DE65082C - Apparat zum Härten von Stahl und dergl - Google Patents
Apparat zum Härten von Stahl und derglInfo
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C21—METALLURGY OF IRON
- C21D—MODIFYING THE PHYSICAL STRUCTURE OF FERROUS METALS; GENERAL DEVICES FOR HEAT TREATMENT OF FERROUS OR NON-FERROUS METALS OR ALLOYS; MAKING METAL MALLEABLE, e.g. BY DECARBURISATION OR TEMPERING
- C21D1/00—General methods or devices for heat treatment, e.g. annealing, hardening, quenching or tempering
- C21D1/34—Methods of heating
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 18: 'Eisenerzeugung.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 30. Juni 1891 ab.
Das allgemein übliche Verfahren, zu härtende Stahl- oder Metallgegenstände gröfseren Umfanges
nach passender Erhitzung in einem Wasser-, OeI- oder Sandbade abzulöschen,
hat den Uebelstand, dafs nur eine augenblickliche Abkühlung der Oberfläche herbeigeführt
wird.
BJe zum Härten sonst noch vorgeschlagenen
einfachen Metalle aber, wie Zinn, Blei und Zink sind als Härtemittel im praktischen Sinne
deshalb nicht tauglich, weil sie, auf ihren Schmelzpunkt erhitzt, ein zum Härten zu heifses
Metallbad liefern.
Nach dem vorliegenden Verfahren wird eine durchgehende Härtung solcher Gegenstände in
einem Härtungsbade erzielt, das statt aus einem einfachen Metall, aus einer Metalllegirung von
niedrigem Schmelzpunkt besteht. Um die Ausführung in praktischer Weise herbeizuführen,
werden dabei zweckmäfsig Einrichtungen benutzt, die es ermöglichen, einestheils das
Schmelzen der Legirung zu bewirken und das Metallbad in flüssigem Zustand zu erhalten,
andererseits schnell die überschüssige Wärme abzuleiten, die sich dem Metallbade durch das
Einbringen grofser zu härtender Metallstücke mittheilt.
Die Stahl- oder Metallstücke, z. B. Platten, Walzen, Scheiben, werden zunächst einer
gleichmäfsigen Erhitzung ausgesetzt, am vortheilhaftesten in einem entsprechend heifsen
Metallbade, in welchem die helle Rothglut, die für Stahl z. B. in Betracht kommt, bekanntlich
schnell und gleichmäfsig erzeugt wird, ohne dafs ein Krummziehen, Verbiegen und theilweises Erweichen von selbst ziemlich dünnen
Stählplatten eintritt.
Die glühenden Gegenstände werden hierauf in ein Härtungsbad gebracht, das aus einer
Legirung von niedrigem Schmelzpunkt besteht. Vorzugsweise sind Zinn und Blei Bestandtheile
dieser Legirung. Braucht die Temperatur des Härtungsbades z.B. 1810C. nicht zu unterschreiten,
so wird eine Legirung gewählt, die aus:
10 Theilen Zinn und
6 - Blei
besteht.
6 - Blei
besteht.
Um nun auf bequeme Weise das Schmelzen der Metalllegirung zu erreichen und das Härtungsbad in flüssigem Zustand zu erhalten, ist der
Behälter zur Aufnahme des Metallbades mit einem Heizrohrsystem, versehen. Um andererseits
die Hitze, welche sich dem Metallbade durch die zwecks Härtung eingebrachten grofsen
Metallstücke mittheilt, schnell abzuleiten und bei fortgesetztem Ablöschen im Bade auch
noch die gewünschte Härtung zu erzielen, ist der Behälter noch mit einem zweiten Rohrsystem
zu dem Zweck versehen, Kühlflüssigkeit hindurchzuleiten. Selbstverständlich kann man
die Heiz- und Kühlrohre auch durch sonstige passende Heiz- und Kühlkörper ersetzen,
ohne dafs am Wesen der Sache etwas geändert wird.
Fig. ι und 2 beiliegender Zeichnung stellen als Beispiel eine zur Ausführung des Verfahrens
brauchbare Einrichtung dar.
Der Behälter A zur Aufnahme des aus der Metalllegirung herzustellenden Bades ist mit
einem Heizrohrsystem B versehen, das mit
einem Dampfkessel in Verbindung steht. Tritt
Dampf von z.B. 2 Atmosphären Spannung, also I2i° C. Temperatur, in dieses Rohrsystem
B ein, so schmilzt die in den Behälter A eingebrachte Metalllegirung, und das
Metallbad nimmt ungefähr die Temperatur des Dampfes an.
Die zu härtenden Gegenstände werden nach vorgängiger Erhitzung, am besten in einem ein
entsprechend heifses Metallbad enthaltenden Behälter D, in das des Behälters A eingebracht
und in diesem so lange belassen, bis sie auf die Temperatur dieses Bades abgekühlt sind.
Zur Ueberführung schwerer Gegenstände aus dem einen Bade in das andere bedient man
sich zweckmäfsig eines fahrbaren Krahns, an dessen Kette die Gegenstände aufgehakt werden
(Fig- ι)·
Nun würde aber die Temperatur des Härtungsbades in dem Mafse zunehmen, wie die eingebrachten Metallgegenstände ihre Wärme an
dasselbe abgeben, und falls das Bad nicht aufsergewöhnlich grofs angelegt würde, wäre
bei fortgesetztem Arbeiten wegen zu hoher Temperatur des Bades eine Härtung nicht mehr
zu erzielen.
Der Behälter A ist deshalb mit einem zweiten Rohrsystem E versehen, durch welches eine
Kühlflüssigkeit hindurchgeleitet wird, wenn das Bad schnell abgekühlt werden mufs. Sobald
die Temperatur des Bades im Behälter A wieder auf etwa 121 ° C. sinkt, wird mittelst des
Hahnes F die Zuführung der kühlflüssigkeit abgestellt. Ist die Temperatur des^Bades höher
als i2i° C, so wird auch der im Rohrsystem B befindliche Dampf eine höhere
Spannung als 2 Atmosphären annehmen und dies wird dadurch angezeigt, dafs dann das
passend belastete Sicherheitsventil G abläfst.
Durch entsprechendes Regeln des Zulaufes von' Kühlflüssigkeit läfst sich die für den verlangten
Härtegrad erforderliche Temperatur des Bades leicht erhalten.
Um die Temperaturregelung selbstthätig sich vollziehen zu lassen, kann zwischen dem Sicherheitsventil
G und dem den Zuflufs der Kühlflüssigkeit vermittelnden Hahn, Schieber oder
Ventil F eine Verbindung durch Hebel a, Stange b und Hebel c derart hergestellt werden,
dafs beim Abblasen des Sicherheitsventils G eine entsprechende Einstellung des Hahnes F
erfolgt.
Die Vortheile des beschriebenen Verfahrens der Härtung von Metallgegenständen in einem
Härtungsbade aus einer Legirung von niedrigem Schmelzpunkt und unter angemessener Regelung
der Badtemperatur während der Dauer der Härtung bestehen somit einestheils darin, dafs
das Abkühlen ein gleichmäfsiges ist, so dafs die Gegenstände gleichmäfsige Härte annehmen
und sich während des Ablöschens nicht krumm ziehen oder springen, ferner darin, dafs die
Härtung durch und durch erfolgt, während die bekannten Härtungsverfahren zumeist nur
ein Härten an der Oberfläche und mangels Regelung der Temperatur der Härteflüssigkeit
auch nicht mit der wünscheriswerthen Gleichförmigkeit der einzelnen Stücke hervorbringen.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Zum Härten von Stahl- und Metallgegenständen in einem Härtungsbade, das aus einer Legirung niedrigen Schmelzpunktes besteht, um die für das Abschrecken nöthigen Temperaturabstufungen durch geeignete Metallzusätze erzielen zu können, ein Apparat, der aus einem Troge A zur Aufnahme der Legirung besteht, in welchem zum Niederschmelzen derselben ein Heizkörper B für Dampf oder dergleichen, und zum Einhalten der nöthigen Badtemperatur ein Kühlkörper E für Kühlflüssigkeit angeordnet ist.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE65082C true DE65082C (de) |
Family
ID=338903
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT65082D Expired - Lifetime DE65082C (de) | Apparat zum Härten von Stahl und dergl |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE65082C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE745143C (de) * | 1939-11-04 | 1944-02-28 | Erich O Primbsch | Verfahren und Vorrichtung zur Waermebehandlung von Gegenstaenden aus Leichtmetallen und deren Legierungen |
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- DE DENDAT65082D patent/DE65082C/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE745143C (de) * | 1939-11-04 | 1944-02-28 | Erich O Primbsch | Verfahren und Vorrichtung zur Waermebehandlung von Gegenstaenden aus Leichtmetallen und deren Legierungen |
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