle

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DE660273C
DE660273C DES106442D DES0106442D DE660273C DE 660273 C DE660273 C DE 660273C DE S106442 D DES106442 D DE S106442D DE S0106442 D DES0106442 D DE S0106442D DE 660273 C DE660273 C DE 660273C
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oils
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DES106442D
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C11ANIMAL OR VEGETABLE OILS, FATS, FATTY SUBSTANCES OR WAXES; FATTY ACIDS THEREFROM; DETERGENTS; CANDLES
    • C11BPRODUCING, e.g. BY PRESSING RAW MATERIALS OR BY EXTRACTION FROM WASTE MATERIALS, REFINING OR PRESERVING FATS, FATTY SUBSTANCES, e.g. LANOLIN, FATTY OILS OR WAXES; ESSENTIAL OILS; PERFUMES
    • C11B3/00Refining fats or fatty oils
    • C11B3/02Refining fats or fatty oils by chemical reaction
    • C11B3/06Refining fats or fatty oils by chemical reaction with bases

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Description

  • Verfahren zur Reinigung fetter öle Die Erfindung bezieht sich auf die Reinigung oder Raffination von fetten Ölen, insbesondere um diese für Zwecke der Ernährung geeignet zu machen. Sie betrifft beispielsweise die Raffination von Ölen, die aus Baumwollsaat, Mais, Sojabohnen, Kokosnuß, Palmkernen, Erdnüssen, aus Schmalz, aus verschiedenen Fischen, wie Walfisch u. dgl., sowie aus Talg gewonnen werden.
  • Die Raffination besteht in der Entfernung der in rohen pflanzlichen und tierischen Ölen auftretenden Verunreinigungen, die hauptsächlich aus freien Fettsäuren, färbenden und harzartigen Stoffen bestehen.
  • Bei einem bekannten Raffiriationsv erfahren für fette Öle wird das Öl in einzelnen Beschickungen mit einer nicht mehr als 30° C warmen Lauge 3o bis 40 Minuten lang durchgemischt, bis die Masse eine schwarze Farbe angenommen hat. Darauf wird unter Erhöhung der Temperatur auf 45 bis 5o° C weiter gerührt, bis eine Filtrationsprobe zeigt, daß das Öl die gewünschte Qualität hat. Dann läßt man die Masse in dem Behälter absetzen, was mindestens 4 Stunden, häufig jedoch die doppelte Zeit dauert, und zieht schließlich das obenstehende Öl von dem Seifenstock ab.
  • Dieses Verfahren nimmt sehr lange Zeit in Anspruch. Außerdem tritt infolge der langen Behandlung des Öls mit Lauge in der Wärme eine weitgehende Verseifung ein, was einen beträchtlichen Verlust an wertvollem Neutralöl bedeutet.
  • Es ist ferner bei der Reinigung fetter Öle bekannt, Öl und Alkali in fortlaufendem Strom innig miteinander zu vermischen und hierauf das Gemisch durch Zentrifugieren zu trennen, um den Seifenstock aus dem Neutralöl abzuscheiden. Dabei wird das ganze Misch-und Zentrifugierverfahren bei einer Temperatur von 27 bis 3£° C durchgeführt. Diese Arbeitsweise hat jedoch den Nachteil, daß bei der Vermischung schwer trennbare Emulsionen auftreten, deren Zerlegung selbst durch Zentrifugieren kaum gelingt, und daß die Mischung bei den niedrigen Temperaturen wegen der hohen Viscosität schwer zu behandeln ist.
  • Das Verfahren gemäß der Erfindung ist von den angeführten Nachteilen frei. Es handelt sich hierbei um ein Schnellverfahren, bei dem während der Vermischung keine nachteilige Wirkung der Alkalilösung auf das Öl eintritt, gleichzeitig aber auch die Bildung einer schwer trennbaren Emulsion vermieden wird.
  • Gemäß der Erfindung wird die Vermischung des Öls mit der strömenden Alkalilösung und die anschließende Trennung des Gemisches durch Zentrifugieren in der Weise durchgeführt, daß zunächst eine innige Durchmischung bei einer zur Vermeidung einer Verfärbung des Öls ausreichend tiefen Temperatur erfolgt und danach das strömende Gemisch einer kurzen, beispielsweise 2 Minuten währenden Erwärmung auf 43,4 bis 71°C .unter Vermeidung einer wesentlichen Durchrührung der Mischung ausgesetzt wird. Durch die intensive Vermischung der beiden Bestandteile wird die Umsetzung des Öls mit dem Alkali außerordentlich beschleunigt, ein weitergehender Angriff des Öls jedoch vermieden. Durch die zwischen die intensive Vermischung und die Zentrifugierung eingeschaltete kurze Erwärmung, währendder die Durchrührung vermindert wird, erreicht man andererseits ein Zusammenballen der dispersen Phase der Emulsion und eine Verminderung der Zähflüssigkeit. Infolgedessen geht die anschließende Trennung des Gemisches schnell und wirkungsvoll vor sich. Schwer trennbare Emulsionen werden vermieden.
  • Eine kontinuierliche Reinigung von rohen pflanzlichen und tierischen fetten Ölen wird gemäß der Erfindung folgendermaßen durchgeführt. Das Rohöl wird durch Abkühlung oder Erhitzung auf unter 38° C, beispielsweise auf i8 bis 24° C, gebracht, auf eine Temperatur, die über der Erstarrungstemperatur des Öles liegt; hierdurch wird die Emulgierung erleichtert und eine Verfärbung des Öles vermieden. Ein Strom Rohöl wird bei dieser Temperatur mit einem Strom Natronlauge in geeigneten Mengenverhältnissen gemischt, die Flüssigkeitsströme durchstreichen vorteilhaft eine Hills McCanna-Pumpe oder eine .Mischvorrichtung, wie sie in dem amerkanischen Watts-Patent i 763 335 dargestellt ist, oder eine andere geeignete Apparatur zur Mengenbestimmung. Konzentration und Menge der anzuwendenden Natronlauge ändern sich mit dem Gehalt an freien Fettsäuren im rohen Ausgangsöl. Die Konzentration der Alkalilauge schwankt zwischen 6° und 2o° Be, die Menge der dem 01 zugesetzten Lösung liegt zwischen 4 bis 25 Gewichtsprozenten der Ölmenge.
  • Die erhaltene Mischung wird alsdann, ohne daß die Temperatur eine wesentliche Änderung erfährt, intensiv gerührt, und zwar für die Dauer von i bis 5 Min. vorzugsweise, jedoch nicht länger als 7 Min. Ein derartiges Rühren entspricht einem Mischvorgang, wie er in einem Johnson-Turbo-Mischer, vorzugsweise einem Vielstufenmischer, bewirkt wird. Das Umrühren bei verhältnismäßig niedriger Temperatur ist doch hinreichend intensiv, um eine klumpenfreie Emulsion zu erzeugen, die aus einer fein im 01 verteilten wäßrigen Lösung besteht. Der Rührvorgang erfolgt in solcher Stärke, daß eine gründliche Durchmischung der beiden Komponenten in einer kurzen Zeit durchgeführt wird, so daß unter Berücksichtigung der verwendeten niedrigen Temperatur nur eine geringe Verseifung von neutralem 01 eintritt, während die vorhandenen freien Fettsäuren wirkungsvoll neutralisiert und die färbenden und harzigen Bestandteile durch Vereinigung mit dem Alkali in abscheidbare Form übergeführt werden.
  • Die Emulsion wird hierauf direkt durch eine Heizvorrichtung geführt, in der sie möglichst schnell, beispielweise im Laufe von i/_ bis 2 Minuten, ohne örtliche Überhitzung einer Temperatur von 43 bis 7i° C ausgesetzt wird. Die Heizvorrichtung kann von beliebiger Form sein, sie kann aus einem Behälter bestehen, der elektrische Heizelemente oder Dampfschlangen aufweist, sie kann auch ein Gefäß sein; in das Dampf eingeleitet wird, und durch das eine Anzahl Röhren, die mit 0I gespeist werden, geführt werden. Durch diese Erhitzung wird die Reaktion der Stoffe aufeinander gefördert, während bei dem Fehlen intensiver Durchmischung ein Zusammenballen der dispersen Phase der Emulsion infolge Entstabilisierung erfolgt.
  • Das erhitzte Gemisch wird hierauf zu einem oder mehreren Zentrifugalabscheidern geleitet, die so beschaffen sind, daß zunächst nur eine geringe Durchrührung erfolgt: das Gemisch wird dann der Zentrifugalkraft unterworfen; die 13 ooomal so groß ist wie die Schwerkraft. Für diesen Zweck können Zentrifugalmaschinen nach dem amerikanischen Patent i 320 419 verwendet werden, deren Zentrifugenzylinder ungefähr 75 cm Länge und io,5 cm Durchmesser besitzen und die etwa i5 ooo Umdrehungen in der Minute ausführen. Ein aus einer solchen Zentrifuge ausfließendes, nach dem Verfahren -der vorliegenden Erfindung behandeltes Öl ist bezüglich seiner Reinigung, seiner Farbe, seines Säuregehaltes einem Öle zu vergleichen, das nach älteren, oben beschriebenen Methoden der Praxis raffiniert wurde. Bei dem Verfahren der Erfindung geht die Ölreinigung je- doch bei viel geringeren Substanzverlusten vor sich. Der die Zentrifuge verlassende Seifensatz (soap stock), der beliebig zu einem Vorratsbehälter oder zu Digestoren geleitet werden kann, kann auch mit Wasser verdünnt, auf 6o° C erhitzt, einer weiteren ähnlichen Zentrifugalbehandlung unterworfen werden, wodurch er in eine Emulsion und einen verdünnten Seifensatz geschieden wird; letzterer wird den Digestoren zugeführt. Die Emulsion kann mit Salzwasser gemischt nochmals einer Zentrifttgalbehandlttng unterworfen werden, wobei es sich in Salzwasser und Ölraffinat scheidet; letzteres wird dem durch die erste Zentrifugierung gewonnenen Öl zugesetzt.
  • Bei der Raffination der fetten Öle gemäß vorliegender Erfindung ist die Mischurig so intensiv, daß die Reaktion unter vollständiger Neutralisation der Fettsäuren vor sich geht und Harze und färbende Stoffe sämtlich gebunden werden; da das Rühren der Erhitzung vorangeht, so wird die Verfärbung des Öles und die Bildung schwer trennbarer kolloidaler Seifensuspensionen im Öl vermieden. Auf das schnelle Erwärmen folgt sofort die Zentrifugalbehandlung, die unter geringster Rührung vor sich geht und bei der die Einwirkung des Alkalis beendet wird. Bei dem Verfahren der vorliegenden Erfindung ist die Anwendung höherer Temperaturen möglich, ohne elaß schädliche Einwirkungen auf das Endprodukt ausgeübt werden, als dies bei den sonst verwendeten Methoden der Ölreinigung möglich ist. Bei der Behandlungsweise der Erfindung beträgt auch die gesamte Berührttngszeit von Öl und Alkali nur 2 bis 7'/.. Minuten, der Verlust an Neutralöl wird verringert, die Gefahr der Bildung schwer trennbarer kolloidaler Suspensionen von gefällter Seife im Öl ist vermindert, auch Verluste durch mechanische Mitführung von Neutralöl durch den Seifensatz sind kleiner. Bei der Arbeitsweise nach dem Verfahren der Erfindung ist der Verlust an Öl im Reinigungsprozeß 5o °/o geringer als bei der gegenwärtig geübten Praxis. Die Menge der zur Reinigung erforderlichen Natronlauge ist ebenfalls geringer, obwohl das fertige Öl bezüglich seiner Farbe und seiner Säurezahl einem nach der besten üblichen Arbeitsweise erzeugten Öl gleichkommt.
  • Als besonderes Beispiel für die Ausführung der Erfindung diene die Reinigung eines Baumwollsaatöles, wobei zu beachten ist, daß die vorliegende Erfindung weder auf dieses Öl noch auf die speziellen Angaben in diese nm Beispiel beschränkt ist. Das zu reinigende Öl enthielt 3,5 °/o freie Fettsäuren, hatte eine rÖtliche Farbe, hatte, nach Lovibond gemessen, ,; 5 gelb, Zoo rot; es wurde auf ungefähr 2 i ° C erhitzt und mit -2r Gewichtsprozent Natronlauge von 8° Be gemischt. Das Gemisch wurde ungefähr i Minute lang intensiv auf mechanischem Wege gerührt; es entstand eine klumpenfreie Emulsion. Diese Emulsion wurde durch ein Rohr geleitet, das von Dampf umspült wurde, wobei sie auf 68° C erhitzt wurde und in eine Zentrifuge der oben beschriebenen Art eingeleitet. Das gewonnene Öl war vollständig neutral, seine Farbe war nach Lovibond 35 gelb, 7,1 rot, der Verlust betrug 11,6 Eine andere Menge desselben Rohöls wurde nach dem besten Verfahren der gegenwärtigen Praxis gereinigt. Hierfür waren 1:2,20/, Natronlauge von z6° Be erforderlich, d. h. 15 % mehr als bei dem Verfahren der Anineldung. Die Farbe des fertigen Öles war nach Lovibond 35 gelb, 7,1 rot, der Verlust betrug :2o, i °/o.
  • Bei der Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung ist die Berührungszeit des Öls mit den alkalischen Reagenzien sowie die Gesamtbehandlungszeit geringer, während jeder gewünschte Reinigungsgrad erreicht und der Substanzverlust kleiner wird.
  • Erwähnt sei noch, daß bei dem Verfahren der Erfindung jede lokale Überhitzung des Gemisches vermieden wird, da dieses mit hinreichender Geschwindigkeit durch die Behälter strömt.
  • Eine Ausführungsform der Erfindung ist in der beiliegenden Zeichnung veranschaulicht.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCIi: Verfahren zum Reinigen fetter Öle durch Vermischen der Öle mit strömender Alkalilösung und anschließendes Trennen des Gemisches durch Zentrifugieren, dadurch gekennzeichnet, daß in fortlaufendem Strömungsgange zunächst eine innige Durchmischung bei einer zur Vermeidung einer Verfärbung des Öls ausreichend tiefen Temperatur erfolgt, danach das strömende Gemisch einer kurzen, beispielsweise 2 Minuten währenden Erwärmung auf 43,4 bis 7i° C unter Vermeidung einer wesentlichen Durchrührung der Mischung ausgesetzt und darauf in der Zentrifuge getrennt wird.
DES106442D 1931-10-06 1932-09-29 Verfahren zur Reinigung fetter OEle Expired DE660273C (de)

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DE (1) DE660273C (de)

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE968694C (de) * 1950-04-18 1958-04-24 Sharples Corp Verfahren zur Raffination von Fetten und OElen
DE1153848B (de) * 1955-10-17 1963-09-05 Ranchers Cotton Oil Verfahren zur Gewinnung von gereinigten pflanzlichen OElen und Fetten unter Verwendung von Alkali

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE968694C (de) * 1950-04-18 1958-04-24 Sharples Corp Verfahren zur Raffination von Fetten und OElen
DE1153848B (de) * 1955-10-17 1963-09-05 Ranchers Cotton Oil Verfahren zur Gewinnung von gereinigten pflanzlichen OElen und Fetten unter Verwendung von Alkali

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