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Lehrgerät für den Schreibmaschinenunterricht Beim Schreibmaschinenunterricht
ist die richtige Haltung des Handgelenkes eine notwehdige Vorbedingung für den Erfolg
des ganzen Unterrichtes. Dies nicht nur deswegen, weil beim sog. Blindschreiben
die Finger in einer vorschriftsmäßigen Grundstellung liegenbleib.en müssen, sondern
die richtige Gelenkhaltung ist darüber hinaus auch deshalb für gute Leistungen im
Schnellschreiben so wichtig, weil der übenden Hand eine Haltung anerzogen werden
muß, in der -die Finger entspannt ;und gelockert sind, mühelos alle Tasten erreichen
und mit geringstem Kraftaufwand den Anschlag durchführen können. Das ist nicht der
Fall, wenn, -,vie es bei Anfängern meistens zu beobachten ist, die Handgelenke zu
tief gesenkt werden, wodurch eine verkrampfte Hand entsteht.
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Es ist nun zwar schon früher vorgeschlagen worden, an Schreibmaschinen
U-förmige Handstützbügel anzubringen. Mit derartigen Handstützen ist an eine Anerziehung
der richtigen Hand- und Gelenkhaltung nicht gedacht, vielmehr sollen hier die Gelenke
durch Aufstützen in diese Höhe gebracht werden, daher auch die besondere Ausbildung
des Gerätes zur bequemen Auflage der Gelenke. Durch das Aufstützen werden die entsprechenden
Muskeln nicht entwickelt, und außerdem werden die Handgelenkte, wenn sie fest aufliegen,
lunerwünschterweise in ihrer freien Beweglichkeit behindert.
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Die Stange zur Überwachung der richtigen Handhaltung muß deshalb so
ausgebildet sein, daß der Schüler veranlaßt wird, seine Hand frei schwebend über
ihr zu halten. Hierzu ist gemäß der Erfindung eine eine hohe Haltung des Handgelenkes
erzwingende, vor den Tastenreihen einer Schreibmaschine odereines Tastenbrettes
anbringbare, ;g.eradlinig durchlaufende, oben kantige oder schmale Stange vorgesehen.
Eine solche Stange wirkt beim Niedersinhenlassen der Hand -unbequem, so daß der
Schüler die Handgelenke sogleich wieder höher hält und sich so zwangsweise an die
richtige Handhaltung gewöhnt. Insbesondere bei unbeaufsichtigten Übungen an der
Schreibmaschine oder am Tastenbrett leistet die neue Einrichtung also wertvolle
erzieherische Arbeit.
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Um beim Schreibmaschinenunterricht die richtige Lage der Handgelenke
zu erzielen, kommt es nun aber nicht nur darauf an, d:aß die Hand richtig über den
Tasten gehalten wird, sondern auch darauf, daß der Schüler sich dabei an die für
Schreibmaschinentische zweckmäßige Armhaltung gewöhnt. Die Lösung dieser Aufgabe
bereitet gewisse Schivierigkeiten bei den bekannten Übungstasten- . brett@ern, deren
Tastatur starr auf einer stufenförmigen Platte angeordnet ist. Stellt man solche
einfachen Übungstastenbretter auf einen Wohnungstisch, dann ist die Tastatur (Arbeitslage)
viel zu hoch, während auf einem Schreibmaschinentisch die Tastatur etwas zu tief
liegt. Im übrigen steht dem Schüler für ein Übungstastenbrett ein Schreibmaschinentisch
meistens nicht zur Verfügung. Der erstrebte
Erfolg der Anerziehung
der richtigen Handgelenkshaltung ist somit auch zum Teil davon abhängig, daß durch
eine besondere Ausbildung des Tastenbrettes die Möglichkeit.: der richtigen Höheneinstellung
des mit eine die gewünschte Handgelenkshaltung hierbei-:' führenden Stange ausgerüsteten
Übungsgerätes gegeben ist. Zu diesem Zwecke ist erfindungsgemäß die rückwärtige
Auflagefläche der stufenförmigen Platte an dieser so hoch angeordnet, daß bei der
Befestigung des Übungsbrettes an einem Wohnungstisch, beispielsweise mittels Schraubennvinge,
die Höhenlage des Übungsbrettes der Höhenlage der Tastatureiner auf einem Schreibmaschinentisch
aufgestellten Schreibmaschine entspricht.
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Auf der Zeichnung ist der Erfin.dungsgegenstandbeispielsweiseerläutert.
Es zeigen: Abb. i die Vorderansicht eines Tastenbrettes, Abb. 2 den Grundriß des
Tastenbrettes mit angebrachter Stange zur Bestimmung der Handgelenkshaltung, Abb.
3 den Querschnitt nach der Linie A,A der Abb. 2, Abb. q. eine Befestigungsschelle
zum Anbringen der die Handgelenkshaltung bestimmenden Stange an einer Schreibmaschine,
Abb. 5 eine Draufsicht dazu und Abb.6 die Im Beispiel gemäß Abb. i bis 3 der Zeichnung
ist die Anwendung der den Gegenstand der Erfindung bildenden Stange zur Bestimmung
der Handgelenkshaltung zunächst bei einem Übungstastenbrett dargestellt. Das Tastenbrett
r hat, wie an sich bekannt, eine pultförrnige Gestalt und ist mehrfach abgestuft.
Auf den einzelnen Stufen 2 sind, wie üblich, Tasten 3 sowie die Zwischenraumtaste
q. angebracht. Die Tasten 3 und q. sind auf dem Brett i feststehend und plastisch
genau in der Form und Größe hergestellt und angeordnet wie die entsprechenden Tasten
auf der Schreibmaschine. Darüber hinaus können auf dem Brett i noch Bohrungen 5
vorgesehen sein, in welche man Zusatztasten einstecken kann, um auf dem Tastenbrett
jedes beliebige Schreibmaschinensystem hinsichtlich seiner Tastenanzahl und seiner
Tastenanordnung nachbildep zu können.
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Dieses an sich bekannte Übungstastenbrett bietet nur dann eine gute
Vorstufe für das spätere Maschinenschreiben, wenn es z. B. an einem gebräuchlichen
Tisch in der gleichen Höhenlage angebracht werden kann, welche die Schreibmaschine
auf einem Schreibmaschinentisch -einnimmt. Um dies zu erreichen, wird das Tastenbrett
zweckmäßig mit einer Schraubenzwinge versehen, mit welcher man das Brett an eine
Tischkante i o festschrauben kann. Die Auflagefläche i i des Tastenbrettes ist so
angeordnet, daß bei an der Tischkante angeschraubtem Tastenbrett @diä; Tastatur
3 und q. in der richtigen Schreib-;Sehinenhöhe liegt. Im gezeichneten Beispiel ist
an der Rückseite des Tastenbrettes i 'eiri die Schraubenzwinge aufnehmendes Lag@eraug4
21 vorgesehen. Eine Rippe 19 dient dabei zur Versteifung. Statt seiner Schraubenzwinge
können auch andere Hilfsmittel zur Befestigung an einer Tischkante dienen. Das Übungstastenbrett
ist aus beliebigem geeignetem Material gefertigt. Er besteht z. B. aus Preßstoffen,
aus Leichtmetall, Spritzguß, Holz oder aus ;gestanztem Blech.
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Das Tastenbrett soll den übenden Schüler an eine richtige Haltung
des Handgelenkes gewöhnen. Zu diesem Zwecke ist es mit einer die Handgelenkshaltung
bestimmenden Stange 12 ausgerüstet. Letztere ist z.'B. aus einem Drahtbügel ;gefertigt,
und die waagerecht abgebogenen Schenkel 13 werden neinfach in kleine Augenlager
i q. eingesteckt, welche zu beiden Seiten am Rand 15 des Tastenbrettes angeordnet
sind. Die Stange 12 läuft also in der bestimmten Höhenlage vor dem Tastenbrett parallel
zu den Tastenreihen. Die Stange 12 ist vorzugsweise aus einem Stück Draht gebogen;
sie kann aber auch aus mehreren Teilen zusammengesteckt oder aneinandergelenkt sein.
Der Draht ist so dünn oder der -waagerechte Schenkel der die Gelenkhaltung bestimmenden
Stange ist, wie aus Abb. 6 zu ersehen, nach obenhin derart zugeschärft, daß die
Stange 12 nicht falscherwv@eise als Handgelenkstütze benutzt werden kann.
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Auch bei den ersten übungen auf der Schreibmaschine (Taktschreiben)
ist diese mechanische Kontrolle der Gelenkhaltung so wichtig, daß die Erfindung
eine Ansteckmöglichkeit der Stange zur Bestimmung der Handg.elenkshaltung an beliebige
Schreibmaschinen vorsieht. Die Ansteckvorrichtung besteht, wie die Abb. q. bis 6
zeigen, zweckmäßig aus einem hakenförmigen Bügel 16,
der runter Einschaltung
einer Filzlage 17 von unten her auf den Rahmen 16 der Schreibmaschine geschoben
wird. Anschließend wird von oben her auf den Klemmbügel 16 das kleine Augenlager
2o geschraubt, in welches man die die Gelenkhaltung bestimmende Stange bei Bedarf
leicht einstecken känn.