DE651048C - Verfahren zur Denitrierung nitroser Schwefelsaeure - Google Patents

Verfahren zur Denitrierung nitroser Schwefelsaeure

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DE651048C
DE651048C DEP67619D DEP0067619D DE651048C DE 651048 C DE651048 C DE 651048C DE P67619 D DEP67619 D DE P67619D DE P0067619 D DEP0067619 D DE P0067619D DE 651048 C DE651048 C DE 651048C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01BNON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B17/00Sulfur; Compounds thereof
    • C01B17/69Sulfur trioxide; Sulfuric acid
    • C01B17/90Separation; Purification
    • C01B17/94Recovery from nitration acids

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Treating Waste Gases (AREA)
  • Gas Separation By Absorption (AREA)

Description

  • Verfahren zur Denitrierung nitroser Schwefelsäure Die Denitrierung nitrosehaltiger Schwefelsäure, die vielfach auch noch Salpetersäure enthält, wird in Gegenstromeinrichtungen vorgenommen, in 'welchen entweder durch Außenheizung oder durch Einleiten von Wasserdampf in die Nitrose die für die Denitrierung erforderliche Temperatur erreicht wird. Lediglich durch Außenheizung gelingt es kaum, eine nitrosefreie Schwefelsäure zu erhalten, da bekanntlich nitrosehaltige Schwefel-3äure auch beim Kochpunkt der Säure nur wenig zersetzt wird, falls sie nicht stark verdünnt ist. Praktisch befriedigende Ergebnisse konnten in von außen beheizten Kolonnen auch durch Anwendung von Vakuum nicht erreicht werden, da die auslaufende Schwefelsäure immer noch beachtliche Mengen an Nitrose enthielt. Ferner bereitet es sehr große Schwierigkeiten, eine aus vielen Einzelschüssen bestehende Denitriereinrichtung überhaupt unter Vakuum zu setzen.
  • Diesen Verfahren gegenüber bietet das Einleiten von Wasserdampf in das zu denitrierende Gemisch wohl den Vorteil, daß durch die Verdünnung der Nitrose bei geringerem Wärmeverbrauch als bei Außenheizung eine nitrosefreie Schwefelsäure erhalten wird, aber die Schwefelsäure ist durch Aufnahme des Wasserdampfes verdünnt worden, so daß sie vor ihrer Weiterverwendung wieder erst konzentriert werden muß.
  • Um trotz einer Verdünnung der Nitrose einerseits möglichst starke nitrose Gase und Salpetersäure, andererseits eine möglichst starke und für viele technische Zwecke ausreichend denitrierte Schwefelsäure bei geringem Aufwand an Brennstoff bzw. Wasserdampf zu erhalten, wird erfindungsgemäß die zu denitrierende Säure zunächst durch Wasserdampf verdünnt und auf den Kochpunkt gebracht und nach erfolgter Denitrierung noch heiß von Luft durchströmt, wobei sich die Luft unter Konzentration der denitrierten Säure mit Wasserdampf sättigt. Das entstandene Luft-Dampf-Gemisch wird vor der Erhitzungsstufe aus der zur Denitrierung benutzten Einrichtung entfernt und nur ein Teil des Luft-Dampf-Gemisches zur Verdünnung der Nitrose verwendet, während die Erhitzung der verdünnten Nitrose entweder durch Zuführung reinen Wasserdampfes oder durch indirekte Beheizung erfolgt.
  • Durch die Entfernung des Luft-Dampf-Gemisches wird erreicht, daß trotz einer Verdünnung ,der Nitrose einerseits die denitrierte Säure ohne Wasserzuwachs, d. h. annähernd in derselben Stärke, mit welcher sie der Denitrierung unterworfen wurde, erhalten wird, auf -der anderen Seite die nitrosen Gase und die Salpetersäure nur unwesentlich verdünnt werden.
  • Nach einem bekannten Verfahren dagegen gelangt das gesamte in die Denitriereinrichtung eingeblasene Luft-Dampf-Gemisch in die Kondensationsanlage für die Salpetersäure, wodurch nicht nur die erhaltene Salpetersäure und die Stickoxyde stark verdünnt werden, sondern wegen des Mitgehens großer Mengen inerter Gase auch die Kondensationsanlage entsprechend geräumiger gebaut werden muß, Dieses Verfahren, nach welchem liocherliitztcr. Wasserdampf in Mischung mit auf 4oo°- er#" .
  • hitzter Luft an mehreren Stellen der Dql#r trierkolonne eingeleitet wird, hat ferner d@i«i.' Nachteil, daß ein großer Teil der Salpetersäure infolge der hohen Temperatur zersetzt wird. Die hohe Temperatur und der damit verbundene große Verbrauch an Brennstoff ist aber erforderlich, um überhaupt zu einer befriedigenden Denitrierung zu kommen, da für den Denitrierprozeß an keiner Stelle der Kolonne eine Verdünnung der INitrose vorgesehen ist, wodurch eine glatte Denitrierung erst ermöglicht wird.
  • Die Zeichnung gibt eine zur Durchführung, des Verfahrens beispielsweise geeignete Einrichtung wieder.
  • Die dargestellte Denitriereinrichtung besteht aus drei Stufen a, b, _ c, von denen jede mehrere Glockenböden i besitzt. Die Stufen a und b sind bezüglich des Gasweges von der untersten Stufe c durch den Blindboden 2 getrennt. Der Weg der Flüssigkeit verläuft dagegen durch alle drei Stufen durch die in den Glockenböden i und in dem Blindboden 2 angeordneten Überlaufrohre 3. IDie Aufgabe der Nitrose erfolgt durch Leitung 4.; die denitrierte Säure verläßt die Einrichtung durch Leitung 5. Luft, die auch vorgewärmt sein kann, wird durch Leitung 6 in die Stufe c eingeblasen, wobei sich unter Konzentration der denitrierten Säure ein Luft-Dampf-Gemisch bildet. Die mit Wasserdampf beladene Luft wird durch Leitung 7/8 teil.-, ins Freie, teils in die Stufe a geführt, wo durch den mitgeführten Wasserdampf eine Verdünnung der Nitrose eintritt.
  • Bei der in der Zeichnung wiedergegebenen Denitriereinrichtung erfolgt .die Erhitzung der Säure auf den Siedepunkt durch Einführung reinen Wasserdampfes mittels-Leitung 9 in Stufe b. Bei Verwendung des Luft-Dampf-Gemisches würde entsprechend dem Partialdruck .des Wasserdampfes in einem solchen Gemisch die Temperatur der Säure erheblich unter dem Siedepunkt bleiben, der aber zur Denitrierung erreicht werden muß.
  • Die Wärmezufuhr in die mittlere Stufe der Gegenstromeinrichtung durch Fremddampf kann durch indirekte Wärmezufuhr ersetzt werden, trenn das erforderliche Temperaturgefälle zur Verfügung steht, d. 1i. es muß die Temperatur des Heizmittels über 2oo° liegen, da sich die Siedepunkte der in Frage kommenden Säuren in der Nähe dieses Punktes bewegen. Die Zufuhr der Wärme geschieht in diesem Falle entweder so, daß die, Säure einen außerhalb der Gegenstromeinrichtung liegenden Heizapparat durchströmt und von hier in das Mittelteil zurückfließt, oder aber dadurch, daß das Mittelteil der Gegenstrom-,inrichtung durch Außenheizung auf die er-"'f:Rrderliche Temperatur gebracht wird. Dieses F_eispiel zeigt, daß--die Ausführung des Ver-;thhrens nicht an die Einrichtung der Zeichnung gebunden ist.
  • Weiterhin ist es möglich, eine Ersparnis an Dampf dadurch zu erzielen, daß die fühlbare Wärme der auslaufenden Schwefelsäure in. einer Wärrneaustauscheinrichtung auf die zu denitrierende Säure übertragen wird. Die Temperatur der auslaufenden Säure beträgt etwa 9o°; sie kann in der Denitriereinrichtung wegen der niedrigen Dampfspannung der denitrierten Säure nicht weiter gesenkt werden.
  • Eine Beseitigung des mit der Nitrose eingebrachten Wassers und damit eine Konzentration der Schwefelsäure wird durch' eine Zusatzheizung erreicht, in welcher die zu denitrierende @Titrose nach demDurchströmen des Wärrneaustauschapparates auf eine Temperatur gebracht wird, welche die der auslaufenden denitrierten Säure übersteigt. Da die zusätzliche Heizung im allgemeinen nicht über 115 bis i25° hinauszugehen braucht, kann sie in dampfbeheizten Apparaten durchgeführt werden, die wegen ihrer großen Wärmeübertragung sehr kleine Abmessungen erhalten. Natürlich ist auch jedes andere Heizmittel verwendbar.
  • Obgleich in der Schivefelsäureindustrie in Gestalt des Gloverturmes ein gut wirkender Denitrierapparat vorhanden ist, so kann dieser doch mit großem Vorteil durch eine Einrichtung nach dem vorliegenden Verfahren ersetzt werden. Denn da bei der Absorption im Gay-Lussac keine Verdünnung der absorbierenden Schwefelsäure eintritt und eine Verdünnung auch nicht, wie oben dargelegt, bei der Denitrierung eintritt, beschränkt sich der Dampfverbrauch bzw. der Wärmeverbrauch auf den Wärmeverlust der De nitriereinrichtung durch Abstrahlung. Die Betriebskosten sind mithin niedrig, so daß der Glover von der Denitrierung der Gay-Lussac-Säure entlastet werden kann, deren Menge bekanntlich ioo bis 300 °/a der Tagesproduktion beträgt. Infolgedessen kann die Temperatur der Gase ausschließlich für die Konzentrierung der Gloversäure Verwendung finden, so daß Konzentrationen bis 94/95 °/o direkt im Glover ohne weiteres möglich sind, während infolge der großen Be-.astung durch die Gay-Lussac-Säure heute die äbliche Stärke der Glov@ersäure 78 % nicht überschreitet. Natürlich müssen die nitrosen Produkte aus der Denitrierung dem Glov er zugeführt werden, damit dieser seine cheinischen Funktionen (Säurebildung) nicht verändert. Ausführungsbeispiel 4,2 ts Nitrose, die durch Absorption der in den Restgasen einer Salpetersäureanlage enthaltenen Stickoxyde mittels Schwefelsäure gewonnen ist und folgende Zusammensetzung aufweist: 7 5,69 °/o Hz SOa, 3:8'`> °/o Nz 0s, 20,45°1'o H@ O, ,wird zunächst durch bereits denifrierte, etwa 12o° heiße Schwefelsäure und dann in einer weiteren Wärmeaustauscheinrichtung mittels Dampf auf etwa 15o° vorgewärmt, bevor sie zur Denitrierung auf die Gegenstromeinrichtung aufgegeben wird.
  • An - Luft werden für die 4,2 ts N itrose 700 cbm benötigt, die auf iio° vorgewärmt ist. Wenn die Luft nicht vorgewärmt, sondern kalt, etwa mit 20° eingeblasen wird, so erniedrigt sich die Temperatur der auslaufenden Säure auf etwa 1o8°, so daß die zusätzliche Heizung entsprechend verstärkt werden muß. Von der eingeblasenen und mit Wasserdampf gesättigten Luft gelangen 5oo cbm ins Freie, während das restliche Dampf-Luft-Gemisch zur Verdünnung der Nitrose dient.
  • An Frischdampf werden zur Erreichung des Siedepunktes der Säure in den mittleren Teil der Kolonne etwa 2o5 kg Dampf von 16o° eingeführt.
  • Bei diesen Bedingungen erhält man etwa 4o4o kg denitrierte Schwefelsäure folgender Zusammensetzung: 78,6-1-°/o H2SO4, 0,25 21,i1 04 IL 0, und in dem der Denitriereinrichtung nachgeschalteten Kondensator fallen i59 kg rund 37'/, starker Salpetersäure an, und 69, cbm Stickoxyd entweichen in Form eines 31 °/° starken Stickoxvd-Luft-Gemisches aus dem Kondensator.
  • Die Denitrierung arbeitet praktisch verlustfrei; das gesamte durch die Denitrierung frei gewordene Stickstoffoxyd wird wiedergewonnen, und zwar teils in Form nitroser Gase, teils als Salpetersäure. Ebenso wird die gesamte Schwefelsäure zurückerhalten, die ohne weiteres wieder zur Restgasabsorption benützt werden kann.

Claims (1)

  1. PATrvrr%Nsrrzüciir: i. Verfahren zum Denitrieren nitroser Schwefelsäure mittels Wasserdampf und Luft, dadurch gekennzeichnet, daß z. B. unter Benutzung einer mit Glockenböden sowie mit Blindboden (2), Dampfzuführung (8) und Leitung (7) bzw. Umleitung (7, 8) ausgestatteten Kolonne die Säure verdünnt, zum Sieden erhitzt und hierauf der Behandlung mit Luft unterzogen wird und daß von dem bei dieser Behandlung anfallenden Luft-Dampf-Gemisch solche Mengen abgezweigt und auf die Ausgangssäure vor deren Aufheizung zum Sieden zur-Einwirkung gebracht werden, wie sie zur Verdünnung der Säure erforderlich sind, während der Rest des Luft-Dampf-Gemisches aus dem Verfahren abgeführt wird. -2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufheizung der Säure zum Sieden durch direkten Dampf erfolgt.
DEP67619D 1933-05-31 1933-05-31 Verfahren zur Denitrierung nitroser Schwefelsaeure Expired DE651048C (de)

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Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1025401B (de) * 1953-11-14 1958-03-06 Metallgesellschaft Ag Vorrichtung zum Konzentrieren und Bleichen von Schwefelsaeure
US3972987A (en) * 1973-12-06 1976-08-03 Hoechst Aktiengesellschaft Process for regenerating sulfuric acid
US4010240A (en) * 1973-06-14 1977-03-01 Hoechst Aktiengesellschaft Process for the regeneration of sulfuric acid

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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US4010240A (en) * 1973-06-14 1977-03-01 Hoechst Aktiengesellschaft Process for the regeneration of sulfuric acid
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