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Bürodruckmaschine Die Erfindung betrifft die weitere Ausgestaltung
der im Patent 63? 632 geschützten Bürodruckmaschine, insbesondere zum Drukken von
gleichbleibendem Text und wechselnden Adressen, bei der längliche Bogen in ihrer
Längsrichtung hintereinander absatzweise einer oder mehreren Druckvorrichtungen
zugeführt werden und bei der eine Papierbahn, von der die Bogen vor ihrer Förderung
(z. B. auf Bändern) abgeschnitten werden, von einer unterhalb des Maschinentisches
gelagerten Papierrolle abgezogen und quer zu der Förderrichtung der abgeschnittenen
Bogen den parallel zu der Bogenförderbahn angeordneten Schneidmessern zugeführt
wird. Ziel der Erfindung ist es, auf die in dieser :Maschine hergestellten, in verschiedenen
Querabschnitten mit Adressenaufdrucken versehenen länglichen Bogen mittels eines
Rotationsdruckers einen stehenden Text aufzudrucken, der sich über mehrere Abschnitte
des länglichen Bogens verteilt. Zu diesem Zweck werden erfindungsgemäß die länglichen
Bogen vor ihrem Abtrennen von der Papierbahn von einem Rotationsdrucker bedruckt,
dessen Zylinderachsen parallel zur Längsrichtung der abgetrennten Bogen liegen und
dessen Druckzylinder in der Achsenrichtung mehrere Druckformen nebeneinander so
trägt, daß sie gleichzeitig mehrere der über die Länge des Bogens verteilten Abschnitte
bedrucken.
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Diese Anordnung hat den Vorteil, (iaß es möglich ist, einen Rotationsdruckzylinder
zii verwenden, der einen verhältnismäßig geringen Walzenumfang besitzt, weil dann
mehrere Drucksätze für die Abschnitte des Bogens in der Längsrichtung der Druckwalze
nebeneinander angeordnet werden können. Da der Walzenumfang nur diejenige Größe
zu besitzen braucht, die der Breite des abgeschnittenen Bogens entspricht, und da
dieser andererseits sehr schmal und infolgedessen der auf dieser Breite unterzubringende
Drucksatz sehr klein ist, so ergibt sich der erwähnte geringe Walzendurchmesser.
Es ist infolgedessen möglich, die einzelnen auf der Druckwalze nebeneinander angebrachten
Druckforinen alle gleichzeitig an mehreren nebeneinanderli,egenden Abschnitten beim
Durchgang unter der Druckwalze auf den Bogen aufzudrucken, weil ja (las Papier in
der Breitenrichtung der Bogen unter der Druckwalze hindurchgeführt wird. Das ergibt
neben der vorerwähnten Verringerung des Durchmessers der Druckwalze auch eine erhebliche
Herabsetzung
der Länge der Maschine, da ja die Druckmaschine zum
Aufdruck des Textes seitlich von der eigentlichen Förderbahn, auf der der Adressenaufdruck
vorgenommen' wird, zu liegen kommt.
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Es sind zwar bereits Rotationsdrucker he; kannt, bei denen ein Bogen
mit gleichbleiben-`' dem Text und wechselnden Adressen versehen wird. Bei diesen
sind aber die einzelnen Rotationsdrucker hintereinander angeordnet, und die einzelnen
Aufdrucke werden nacheinander aufgebracht. Daraus ergeben sich einerseits unerwünscht
große Gesamtabmessungen der Maschine, und da dort außerdem nicht mehrere Drucksätze
nebeneinander in der Längsrichtung der Druckwalze angeordnet sind, so kann auch
nicht gleichzeitig in der beim Gegenstand der Erfindung vorgeschlagenen raum- und
zeitsparenden Weise ein mehrfacher Aufdruck auf nebeneinanderliegende Abschnitte
eines Bogens durch die Walze erfolgen.
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Andere bekannte Druckmaschinen dienen nur zur Herstellung einfacher
Zettel, die von der Papierbahn abgeschnitten werden, nachdem sie vorher einzeln
bedruckt worden sind. Sie verfolgen also eine ganz andere Aufgabe als die Herstellung
von Zetteln, die mehrere nebene:,nandcrliegende Ad,.essenabschnitte und einen über
alle diese Abschnitte sich erstreckenden gleichbleibenden Aufdruck erhalten sollen.
Bei jenen bekannten Maschinen erfolgt also auch kein gemeinsamer Aufdruck für alle
Abschnitte des Bogens gleichzeitig. Denn der Drucksatz ist nicht so angeordnet,
daß er über mehrere Abschnitte des Bogens greift -und von einer Druckwalze bedruckt
werden könnte, deren Achse in der Längsrichtung des abgeschnittenen Bogens liegt,
zumal dort überhaupt keine Druckwalze vorgesehen ist, sondern ein von einem Exzenter
bewegtes Druckkissen. Bei solchen Maschinen, bei denen nicht der Satz auf einer
Druckwalze angeordnet ist, liegt also das durch die Erfindung befriedigte Bedürfnis
nach einer Verringerung des Durchmessers des Druckzylinders auch gar nicht vor.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird an Hand der Zeichnungen
beschrieben. In diesen stellt dar Fig. i eine schematische Seitenansicht der Maschine,
teilweise im Schnitt, und Fig. 2 eine Aufsicht auf die 'Maschine. Eine von einer
im Unterteil der Maschine gelagerten Papierrolle abgezogene Papierbahn i läuft über
eine Führungsrolle 2 einem dauernd umlaufenden Rotationsdrucker 1o, 17 zu, dessen
Formzylinder 16 mehrere Druckformen enthält, die die Papierbahn gleichzeitig an
mehreren nebeneinanderlitgendem Stellen bedruckt. Diese Stellen entsprechen später,
nachdem die Papierbahn in der weiter unten beschriebenen Weise 'in längliche Zettel
-aufgeteilt ist, den einzelnen in bezug auf die Längsrichtung der Zettel hintereinanderliegenden
Abschnitten. Der Formzylinder -wird in üblicher Weise mittels eines Farbwerks 1
5 eingefärbt. Ihm steht ein Gegendruck:zylinder i T gegenüber, der in bekannter
Weise mit einem Druckfilz bespannt ist und gegen den sich in ebenfalls bekannter
Weise von oben eine nicht dargestellte nockengesteuerte Andruckrolle legt, die es
ermöglicht, der Papierbahn im Rotationsdrucker auch in denjenigen Zeitabschnitten
einen Vorschub zu erteilen, in denen die zurücktretenden, also nicht am Vorschub
beteiligten Teile des, Formzylinders dem Gegendruckzylinder gegenüberliegen (Fig.
i).
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Hinter einer am Ausgangsende des Rotationsdruckers angebrachten Führungsleiste
3 befindet sich eine Schleifenzieherrolle 4, von der aus die Papierbahn i absatzweise
angetriebenen Förderrollen 5 und 6 zugeleitet wird. Der diese Schleifenzieherrolle
tragende Arm ist um einen unterhalb der Führungsleiste 3 gelagerten Zapfen schwenkbar
und wird in an sich bekannter Weise durch einen nicht dargestellten Nocken gesteuert,
der mit den Förderrollen 5, 6 taktmäßig zusammenarbeitet. Um den der Papierbahn
durch diese Rollen erteilten absatzweisen Vorschub und den ihr im Rotationsdrucker
erteilten gleichmäßigen Vorschub gegeneinander auszugleichen und ein Verschmieren
der Aufdrucke zu verhindern, wird die Papierbahn i während derjenigen Zeitabschnitte,
in denen die Förderrollen 5 und 6 stillstehen und der Druck im Rotationsdrucker
ausgeführt wird, vorübergehend zu einer Schleife ausgezogen, die beim Weiterarbeiten
der Förderrollen 5 und 6 dann wiederaufgenommen wird. Vor den Förderrollen 5, 6
sitzen Perforierrädchen,-, die die Papierbahn in ihrer Längsrichtung in einzelne
Abschnitte unterteilen. Diese Perforierrädchen, die sich federnd gegen die an ihnen
vorbeigezogene Papierbahn legen, sind längs ihrer gemeinsamen Tragwelle versetzbar
und einzeln abstellbar, so claß also jede gewünschte Verteilung der Perforationslinie
auf der Papierbahn vorgenommen werden kann. Hinter den Förderrollen folgt der Auflagetisch
ä einer Schneidvorrichtung mit einem taktmäßig auf und ab gehenden Messer g zur
Aufteilung der Bahn in schmale, längliche Zettel ja, deren Länge der Breite der
Papierbahn entspricht.
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Jenseits der Schneidvorrichtung liegt eine senkrecht zur Zuführungsrichtung
der Papierbahn arbeitende Förderbahn für die abgeschnittenen Zettel. Ein tischartiger
Rahmen i i trägt ein in Richtung auf die Schneidvorrichtung
zu
nach unten gebogenes Führungsblech io, durch das die Vorderkante der Papierbahn
ordnungsmäßig auf die über den Rahmen ii laufenden Förderbänder iS geleitet wird.
Oberhalb dieser Förderbahn sind auf der der Schneidvorrichtung gegenüberliegenden
Seite kleine Hebel 13 gelagert, die um Zapfen 1.4 schwenkbar sind und an ihrem freien
Ende Andrückrollen 12 tragen. Diese Hebel «-erden durch einen nicht dargestellten
Nocken in zeitlicher Übereinstimmung mit dem Arbeiten der Schneidvorrichtung gehoben
und gesenkt. Wenn die Papierbahn um das erforderliche Stück unter dem Schneidmesser
9 hindurchgegangen ist, bleiben die Förderrollen 5 und 6 stehen, und das Schneidmesser
9 geht herunter. Gleichzeitig senken sich die Andrückrollen 12 und drücken das unter
ihr befindliche Papier gegen eine dauernd umlaufende Förderrolle 19'. Der abgeschnittene
Zettel ja wird auf diese Weise vollständig auf die Förderbänder iS geschoben, und
zwar bis an den Anschlag i g.
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11n der Förderbahn liegt weiter eine Adressendruckstelle, an der ein
Druckknopf 2o taktmäßig auf und ab geht. Vor und hinter dieser Stelle sind in an
sich bekannter Weise bewegliche Anschläge 21, 22, die von kleinen, lose auf einer
Welle 25 sitzenden Hebeln getragen «-erden, Eine dauernd umlaufende Nocken-. welle
28 steuert die Bewegungen dieser Anschläge in bekannter Weise in Anpassung an die
Drucktätigkeit des Adressendruckwerks derart, daß zunächst der Anschlag 21 die Vorderkante
des neuen Zettels ja so lange festhält, bis der vorige Zettel fertig bedruckt und
abgeführt ist. Ist das der Fall, so geht der Anschlag 2i hoch, und der erste'Anschlag
22 legt sich vor die Vorderkante des Zettels ia, so wie es in Fig. 2 dargestellt
ist. Nunmehr erhält der Zettel durch den taktmäßig bewegten Druckknopf -2o den ersten
Adressenaufdruck von einer der aus einem Vorratsbehälter 27 im Gleichtakt mit der
Zettelzuführung selbsttätig nacheinander durch die Druckstelle geschobenen Druckplatten
26. Wenn der erste Adressenaufdruck vollendet ist, so geht der erste Anschlag 22
hoch, während der zweite Anschlag 22 heruntergeht. Der Zettel ja rückt ein Stück
vorwärts, stößt mit seiner Vorderkante gegen den neuen Anschlag und empfängt nun
in seinem -zweiten Abschnitt den zweiten Adressenaufdruck und so fort.
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Hinter der Adressendruckstelle liegen über der Förderbahn zwei nockengesteuerte
Andruckrollen 23, die den bedruckten Zettel auf die Förderbänder drücken und ihn
entweder dem Ablegebehälter oder einem weiteren Rotationsdrucker 29 zuführen, der
in bekannter Weise aus einem Formzylinder und einem Gegendruckzylinder besteht und
den Zettel nochmals mit einem gleichbleibenden Forrnularaufdruck o. dgl. versehen
kann. Dieser Rotationsdrucker kann beispielsweise so eingerichtet sein, daß sein
Gegendruckzylinder oben und sein Formzylinder unten liegt, so daß also nunmehr die
von dem ersten Rotationsdrucker noch nicht bedruckte Rückseite des Papiers bedruckt
wird. Am Ende der Förderbahn liegen Auswerfer 24. beliebiger Bauart.
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Die Maschine arbeitet wie folgt: Die von der Papierrolle abgezogene
Bahn i kommt zwischen die Zylinder des Rotationsdruckers 16, 17 und wird dort in
bekannter Weise mit mehreren nebeneinanderliegenden Aufdrucken versehen. Gleichzeitig
wird durch den Schlei= fenleger d der bereits bedruckte Teil der Papierbahn zu einer
Schleife gelegt. Numnehr treten die Förderwalzen 5 und 6 in Tätigkeit, und die Schleifenlegerrolle4
geht wieder hoch. Wenn die Förderwalzen 5 und 6 die Papierbahn nur gerade um die
Höhe des Aufdruckes weiterziehen würden,-so würden die verschiedenen Aufdrucke auf
dem Streifen dicht aneinander erscheinen. Da es aber erwünscht ist, daß Ränder zu
beiden Seiten des Drucktextes bleiben, so werden die Förderwalzen so gesteuert,
daß sie die Papierbahn nicht nur um den gleichen Betrag wie die Höhe des Aufdrucks
fortbewegen, sondern daß sie die Bahn auch noch um die doppelte Breite des Randes
an jeder Seite des Aufdruckes ver-. schieben. Gleichzeitig wird die Bahn durch die
Perforierrädchen 7 in Streifen unterteilt-, in denen die im Rotationsdrucker erzeugten
Aufdrucke erscheinen. Sobald das Papier weit genug vorgeschoben ist, bleiben die
Förderwalzen stehen, und das Messer 9 tritt in Tätigkeit. Es zerschneidet die Papierbahn
in dem Zwischenraum zwischen zwei Aufdrucken, so daß die erforderlichen Ränder entstehen.
Will man die Höhe der erzeugten Zettel ändern, so wird eine entsprechende Veränderung
der Höhe der Druckform des Formzylinders 16 vorgenommen, und der Hub der Förderwalzen
5, 6 wird entsprechend verstellt.
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Die so entstandenen länglichen, durch die Perforationslinien in mehrere
Abschnitte unterteilten Zettel werden nun durch die Walzen i g' , 12 in ausgerichteter
Lage auf die Ouerförderbahn gelegt und auf dieser in der Längsrichtung der Zettel,
also parallel zu den Zylinderachsen des Rotationsdruckers 16, 17, abgeführt und
schrittweise an der Adressendruckstelle vorbeigeführt. Dabei werden die durch die
Perforationslinien voneinander getrennten Abschnitte, die nunmehr in der Längsrichtung
der Zettel hintereinander liegen, nacheinander mit den Adressenaufdrucken versehen;
danach können die Zettel noch durch den zweiten Rotationsdrucker 29
laufen,
in dem ihre Rückseite mit einem stehenden Text versehen werden kann.
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In Fig. 2 sind, durch die Pfeile die Bewegungsrichtungen des
Papiers vor und nach dem Abschneiden von der Bahn angegeben. Außerdem sind dort
vier Zettel ia wenigstens teilweise sichtbar. Der eine ist gerade von der Papierbahn
abgeschnitten und auf die Förderbänder gelegt worden, der zweite empfängt gerade
seinen ersten Adressenaufdruck, der dritte läuft gerade in das vorzugsweise zur
Bedruckung der Rückseite dienende Rotationsdruckwerk, und der vierte wird durch
den Auswerfer 24 abgeführt.