DE656158C - Verfahren zum Entparaffinieren von Kohlenwasserstoffoelen - Google Patents

Verfahren zum Entparaffinieren von Kohlenwasserstoffoelen

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DE656158C
DE656158C DES116231D DES0116231D DE656158C DE 656158 C DE656158 C DE 656158C DE S116231 D DES116231 D DE S116231D DE S0116231 D DES0116231 D DE S0116231D DE 656158 C DE656158 C DE 656158C
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    • C10G73/06Recovery of petroleum waxes from hydrocarbon oils; Dewaxing of hydrocarbon oils with the use of solvents
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Description

  • Verfahren zum Entparaffinieren von Kohlenwasserstoffölen Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Entparaffinieren von Kohlenwasserstoffölen, bei dem das Öl in bekannter Weise mit einem schweren Lösungsmittel, wie einem Gemisch aus chlorierten Kohlenwasserstoffen mit Benzol, in solcher Menge verdünnt wird, daß die gebildete Lösung schwerer als das auszuscheidende Paraffin ist, und die Abtrennung des Paraffins in einer Schleudertrommel vorgenommen wird. Die Erfindung soll die Abscheidung des Paraffins unter völliger Vermeidung von Ölverlusten, vorzugsweisse in einem einzigen Arbeitsgang, aus Rohölen oder Erdölfraktionen, die wesentliche Anteile an kristallinem und amorphem Paraffin enthalten, ermöglichen. Erfindungsgemäß wird die Abscheidung des Paraffins in einer Schleudertrommel mit durchlochter Wandung in der Weise vorgenommen, daß unter Aufrechterhaltung einer Flüssigkeitsschicht an der durchlochten Wandung das Paraffin zunächst nahe der Achse der Schleudertrommel abgeschieden wird, dann die Flüssigkeitsschicht an der durchlochten Trommelwandung durch weiteres.Ausschleudern bei Unterbrechung der Zufuhr an Ollösung-Paraffin-Gemisch aus der Schleudertrommel entfernt und schließlich das hierbei an die Trommelwandung gedrückte Paraffin von hier, gegebenenfalls nach einer Auswaschung, ausgetragen wird. Bei den bekannten Verfahren wird das Paraffin gewöhnlich aus dem öl durch Filterpressen oder kontinuierlich arbeitende Schleudervorrichtungen, wie z. B. nach dem in der amerikanischen Patentschrift 1351265 beschriebenen Verfahren, entfernt. Hierbei macht die kristalline Natur des aus den leichteren und schwereren Spaltdestillaten ausgefällten Paraffins die kontinuierliche Austragung des Paraffins aus den Schleudervorrichtungen schwierig, und die amorphe Natur des größeren Teiles des aus anderen schwereren Fraktionen ausgeschiedenen Paraffins schließt eine Abtrennung durch Filtration aus. Den bisherigen Verfahren haftete daher die Unbequemlichkeit an, durch sorgfältige Fraktionierung eine Fraktion herstellen zu müssen, welche mittels Filterpressen entparaffiniert werden -konnte, und eine schwerere Fraktion, welche durch Abschleudern entparaffiniert werden mußte.
  • Für die Erzielung hoher Ausbeuten an Schmieröl ist es wichtig, daß das zum Verdünnen benutzte Lösungsmittel eine hohe Lösewirkung auf sämtliche Ölbestandteile des Rohöles ausübt, so daß das gesamte öl bei der Entparaffinierungstemperatur in Lösung gehalten wird. Diese Eigenschaft erfüllen besonders Gemische aus chlorierten Kohlenwasserstoffen mit Benzin oder Benzolkohlen-
    Wasserstoffen, wobei außerdem das Paraffin
    in Form eines leicht filtrier- und auswasch-
    baren porösen Kuchens abgeschieden wird;
    Gegenüber dem bekannten Verfahren de=eir@=~
    fachen Filtration des abgeschiedenen Par,a;.`
    bietet die erfindungsgemäße Abscheidewds-#;-
    den Vorteil, daß das Paraffin zunächst ohne Berührung mit der durchlochten Trommelwandung gehalten und so von der Hauptmenge des Öls bereits vor der eigentlichen Filtration abgetrennt wird. Hierdurch wird eine Verstopfung der Filterfläche vermieden sowie der Kosten-, Zeit- und Kraftaufwand verringert. Gegenüber dem einfachen Abschleudern des Paraffins in Vollmantelschleudern wird eine praktisch völlige Abtrennung des Öles erreicht, mithin ein Olverlust vermieden.
  • In der nachstehenden Beschreibung und der Zeichnung, die einen zentralen Längsschnitt durch eine Schleudervorrichtung darstellt, die zur Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung geeignet ist, wird das vorliegende Verfahren näher erläutert.
  • In der Zeichnung bezeichnet io eine durchlochte Schleudertrommel, die drehbar auf einer Welle i i gelagert ist, die in Lagern 12 umläuft und mit einer Riemenscheibe 13 oder einer ähnlichen Antriebsvorrichtung versehen ist. Innerhalb der Trommel io und gleichachsig mit ihr ist eine durchlochte oder sonstwie durchlässige Trennwand oder ein Sieb 14 angeordnet, die das ausgeschiedene Paraffin zurückhält, während die Ollösung hindurchströmt. Diese durchlochte Trenn- oder Siebwand ist in gewissem Abstand von der Innenwandung der Trommel io angeordnet und wird in dieser Lage durch einen Abstandshalter i 5 gehalten, der beispielsweise aus einem grob gewebten Drahtnetz oder Gitter besteht und den freien Durchtritt der Flüssigkeit zwischen Sieb 14 und Innenumfang der Schleudertrommel io gestattet. Innerhalb der Trommel io und in einem Abstand von ihrem äußeren Rand befindet sich eine Scheibe 16, die sich radial nach innen von der Trennwand 14 aus erstreckt und mit dem sich ebenfalls nach innen erstreckenden Außenende der Trommel ein Flüssigkeitsabteil 18 bildet.
  • Die Nabe 2o der Trommel ist von einer Scheibe 22 umgeben, durch die ein Eintrittskanal 24 für die in die Trommel zu leitende Öllösung gebildet wird. Die sich konisch und radial erstreckenden Teile 2i und 22 dieser Scheibe sind mit Flügeln 25 versehen, welche zur Beschleunigung der in die Trommel durch die Zuführungsdüse 23 und Kanal 24 eingeführten Öllösung dienen, damit diese im wesentlichen die Geschwindigkeit der Trommel während ihres Durchtritts durch den Kanal 24 in die eigentliche Schleudertrommel annimmt. Der Zuführungskanal 24 mündet in die Haupttrennabteilung 26 der Trommel. Eine einstellbare Schäldüse 28 ist in das Flüssigkeitsabteil i8 der Trommel eingeführt iznd dient dazu, die Flüssigkeit, die durch die :Filterfläche und über die Trennwand 16 in das Abteil 18 strömt, zu entfernen. Durch eine Einstellung der Lage der Schäldüse kann die Höhe des Flüssigkeitsstandes in den Abteilungen 26 und 18 geregelt werden. Die Schleudertrommel ist von einem Gehäuse 29 umgeben, das die Lager 12 trägt. Zur Austragung der abgeschleuderten festen Bestandteile dienen die üblichen Kratzer und Austragvorrichtungen, wobei diese mit 31 und die Austragrutsche mit 32 bezeichnet sind.
  • Bei der Verwendung einer Schleudervorrichtung der beschriebenen Art zum Entparaffinieren eines Kohlenwasserstofföles wird dieses zunächst in einem Chlorkohlenwasserstoff mit einer höheren Dichte als der irgendeines der Bestandteile des zu entparaffinierenden Öles aufgelöst. Die besten Ergebnisse werden mit Äthylendichlorid erzielt, wenn auch andere chlorierte Kohlenwasserstoffe, wie Methylendichlorid, Propy lendichlorid, Dichloräthylen oder Trichloräthylen, an seiner Stelle verwendet werden können. Bei alleiniger Verwendung von Äthylenchlorid wird bei Abkühlung zur Abscheidung des Paraffins aus dem 01 auch eine gewisse Menge flüssiger Paraffinkohlenwasserstoffe vom Paraffin eingeschlossen und bei Abtrennung des Paraffins mit abgetrennt. Da diese Erscheinung mit einem Verlust von wertvollem Paraffinöl verknüpft ist und zusätzliche Kosten, um dieses Öl wiederzugewinnen, verursacht, ist sie, wenn möglich, zu vermeiden. Sie wird weitgehend vermieden werden, wenn man dem Chlorkohlenwasserstoff eine wesentliche Menge eines Lösungsmittels für die paraffinischen Bestandteile des Öls, beispielsweise 25 ojo oder mehr Benzin oder Benzol, zufügt. Derartige Lösungsmittelgemische sind für die Entparaffinierung von Mineralölen an sich bekannt und werden als solche nicht beansprucht.
  • Da das Verfahren gemäß der Erfindung eine Abtrennung des Öls vom ausgeschiedenen Paraffin in der Weise vorsieht, daß das Öl durch eine durchlässige Oberfläche hindurchströmt, von welcher das Paraffin zurückgehalten wird, ist es erwünscht, daß das Lösungsmittel von solcher Natur ist, daß ein wesentlicher Teil des ausgeschiedenen Paraffins von hinreichend kristalliner Beschaffenheit ist, um das Verschmieren und Verstopfen der durchlässigen Fläche zu vermeiden. Die Verwendung von Benzolhomologen in Verbindung mit Chlorkohlenwasserstoffen bewirkt die Ausscheidung eines wesentlichen Teiles des Paraffins in kristalliner Form, so daß während der Abtrennung des größeren Teiles des Öls durch Abschleudern ein zusammenhängender und gut auswaschbarer Kuchen gebildet wird, aus dem das restliche Öl nach Beendigung des Abschleuderns durch Abfiltrieren oder Abpressen entfernt werden kann.
  • Das zu entparaffinierende Öl wird zunächst mit der zwei- bis vierfachen Menge des obengenannten Lösungsmittelgemisches bei etwa 37° verdünnt, zwecks Ausscheidung des Paraffins auf etwa -28° C abgekühlt und der Schleudertrommel io durch die Zulaufdüse23 und Kanal 2q. zugeführt. Die Schäldüse 28 ist während dieser Verfahrensstufe in die Lage A eingestellt. Die Flüssigkeit sammelt sich in der Trommel, bis sie sich in den Abteilungen 26 und 18 bis zu der von der Abschäldüse 18 eingenommenen Lage anstaut und ihre Abführung beginnt. Da die Flüssigkeit unterhalb der Trennwand 16 aus dem Abteil 26 in das Abteil 18 strömt, stellt sich die Flüssigkeit in beiden Abteilungen auf gleiche Höhe ein.
  • Das abgeschiedene Paraffin weist eine geringere Dichte als die Öllösung auf und wird in Richtung auf die Achse der Schleudervorrichtung durch die im Abteil26 befindliche Olmasse bewegt unter Bildung eines zusammenhängenden porösen Kuchens auf der Innenfläche der rotierenden Ölschicht. Durch die Einstellung der Schäldüse in die Lage A ist die Flüssigkeitsschicht in den Abteilungen 26 und 18 von nennenswerter Tiefe während dieser Verfahrensstufe, und die Paraffinschicht wird daher außer Berührung mit der durchlässigen Fläche 14 gehalten und hat mithin keine Gelegenheit, diese Fläche zu verstopfen. Nachdem sich eine hinreichende Paraffinmenge auf der Innenfläche der rotierenden Olschicht angesammelt hat, wird die Olzuführung unterbrochen und die Schäldüse 28 nach auswärts in die bei B angedeutete Lage gebracht. Hierdurch wird das noch in den Abteilen 2.6 und 18 befindliche Öl abgeführt, wobei sich der Paraffinkuchen nach außen gegen die Filterfläche 14 zu bewegt.
  • Der Paraffinkuchen legt sich gegen diese Fläche an und wird dann durch Aufsprühen von zusätzlichem Lösungsmittelgemisch ausgewaschen. Dieses Gemisch kann von gleicher Art wie das ursprünglich zur Verdünnung des Rohöls dienende Gemisch sein, durchdringt den Paraffinkuchen und beseitigt aus diesem die restlichen paraffinischen Ölbestandteile. Nach Beendigung des Auswaschens wird der Paraffinkuchen durch den Kratzer 31 in üblicher Weise ausgetragen, worauf die Vorrichtung für einen erneuten Verfahrenskreislauf bereit ist. Aus obiger Beschreibung ist ersichtlich, daß durch das Verfahren gemäß der Erfindung die wirksame Beseitigung von Paraffin aus einem Öl-Paraffin-Gemisch möglich ist, das kristallines und amorphes Paraffin enthält.
  • Obgleich die Erfindung unter Bezugnahme auf eine besondere Vorrichtung beschrieben wurde, kann das erfindungsgemäße Verfahren auch in anderen Vorrichtungen durchgeführt werden. Das Öl kann beispielsweise vom Paraffin durch eine Kombination von Aufschwimmen und Filtrieren in einer Schleudertrommel von einfacherer Ausbildung erfolgen, die nur eine einzige Schleuderabteilung besitzt, durch die das Öl vermittels am Umfang angeordneter Filterflächen direkt von der Trommel abgeschleudert wird, vorausgesetzt, daß die Zuflußgeschwindigkeit des Öls zu der Trommel hinreichend groß gehalten wird, um innerhalb der Trommel eine hinreichend starke Ölschicht aufrechtzuerhalten und so eine Anhäufung des Paraffins auf der Filterfläche während der primären Abtrennung durch Aufschwimmen zu vermeiden. Falls eine einfachere Schleudertrommel dieser Art verwendet wird, wird die Zuflußgeschwindigkeit des Öls verringert oder unterbrochen, nachdem die Bildung eines ausreichenden Paraffinkuchens stattgefunden hat. Eine Verringerung oder Unterbrechung der Zufuhr bewirkt die Bewegung des Paraffinkuchens gegen die Trommelfläche und die Beseitigung des Restöles vom Paraffin durch Filtration in ähnlicher Weise, wie es oben beschrieben worden ist.
  • Es ist auch möglich, das zu entparaffinierende Öl zu Beginn mit einem Lösungsmittelgemisch zu verdünnen, das eine höhere Dichte als das 01 auf-,veist, die Primärabscheidung des Hauptteiles des Paraffins vom 01 in der oben beschriebenen Weise vorzunehmen und dann weiteres Lösungsmittelgemisch in das Abteil 26 einzuführen, ohne Änderung der Lage der Schäldüse 28 bis nach Beendigung des Auswaschens. Hierbei durchdringt die zur Beseitigung der Verunreinigungen aus dem Paraffin verwendete Lösung den Paraffinkuchen zufolge der Tatsache, daß die Lösung eine höhere Dichte als das Paraffin aufweist, und diese Waschlösung wird durch die Schäldüse 28 aus Zone A des Hilfsabteils 18 wieder ausgetragen. Zur Beendigung des Auswaschens wird die Schäldüse 28 aus Stellung A in die Stellung B gebracht, um das restliche Lösungsmittel zu entfernen und ein Absitzen des porösen Paraffinkuchens gegen die Trennwand 14 zu bewirken, von der das Paraffin dann, wie oben beschrieben, entfernt wird.
  • Die Erfindung umfaßt auch alle Ausbildungsformen, bei welchen eine primäre Trennung des Paraffins vom 01 durch das beanspruchte Aufschwimmverfahren in einer Schleudertrommel und eine Reinigung des Paraffins durch Waschen in der nämlichen Trommel, indem eine Waschflüssigkeit durch das vom Hauptteil des Öls zufolge des Absitzverfahrens abgetrennte Paraffin hindurchtritt, erzielt wird.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Entparaffinieren von Kohlenwasserstoffölen, bei dem das Öl mit einem schweren Lösungsmittel, wie einem Gemisch aus chlorierten Kohlenwasserstoffen mit Benzol, in solcher Menge verdünnt wird, daß die gebildete Lösung schwerer als das auszuscheidende Paraffin ist, und bei dem die Abtrennung des Paraffins in einer Schleudertrommel vorgenommen wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Abscheidung des Paraffins in einer Schleudertrommel mit durchlochter Wandung in der Weise vorgenommen wird, daß unter Aufrechterhaltung einer Flüssigkeitsschicht an der durchlochten Wandung das Paraffin zunächst nahe der Achse der Schleudertrommel abgeschieden, dann diese Flüssigkeitsschicht durch weiteres Ausschleudern bei Unterbrechung der Zufuhr von Öllösungs-Paraffin-Gemisch aus der Schleudertrommel entfernt und schließlich das hierbei an die Trommelwandung gedrückte Paraffin, gegebenenfalls nach einer Auswaschung, ausgetragen wird.
DES116231D 1933-11-27 1934-11-27 Verfahren zum Entparaffinieren von Kohlenwasserstoffoelen Expired DE656158C (de)

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