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Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von runden Kautschukfäden
Es sind Verfahren zum Herstellen von Kautschulkfäden bekannt, bei welchen die Fäden
durch Verdrillung oder durch Verdrehung von Kautschukbändern entsprechender Breite
gebildet werden. Es sind auch Verfahren dieser Art zum Herstellen von Kautschukfäden
bekannt, bei denen aus Kautschuklösungen oder wäßrigen Kautschukdispersionen Kautschukstreifen
oder -bänder unmittelbar in einer den herzustellenden Fäden entsprechenden Breite
auf einer wandernden Unterlage gebildet und' von dieser Unterlage in einem von Null
verschiedenen Winkel zu derselben abgenommen und gleichzeitig zu runden oder annähernd
runden Fäden verdrillt werden. Es ist auch bekannt, solche Bänder mit noch klebriger
Oberfläcblenbeschaffenheit, also möglichst rasch nach erfolgter Verfestigung, einem
Verdrillungsvorgang zu unterwerfen, so daß die Windungen gleichzeitig auch verklebt
werden.
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Die Erfindung beruht nun auf der Feststellung, daß die Winkel, unter
welchen: das Band verdrillt wird, für die Bildung des Fadens von wesentlicher Bedeutung
sind, indem durch diese Winkel sowohl die Ganghöhe der spiralförmigen Wickelung
des Bandes zu einem Faden und damit die Eigenschaften des Fadens, wie Reißfestigkeit,
Dehnbarkeit usw., als auch die Gestalt des Fadens beeinflußt werden können. Als
Verdrillungswinkel sind hauptsächlich zwei Winkel maßgebend: i. Der Längswinkel,
das ist der Winkel a zwischen der Tangentialebene der gekrümmten Unterlagsfläch.e
i, 5 an der Stelle der Fadenbildung P und der Richtung des der Verdrillvorrichtung
q. zulaufenden Fadengebildes (Fig. i und a).
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z. Der Querwinkel, das ist der seitliche Winkel ß zwischen dem der
Verdrillvorrichtung q. zulaudenden Fadengebilde und der Laufrichtung der Unterlagsfläche
i, 5 an der FadenbildungsstelleP (Fig.3 und q.).
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Die Erfindung betrifft somit ein Verfahren zum Herstellen von Fäden
aus Kautschuk o. dgl.; insbesondere aus wäßrigen Kautschukdispersionen, durch Verdrillung
dünner, von einer Unterlage unter einem Winkel ablaufender Bänder (Streifen o. dgl.)
aus Kautschuk oder ähnlichen Werkstoffen, das dadurch gekennzeichnet ist, daß die
Bänder von einer Stelle tangential abgezogen werden, an welcher die Kautschukfäden
unmittelbar vor der Zuführung zu den Verdrillungsvorrichtungen eine gekrürnunte
Unterlagsfläche verlassen. Die Kautschukbänder werden also unter einem Längswinkel
a gleich Null oder annähernd gleich Null von der Unterlagsfläche, von welcher sie
der Verdrillvorrichtung zulaufen, abgezogen und verdrillt.
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Erfindungsgemäß kann hierbei die Form
der Fäden durch
den gleichzeitig angewendeten seitlichen Winkel, -unter welchem die Kautschukbänder
schräg zur Laufrichtung der Unterlage an der Fadenbilduingsstelle den Verdrillvo@rrichtungen
zulaufen, somit also durch den Querwinkel ß-beeinflußt werden.
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Wie durch Versuche festgestellt wurde, ist betreffend die Ganghöhe
der inneren Windungen des Fadens und folglich auch betreffend Elastizität und Reißfestigkeit
des letzteren der Längswinkel a der wichtigere Winkel, während der Querwinkel p
andererseits den für die Form des Fadens maßgeblichen Winkel darstellt.
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Je kleiner nämlich der Winkel a gewählt wird, um so größer wird die
Ganghöhe der inneren Windungen des Fadens, wobei der Faden, wenn der Winkel a Null
oder annähernd Null ist, eine nahezu unendlich große Ganghöhe der Windungen aufweist
und damit zusammenhängend den Höchstwert seiner' Reißfestigkeit erreicht.
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Andererseits kann, was die Form des Fadens betrifft, durch Wahl eines
entsprechend großen Querwinkels ein vollkommen runder, zylindrischer und glatter
Faden erzielt werden, während man, wenn der Querwinkel unter einem gewissen Bereich
liegt, der für verschiedene Kautschukmischungen verschieden und auch abhängig von
der Apparatur ist, im allgemeinen einen ungleichmäßigen, meist mehr oder weniger
ovalen Faden ohne glatte Oberfläche erhält.
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Das Verfahren gemäß der Erfindung kann ununterbrochen und mit einer
Mehrzahl von Unterlagen oder Kautschukbändern. z. B. derart ausgeführt werden, daß
die zu verdrillenden Kautschukbänder (Streifen o. dgl.) von den Unterlagen, auf
denen sie gebildet wurden, abgezogen und unmittelbar verdrillt werden, oder daß
vorteilhaft die Bänder nach dem Abziehen erst über eine Hilfsunterlage den Verdrillungsvorrichtungen
zugeführt werden.
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Zur Ausführung des Verfahrens gemäß der Erfindung dient eine Vorrichtung,
bei welcher jeder Verdrillungsvorrichtung eine mit jeweils entsprechender Geschwindigkeit
angetriebene Hilfsunterlage vorgelagert ist, die von .einer Walze, einem Walzenpaar
oder einer endlosen umlaufenden Unterlage gebildet wird.
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Erfindungsgemäß kann auch die Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens,
um die jeweils gewünschten Verdrillungswinkel einstellen zu können, so ausgebildet
sein, daß die Verdrillungsvorrichtungen für ihrer Lage gegenüber den Fadenbildungsstellen
beliebig verstellbar sind.
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Selbstverständlich kann der gleiche Zweck auch durch eine Verstellbarkeit
der Fadenbildungsstellen gegenüber den Verdrillvorrichtungen erreicht werden.
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Auf der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in mehreren Ausführungsbeispielen
schematisch veranschaulicht.
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Die Fig. i und 2 zeigen Ausführungsbeispiele des Bandabzuges oder
der Verdrillungswinkel im Aufriß, die Fig. 3 und q. dieselben im Kreuzriß.
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Das auf einer bandförmigen Unterlage i, wie an sich bekannt, gebildete
Kautschukband 2 wird durch eine in ihrer Lage -gegenüber der Fadenbildungsstelle
P beliebig verstellbare Verdrillungsvorrichtung q. imi Punkte P von der Unterlage
i (Fig. i) oder von der beispielsweise durch eine Rolle 5 (Fig. 2) gebildeten Hilfsunterlage
möglichst in tangentialer Richtung, also unter einem Längswinkel a gleich Null oder
annähernd gleich Null und außerdem seitlich schräg unter dein Querwinkel ß (Fig.
3 und q.) abgezogen und zu einem Faden 3 verdrillt.
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Die Zwischenrolle 5 (Fig. 2) kann entweder selbst mit jeweils entsprechender
Geschwindigkeit angetrieben sein oder nur lose auf einer Achse sitzen. Im ersteren
Falle wird das Abziehen des Kautschukbandes von der Unterlage i # durch die Rolle
bewirkt, im zweiten Falle muß dies durch die Verdrillungsvorrichtung erfolgen.
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Die Einschaltung einer solchen z. B. von einer Zwischenrolle 5 gebildeten
Hilfsunterlage auf dem Wege des Kautschukbandes 2 von der Unterlage i, auf der es
gebildet -worden ist, zur Verdrillvorrichtung q. hat die Wirkung, daß die Fadenbildung
nicht auf der .Uxiterlage i, sondern erst auf der Hilfsunterlage 5 erfolgt, wodurch
eine stets gleichbleibende Fadenbildungsstelle Perzielt wird. Bei direkter Abnahme
vom Trägerband hingegen sind kleinere Schwankungen im Abzugspunkt, der hier zugleich
Fadenbil@ungsstelle P ist, unvermeidlich, 'die Schwankungen zu Veränderungen des
Längswinkels oder der Ganghöhe und dadurch zu Änderungen der mechanischen Eigenschaften
des Fadengebildes führen können.
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Eine solche Hilfsunterlage bietet aber auch den Vorteil., daß das
zu verdrillende Band auf dem Wege zur Verdrillvorrichtung zugänglich liegt und in
seinen Eigenschaften, z. B. in seinen physikalischen Eigenschaften, durch entsprechende
Behandlung leicht beeinflußt werden kann.