DE65239A - Anstrichmasse für Eisen - Google Patents

Anstrichmasse für Eisen

Info

Publication number
DE65239A
DE65239A DE1891A2943 DEA2943 DE65239A DE 65239 A DE65239 A DE 65239A DE 1891A2943 DE1891A2943 DE 1891A2943 DE A2943 DEA2943 DE A2943 DE 65239 A DE65239 A DE 65239A
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
paint
iron
hydrocarbons
sulfur
pct
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DE1891A2943
Other languages
English (en)
Original Assignee
AKTIENGESELLSCHAFT FÜR ASPHALTIRUNG UND DACHBEDECKUNG, VORMALS JOHANNES JESERICH in Berlin, Wassergasse 18 a
Filing date
Publication of DE65239A publication Critical patent/DE65239A/de
Application filed by AKTIENGESELLSCHAFT FÜR ASPHALTIRUNG UND DACHBEDECKUNG, VORMALS JOHANNES JESERICH in Berlin, Wassergasse 18 a filed Critical AKTIENGESELLSCHAFT FÜR ASPHALTIRUNG UND DACHBEDECKUNG, VORMALS JOHANNES JESERICH in Berlin, Wassergasse 18 a
Pending legal-status Critical Current

Links

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Werden verrostete Eisentheile mit einem Anstrich aus Oelfarbe oder Lack versehen, so überzieht derselbe zwar die Oberflächen, dringt aber wegen der verhältnifsmäfsig dickflüssigen Consistenz dieser Substanzen nicht in die Poren des Eisenoxyds ein, und die Folge davon ist, dafs, wenn die Poren etwas feucht sind oder die Rostschicht sehr dick ist, die schützende Farbe sich ablöst, oder dafs unter ihr die Rostbildung weiter fortschreitet.
Durch die im Nachstehenden beschriebenen Producte wird eine Anstrichmasse hergestellt, welche alle Eigenschaften, die ein brauchbarer Anstrich haben mufs, in hervorragendem Mafse besitzt.
Die Anstrichmasse wird hergestellt aus Fettgastheerproducten, indem diesen eine entsprechende Menge Goudron beigefügt wird, oder sie besteht aus Fettgastheer mit einer Beimischung von Schwefel.
Die chemische Untersuchung des reinen Fettgastheeres hat ergeben, dafs derselbe
2,265 pCt. bei 1000C. siedende Bestandtheile
(Wasser und Benzol),
3,040 - bei ioo° siedende Kohlenwasserstoffe,
■ 17,025 - zwischen 200 bis 240 ° siedende
^ Kohlenwasserstoffe,
18,922, -■ zwischen 270 bis 300 ° siedende
Kohlenwasserstoffe,
8,735^, - bei 3500 siedende Kohlenwasserstoffe,
50,000 - Asphalt
99,987 pCt. enthält.
Hieraus folgt, dafs der Theer verhältnifsmäfsig geringe Mengen von leicht siedenden, einfach zusammengesetzten Kohlenwasserstoffen, dagegen erheblich mehr schwerer flüchtige, hochsiedende Kohlenwasserstoffe enthält. Beide Mengen erweisen sich frei von Schwefel oder Schwefelverbindungen und sind von zähflüssiger, ölartiger Consistenz. Der gröfste Theil des Theers besteht aus einem in der Wärme zähflüssigen, bei gewöhnlicher Temperatur starren, asphaltartigen Körper, der merkliche Mengen gebundenen Schwefels enthält.
Wird diesem Fettgastheer eine entsprechende
Menge Goudron beigemischt, bis das Product 1,65 pCt. bis ioo° flüssige Bestandtheile (ein-
schliefslich Wasser),
2,43 - bis 16o° flüssige Bestandtheile,
16,02 - zwischen 200 bis 2400 flüssige Bestandtheile,
19,72 - bis 3000 flüssige Bestandtheile,
10,68 bis 35 o°
49,38 - Asphalt
99,88 pCt.
enthält, so resultirt eine Masse, die reicher an schwer flüchtigen und ärmer an leicht flüchtigen Kohlenwasserstoffen geworden ist, und hieraus ergiebt sich die gute Verwerthbarkeit derselben zum Anstrich von Eisentheilen, denn sie besteht durchgehend aus schwer zersetzbaren und deshalb gegen Einwirkung äufserer Einflüsse widerstandsfähigen Kohlenwasserstoffen.
Weitere Versuche haben ergeben, dafs durch eine Vereinigung des Fettgastheeres mit 5 bis 8 pCt. Schwefel, statt des Goudrons, aufser-
ordentlich günstige Resultate erzielt werden, indem dabei ein OeI gewonnen wird, welches sich bei der Analyse analog dem Gemisch von Goudronfettgastheer erwies, aber zum Anstrich von Eisentheilen noch viel geeigneter war.
Wird nämlich der Fettgastheer unter Zusatz von Schwefel stark erhitzt, so löst sich der letztere zunächst in dem Theer auf; bei weiterem Erhitzen jedoch tritt eine zweifache Wirkung ein. Zunächst werden die Kohlenwasserstoffe zum Theil sulfurirt und alsdann wird denselben ein Theil ihres Wasserstoffes entzogen, d. h. sie werden in kohlenstoffreichere Verbindungen überführt.
Die Änstrichmasse ist gegen Wasser, Luft u. dergl. aus den schon vorher angeführten Gründen durchaus widerstandsfähig und besitzt aufserdem die wichtige Eigenschaft, leicht in Oeffnungen und Poren einzudringen, wodurch sie also, auf Rost gebracht, diesen durchdringt, lockert und eine Verbindung der freien Eisenfiächen mit dem Anstrich hervorbringt. Derselbe Stoff eignet sich auch vorzüglich zum Abhalten der Feuchtigkeit von Gewölben und Mauerwerk, ebenso auch als conservirender Anstrich für Holz.
Bisher wurden Steinkohlentheer, Schiffstheer, Holztheer u. s. w. zu wohlfeilen Firnissen durch Zusatz von Harzöl, Pinolin, Kolophonium, verarbeitet.
Niemals kann mit diesen Mitteln der im Vorstehenden beschriebene Körper dargestellt werden, da er durchaus andere werthvollere Eigenschaften besitzt als jene Firnifslacke. Während letztere spröde und hart sind, auf Eisen schwer oder gar nicht haften, bleibt die neue Anstrichmasse elastisch, haftet leicht und vollkommen und erreicht niemals die Härte jener Lacke. Dadurch ist sie besonders als Rostschutzmittel auf eisernen Brücken und solchen Constructionen geeignet, in welchen Bewegungen auftreten. Diesen Bewegungen folgt der Anstrich ohne rissig zu werden, vermeidet also den Fehler aller anderen Eisenanstriche, welche durch die sehr bald entstehenden Risse den Rostbildern schon in kurzer Zeit neue Wege öffnen.
Ganz besonderer Werth ist auf die aufserordentliche Permeabilität der Anstrichmasse zu legen, vermöge derer der auf dem Eisen etwa befindliche Rost verzehrt und unschädlich gemacht wird.
Wesentlich ist auch der Umstand, dafs auch die Unterhaltung der Eisenconstruction erheblich erleichtert wird, indem das Beseitigen des Rostes mit Stahlbürsten ganz fortfällt und durch einfaches Tränken der angerosteten Theile mit dem Rohstoff, dem Fettgastheer, und Abreiben derselben ersetzt wird, wodurch die erforderliche Wirkung nie verfehlt wird, während die Wirkung des Abreibens mit Stahlbürsten stets von der Zuverlässigkeit der Arbeiter abhängt und meist uncontrolirbar ist.
Die Herstellung und Verarbeitung der Anstrichmasse geschieht wie folgt:- ,
Der möglichst vom Wasser rein gehaltene Fettgastheer wird, nachdem die gröfseren in demselben enthaltenen Mengen Wasser, die wegen ihres geringeren specifischen Gewichtes obenauf schwimmen, durch Abgiefsen möglichst vollständig entfernt sind, in gufseisernen Kesseln erhitzt. Nachdem die Temperatur etwa ioo° erreicht hat, werden dem Theer nach und nach entweder io pCt. Goudron oder aber 5 bis 8 pCt. seines Gewichtes Schwefel beigemengt, und nach dem Lösen je einer dieser Beimischungen wird die Masse noch etwa Y4 Stunde weiter erwärmt.
Das sich hierbei ergebende Product ist nunmehr fertig zum Auftragen und wird am besten sogleich in noch warmem Zustand auf die zu streichenden Flächen gebracht. Wo dies nicht angängig, läfst man dasselbe erkalten. Die Masse kann dann ohne Nachtheile später wieder erwärmt und zum Anstrich verwendet werden.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Herstellung einer Anstrichmasse im Besonderen für Eisentheile, gekennzeichnet durch Vermischen von Fettgastheerproducten mit Goudron oder Schwefel.
DE1891A2943 1891-11-09 Anstrichmasse für Eisen Pending DE65239A (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE65239A true DE65239A (de)

Family

ID=

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE878840C (de) * 1945-01-18 1953-06-08 Henkel & Cie Gmbh Mittel zum Impraegnieren von Holz und anderen organischen Werkstoffen
DE3025612A1 (de) * 1980-07-05 1982-01-21 Rütgerswerke AG, 6000 Frankfurt Pechartige produkte und verfahren zu ihrer herstellung

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE878840C (de) * 1945-01-18 1953-06-08 Henkel & Cie Gmbh Mittel zum Impraegnieren von Holz und anderen organischen Werkstoffen
DE3025612A1 (de) * 1980-07-05 1982-01-21 Rütgerswerke AG, 6000 Frankfurt Pechartige produkte und verfahren zu ihrer herstellung

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE3209151A1 (de) Verfahren zur herstellung einer beschichtungsmasse
DE519085C (de) Verfahren zum Schutz der Innenflaeche von zur Druckwaermespaltung von Kohlenwasserstoffoelen dienenden Retorten
DE137971C (de)
DE818946C (de) Verfahren zur Herstellung von Oxydationsprodukten von Extrakten aus Kohlenwasserstoffgemischen
DE238329C (de)
DE12933C (de) Verfahren zur Gewinnung von Anthracen aus Steinkohlenteer
DE545003C (de) Verfahren zur Herstellung eines Innenanstrichmittels fuer Boiler, Dampfkessel, Warmwasserapparate u. dgl.
DE159429C (de)
DE974766C (de) Verfahren zur Herstellung von plastischen Massen aus Teeren
US858824A (en) Paint compound.
AT40841B (de) Verfahren zur Herstellung eines Anstrichmittels.
DE1156922B (de) Metallhaltiges Anstrichmittel
DE393133C (de) Verfahren zur Herstellung einer Anstrichmasse aus reinem Graphit
DE847178C (de) Schutzglasur, insbesondere zum Schutze von Erdoeltankschiffen u. dgl.
DE634660C (de) Fugenfuellmasse
DE908653C (de) UEberzugsmasse fuer Eisbehaelter und Eisroste
DE945075C (de) Schutzueberzug fuer Eisen oder Stahl in Gasreinigungsanlagen
DE621970C (de) Verfahren zur Herstellung von Teerprodukten, insbesondere fuer den Strassenbau
DE694729C (de) Verfahren zur Herstellung thermoplastischer, bituminoeser Stoffe
DE186087C (de)
DE137567C (de)
CN108727907A (zh) 一种长效驱蚊蝇型环保涂料及方法
DE1494520C3 (de) Bitumhaltige Überzugsmischung für das Überziehen von Rohren, Rohrleitungen oder Verbindungsleitungen
DE222584C (de)
DE369501C (de) Verfahren zum UEberziehen von Metallgefaessen, besonders eisernen Brauereigefaessen, mit gegen den Inhalt der Gefaesse widerstandsfaehigen Schichten